Raffinerie Schwechat

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Raffinerie Schwechat (2014)

Die Raffinerie Schwechat ist eine Erdölraffinerie in Schwechat bei Wien und wird von der OMV betrieben.

Die Raffinerie beschäftigt 700 Personen und erzeugt Benzin, Dieselkraftstoffe, Heizöl schwer, leicht und extraleicht und petrochemische Grundstoffe. Das erzeugte Kerosin wird über eine Pipeline direkt zum nahegelegenen Flughafen Wien-Schwechat gepumpt.[1] Sie zählt mit einem jährlichen Ausstoß von 2 824 369 t CO2-Äquivalenten (2018) zu den größten Verursachern von Treibhausgasen in Österreich.[2]

Sie hat (Daten von 2022) einen jährlichen Durchsatz von 9,6 Millionen t Rohöl. Sie kann den dreifachen Bedarf Österreichs an Otttokraftstoffen (1,5 Millionen t/a) decken, der mehr als vierfach höhere Dieselverbrauch (6,5 Millionen t/a) muss jedoch zu 60 % durch Importe, hauptsächlich aus der Bundesrepublik Deutschland, ergänzt werden.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1938 wurde auf den Grundstücken einer ehemaligen Ziegelfabrik in Schwechat bei Wien durch die NOVA Öl- und Brennstoffgesellschaft AG eine für damalige Verhältnisse große Ölraffinerie in Betrieb genommen. Nach einigen Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg wurde die Raffinerie von den sowjetischen Besatzungstruppen wieder aktiviert und ausgebaut. Nach Abschluss des Staatsvertrages 1955 ging die Raffinerie in das Eigentum der Republik Österreich über, kurze Zeit später wurde die Österreichische Mineralölverwaltung (ÖMV), die Vorgängerin der OMV, gegründet. Am 22. April 1958 wurde der Grundstein für den Ausbau der neuen Raffinerie gelegt, diese konnte am 27. Juni 1961 eröffnet werden. In den folgenden Jahren wurde die Raffinerie mehrmals ausgebaut und modernisiert.[4]

Am 3. Juni 2022 kam es nach einer siebenwöchigen Wartung bei einer vor der Wiederinbetriebnahme erforderlichen Druckprüfung mit Wasser zu einer Havarie mit zwei leichtverletzten Arbeitern. Da die beschädigte Hauptdestillationsanlage für längere Zeit auszufallen droht, ordnete die Bundesregierung die Freigabe von insgesamt 168 000 t Diesel und Benzin aus der nationalen Treibstoffreserve an.[5] Mit einer kleineren, normalerweise stillstehenden und eiligst wieder in Betrieb genommenen Anlage können 20 % des normalen Ausstoßes an Treibstoffen hergestellt werden. Ende Juli wurden die finanziellen Folgen auf 240 Mio. Euro geschätzt und eine Wiederinbetriebnahme günstigstenfalls für Ende September oder Anfang Oktober erwartet.[6] Hinzu kommen Selbstbehalte an Versicherungen für die Reparaturkosten.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Raffinerie Schwechat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Raffinerie Schwechat ist Kraftstoff-Quelle für Millionen Diesel-Pkw, IV Niederösterreich am 18. August 2017
  2. Verified emissions 2018. European Union emissions trading system (EU ETS). Abgerufen am 5. September 2021.
  3. Guido Tiefenthaler, ORF.at: Mehr als Super: Warum Diesel so teuer ist – und bleibt. 29. März 2022, abgerufen am 15. August 2022.
  4. OMV: Raffinerie Schwechat, Geschichte, ohne Datum.
  5. ORF at/Agenturen red: Unfall bei OMV: Staat gibt Treibstoffreserven frei. 4. Juni 2022, abgerufen am 4. Juni 2022.
  6. noe ORF at/Agenturen red: OMV: 240 Mio. Euro Schaden durch Raffinerieunfall. 28. Juli 2022, abgerufen am 15. August 2022.
  7. OMV: 200 Mio. Euro Kosten durch Unfall orf.st, 8. Juli 2022, abgerufen 9. Juli 2022.

Koordinaten: 48° 8′ 43,4″ N, 16° 29′ 53,9″ O