Radomyschl

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Radomyschl
Радомишль
Wappen von Radomyschl
Radomyschl (Ukraine)
Radomyschl
Radomyschl
Basisdaten
Oblast: Oblast Schytomyr
Rajon: Rajon Radomyschl
Höhe: 162 m
Fläche: 64,68 km²
Einwohner: 15.003 (2012)
Bevölkerungsdichte: 232 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 12200
Vorwahl: +380 4132
Geographische Lage: 50° 30′ N, 29° 14′ OKoordinaten: 50° 30′ 4″ N, 29° 14′ 8″ O
KOATUU: 1825010100
Verwaltungsgliederung: 1 Stadt, 1 Dorf
Adresse: вул. М. Житомирська 12
12200 м. Радомишль
Statistische Informationen
Radomyschl (Oblast Schytomyr)
Radomyschl
Radomyschl
i1

Radomyschl (ukrainisch Радомишль; russisch Радомышль) ist eine Stadt in der ukrainischen Oblast Schytomyr mit etwa 15.000 Einwohnern. Sie liegt am Fluss Teteriw im historischen Gebiet Polesien. Verwaltungstechnisch zählt das Dorf Hluchiw Perschyj (Глухів Перший) zur Stadtgemeinde.

Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt wurde zum ersten Mal im Jahre 1150 unter Namen Mitschesk (Мічеськ) erwähnt. Der Name leitete sich vom Fluss Mika ab.

1569 wurde sie als Radomyśl bezeichnet (Union von Lublin). Seit 1946 heißt sie Radomyschl (ukrainisch).

Das 1612 erbaute Schloss Radomyschl

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1746 bis 1795 war die Stadt Sitz eines Metropoliten der Unierten Kirche (Union von Florenz).

1919 kam es zu schweren Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung mit mehreren hundert Toten.[1][2]

Bei einem Stadtbrand 1926 wurde die Synagoge beschädigt und in den 1930er Jahren abgerissen.[3]

Während des Zweiten Weltkrieges war Radomyschl von 9. Juli 1941 bis zum 10. November 1943 und dann noch einmal vom 7. bis zum 26. Dezember 1943 von der deutschen Wehrmacht besetzt. Im August 1941 richtete die deutsche Besatzung ein Ghetto für Juden ein. Am 5. und 6. August 1941 wurden bei zwei Massenexekutionen 276 Juden ermordet. Bei der Liquidierung des Ghettos am 6. September 1941 erschoss das deutsche Sonderkommando 4a zusammen mit ukrainischen Hilfspolizisten 1.107 jüdische Erwachsene und 561 jüdische Kinder in einem Wald.[4] In der Gegend wurden später sechs Massengräber gefunden. Im Jahr 1970 gab es nur noch etwa 250 Juden in Radomyschl und Umgebung.[5][6]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Radomyschl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Y. Slutsky, Radomyshl Jewish Virtual Library, 2008
  2. Y. Arad, The Holocaust in the Soviet Union, Yad Vashem 2009, S. 14
  3. Уездный город Радомысль Киевской губернии начала ХХ века In Russisch Abgerufen am 10. Juni 2019
  4. http://yahadmap.org/#village/radomyshl-zhytomyr-ukraine.676
  5. http://marchevsky.net/historia_de_familia_donde.htm
  6. http://radomyshl.lk.net/history.html