Radefeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Radefeld
Koordinaten: 51° 25′ 22″ N, 12° 17′ 52″ O
Einwohner: 1176 (2009)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1999
Postleitzahl: 04435
Vorwahl: 034207
Radefeld (Sachsen)
Radefeld

Lage von Radefeld in Sachsen

Radefeld ist ein Ortsteil der Stadt Schkeuditz im Landkreis Nordsachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Straßenangerdorf Radefeld liegt nordöstlich des Schkeuditzer Stadtzentrums. Zu Radefeld gehören die Ortsteile Hayna, Freiroda, Gerbisdorf und Wolteritz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Gründung einer Siedlung geht auf das 12. Jahrhundert zurück, worauf die Errichtung eines Wehrturmes zum Schutz gegen Überfälle der Slawen schließen lässt.[1] Für Radefeld finden sich in Quellen aus dem Jahre 1350 Erwähnungen als Radefeldt und Rodevelt. 1378 wird Radefeld als zugehörig zum Castrum Delitzsch erwähnt. Um 1471 wird im Ort ein Rittersitz erwähnt. Der Ort gehörte nun zur Pflege Delitzsch; die unteren Gerichtsbarkeiten übten bis zur Auflösung des Rittersitzes 1515 die Herren von Mederacke aus. Ab 1608 gehörten Radefeld, welches sich 1791 in Quellen auch erstmals mit dieser Schreibweise findet und dessen später zugehörige Ortschaften Freiroda[2], Gerbisdorf und Wolteritz[3] zum kursächsischen Amt Delitzsch.[4] Nach dem Wiener Kongress wurden die Orte ab 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem sie bis 1952 gehörten.[5]

1952 wurde Radefeld im Rahmen der DDR-Kreisreform dem Kreis Delitzsch im Bezirk Leipzig zugeteilt, welcher 1994 im Landkreis Delitzsch aufging. 1973 wurde Hayna eingemeindet.[6] 1994 schloss sich Radefeld mit Freiroda und Wolteritz zu einer Landgemeinde zusammen, die am 1. Januar 1999 nach Schkeuditz eingemeindet wurde. Ein Teil des Ortes wurde jedoch abgetrennt und Leipzig angegliedert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ev. Pfarrkirche St. Nikolaus in Radefeld

In Radefeld befindet sich die evangelische Pfarrkirche St. Nikolaus. Die Saalkirche mit Querwestturm stammt aus dem 13. oder 14. Jahrhundert und wurde später mehrfach umgestaltet. Die kleine Orgel ist ein Werk aus dem Jahr 1776 von Johann Christian Friedrich Flemming.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radefeld liegt östlich des Schkeuditzer Kreuzes, welches die Bundesautobahn 9 (A9, BerlinLeipzigMünchen) mit der Bundesautobahn 14 (A14, WismarMagdeburgDresden) verbindet. Radefeld ist über die A14, Abfahrt Leipzig-Nord (22), erreichbar.

Zwischen 1929 und 1970 hatte der Ort über den Halt Radefeld-Hayna Anschluss an die Delitzscher Kleinbahn.

Durch Radefeld fahren die PlusBus-Linien 190 Leipzig-Wahren–Wiedemar–Delitzsch und 207 Schkeuditz–Zschortau–Delitzsch. An der Haltestelle Radefeld, Friedhof gibt es stündlich einen Rundumanschluss zum Umsteigen aus und in alle Richtungen.

Fluglärm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radefeld liegt nur etwa 2 km östlich der südlichen Start- und Landebahn des Flughafens Leipzig/Halle. Im Ort steht eine von zehn Messstationen des Fluglärmmesssystems „Travis“. Eine nach Osten startende C 130 beispielsweise erzeugt beim Überflug über Radefeld in etwa 3300 Fuß mitten in der Nacht einen Spitzenpegel von 69,6 dB (A).[7]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Südosten des Orts befindet sich das „Gewerbegebiet Haynaer Weg“, in welchem sich neben einer Niederlassung von Richter+Frenzel auch ein Markt der Sonderpostenkette Thomas Philipps befindet. Das südlich der A14 gelegene Gewerbegebiet, das ein Güterverteilzentrum und ein regionales DHL-Depot beheimatet, welches den Namen Leipzig-Radefeld trägt, gehörte historisch zu Radefeld, ist aber seit der Neuordnung der Gemeinde 1999 ein Teil von Leipzig.[1]

In der Ortslage Hayna befindet sich rund um den Schladitzer See ein Naherholungsgebiet mit ausgebautem Radwegenetz. Der See ist ein Badesee, an dem sich auch ein Biedermeierstrand befindet.[8]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Verein von Radefeld ist der Radefelder Sportverein 1990 e.V. Der heute 400 Mitglieder starke Verein wurde 1934 als Sport- und Turnverein gegründet. 1947 erfolgte die Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg. Bis 1990 trug der Verein den Namen BSG Traktor Radefeld.[9] Der Verein betreibt neben der Radefelder Sport- und Festhalle auch einen eigenen Sportplatz und eine eigene Kegelanlage.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Radefeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Tourismusportal Nordsachsen: Radefeld. (Nicht mehr online verfügbar.) In: tourismus-nordsachsen.de. Archiviert vom Original am 26. Mai 2015; abgerufen am 25. Mai 2015.
  2. Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen - Freiroda. In: hov.isgv.de. Abgerufen am 25. Mai 2015.
  3. Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen - Wolteritz. In: hov.isgv.de. Abgerufen am 25. Mai 2015.
  4. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 56 f.
  5. Landkreis Delitzsch im Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Abgerufen am 25. Mai 2015.
  6. Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen - Hayna. In: hov.isgv.de. Abgerufen am 25. Mai 2015.
  7. TraVis - Flughafen Leipzig/Halle. Abgerufen am 25. März 2020.
  8. Orts- und Stadtteile von Schkeuditz. In: wohnen-in-schkeuditz.de. 6. Mai 2014, abgerufen am 26. Mai 2015.
  9. Radefelder Sportverein 1990 e.V. In: radefelder-sv90.de. 10. Januar 2015, abgerufen am 25. Mai 2015.