Raghib an-Naschaschibi

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Raghib an-Naschaschibi

Raghib Al-Naschaschibi (arabisch راغب النشاشيبي, DMG Rāġib an-Našāšībī; auch Ragheb al-Naschaschibi; * 1881; † 1951) war ein arabischer Notabler in Palästina und späterer jordanischer Minister.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

King George-Straße in Jerusalem, eingeweiht 1924 in Anwesenheit von Bürgermeister al-Naschaschibi

Unter der Herrschaft des Osmanischen Reiches rivalisierten verschiedene einflussreiche Familien um Ämter und Einfluss in Jerusalem. Die Naschaschibis waren einer dieser städtischen Clans, womit an-Naschaschibi in die Elite der palästinensisch-arabischen Gesellschaft geboren wurde.

Raghib an-Naschaschibi schloss ein Ingenieurstudium an der Universität Istanbul ab und wurde Distriktsingenieur in Jerusalem zur Zeit der osmanischen Herrschaft. 1920 löste er Musa Kasim al-Husseini, ein Mitglied der rivalisierenden Husseini-Familie, als Bürgermeister von Jerusalem im britischen Mandatsgebiet ab. Er war ein Gründungsmitglied des Arabischen Hohen Komitees und gründete 1934 die Nationale Verteidigungspartei. Vor dem Hintergrund der Dekolonialisierung der arabischen Welt und des Zionismus in Palästina wurde Raghib an-Naschaschibi zu einer der Führungsfiguren der Opposition- gegen den Großmufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini.

Während des Arabischen Aufstands unterstützten Nashashibi und sein Clan die britische Mandatsmacht durch Aufstellung kleiner, pro-britischer, paramilitärischer Einheiten.[1]

Ende 1947, kurz vor dem Palästinakrieg, gelang es den Husseinis, Raghib an-Naschaschibi und seine Familie aus dem Arabischen Hohen Komitee zu drängen. Naschaschibi, der bereits vor dem Krieg einen Anschluss an Transjordanien angestrebt hatte, wurde nach dem Krieg jordanischer Minister, zunächst für palästinensische Flüchtlinge, dann 1950 für Landwirtschaft.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Benny Morris: One State, Two States, Yale, 2009 S. 102f