Race for the Galaxy

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Race for the Galaxy
Deskohraní 08-09-28 1047.jpg
Daten zum Spiel
Autor Tom Lehmann
Grafik Mirko Suzuki,
Martin Hoffmann,
Claus Stephan
Verlag Abacusspiele,
Rio Grande Games
und weitere
Erscheinungsjahr 2007
Art Kartenspiel
Mitspieler 2–5
Dauer ca. 60 Minuten
Alter ab 12 Jahren
Auszeichnungen

à la carte Kartenspielpreis 2008: Platz 1
Spiel der Spiele 2008: Spiele Hit für Experten
International Gamers Award 2008: nominiert
Japan Boardgame Prize 2008: 3. Platz

Race for the Galaxy (RftG) ist ein Kartenspiel für zwei bis vier Personen, entwickelt von Tom Lehmann. Es erschien 2007 bei Rio Grande Games und Abacusspiele.

Spielidee[Bearbeiten]

In Race for the Galaxy müssen die Spieler versuchen, ein galaktisches Imperium aufzubauen. Dies geschieht durch das Besiedeln und Erobern von Welten, durch gesellschaftliche und technologische Entwicklungen und durch das Produzieren und Verbrauchen von Gütern. Die Spieler erhalten dafür Siegpunkte; es gewinnt, wer bis Spielende die meisten Siegpunkte sammeln konnte.

Material[Bearbeiten]

  • 5 Karten mit Startwelten
  • 109 Spielkarten (59 Welten, 50 Entwicklungen)
  • 4 Sets à 9 Aktionskarten (7 für das reguläre Spiel, 2 für das fortgeschrittene Spiel zu zweit)
  • 28 Siegpunkt-Chips
  • 4 Übersichtstafeln und eine Spielanleitung

Die grafische Gestaltung des Spielmaterials übernahm Mirko Suzuki, die Illustrationen auf den Karten stammen von Martin Hoffmann und Claus Stephan.

Spielverlauf[Bearbeiten]

Bei Spielbeginn erhält jeder Spieler eine Startwelt als Ausgangspunkt sowie sechs Handkarten, von denen er vier behält.

Das Spiel läuft rundenweise ab, jede Runde besteht aus bis zu fünf Phasen, die in dieser Reihenfolge gespielt werden: Erkunden, Entwickeln, Siedeln, Verbrauchen und Produzieren. Die tatsächlich zu spielenden Phasen werden zu Beginn einer Runde bestimmt, indem jeder Spieler eine Phase wählt und verdeckt eine entsprechende Aktionskarte auslegt. Anschließend werden von allen Spielern nur diejenigen Phasen gespielt, die von mindestens einem Spieler gewählt wurden. Die Phasen sind:

  1. Erkunden: Nachziehen von neuen Handkarten
  2. Entwickeln: Möglichkeit zum Ausspielen einer Entwicklungskarte
  3. Siedeln: Möglichkeit zum Ausspielen einer Weltkarte (Besiedelung oder militärische Eroberung)
  4. Verbrauchen: Eintauschen von produzierten Gütern gegen Siegpunkte und/oder Handkarten
  5. Produzieren: Produktion von Gütern auf ausliegenden Welten

Entwicklungskarten repräsentieren gesellschaftliche oder technologische Entwicklungen und bringen dem Spieler fortan bestimmte Vorteile im Spiel. Welten können im weiteren Spielverlauf bestimmte Güter produzieren. Güter sind in vier Kategorien aufgeteilt und können in Verbrauchsphasen gegen neue Handkarten und Siegpunkte eingetauscht werden können. Nahezu alle ausgespielten Entwicklungs- und Weltenkarten bringen zusätzlich auch Siegpunkte.

Das Ausspielen von Entwicklungen und unbesiedelten Welten verursacht Kosten, die der Spieler durch das Abwerfen von Handkarten begleichen muss. Manche Welten können nicht besiedelt, sondern müssen militärisch erobert werden. Dies erfordert den vorherigen Aufbau einer genügend starken Militärmacht durch das Ausspielen entsprechender Welten und Entwicklungen.

Das Spiel endet, wenn ein Spieler 12 Karten oder mehr ausliegen hat oder die Siegpunktchips aufgebraucht sind. Es gewinnt dann derjenige Spieler, der die meisten Siegpunkte sammeln konnte.

Kritik und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Rezensionen zu Race for the Galaxy fielen zum überwiegenden Teil sehr positiv aus. Wesentliche Kritikpunkte waren die nahezu komplett fehlende Interaktion zwischen den Spielern und die eher schwierige Einarbeitung in das komplexe Spielsystem und die Vielzahl der verwendeten Kartensymbole. Dem gegenüber stünden jedoch eine gelungene Aufmachung, abwechslungsreiche Partien, die Möglichkeit zur Entwicklung unterschiedlicher Strategien und eine angenehm kurze Spieldauer bei erfahreneren Spielern.[1][2][3]

2008 erhielt Race for the Galaxy die À-la-carte-Auszeichnung zum „Besten Kartenspiel 2008“.[4] Von der Wiener Spiele Akademie erhielt es die Auszeichnung „Spiele Hit für Experten 2008“.[5] Weiterhin stand es auf der Nominierungsliste zum International Gamers Award 2008[6] und erreichte den dritten Platz bei der Verleihung des Japan Boardgame Prize 2008.[7] Vom französischen Spielemagazin Tric Trac erhielt es ebenfalls 2008 die Auszeichnung „Tric Trac de Bronze“.[8]

Erweiterungen[Bearbeiten]

Zu Race for the Galaxy sind bisher drei Erweiterungen erschienen. Sie können unabhängig voneinander mit dem Grundspiel kombiniert werden und ergänzen es um weiteres Material und neue Elemente.

Die erste Erweiterung Aufziehender Sturm (engl. Titel: Gathering Storm) enthält neue Karten, Spielmaterial für einen fünften Spieler sowie Material und Regeln für eine Solitärvariante, bei der die Aktionen des Gegenspielers mithilfe von Würfeln simuliert werden. Ein neues Spielelement bilden zweierlei Arten von Zielplättchen, von denen vor Spielbeginn einige ausgelegt werden und deren Besitz einem Spieler zusätzliche Siegpunkte bringt. Ein Spieler kann Zielplättchen erbeuten, wenn er bestimmte Bedingungen „als erster“ erfüllt (beispielsweise drei Alien-Karten ausliegen zu haben) oder wenn er von etwas „am meisten“ besitzt (beispielsweise die stärkste Militärmacht).

Die zweite Erweiterung Rebellen vs. Imperium (engl. Titel: Rebel vs Imperium) enthält neue Karten und Ziele, Spielmaterial für einen sechsten Spieler und Ergänzungen für die Solitärvariante. Spieltechnisch neu ist die Möglichkeit der Eroberung von militärischen Welten in den Auslagen der Mitspieler. Dies schafft zwischen den Spielern etwas mehr Interaktion, deren Fehlen beim Grundspiel mitunter kritisiert wurde (siehe Abschnitt Kritik und Auszeichnungen).

Die dritte Erweiterung, Auf der Schwelle zum Krieg (engl. Titel: The Brink of War) ist seit Mai 2010 verfügbar und fügt dem Spiel eine weitere Regelmechanik, die sogenannten Prestigepunkte hinzu. Diese können mit Planeten oder Entwicklungen verbraucht werden, um verschiedene Vorteile zu erlangen. Wenngleich auch diese Erweiterung nur das Grundspiel zwingend erfordert, wird die Kombination mit den beiden vorangegangenen Erweiterungen empfohlen, da viele Elemente dieser Erweiterung darauf aufbauen.[9]

Die vierte Erweiterung wurde unter dem Titel Alien Artifacts nach mehrmaligem Verschieben des Termines Ende 2013 im amerikanischen Raum veröffentlicht. Diese Erweiterung verändert das Grundspiel erheblich und lässt sich daher nicht zusammen mit den drei vorherigen Erweiterungen kombinieren[10]. Abacus als bisheriger deutschsprächiger Verlag von Race for the Galaxy gab auf Nachfrage bekannt, dass keine deutsche Version der vierten Erweiterung geplant sei [11]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rezension (Basisspiel) bei Hall 9000 vom 23. Juni 2008
  2. Rezension (Basisspiel) bei spielbar.com vom 19. Januar 2008
  3. Rezension (Basisspiel) bei Pöppelkiste
  4. À la Carte 2008 – Preisverleihung in Essen, 28. Oktober 2008, Fairplay. Abgerufen am 6. Oktober 2012.
  5. Österreichischer Spielepreis – Spiele Hits 2008. Abgerufen am 6. Oktober 2012.
  6. International Gamers Award 2008 Nominees – General Strategy (englisch). Abgerufen am 6. Oktober 2012.
  7. Japan Boardgame Prize 2008 (englisch). Abgerufen am 6. Oktober 2012.
  8. Tric Trac d'Or 2008 (französisch). Abgerufen am 6. Oktober 2012.
  9. Auf der Schwelle zum Krieg bei Abacus Spiele
  10. Informationsseite zu Alien Artifacts vom Publisher Rio Grande
  11. Antwort des Verlages Abacus zur deutschen Umsetzung von Alien Artifacts