Rackwitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Rackwitz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rackwitz
Rackwitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rackwitz hervorgehoben
51.43888888888912.372222222222129Koordinaten: 51° 26′ N, 12° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Nordsachsen
Höhe: 129 m ü. NHN
Fläche: 39,48 km²
Einwohner: 4916 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 125 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04519
Vorwahlen: 034294 und 034202 (in einigen Ortsteilen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: TDO, DZ, EB, OZ, TG, TO
Gemeindeschlüssel: 14 7 30 250
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 11
04519 Rackwitz
Webpräsenz: www.gemeinde-rackwitz.de
Bürgermeister: Manfred Freigang (CDU)
Lage der Gemeinde Rackwitz im Landkreis Nordsachsen
Arzberg Bad Düben Beilrode Belgern-Schildau Cavertitz Dahlen Delitzsch Doberschütz Dommitzsch Dreiheide Eilenburg Elsnig Großtreben-Zwethau Jesewitz Krostitz Laußig Liebschützberg Löbnitz Mockrehna Mockrehna Mügeln Naundorf Wiedemar Oschatz Rackwitz Belgern-Schildau Schkeuditz Schönwölkau Mügeln Taucha Torgau Trossin Wermsdorf Wiedemar Torgau Zschepplin WiedemarKarte
Über dieses Bild

Rackwitz ist eine Gemeinde im Landkreis Nordsachsen in Sachsen.

Rathaus Rackwitz

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde umfasst die Ortsteile:

Geographie[Bearbeiten]

Rackwitz liegt rund zehn Kilometer nördlich des Stadtzentrums von Leipzig und rund dreizehn Kilometer südlich von Delitzsch.

Die Landschaft gehört zur Leipziger Tieflandsbucht und wird vom Lober durchflossen. In der Nähe des Ortes befinden sich der Schladitzer See und der Werbeliner See, welche aus gefluteten Tagebaurestlöchern entstanden.

Die Neue Leipziger Messe sowie der Flughafen Leipzig/Halle liegen unweit des Ortes.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gegend von Rackwitz war früher slawisch bewohnt. Daher stammt auch der Name Rak für Krebs, der sich im Wappen wiederfindet. Der Ort Rackwitz ist aus den Orten Rackwitz und Güntheritz entstanden. Der erste Bahnhof nannte sich noch Güntheritz. Die Ortsteile sind ca. 650 Jahre alt.

Rackwitz war 1692 von Hexenverfolgung betroffen. Zwei Frauen gerieten in einen Hexenprozess.[2]

Am 21. Juni 1871 stießen bei Rackwitz ein Personenzug und eine Lokomotive zusammen. 19 Menschen starben, 56 weitere wurden verletzt.[3]

Durch Braunkohletagebaue devastierten die ehemaligen Ortsteile Schladitz, Kattersnaundorf und Werbelin. In Rackwitz wurden auf einem Gelände des Leichtmetallwerkes während des Zweiten Weltkrieges alle abgestürzten Flugzeuge abgelagert und zu Ersatzteilzwecken und zur Aluminiumgewinnung zerlegt.

Am 1. Januar 1999 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Podelwitz, südlich von Rackwitz gelegen, in die Gemeinde Rackwitz eingemeindet.[4] Im Rahmen dieser Umstrukturierung musste das steuerlich sehr ertragreiche Gewerbegebiet Podelwitz an Leipzig abgegeben werden. Das Gewerbegebiet stellte damals die Hälfte der Gesamtfläche von Podelwitz dar.

Die ehemalige Gemeinde Zschortau mit den Ortsteilen Biesen, Brodenaundorf, Kreuma und Lemsel, sowie die Gemeinde Rackwitz mit Podelwitz schlossen sich am 1. März 2004 aus wirtschaftlichen Gründen zu einer Großgemeinde zusammen.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün, geteilt durch einen silbernen Wellenbalken, oben ein goldenes Schwert, unten ein wachsender goldener Krebs.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche in Podelwitz
Kirche in Zschortau
Herrenhaus des Rittergutes Güntheritz
Kirchturm in Kreuma

Bauwerke[Bearbeiten]

Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

Die Kirchen in Podelwitz, Zschortau und Kreuma sind evangelisch.

Die katholische Kapelle St. Raphael in Rackwitz, 1957 errichtet in einer ehem. Fahrradwerkstatt, wurde 2009 entwidmet.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

  • TSV Rackwitz e. V.
  • SG Podelwitz e. V.
  • SG Zschortau

Naherholung[Bearbeiten]

Rackwitz liegt unweit zweier gefluteter Tagebau-Restlöcher – dem Schladitzer See und dem Werbeliner See.

Seit mehreren Jahren ist am Schladitzer See das Baden möglich. Zudem werden verschiedene Kurse auf und im Wasser angeboten. Ein Radweg führt um den See. Im Sommer finden regelmäßig Veranstaltungen am Strand des Sees statt.

Der Werbeliner See ist aus dem Tagebau „Delitzsch-Südwest“ hervorgegangen. Ein Rad- und Wanderweg ermöglicht das Erreichen des Sees direkt vom Schladitzer See sowie auch von Delitzsch aus. Er ist heute Vogelschutzgebiet und besitzt eine reichhaltige Natur und Landschaft[6]. Am angrenzenden Grabschützer See befindet sich ein Naturlehrpfad[7].

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

  • Grundschule Rackwitz
  • Grundschule Zschortau
  • Weiterführende allgemeinbildende Schulen befinden sich in Krostitz und Delitzsch.
  • Intern. Bildungsinstitut Invent – OT Zschortau

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Zwischen Leipzig und Delitzsch gelegen führen die Bundesstraße 2 und die Bundesstraße 184 am Ort vorbei. Unweit von Rackwitz liegt die Anschlussstelle Leipzig-Mitte der A 14.

Mehrere Buslinien verbinden Rackwitz mit umliegenden Gemeinden.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Rackwitz

Früher[Bearbeiten]

Im Jahr 1902 eröffnete die zuletzt 37 km lange Delitzscher Kleinbahn. Sie verband im damaligen preußischen Landkreis Delitzsch zahlreiche Orte, die abseits der Stadt lagen. Die Trasse durchzog auch Teile des großen Braunkohlenreviers zwischen Delitzsch und Leipzig. Der Personenverkehr endete 1972. Ein Jahr später wurde schließlich auch der letzte verbliebene Güterverkehr eingestellt und es folgte die Stilllegung der Strecke. Kurze Zeit später wurden die Gleise vollständig abgebaut.

Heutige Situation[Bearbeiten]

Die Bahnhöfe Rackwitz (b Leipzig) und Zschortau befinden sich an der zweigleisigen elektrifizierten Hauptstrecke Leipzig – Bitterfeld – Dessau/Wittenberg. Beide Bahnhöfe gehören in das Verbundgebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV), der Bahnhof Rackwitz liegt in Tarifzone 164, Zschortau in Zone 165.

Folgende Linien halten an beiden Bahnhöfen:

Linie Strecke Takt
RB 54 Leipzig Hauptbahnhof – Delitzsch – Bitterfeld – Dessau-Roßlau Zweistundentakt
RB 57 Leipzig Hauptbahnhof – Delitzsch – Bitterfeld – Lutherstadt Wittenberg Zweistundentakt
S 2 Gaschwitz – Leipzig-Connewitz – Leipzig Hauptbahnhof (tief) – Delitzsch – Bitterfeld Stundentakt

Mit der Inbetriebnahme des City-Tunnels Leipzig am 15. Dezember 2013 wurden die Stationen in das Netz der S-Bahn Mitteldeutschland integriert und das Angebot an Verbindungen ausgeweitet. Die beiden Linien der Deutschen Bahn verkehren täglich im stündlichen Wechsel von früh 4:00 Uhr bis nachts 23:00 Uhr. Die S-Bahnen der Linie S2 fahren montags bis freitags zwischen 5:00 und 23:00 Uhr auf voller Streckenlänge. An Wochenenden und Feiertagen beginnt die S-Bahn ab 6:00 Uhr; gefahren wird nur zwischen Leipzig-Connewitz und Delitzsch.

Die S-Bahnen fahren immer um 30 Minuten zu den Regionalbahnen versetzt. Ab 23:00 Uhr verkehrt die S2 als Ersatz für die Regionalbahnen in deren Taktlagen im Stundentakt. Zudem wurden an Wochenenden neue Nachtverbindungen geschaffen, welche in Leipzig Hbf (tief) im Taktknoten mit dem Leipziger Nahverkehr verbunden sind.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[8]
Wahlbeteiligung: 45,8 % (2009: 44,8 %)
 %
30
20
10
0
24,5 %
17,2 %
12,0 %
17,5 %
12,4 %
13,0 %
n. k.
3,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+0,4 %p
-4,6 %p
-3,2 %p
+3,3 %p
+1,2 %p
+2,8 %p
-3,2 %p
+3,4 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Unabhängige Wählervereinigung Rackwitz
c Die Rackwitzer Bürgerschaft

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 18 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 5 Sitze
  • LINKE: 4 Sitze
  • Unabhängige Wählervereinigung Rackwitz (UWR): 3 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • Alternative Liste Sport (ALS): 2 Sitze
  • Die Rackwitzer Bürgerschaft (DRB): 2 Sitze

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dorothea und Timotheus Arndt: Die Kirche zu Podelwitz. Spröda : Pietsch, ed. AKANTHUS, 2000, ISBN 3-00-006314-5.
  • Reinhard Wilke: Podelwitz – Aus der Geschichte eines Kirchortes und Bauerndorfes im Norden von Leipzig. Beucha: Sax-Verlag, 2007, ISBN 978-3-86729-002-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rackwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Rackwitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 509.
  3. Martin Weltner: Bahn-Katastrophen. Folgenschwere Zugunfälle und ihre Ursachen. München 2008. ISBN 978-3-7654-7096-7, S. 14.
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  6. Seenprofil Werbeliner See
  7. Naturlehrpfad am Grabschützer See
  8. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014