Rachendasseln

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Rachendasseln
Reh-Rachendassel (Cephenemyia stimulator)

Reh-Rachendassel (Cephenemyia stimulator)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Familie: Dasselfliegen (Oestridae)
Unterfamilie: Rachendasseln
Wissenschaftlicher Name
Cephenemyiinae
Townsend, 1935

Die Rachendasseln oder -bremsen (Cephenemyiinae)[1] stellen eine Unterfamilie der Dasselfliegen (Oestridae) innerhalb der Zweiflügler (Diptera) dar. Wie die anderen Vertreter der Dasselfliegen leben die Larven der Tiere parasitisch und befallen vor allem Huftiere. In Mitteleuropa leben fünf Arten dieser Tiere, die sich auf verschiedene Hirsche spezialisiert haben.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ausgewachsenen Fliegen sind mittelgroß und meist pelzig behaart. Die Flügel sind sehr gut ausgebildet, und die Tiere sind gute Flieger.

Verhalten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Partnerfindung fliegen die Männchen der Reh-Rachendassel in den Alpen zur Gipfelbalz auf Berggipfel und zeigen dort deutliches Territorialverhalten. Dieses Verhalten wurde auch bei anderen parasitischen Diptera mit geringer Individuendichte in extremen Lebensräumen beobachtet.[2]

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reh-Rachendassellarven im Schlund des Wirtstieres.

Die begatteten Weibchen fliegen wie die Nasendasseln nach der abgeschlossenen Eientwicklung der Larven die Wirte derselben an. Bei diesen angekommen, fliegen sie vor die Nüstern der Tiere und schießen die Larven in die Nasenlöcher, während sie im Flug jeder Bewegung des Kopfes folgen. Obwohl der Wirt als Abwehrreaktion mehrfach niest, verbleiben mehrere Maden in der Nasenschleimhaut und wandern in den Rachenraum, wo sie nach der Winterruhe sehr schnell wachsen. Die Maden verlassen den Wirt durch die Nüstern oder (seltener) durch den After und lassen sich dann auf den Boden fallen, wo sie Puppe bilden und verbleiben, bis die fertige Fliege schlüpft.

Schadwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtsspezifität der Rachendasseln ist teilweise sehr ausgeprägt, ein starker Befall führt besonders bei Rehen häufig zum Tod der Wirtstiere. Beim Rothirsch und beim Elch ist ein tödlicher Ausgang des Befalls eher selten. Besonders die Rentierdasseln können in Nordskandinavien aufgrund der häuslichen Nähe der Rentierherden auch bei Rindern und Pferden, seltener beim Menschen vorkommen.

Arten (Mitteleuropa)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Willi Hennig: Diptera (Zweiflügler). In: Handbuch der Zoologie. Eine Naturgeschichte der Stämme des Tierreiches. Lieferung 20, De Gruyter, 1973, S. 42.
  2. J. Ziegler: Fliegen fliegen lassen: Hilltopping von markierten Dipteren in den Alpen. DGaaE-Nachr. 17(4), 2003.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]