Radost Bokel

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Radost Bokel bei „Movie meets Media“ 2012 in Hamburg

Radost Bokel (* 4. Juni 1975 in Bad Langensalza) ist eine deutsche Schauspielerin.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Im Alter von fünf Jahren zog Radost Bokel 1980 mit ihrer Mutter und ihrem Bruder von ihrer Heimatstadt (Halle an der Saale) nach Frankfurt am Main, nachdem ihre Mutter einen Ausreiseantrag aus der damaligen DDR gestellt hatte. In Frankfurt besuchte Bokel die Schillerschule[1], ein Gymnasium, und absolvierte dort ihr Abitur. Zu dieser Zeit sammelte sie erste Bühnenerfahrungen: sie verbrachte die Nachmittage in einem Kinderhort, mit dem sie als Eliza in My Fair Lady sowie als Mogli im Dschungelbuch bei Aufführungen in Altersheimen auftrat.

Als Neunjährige bewarb sich Bokel bei einem Casting zur Besetzung der Titelrolle in der damals in Planung befindlichen Verfilmung des Michael-Ende-Klassikers Momo. Das Casting fand in Frankfurt/Höchst im Hause von Rosemarie Fendel statt, die am Drehbuch mitwirkte, ebenso wie Michael Ende selbst. Bokel, die jüngste der tausenden von Bewerberinnen, bekam die Rolle und verbrachte 1985 dreieinhalb Monate in der italienischen Filmstadt Cinecittà in Rom, wo der Kinofilm mit namhaften Darstellern wie John Huston, Mario Adorf und Armin Mueller-Stahl in englischer Sprache gedreht wurde. Frau Fendel stand ihr während der gesamten Drehzeit als Schauspielcoach und Mentorin zur Seite. Für die Rolle der Momo, die Bokel erstmals einer breiten Öffentlichkeit bekannt machte, wurde sie u.a. mit dem Bambi (1986), dem Francois-Truffaut-Preis (1986) und dem Bravo Otto in Bronze (1986) ausgezeichnet.

1986 spielte Bokel bei der Kino-Verfilmung von Johannes Mario Simmels Bitte laßt die Blumen leben an der Seite von Klausjürgen Wussow und Hannelore Elsner die kleine behinderte Patty. Eine weitere Kinoproduktion folgte 1997 mit Das Erste Semester, in der auch Christian Kahrmann mitwirkte.

1987 stand sie an der Seite von Schauspielern wie Andie MacDowell, Michael York und Ben Kingsley, der ihren Vater spielte, bei der internationalen Abenteuerserie Das Geheimnis der Sahara in Marokko vor der Kamera. Viele weitere Rollen in Fernsehproduktionen folgten, unter anderem in den Jahren 1988/1989 bei der Serie Rivalen der Rennbahn, für die Bokel mit Thomas Fritsch und Jutta Speidel drehte. Außerdem wirkte sie in diversen Krimi-Serien mit beispielsweise im Tatort, bei Der Fahnder, Wolffs Revier, SOKO Kitzbühel und von 2007 bis 2011 an der Seite von Rainer Hunold in Der Staatsanwalt.

Im Januar 2012 war Bokel Teilnehmerin der sechsten Staffel der RTL-Reality-Show Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! und belegte den 7. Platz.[2] Im Sommer 2012 spielte sie bei den Karl-May-Festspielen in Elspe die Rolle von Winnetous Schwester Nscho-tschi.[3]

Neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin war Bokel bereits 1986 als Sprecherin tätig, indem sie dem Mädchen Roskva in dem dänischen Zeichentrickfilm „Walhalla" ihre Stimme lieh. Später folgten die Hörbücher „Windträume“ (Jando) und „Cathy’s Book” (Sean Stewart)[4]. Seit 2013 tourt sie, unterstützt von Schauspielerkollege Jean-Marc Birkholz, mit einer Momo-Lesung durch Deutschland. 2004 veröffentlichte Bokel die Single „Frei zu Sein“ und erhielt, wie bereits 1997 in der Zeitschrift MAX (Juni-Ausgabe), eine Fotostrecke im Magazin FHM (November-Ausgabe 2004). 2008 folgte eine weitere Fotoserie in Maxim (Dezember-Ausgabe) und 2013 im Playboy (September-Ausgabe).[5]

Aus der 2008 geschlossenen Ehe mit dem US-amerikanischen Soulsänger Tyler Woods hat sie einen 2009 geborenen Sohn.[6][7]

Ehrenamtliches Engagement[Bearbeiten]

Radost Bokel engagiert sich vor allem im Tierschutz, wobei sie die Organisationen BMT (Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.) und Tasso e.V. unterstützt. So besucht sie beispielsweise Tierheime des BMT[8] und fungierte 2012 als Schirmherrin der Tasso-Aktion „Goldene Pfote 2012“, die unter dem Motto „Tier und Kind“ stand.[9] Radost Bokel besitzt zwei Hunde.

Filmografie[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografie (PDF; 71 kB) auf der Seite der Frankfurter Schillerschule, zuletzt aufgerufen am 1. Mai 2013
  2. Dschungelcamp 2012: Radost Bokel auf RTL.de vom 6. Januar 2012
  3. Momo wird Winnetous Schwester Spiegel-online am 10. April 2012
  4. Hörbuchkritik auf Testberichte.de, zuletzt aufgerufen am 1. Mai 2013
  5. Radost Bokel im Playboy Bericht und Video in der Bild Zeitung
  6. Radost Bokel bringt Jungen zur Welt, zuletzt aufgerufen am 1. Mai 2013
  7. Radost Bokel: Ein Sohn für Momo. In: „Gala.de“. 21. Juli 2009, abgerufen am 24. August 2013: „Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Soulsänger Tyler Woods, genießt sie das Eltern-Dasein in North Carolina.“
  8. Radost Bokel kommt ins BMT-Tierheim, zuletzt aufgerufen am 1. Mai 2013
  9. Tasso verleiht die Goldene Pfote 2012, zuletzt aufgerufen am 1. Mai 2013