Radikal-Soziale Freiheitspartei

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Bundestagswahlkampf 1949: Mitglieder der RSF-Kreisgruppe Norden demonstrieren gegen den niedersächsischen Ministerpräsidenten Kopf
Stimmzettel bei der ersten Bundestagswahl 1949

Die Radikal-Soziale Freiheitspartei (Kurzbezeichnung: RSF) war eine politische Partei, die 1946 in Düsseldorf gegründet wurde und 1950 in der damals neu gegründeten Freisozialen Union (FSU) aufging. Sie war der parteipolitische Arm der von Silvio Gesell begründeten Freiwirtschaftsbewegung und nahm sowohl an der Bundestagswahl 1949 als auch an verschiedenen Landtags- und Kommunalwahlen der jungen Bundesrepublik teil.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Gründerpersönlichkeiten der am 27. Januar 1946 in Düsseldorf gegründeten RSF gehörten der Architekt Richard Batz, Mitglied des Fisiokratischen Kampfbundes,[1] Aloys Kokaly, der Vorsitzende des Freiwirtschaftlichen Jugendverbandes e.V. und spätere Herausgeber der biotechnischen Schriftenreihe IMPLOSION, sowie der Bundesbahnrat Peter Thielen.[2]

Der neuen Partei schlossen sich im Februar 1946 weitere freiwirtschaftlich orientierte Parteien an. Dazu gehörten die Deutsche Friedenspartei mit Sitz in Köln, die ostfriesische Freiwirtschaftliche Partei (Aurich), die Radikal-Sozialistische Freiheitspartei (Bottrop) und die Frei-Wirtschaftspartei (Solingen) an. Das gemeinsam herausgegebene Parteiprogramm enthielt unter anderem die Forderung der Einführung des Freigeldes und der Abschaffung des privaten Eigentums (nicht der privaten Nutzung) von Boden. Die Grundrente sollte nach diesem Programm den Müttern entsprechend ihrer Kinderzahl zugeführt werden. Alle wirtschaftlichen und persönlichen Angelegenheiten einschließlich der Ehe sollten weitgehend dem Zugriff durch den Staat entzogen werden. Die Wahrnahme der öffentliche Aufgaben sollten möglichst dezentral durch eine demokratische Selbstverwaltung erfolgen. Gefordert wurden auch der Abbau nationaler Grenzen und damit die völlige Freizügigkeit von Menschen und Gütern.[3]

Bei den Bürgerschaftswahlen in Hamburg erzielte sie 1949 (wo sie bereits 1946 kandidiert hatte) mit 2,0 % der gültigen Stimmen einen Sitz (Abgeordneter war Willi Eberlein), da es noch keine Fünf-Prozent-Hürde gab. Bei den Landtagswahlen 1950 in Nordrhein-Westfalen erzielte sie ebenfalls 2,0 %.

Bei der Bundestagswahl 1949 gewann die RSF bundesweit 0,9 % der Stimmen. Das höchste Ergebnis lag im Wahlkreis Flensburg bei 3,8 %, in Nordrhein-Westfalen bei 2,1 %, in Hamburg bei 1,5 % der Stimmen.

1950 ging die RSF in der Frei-Sozialen Union auf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Radikal-Soziale Freiheitspartei (Hrsg.): RSF-Sofortprogramm für die Neuordnung des Geld- und Finanzwesens, 1945
  • Richard Stöss: Die Freisoziale Union, in: (ders.): Parteien-Handbuch, Opladen 1984, S. 1397–1423
  • Inge Lüpke-Müller: Eine Region im politischen Umbruch. Der Demokratisierungsprozess in Ostfriesland nach dem Zweiten Weltkrieg (Hrsg. Ostfriesische Landschaft Aurich), Aurich 1998, ISBN 3-932206-11-8, S. 203–206

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Userpage Röhrig / Freie Universität Berlin: Die Radikal-Soziale Freiheitspartei (RSF); eingesehen am 31. Mai 2011
  2. Parteienlexikon: RSF; eingesehen am 31. Mai 2011
  3. Güter Bartsch: Die NWO-Bewegung Sivio Gesells, Lütjenburg 1994, S. 183–188, 190