Radzyń Chełmiński

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Radzyń Chełmiński
Wappen von Radzyń Chełmiński
Radzyń Chełmiński (Polen)
Radzyń Chełmiński
Radzyń Chełmiński
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Powiat: Grudziądz
Fläche: 1,78 km²
Geographische Lage: 53° 23′ N, 18° 56′ OKoordinaten: 53° 23′ 8″ N, 18° 56′ 11″ O
Einwohner: 1902
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 87-220
Telefonvorwahl: (+48) 56
Kfz-Kennzeichen: CGR
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Bydgoszcz
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 15 Schulzenämter
Fläche: 90,70 km²
Einwohner: 4842
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0406043
Verwaltung
Bürgermeister: Krzysztof Chodubski
Adresse: ul. Jaszczurczego 9
87-220 Radzyń Chełmiński
Webpräsenz: www.radzynchelminski.pl



Radzyń Chełmiński (deutsch Rehden) ist eine Kleinstadt im Powiat Grudziądzki (Graudenzer Distrikt) der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Sie hat etwa 1.900 Einwohner und ist Sitz einer Stadt- und Landgemeinde mit etwa 4.900 Einwohnern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt befindet sich im Kulmerland der historischen Landschaft Westpreußen, südlich der Danziger Bucht, etwa 37 Kilometer (Luftlinie) südlich von Marienwerder (Kwidzyn) und 15 Kilometer südöstlich von Graudenz (Grudziądz).

Teilansicht der Stadt aus der Vogelperspektive

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rehden südlich von Marienwerder und südöstlich von Graudenz auf einer Landkarte von 1908.
Ruine der Ordensburg Rehden
Stadtkirche
Kapelle

Die Stadt wurde um die Mitte des dreizehnten Jahrhunderts erbaut, in der Nähe einer Burg des Deutschordensstaats Preußen.[2]

Zwischen 1466 und 1772 gehörte die Stadt zum unter polnischer Schirmherrschaft stehenden autonomen Königlichen Preußen. Im Rahmen der Ersten Teilung Polen-Litauens 1772, mit der die Wiedervereinigung westlicher Teile Preußens mit Ostpreußen einherging, kam Rehden an das Königreich Preußen. Im letzten Quartal des 18. Jahrhunderts befand sich in der Burg Rehden der Sitz des Königlichen Domänenamts.[2][3]

Während der Franzosenzeit war Rehden von 1807 bis 1815 dem Herzogtum Warschau zugeordnet. Seit dem Wiener Kongress gehörte Rehden völkerrechtlich zum Stadt- und Landkreis Graudenz im Regierungsbezirk Marienwerder der Provinz Westpreußen, seit 1871 des Deutschen Reichs. In der Stadt gab es zwei katholische Kirchen und eine evangelische Kirche.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs musste Rehden 1920 aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags zur Einrichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten werden. Durch den Polenfeldzug 1939 kam Rehden mit dem Kreis Graudenz in das Reichsgebiet zurück und wurde dem Reichsgau Danzig-Westpreußen zugeordnet, zu dem es bis 1945 gehörte.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde der Kreis Graudenz mit Rehden zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens unter polnische Verwaltung gestellt. Anschließend kamen polnische Zivilisten in die Stadt, die sich der Behausungen und Anwesen der eingesessenen deutschen Stadtbevölkerung bemächtigten und die Einwohner daraus verdrängten. Anstelle des deutschen Ortsnamens wurde die polnische Bezeichnung Radzyń eingeführt. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Bevölkerungszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1816 836 [4]
1831 981 zur Hälfte Deutsche, zur Hälfte Polen[5]
1852 1.407 [6]
1864 1.692 davon 721 Evangelische und 806 Katholiken[4][7]
1885 1.870 [8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Radzyń Chełmiński – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 6. Dezember 2014.
  2. a b Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 36, Nr. 5.). Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 36, Nr. 5.).
  3. Friedrich Gottlob Leonhardi: Erdbeschreibung der Preußischen Monarchie. Band 1, Halle 1791, S. 10–11.
  4. a b E. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868, S. 19, Nr. 31.
  5. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 440, Nr. 54..
  6. Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats'. Berlin 1856, S. 502.
  7. >E. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868, Ortschafts-Verzeichniß des Regierungsbezirks Marienwerder, S. 24–25, Nr. 154.
  8. http://www.verwaltungsgeschichte.de/dan_graudenz.html
  9. Georg Bujack: Die Ruine Rheden. Skizze aus der Geschichte des deutschen Ordens. In: Neue Preußische Provinzial-Blätter. Band 3, Königsberg 1866, S. 200–213.