Radiometrie

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Radiometrie ist die Wissenschaft von der Messung elektromagnetischer Strahlung und ihre Anwendung in Physik, Astronomie und Geophysik. Sie ist mit der Photometrie verwandt und stellt die Erweiterung dieser „Messung des Lichts“ in die Bereiche des Infraroten und Ultravioletten, aber auch der Gammastrahlen dar.

Grundlagen[Bearbeiten]

Die quantitative Messung von Strahlungsintensitäten erfolgt mit verschiedenen Arten von Detektoren. Sie wandeln einen Teil der Strahlung in Wärme oder ein elektrisches Signal um, woraus unter anderem auf die Art der strahlenden Oberfläche und ihre Temperatur geschlossen werden kann. Als Vergleich dient oft der theoretisch ideale „schwarze Strahler“ und die für diesen geltenden Strahlungsgesetze.

Radiometrische Größen[Bearbeiten]

Um die Eigenschaften von Strahlungsquelle, Empfänger und bestrahltem Material beschreiben zu können, hat man fünf radiometrische Größen definiert. Ihnen entsprechen fünf photometrische Größen, die wegen des begrenzten Wellenlängenintervalls von sichtbarem Licht - der nach CIE genormten Hellempfindlichkeitskurve - ihr spektral gewichteter Sonderfall sind.

Größe Symbol SI-Einheit Beschreibung photometrische Entsprechung Symbol
Strahlungsfluss (Strahlungsleistung) \Phi W Strahlungsenergie pro Zeit Lichtstrom \Phi_\mathrm{v}
Strahlungsenergie (Strahlungsmenge) Q J Die Energie einer Anzahl von Photonen Lichtmenge Q_\mathrm{v}
Strahlungsstärke (Strahlstärke, Strahlungsintensität) I W/sr Strahlungsfluss pro Raumwinkel Lichtstärke I_\mathrm{v}
Bestrahlungsstärke (Strahlungsstromdichte) E W/ Strahlungsfluss pro effektiver Empfängerfläche Beleuchtungsstärke E_\mathrm{v}
Spezifische Ausstrahlung (Ausstrahlungsstromdichte) M W/ Strahlungsfluss pro effektiver Senderfläche Spezifische Lichtausstrahlung M_\mathrm{v}
Bestrahlung H J/ Strahlungsmenge pro effektiver Empfängerfläche Belichtung H_\mathrm{v}
Strahldichte L W·m–2·sr–1 Strahlungsfluss pro Raumwinkel pro effektive Senderfläche Leuchtdichte L_\mathrm{v}

Als Strahlungsflussdichte (auch Irradianz) E bezeichnet man den Strahlungsfluss \Phi oder Lichtstrom \Phi, der das Flächenelement \mathrm{d}A durchquert. Die Strahlungsenergie, die pro Zeiteinheit \mathrm{d}t auf ein Flächenelement \mathrm{d}A einfällt, bezeichnet man als Bestrahlungsstärke E, physiologisch gewichtet als Beleuchtungsstärke.

E=\frac{\mathrm{d}^2Q}{\mathrm{d}A\cdot \mathrm{d}t} \left(\mathrm{\frac{Ws}{m^2\cdot s}}\right)=\frac{\mathrm{d}\Phi}{\mathrm{d}A} \left(\mathrm{\frac{W}{m^2}}\right)

Die Strahlungsenergie, die pro Zeiteinheit \mathrm{d}t von einem Flächenelement \mathrm{d}A ausgeht, bezeichnet man als spezifische Ausstrahlung M, physiologisch gewichtet als spezifische Lichtausstrahlung.

M=\frac{\mathrm{d}^2Q}{\mathrm{d}A\cdot \mathrm{d}t} \left(\mathrm{\frac{Ws}{m^2\cdot s}}\right)=\frac{\mathrm{d}\Phi}{\mathrm{d}A} \left(\mathrm{\frac{W}{m^2}}\right)

Die Strahlungsdichte (auch Radianz) L ist als Gesamtstrahldichte L_\Omega die Strahlungsenergie, die pro Zeiteinheit durch ein Flächenelement \mathrm{d}A in einer vorgegebenen Richtung in ein Raumwinkelement d\Omega geht, oder von diesem kommt. Physiologisch gewichtet spricht man von der Leuchtdichte, die die Helligkeitswahrnehmung angibt. \mathrm{d}A\cos\theta ist die scheinbar leuchtende Fläche.

L_{\Omega} 
= \frac{1}{\cos \theta} \cdot \frac{\mathrm{d}^2 \Phi}{\mathrm{d}A\ \mathrm{d}\Omega}
= \frac{\mathrm{d}I(\theta)}{\mathrm{d}A\cos\theta}
\left(\mathrm{\frac{W}{m^2\cdot sr}}\right)
\theta ist hierbei der Winkel zwischen Lichtquelle und Flächennormale

Radiometer[Bearbeiten]

Die Detektoren zur physikalischen Messung von Strahlungsgrößen heißen Radiometer. Von den obgenannten fünf Größen werden hauptsächlich Strahlungsmenge, Bestrahlungsstärke und Strahldichte gemessen.

Ein Radiometer besteht aus der Eingangsoptik (beziehungsweise der Messöffnung/Antenne), dem spektralen Filter, dem eigentlichen Sensor, der zugehörigen Elektronik und dem Anzeigegerät beziehungsweise Display.

Gamma-Radiometrie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Radiometrische Datierung

Die Radiometrie von Gammastrahlung ist in der Geophysik und anderen Geowissenschaften eine wichtige Methode zur Bestimmung von Gesteinen und ihrem Stoffgehalt. Grundlage ist die Radioaktivität der in ihnen enthaltenen Isotope, also ihre spontane Umwandlung in andere chemische Elemente. Die bei Zerfallsprozessen entstehende hochenergetische Gamma-Strahlung hat für jedes Isotop eine typische Energieverteilung, das sog. Gammaspektrum. Die quantitative Analyse der natürlichen Isotope (vor allem Uran, Thorium, Kalium-40 und Kohlenstoff-14) erlaubt eine Charakterisierung der Gesteine.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Radiometry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien