Rafting

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Rafting im Schlauchboot in Brasilien
Rafting auf dem Rangitata River, Neuseeland
Haltung für über Bord gefallene Rafter
Rafting ist, wie Kajakfahren, prinzipiell auch auf Schnee möglich

Rafting (engl. raft ‚Floß‘) ist eine in Mitteleuropa seit Mitte der 1980er Jahre populär gewordene Freizeitsportart. Bei dieser Wassersportart wird mit einem Schlauchboot (Raft) ein Fluss befahren. Gewöhnlich befährt man Wildwasser höherer Schwierigkeitsgrade. Rafting wird über kommerzielle Anbieter als Freizeitsport betrieben. Einige Kanusportvereine bieten ebenfalls Rafting an.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rafts gibt es gewöhnlich für 2 bis 12 Personen. Sie bestehen aus sehr robustem, mehrlagigem gummierten Gewebe mit mehreren unabhängigen Luftkammern. Die Länge variiert in der Regel zwischen 3,60 m und 5,80 m, die Breite zwischen 1,60 m und 2,50 m. Zu differenzieren ist zwischen verschiedenen Bootsformen. In Europa ist das symmetrische, mit dem Stechpaddel am Heck gesteuerte Raft am gebräuchlichsten. Weitere Typen sind das asymmetrische, floßrudergesteuerte Raft und das symmetrische Raft mit zentraler Ruderanlage (engl. oarsRiemen‘). Vorwärts bewegt werden Rafts mit dem Stechpaddel oder den Oars. Eine Sonderform, das aufblasbare Kajak (Ducky), wird mit dem Doppelpaddel und die 2er Schlauchkanadier wieder mit dem Stechpaddel vorwärts getrieben.

Rafting-Wettkampfsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rafting Rennsport werden seit der Gründung der International Rafting Federation (IRF) im Jahr 1997 offizielle Weltmeisterschaften in den 6er Rafts im zweijährlichen Rhythmus ausgetragen. Ab 2010 folgen nun die 4er Rafts im Wechsel zu den 6er Booten in geraden Jahren, hauptsächlich auf künstlichen Wildwasseranlagen, um den Weg zu den Olympischen Spielen zu bereiten (Olympic class). Gefahren werden die Disziplinen Zeitfahrt (1–3 Minuten), Parallel Sprint Head to Head (1–3 Minuten), Slalom mit bis zu 14 Toren (3–4 Minuten) und die Abfahrt (20–60 Minuten) nach den Regeln der IRF. Es gibt EM- und WM-Titel für jede Einzeldisziplin, wie auch für die Gesamtwertung.

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dank der mittlerweile recht hoch entwickelten Sicherheitsmaßnahmen der überwiegend kommerziellen Anbieter ist Rafting ein verhältnismäßig sicheres Freizeitvergnügen geworden. Abhängig vom Zielgebiet existieren teils recht rigide Sicherheitsmaßgaben öffentlicher Institutionen für die Anbieter: Das reicht von der Prüfungspflicht für Unternehmer und Bootsführer über die regelmäßige Abnahme der Boote bis zu klaren Vorschriften, was die mitzuführende Ausrüstung angeht. Rafting ist, wenn die üblichen Sicherheitsregeln eingehalten werden, keine überdurchschnittlich gefährliche Sportart.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Wie alle Natursportarten, steht Rafting im Konflikt zwischen Naturschutz und Naturnutzung. Insbesondere zwischen Anglern und Raftern kam es in der Vergangenheit häufiger zu Problemen, die jedoch größtenteils durch Kompromisslösungen wie Beschränkungen der jährlichen und täglichen Befahrungszeiten beigelegt werden konnten. Im Prinzig wird durch Rafting keinerlei Flußlandschaft zerstört, da die Ein- und Ausstiege meistens behördlich festgelegt und die Uferböschungen dort nur gering belastet werden.

Differenzen gab es teilweise auch mit privaten oder in Vereinen organisierten Kanusportlern, die sich in der Freiheit ihrer Sportausübung gestört fühlen. Rafter benutzen in der Regel die gleichen Stromschnellen wie Wildwasserkanuten; die üblichen „Regeln“ der Wildwasserfahrer, etwa das „Anstellen“ und Warten, um auf Wellen zu surfen, werden von Raftern aber häufig nicht eingehalten. Das liegt daran, daß Rafts im Vergleich zu den Kajaks sehr träge sind, deshalb wird versucht, vorbeizupaddeln und so aus dem Weg zu gehen. Auch kann allein aufgrund ihrer Größe der Zusammenstoß mit einem Raft für einen Kanuten eine größere Gefahr bilden. Wenn er zwischen Fels und Raft eingequetscht oder simpel überfahren würde, bedeutet das meistens den Zwangsausstieg aus dem Kajak. Zudem widerspricht der kurze und käufliche Reiz einer kommerziellen Raftingtour der üblichen Philosophie des Wildwasser-Kanusports. Ein Großteil der Raftguides (Bootsführer) sind selbst aktive Wildwasser-Kajakfahrer und kennen aus diesem Grund beide Seiten. Dementsprechend rücksichtsvoll verhalten sich die meisten Guides.

Einige Kanusportler beklagen sich über Raftinganbieter, die in Zusammenarbeit mit Gemeinden und Tourismusverbänden Bagger- und Sprengarbeiten in Flussbetten vornehmen, um Sicherheitsrisiken im Fluss zu beseitigen. De facto haben diese Maßnahmen in aller Regel nur kurz Bestand, da ein Flussbett permanenten Veränderungen unterliegt und Eingriffe häufig mit dem nächsten großen Hochwasser wieder zunichtegemacht werden. Zu begrüßen wären bauliche Veränderungen gefährlicher künstlicher Flussverbauungen (vorn. Kastenwehre), um die Sicherheit sowohl für Kajakfahrer wie Rafter zu erhöhen.

Rafting als Wirtschaftsfaktor in vielen alpinen Regionen trägt dazu bei, dass die weitere Verbauung von Flüssen zur Energiegewinnung unterbleibt und die Flüsse so auch dem Kanusport erhalten bleiben. Mittlerweile werden diese Naturlandschaften vor allem in Tirol durch aktuelle Kraftwerksprojekte auf dem Inn, der Sanna und der Ötztaler Ache gefährdet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Canyoning (Erlebnissportart, bei der eine Schlucht dem Wasser folgend abgeklettert wird)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Erber: Rafting. Conrad Stein Verlag, 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rafting – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien