Radio Bamberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Radio Bamberg
Radio Bamberg Logo.svg
Allgemeine Informationen
Empfang analog und digital terrestrisch, Kabel, Livestream
Sendegebiet Deutschland
Geschäftsführer Mischa Salzmann
Programmchef Mischa Salzmann
Sendestart 10. Oktober 1987
Rechtsform Privatrechtlich
Homepage www.radio-bamberg.de
Liste der Hörfunksender

Radio Bamberg ist ein deutsches Lokalradio.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vorläufer Radio Regnitzwelle (sendete vormittags bis 13 Uhr 20 und abends von 18 bis 20 Uhr für ein eher älteres Publikum) und das Jugendradio Fun Boy Radio (nachmittags ab 13 Uhr 20 bis 18 und 20 bis 23 Uhr) nahmen am 10. Oktober 1987 auf der Bamberger UKW-Frequenz 88,5 MHz im sogenannten Frequenzsplitting ihren Sendebetrieb auf. Das Nachtprogramm wurde im Wochenrhythmus von einer der beiden Stationen übernommen. Bereits ein Jahr später kam eine Frequenz für die Stadt Forchheim hinzu (damals 90,3 MHz vom Postgebäude); diese war aber sehr leistungsschwach und man konnte den Sender nicht durchgehend von Bamberg bis Forchheim hören. Weitere UKW-Frequenzen folgten, zuletzt die beiden Füllfrequenzen 98,8 MHz für Ebermannstadt sowie die 92,1 MHz (Fränkische Schweiz mit Heiligenstadt, Aufseß, Hollfeld bis Gößweinstein).

Seit Juli 2017 sendet Radio Bamberg auf DAB+ im Kanal 10B in ganz Oberfranken sowie angrenzenden Gebieten (Haßfurt, Hildburghausen, Saalfeld, Plauen, Eger in Tschechien, Auerbach i. d. Oberpfalz, Hersbruck, Nürnberg, Schwabach, Fürth, Erlangen, Höchstadt an der Aisch, Neustadt an der Aisch, Bad Windsheim, Geiselwind)

Aus den damaligen Sendern bekannte Moderatoren sind u. a. Achim Kasch (jetzt Programmchef afk max Nürnberg), Thomas Hagenauer (jetzt Geschäftsführer Radio Charivari 95.5 München), Stefan Wolter (jetzt u. a. Alstervergnügen Hamburg), Bernd Stölting (Wacken Open Air) sowie Matthias Zeck (bis 4. März 2016 Vorstandsvorsitzender FC Eintracht Bamberg, vorher Aufsichtsrat 1. FC Nürnberg freier Mitarbeiter bei Sport1, Sky), Linda Borrmann und Dominic Gebauer (beide jetzt Radio 7) sowie Laura Tendel und Kai-Uwe Digel (beide jetzt BLR).

Fun Boy Radio war für die damalige Zeit mit seinem Jugendprogramm und der chartorientierten Musik sehr zukunftsorientiert, welches vor allem bei den in Bamberg stationierten US-Amerikanern ankam und mit Sendungen in amerikanischer Sprache am Sonntagabend gipfelte. Zum Sendebeginn täglich um 13:20 Uhr und 20:00 Uhr gab es den sogenannten „Powerplay“: ein wöchentlich wechselndes aus den aktuellen Veröffentlichungen gewähltes Musikstück in voller Länge. In der wochentäglichen Sendung extra – die Sendung mit dem Extra-Sound ab 13:20 bis 15 Uhr gab es Gewinnspiele wie anfangs dreimal, später zweimal wochentäglich „Geräuscheraten“ mit großen Getränkeherstellern als Sponsoren (u. a. Coca-Cola). Sie retteten über einige Zeit die sonst mageren Werbeeinnahmen des „Jugendradios“, der nicht wie Radio Regnitzwelle große Beteiligungen von Firmen besaß. Wochentäglich von 15 bis 18 Uhr folgte die Sendung Frankenspiegel mit dem Claim "Das Magazin mit Informationen aus der Stadt, der Region und der Welt", u. a. moderiert vom späteren Geschäftsführer Heinrich Ellner. Einmal pro Woche gab es Sendungen wie Audimax – von Studenten für Studenten, eine eigene Chartsendung, Wunschhits am Dienstag zwischen 20 und 23 Uhr, die Sendung party time samstags ab 20 Uhr und Club II Express, dienstags, mittwochs, donnerstags 23 bis 2 Uhr nachts.

Radio Regnitzwelle verschrieb sich Schlagern, Oldies und den eher ruhigeren Pop- und Rocksongs. U. a. produzierte der Sender zusammen mit der Puppenbühne Herrnleben in 753 Folgen Gute-Nacht-Geschichten des Bamberger Kasperle, die bis zu Beginn der 1990er Jahre ausgestrahlt wurden.

Beide Sender hatten Ihre Studios in der Innenstadt, Radio Regnitzwelle am Grünen Markt 14, Fun Boy Radio am Vorderen Graben 2 mit einem gläsernen Studio, welches es in ähnlicher Form auch bei Radio Xanadu (heute Energy München) sowie Radio W1 in Würzburg gab. Zumindest Fun Boy Radio hat auch seine Welt-Nachrichten selbst produziert und war mit Andreas Starke (heute Oberbürgermeister von Bamberg, SPD) auch lokal-politisch immer wieder sehr nahe am Zeitgeschehen.

Da die beiden Sender für sich allein nicht rentabel waren, wurde am 1. Juli 1991 nach langem Zögern der Eigner von Fun Boy Radio die Fusion beschlossen und nur wenige Tage später umgesetzt. Letzter Sendetag von Fun Boy Radio war der 14. Juli 1991. Die Studios am Vorderen Graben (Fun Boy Radio) wurden geschlossen. Beide Sender traten zusammen unter dem Namen Radio Antenne Franken auf. Antenne Franken – in Anlehnung an das damals schon sehr erfolgreiche Antenne Bayern – war ein reiner Oldie- und Schlagersender, der teilweise nur noch acht Stunden am Tag sendete (6 bis 9, 12 bis 14 und 16 bis 18, später 19 Uhr), die restliche Zeit wurde das ab 1991 in Bayern für kleinere Sender übliche Mantelprogramm der BLR per Satellit übernommen. Auch die wichtigen Jingles, Erkennungsmerkmale eines jeden Radiosenders, wurden von der BLR übernommen und so war der Sender anfangs wenig eigenständig. Einer der Slogans: „Der Sender mit viel mehr Melodie“. Später kamen gesungene (lokale) Slogans wie „Frisch, frech und fränkisch, die gute Laune ist immer dabei – Radio Antenne Franken“ hinzu. Hier bekannte Formate waren wie vorher auch bei Radio Regnitzwelle die Morgensendung Frankenweggla oder Sendereihen wie der „Grantlhuber“, in dem Stadtteile oder umliegende Gemeinden beleuchtet und die Missstände aufgedeckt wurden. Dies brachte größere Bürgernähe. Aber auch dieser Sender im heute unter Arabella-Format bekannten Hördesign und der Hauptzielgruppe der ab 39-Jährigen konnte nicht genügend Werbeerlöse erzielen und daher entschloss man sich, den Sender am 10. Oktober 1996 zum neunjährigen Radiojübiläum in der Domstadt auf Radio Bamberg umzubenennen und mit ihm gleich das Format zu ändern. Der Slogan war von nun an „Radio Bamberg ...geht ohrentief rein“. Es gab sehr frische Jingles, eine Jugendsendung namens Club 15 ab 15 Uhr (Moderator u. a. Jörg Wagner), in der versucht wurde, auf die Schüler einzugehen und damit wieder mehr lokales Programm. Das Mantelprogramm der BLR wird seitdem meist nur in den Abend- und Nachtstunden übernommem. Über die Jahre wuchs der Sender endlich zu einer festen Größe mit Marktanteilen um die 10 bis später 25 Prozent. Heute ist der Sender u. a. für seine ausführlichen Berichterstattungen im Bereich Basketball (durch den örtlichen Bundesligaverein) und Events wie Bamberger / Forchheimer Kinosommer, Entenrennen und verschiedenste Konzerte bekannt.

Als Urgestein des Bamberger Lokalradios galt jahrelang der Morgenmoderator Helmut Pötzinger, der bei Radio Regnitzwelle, Radio Antenne Franken wie auch bei Radio Bamberg fast jeden Wochentag die Region weckte. Um 2006 verließ er den Sender aufgrund einer beruflichen Umorientierung. Jörg Wagner, der heute noch für Radio Bamberg moderiert, wurde neuer Morgenmoderator, gefolgt von Matthias Steger und Fabian Hollet.

Seit dem 11. September 2001 ist unter dem Namen Radio Galaxy wieder ein Jugendradio on air. Es wird von denselben Gesellschaftern wie Radio Bamberg betrieben und sendet in Bamberg und Umgebung auf eigener Frequenz (104,7 MHz). Das Mantelprogramm des neuen Senders, der etwa fünf Stunden täglich Programm aus Bamberg macht, kommt aus dem Funkhaus Regensburg.

Die Fun Boy Rundfunkprogramm GmbH wurde im Zuge des Wahlsiegs des Inhabers Andreas Starke zum Oberbürgermeister der Stadt Bamberg 2006 aufgelöst und die Anteile an die übrigen Gesellschafter des heutigen Funkhauses in der Gutenbergstraße gleichmäßig verteilt.

Format[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Programm war anfangs auf Hits der 1980er Jahre konzentriert, Slogans des Senders waren „… geht ohrentief rein!“, „Die größten Hits aller Zeiten“ und "Die meisten 80er und die Hits von heute". Seit 2017 spielt der Sender mit dem neuen Slogan „Mein Zuhause. Meine Hits. Die meisten Hits, der beste Mix“ eine größere Musikauswahl.

Daneben bietet der Sender Weltnachrichten zur vollen Stunde, Regionalnachrichten zur halben Stunde, Verkehrsmeldungen, Service und Comedy.

Frequenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

UKW

  • Bamberg: 88,5 MHz
  • Forchheim: 96,6 MHz
  • Buttenheim: 92,1 MHz
  • Ebermannstadt: 98,8 MHz
  • Burglesau: 106,1 MHz
  • Burgwindheim: 88,7 MHz

DAB+

  • Oberfranken mit dem Städtedreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen: Kanal 10B

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]