Raeren

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Raeren
BE Raeren COA.svg Flagge Raeren.svg
Raeren (Lüttich)
Raeren
Raeren
Staat: Belgien
Region: Wallonien
Provinz: Lüttich
Bezirk: Verviers
Koordinaten: 50° 41′ N, 6° 7′ OKoordinaten: 50° 41′ N, 6° 7′ O
Fläche: 74,21 km²
Einwohner: 10.552 (1. Jan. 2016)
Bevölkerungsdichte: 142 Einwohner je km²
Postleitzahl: 4730 (Raeren, Hauset)
4731 (Eynatten)
Vorwahl: 087
Bürgermeister: Hans-Dieter Laschet (Mit uns)
Adresse der
Kommunalverwaltung:
Gemeindeverwaltung Raeren
Hauptstraße 26
4730 Raeren
Website: www.raeren.be
lblelslh

Raeren ([ˈraːrən]) ist ein belgischer Grenzort bei Aachen, eine der neun Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Etwa 50 % der Einwohner sind Nicht-Belgier.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Raeren setzt sich aus der Altgemeinde Raeren mit ihren Ortsteilen Alt-Raeren, Neudorf und Petergensfeld, der Altgemeinde Hauset sowie Eynatten mit dem belgischen Teil von Lichtenbusch und dem Weiler Berlotte zusammen. Auch das 18 Kilometer südöstlich von Raeren gelegene Gebiet des früheren Bahnhofs Lammersdorf gehört zur Gemeinde Raeren, es ist nur durch die Trasse der Vennbahn mit dem Gemeindegebiet verbunden und ansonsten von deutschem Staatsgebiet umgeben.[2]

Auf dem Gemeindegebiet, zwischen Raeren und Petergensfeld, entspringt die Inde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Raeren
Raerener Steinzeug auf einem Gemälde Pieter Bruegels des Älteren
St.-Nikolaus-Kirche

Der Ortsname Raeren stammt aus dem Wort „roden“ und weist auf eine Siedlung mitten im Aachener Reichswald hin. Als Rodungsperiode nimmt man die Zeit um 800 bis 1200 an. Es entstanden die Ortsteile Raeren und Neudorf. Der Ortsteil Neudorf wird erstmals 1241 in einer Urkunde des Aachener Marienstifts erwähnt. Die erste urkundliche Erwähnung des Namens Raeren datiert aus dem Jahre 1400.

Der Ort wurde durch das Raerener Steinzeug bekannt, welches vor allem im 16. und 17. Jahrhundert hier hergestellt wurde. Die besten Exemplare finden sich in den großen internationalen Museen. Der bedeutendste Meister der Renaissancetöpferei war Jan Emens Mennicken. Das traditionelle Steinzeug aus Raeren ist vom belgischen Staat mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet worden. In der Burg Raeren befindet sich ein sehenswertes Töpfereimuseum.

Die St.-Nikolaus-Pfarrkirche, nach Entwürfen des Aachener Stadtbaumeisters Laurenz Mefferdatis im Stile des Barock mit romanischen Rundbögen erbaut, wurde 1728 fertiggestellt. Durch Erlass der Exekutive der Deutschsprachigen Gemeinschaft vom 16. Januar 1986 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt.

Raeren gehört seit 1920 kraft dem Versailler Vertrag zu Belgien. Die Ortschaft Sief war bis zum Ersten Weltkrieg ein Ortsteil von Raeren und wurde im Versailler Vertrag zunächst mit der Gemeinde Raeren an Belgien abgetreten, jedoch aus wasserwirtschaftlichen Gründen am 1. Oktober 1921 an Deutschland zurückgegeben und am 1. November 1922 in die Stadt Aachen eingemeindet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Empfangsgebäude des Bahnhofs Raeren

Der Bahnhof Raeren wurde im Personenverkehr von 1885 bis 1959 über die Vennbahn und die Bahnstrecke Welkenraedt–Raeren bedient, zudem gab es bis 1956 eine Gleisverbindung von der Vennbahn nach Stolberg.[3] Von 1990 bis 2002 erfolgte eine Reaktivierung für touristische Fahrten durch den Verein Vennbahn V.o.E.[4] Eine Reaktivierung für den Personenverkehr im Rahmen einer durchgehenden Verbindung StolbergEupen wird momentan diskutiert.[5][6] Heute befindet sich auf dem Bahnhofsgelände ein Lokomotivhändler.[4]

Der öffentliche Personennahverkehr wird heute mit Stadtbussen durchgeführt. In Raeren bedient die Linie 722 von Eupen nach Lichtenbusch die Haltestellen Neustraße, Neudorf, Botz, Eifeler Hof und Driesch.[7]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Metallindustrie (Aluminiumverarbeitung, durch die norwegische Sapa AS)
  • Brennerei- & Destilleriebetrieb
  • Kunststoffherstellung (NMC SA)
  • Logistik- und Verkehrsstandort, Autobahnanschluss an die E 40

Personen aus der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Raeren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Raeren in Zahlen (PDF; 331 kB)
  2. derwesten.de: Ausgegrenzt. 26. Mai 2008, abgerufen am 6. März 2014.
  3. Stefan von der Ruhren: Eisenbahnen in Aachen und der Euregio Maas-Rhein (Strecke 49). In: vonderruhren.de. Abgerufen am 3. April 2016.
  4. a b Presse. In: www.vennbahn.de. Abgerufen am 3. April 2016.
  5. jül/mg: Euregiobahn-Strecke: Der Zug soll bis Belgien fahren. In: Aachener Nachrichten. Abgerufen am 3. April 2016.
  6. Jürgen Lange: Elektrifizierung ist in Sicht für die Euregiobahn. In: Aachener Zeitung. Abgerufen am 3. April 2016.
  7. Busfahrplan Eupen–Eynatten–Aachen / Eupen–Raeren–Eynatten–Köpfchen/Lichtenbusch. Webseite der Gemeinde Raeren, 18. März 2008, abgerufen am 3. April 2016.