Rachel Brand

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Rachel Brand (2017)
Amtseinführung Brands mit Justizminister Jeff Sessions (links)

Rachel Lee Brand (geboren am 1. Mai 1973 in Muskegon, Michigan) ist eine amerikanische Juristin. Seit dem 22. Mai 2017 ist sie US Associate Attorney General und hat damit das dritthöchste Amt im Justizministerium der Vereinigten Staaten inne.

Die Tochter von Milchbauern niederländischer Herkunft wuchs in Pella, Iowa, auf[1] und schloss die dortige Pella Christian High School 1991 ab.[2] Sie begann das Studium an der University of Minnesota in Morris, erhielt dort 1995 nach einem Auslandsaufenthalt in Mérida (Venezuela) den Bachelorgrad und ging an die Harvard Law School zum Studium der Rechtswissenschaft. Dort wirkte sie als stellvertretende Chefredakteurin des Harvard Journal of Law and Public Policy und engagierte sich in der konservativen Federalist Society, bei der sie ihren späteren Ehemann Jonathan Cohn[3] kennenlernte, der zeitweilig ebenfalls für das US-Justizministerium arbeitete und mit dem sie zwei Söhne hat. 1998 schloss sie dort mit dem Juris Doctor ab.

Von 1998 bis 1999 war Brand Law clerk (Mitarbeiterin) Charles Frieds, eines Harvard-Professors und Richters am Massachusetts Supreme Judicial Court. 1999 wurde Brand in New York und 2000 im District of Columbia als Rechtsanwältin zugelassen. Sie beriet 1999 das – erfolglose – Vorbereitungskomitee Elizabeth Doles zur Präsidentschaftswahl 2000 und gehörte nach einer kurzen Tätigkeit für eine Washingtoner Anwaltskanzlei Anfang 2001 dem Übergangsteam des gewählten Präsidenten George W. Bush an – während der Nachzählung des Präsidentschaftswahlergebnisses in Florida (Bush v. Gore) war sie in Tallahassee vor Ort.[4] Anschließend arbeitete Brand in der Regierung Bush, bis 2002 für den Rechtsberater des Weißen Hauses Alberto R. Gonzales,[5] für den sie nach 9/11 den Aufbau des Heimatschutzministeriums mitbetreute.[4] Zwischen 2002 und 2003 arbeitete Brand als Law clerk für den Supreme-Court-Richter Anthony Kennedy und ab 2003 für das US-Justizministerium, ab 2005 als Assistant Attorney General für Rechtspolitik, zuständig unter anderem für die Vorbereitung der Supreme-Court-Kandidaten John G. Roberts und Samuel Alito auf ihre Senatsanhörungen. 2008 kehrte sie in eine Anwaltskanzlei in Washington zurück, der sie bis 2011 angehörte. Ab 2010 war sie Associate Professor für Recht an der George Mason University und arbeitete für das US Chamber Litigation Center insbesondere gegen Marktregulierungen, was ihr bei der Senatsanhörung 2017 den Vorwurf zu großer Unternehmensfreundlichkeit eintrug.[1] Von 2012 bis 2017 gehörte Brand unter Präsident Barack Obama dem Privacy and Civil Liberties Oversight Board an, einer unabhängigen Aufsichtsbehörde innerhalb des Weißen Hauses zum Schutz der Bürgerrechte bei der Terrorismusbekämpfung.

US-Präsident Donald Trump nominierte Brand am 1. Februar 2017 als US Associate Attorney General.[2] Die Nominierung wurde im April 2017 vom Justizausschuss mit 11 zu 9 Stimmen (entlang der Parteilinien) ans Senatsplenum weitergeleitet. Am 18. Mai wurde sie mit 52 zu 46 Stimmen vom Senat der Vereinigten Staaten für das Amt bestätigt und am 22. Mai vereidigt.[6] Sie ist die erste Frau in diesem Amt und für Bürgerrechts-, Umwelt- und Antitrustfragen zuständig – und damit für die Aufsicht über so umstrittene Themen wie Transgenderrechte und das Einreisemoratorium gegen Bürger mehrheitlich muslimischer Länder (Executive Order 13780).[1] Sollte ihr direkter Vorgesetzter Rod Rosenstein sich wegen seiner Rolle bei der Entlassung des FBI-Direktors James Comey für befangen erklären, was Washingtoner Beobachter vermuten, würde Brand die Aufsicht über die Ermittlungen gegen Präsident Trump und sein Team im Zusammenhang mit vermuteten Russland-Verbindungen übernehmen, die Sonderermittler Robert Mueller führt.[7] Als problematisch gilt dabei Brands fehlende Erfahrung im Bereich der Strafverfolgung.[8]

Brand gehört der presbyterianischen Kirche an und ist in ihrer örtlichen Kirchengemeinde engagiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Sari Horwitz: Former Bush official Rachel Brand takes over No. 3 position at Justice Dept. In: The Washington Post, 28. Mai 2017 (englisch).
  2. a b Ethan Goetz, Nicole Presley: Locals, friends comment on Rachel Brand nomination for associate attorney general. In: The Oskaloosa Herald, 8. Februar 2017 (englisch).
  3. Jonathan Cohn. In: The Federalist Society (englisch).
  4. a b Seth Stern: Committed to government service but not to big government. In: Harvard Law Today, 1. Juli 2013 (englisch, Gespräch mit Brand).
  5. Siehe dazu Dana Milbank: White House Counsel Office Now Full of Clinton Legal Foes. In: The Washington Post, 30. Januar 2001 (englisch).
  6. Kelly Cohen: Senate confirms Rachel Brand as associate attorney general. In: The Washington Examiner, 18. Mai 2017 (englisch).
  7. Mike Levine, Pierre Thomas: Deputy Attorney General Rod Rosenstein acknowledges he may need to recuse himself from Russia probe, sources say. In: ABC News, 16. Juni 2017 (englisch).
  8. Jack Goldsmith, Benjamin Wittes: If Rod Rosenstein Recuses: What Happens Next? In: Lawfareblog, 16. Juni 2017 (englisch).