Ragnarök-Festival

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Ragnarök-Festival Logo
Ragnarök Veranstaltungsgelände 2011.jpg
Die Lichtenfelser Stadthalle – Hauptveranstaltungsort des Ragnarök-Festivals (hier am Festivalwochenende 2011)
Informationen zum Festival
Ort: Stadthalle in Lichtenfels, Deutschland
Musikrichtung: Pagan-, Folk-, Viking-, Black-Metal
Datum: Freitag und Samstag nach Ostern
(Weißer-Sonntags-Wochenende)
Kapazität: 4000–5000
Künstler: i. d. R. 25-30
Anzahl Bühnen: 2
Website: www.ragnaroek-festival.com

Das Ragnarök-Festival ist ein seit 2004 jährlich stattfindendes Metal-Festival. Der Schwerpunkt liegt auf Pagan, Folk, Viking und Black Metal, wobei jedes Jahr auch einige Bands anderer Stilarten des Metals auftreten. Veranstalter ist die Nemeton Event GmbH mit Geschäftsführer Ivo Raab.

2004 fand das Festival noch ohne Genrespezialisierung in Hollfeld statt, was aber 2005 geändert wurde. Von 2006 bis 2009 fand es in Lichtenfels statt; 2010 in größerem Umfang in der Ostbayernhalle in Rieden-Kreuth.[1] Aufgrund diverser Komplikationen findet das Festival seit 2011 erneut in der Lichtenfelser Stadthalle statt, womit auch eine Reduzierung der Band- und Besucheranzahl einherging.[2]

Der Name leitet sich von Ragnarök, dem Weltuntergang in der nordischen Mythologie, ab. Es gilt als das größte Festival für Pagan Metal und zieht jedes Jahr weltweit Besucher aus den USA, Mexiko, Russland und ganz Europa an.[3] Vor allem bis 2007 stand es ebenso wie weite Teile dieser Szene in der Kritik, rechtsextreme Tendenzen zu tolerieren. Das Festival selbst sieht sich als „unpolitisch“ an,[4] und geht mittlerweile aktiv gegen die Unterwanderung des Ragnaröks und der Szene durch rechtes Gedankengut vor.[5]

Geschichte, Entwicklung und Line-ups[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Bands Besucher Preis (EUR)
2004 9 120 10,00
2005 9 1100 10,00
2006 19 2800 25,00
2007 25 4000 30,00
2008 28 5000 30,00
2009 26 5000 35,00
2010 38 4000 39,60
2011 27 3500 39,60
2012 25 + 1
[Anmerkung 1]
< 4000 35,00
2013 30 39,70
2014 28 49,00
2015 >18 49,50
2016 26 55,00
Anmerk.:
  1. Neben den 25 auftretenden Bands war Myrkgrav für Listening-Sessions anwesend.

2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Ragnarök wurde am 14. Februar 2004 in der Stadthalle Hollfeld von Ivo Raab veranstaltet, da dieser eine Auftrittsmöglichkeit für seine Black-Metal-Band Circle of Obscurity suchte.[6] Die weiteren acht auftretenden Bands Daemonilatria, Defection, Killing Spree, Madisson, Mortal Intention, Obstinacy, Possession und Voodoma spielten hingegen überwiegend Death Metal.[7] Besucht wurde die erste Auflage des Festivals von rund 120 Zuschauern.

2005[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch die zweite Auflage des Festivals fand in Hollfeld statt. Am 12. März 2005 traten Eisregen, Menhir, Månegarm, XIV Dark Centuries, Equilibrium, Thirdmoon, Circle of Obscurity, Conspiracy und Mortal Intention auf. Durch die Bandauswahl, einen Wikingerstand und Metausschank hatte dieses Festival einen deutlicheren Bezug zu Pagan- und Viking Metal.

Die Unterstellungen einer Antifa-Organisation, das Ragnarök-Festival sei aufgrund des Namens ein rechtsextremes Festival, hatte zur Folge, dass ein enormes Polizeiaufgebot vor Ort war. Statt der geplanten 2000 Besucher konnten nach Einigung mit der Polizei, die ursprünglich nur 600 Personen in die Halle lassen wollte, 1100 hineingelassen werden.[8]

2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006 fand das Ragnarök-Festival erstmals an zwei Tagen statt. Als Veranstaltungsort wurde die Stadthalle Lichtenfels gewählt, welche deutlich größer ist als die Hollfelder Stadthalle. Am 7. und 8. April traten Black Messiah, Creature, Equilibrium, Fallen Yggdrasil, Gernotshagen, Helheim, Korpiklaani, Menhir, Moonsorrow, Nomans Land, Odroerir, Orlog, Primordial, Riger, Skyforger, Sycronomica, Thrudvangar, Turisas und XIV Dark Centuries[9] vor 2800[4] Zuschauern auf. Raabs Mitveranstalter war nach dem Ragnarök II ausgestiegen, da er ein noch größeres finanzielles Fiasko und weitere Probleme mit der Polizei beim Umzug des Festivals in die Stadthalle Lichtenfels befürchtet hatte, wozu es jedoch nicht kam.[10]

2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das im Jahr 2008 verloste Prunkhorn

Ein Jahr später, am 30. und 31. März 2007, traten Angantyr, Moonsorrow, Kampfar, Swallow the Sun, Vreid, Týr, Helheim, Månegarm, Cruachan, Hel, Black Messiah, Riger, Eluveitie, Minas Morgul, Aaskereia, Koldbrann, Sycronomica, Fjoergyn, Urgehal, Gernotshagen, Heidevolk und Wolfchant, Kromlek, Dawn of Blood und Varg[11] vor 4000[12] Zuschauern auf. Der Auftritt von Taake wurde aufgrund des Hakenkreuz-Skandals des Sängers bei einem Konzert in Essen abgesagt; Wintersun sagten aufgrund der Arbeit am nächsten Album Time ab.[13] Durch eine Verlosung wurden in diesem Jahr rund € 1500 für Opfer faschistischer Gewalt gesammelt und an den Weissen Ring gespendet.[14]

2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. und 31. März 2008 traten die folgenden 28 Bands auf: Agalloch, Alestorm, Arkona, Battlelore, Elexorien, Haggard, Hellsaw, Helritt, Helrunar, Killing Spree, Menhir, Minas Morgul, Negura Bunget, Norther, Primordial, Sear Bliss, Skyforger, Svartsot, Sworn, Trimonium, Trollfest, Turisas, Unleashed, Vreid, Winterdome, Wolfchant und XIV Dark Centuries.[15] Mit 5000 Besuchern dürfte das Festival die Kapazität des Veranstaltungsortes annähernd ausgeschöpft haben. Auffällig ist, dass erstmals auch eher szenefremde Bands wie Haggard und Battlelore eingeladen wurden.[16][17] In Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Nordahl-Versand wurde eine Verlosung organisiert, deren Erlös der deutschen Kinder-Krebshilfe zugutekam. Als Hauptpreis wurde eine Spezialanfertigung eines 2,5 L fassenden Prunkhornes mit Silberverzierungen verlost.

2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufbau des Ragnarök-Festivals 2009
Fans auf dem Ragnarök-Festival 2009

In diesem Jahr spielten am 17. & 18. April folgende Bands in Lichtenfels: Adorned Brood, Alestorm, Alkonost, Andras, Cor Scorpii, Dark Fortress, Dornenreich, Draugnim, Einherjer, Falchion, Fejd, Finsterforst, Fjoergyn, Heidevolk, Irrbloss, Kivimetsän Druidi, Korpiklaani, Månegarm, Melechesh, Metsatöll, Midnattsol, Sarkom, Thyrfing, Týr, Wolfchant, Yggdrasil. Angestrebt waren seitens der Festivalleitung 5000 Besucher,[18] wobei in der Presse teils auch von rund 6000 Besuchern die Rede ist.[19]

Verlost wurde in diesem Jahr eine extra angefertigte E-Gitarre in Flying-V-Form mit Thorshammer-Aufdruck, sowie 15 Methörner.[20]

Ragnarök's Aaskereia Festival Tour[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit dem deutschen Label Nuclear Blast veranstaltete das Ragnarök-Management im Oktober 2008 die Ragnarök's Aaskereia Festival Tour, die als Vorschau und Promotion für das Festival diente. Der Name Aaskereia ist das germanische Wort für die Wilde Jagd, einen Volksmythos über das Erscheinen einer übernatürlichen Jagdgesellschaft am Nachthimmel.

Die fünf auftretenden Bands Alestorm, Svartsot, Hollenthon, Týr und Gwydion.[21] tourten zwischen dem 08. - 26. Oktober 2008 durch Dänemark, Deutschland, die Niederlande, Belgien, Tschechien, die Schweiz, Österreich, Italien und Ungarn. Dabei absolvierten sie insgesamt 18 Liveshows.[22]

2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild des Campingplatzes und des "Gut Mateshof" beim Ragnarök-Festival 2010 in Rieden-Kreuth.

Das Ragnarök 7 war, gemessen an der Anzahl der Bands, die bisher größte Auflage des Festivals. Insgesamt traten vom 29. April bis zum 1. Mai 2010 38 Bands aus 9 Ländern, vor rund 4000 Zuschauern in der Ostbayernhalle in Rieden-Kreuth auf.[23] Ursprünglich sollten mit Varg 39 Bands auftreten. Aufgrund der Kontroversen um deren Sänger Philipp Seiler kam seitens des Festivalmanagements die Auflage, ohne ihn aufzutreten. Dies wurde jedoch abgelehnt, weswegen der ganze Auftritt seitens der Band abgesagt wurde.[24]

Das Line-up bestand aus folgenden Bands: Agathodaimon, Akrea, Arkona, Belphegor, Carach Angren, Catamenia, Ctulu, Ensiferum, Equilibrium, Fjoergyn, Gorgoroth, Grailknights, Haggard, Heathen Foray, Helfahrt, Hellsaw, Helrunar, Hollenthon, Imperium Dekadenz, Ingrimm, Kromlek, Midnattsol, Nachtgeschrei, Obscurity, Ragnarok, Ragnaröek, Riger, Sarke, Skyforger, Slartibartfass, Sólstafir, Suidakra, The Vision Bleak, Thormesis, Van Canto, Vreid und Wolves in the Throne Room.

2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die achte Auflage des Ragnarök-Festivals fand am 29. und 30. April in der Stadthalle in Lichtenfels statt. Die Gründe für die Rückkehr zum bisherigen Veranstaltungsort sind terminliche Probleme mit der Ostbayernhalle, da man wieder einen Schulferientermin wollte, und die geänderten Brandschutzbestimmungen der Ostbayernhalle.[25] Insbesondere für Camper war das große Platzangebot auf dem Anwesen des Gutes Matheshof, zu dem die Ostbayernhalle gehört, jedoch von Vorteil.[25] Um das Platzproblem des Zeltplatzes hinter der Halle in Griff zu bekommen, wurden 2011, verglichen mit 2009, weitere Areale hinter der Halle angemietet.[25] Am Donnerstag, den 28. April, fand abends eine Warm-up Party mit DJ statt. Insgesamt besuchten das Festival in diesem Jahr rund 3500 Personen.[26]

Twilight of the Gods live auf dem Ragnarök-Festival 2011

Das Line-up besteht aus den folgenden 27 Bands: Adorned Brood, Agrypnie, Alcest, Arafel, Battlelore, Bifröst, BlackShore, Bran Barr, Catamenia, Ctulu, Dalriada, Eïs, Enslaved, Graveworm, Helrunar, Ignis Fatuu, Kampfar, Månegarm, Negură Bunget, Obscurity, Odroerir, Orphaned Land, Path of Golconda, Thyrfing, Todtgelichter, Twilight of the Gods und Valkyrja.

In diesem Jahr gab es ungewöhnlich viele Band-Absagen und Besetzungsänderungen kurz vor dem Festival. Als erste Band sagte Wolfchant ihren Auftritt am Ragnarök-Festival am 26. März 2011 „aus persönlichen Gründen“ ab[27], eine Ersatz-Band wurde nicht verpflichtet. Am 18. April sagte die US-amerikanische Band Hammer Horde ab und warf dem Festival-Management Versäumnisse bei der Vertragserfüllung vor.[28] Als Ersatz wurde Arafel verpflichtet. Auch die schwedische Band Shining sagte ihren Auftritt am 21. April 2011 wegen des Ausstiegs ihres Gitarristen Fredric Gråby ab.[29] Als viertes sagte die deutsche Band Vrankenvorde ihren Auftritt beim Ragnarök-Festival ab. Als Ersatz-Bands für Shining und Vrankenvorde wurden Helrunar und Adorned Brood gebucht.[30] Wenige Stunden vor Beginn der Warm-up-Party sagte kurzfristig mit Sahg noch eine fünfte Band ab.[31]

2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch 2012 fand das Festival wieder in Lichtenfels, vom 12.-14. April, statt. Es traten vor gut 4000 Zuschauern[32] 26 Bands, also eine weniger als im Vorjahr, für das Festival auf: A Forest of Stars, Abinchova (Gewinner des Opener-Bandcontests), Absu, Agalloch, Dark Fortress, Dordeduh, Einherjer, Fejd, Heol Telwen, Imperious, Impiety, King of Asgard, Mael Mórdha, Mistur, Moonsorrow, Nachtmystium, Rabenschrey, Skyclad, Sycronomica, Thurs, Varg, Velnias, Voluspaa, Waldgeflüster, Wolfchant, die ihren 2011 abgesagten Auftritt nachholen sollen, und XIV Dark Centuries.[33] Als damals dritte Band (nach Wolfchant und Einherjer) wurde bereits im Sommer 2011 Lifelover angekündigt, die sich jedoch am 16. September 2011 aufgrund des Todes von Bandleader Jonas Berqvist auflösten. Alle anstehenden Konzerte, inklusive des Auftritts beim Ragnarök-Festival wurden abgesagt.[34] Am 15. Februar 2012 wurde bekannt gegeben, dass mit den beiden letzten bestätigten Bands, Velnias und Impiety, die Besetzung für 2012 komplett sei. Da Borknagar ihren Auftritt am Ragnarök-Festival aus zeitlichen Gründen absagen mussten, wurde am 20. März 2012 mit Varg ein Ersatzheadliner bekanntgegeben.[35] Abinchova musste aufgrund gesundheitlicher Probleme des Schlagzeugers ihren Auftritt wenige Stunden vor Festivalbeginn absagen,[36] so dass insgesamt 25 Bands auftraten.

Neben den regulären Live-Shows der Bands war beim Ragnarök-Festival Lars Jensen mit seinem Folk-Metal-Projekt Myrkgrav an einem eigenen Stand anwesend. Er stellte bei Listening-Sessions das kommende Album Fortejingar Frå Finnefjerdingen[37] und bot exklusives Merchandise an.[38] Dazu gehörten neue Bandshirts sowie die letzten 50 Exemplare des Debütalbums Trollskau, Skrømt og Kølabrenning.

Die Gesamtorganisation des Festivals wurde wie in den letzten Jahren oft gelobt,[36][39] massive Probleme gab es jedoch mit dem engagierten Securitydienst.[36] Gegen deren Mitarbeiter wurden von dutzenden Besuchern Vorwürfe wie Pöbeleien und Beleidigungen,[36][40] übersteigerte Aggressivität,[36] Körperverletzung,[40][41] Erpressung und Schmiergeldforderungen,[40][41] und Ähnliches erhoben.[39] Durch die Festivalleitung, welche die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes bereits Samstag Abend suspendiert hatte, wurden die Beschwerden sehr ernst genommen und die Festivalbesucher wurden gebeten, ihre Erfahrungen mit der Firma als Eidesstattliche Erklärungen an die Festivalorganisation zu schicken, damit eine lückenlose Aufklärung gewährt werden könne.[40] Seitens der Sicherheitsfirma wurden diese Vorwürfe zu weiten Teilen dementiert und als möglicher Grund die mangelnde Erfahrung der Mitarbeiter mit Metalfestivals genannt.[40] Bei einem Unfall beim Ragnarökfestival 2012 verstarb ein 27-jähriger Besucher. Er hatte in der Nacht vom Freitag auf den Samstag in seinem Auto geschlafen, in dem auch ein noch glimmender Grill stand, so dass er vermutlich aufgrund Sauerstoffmangels verstarb.[42] Beim Auftritt von Fjoergyn wurde im darauffolgenden Jahr ihm zu Ehren eine Schweigeminute eingelegt.[43]

2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 4. bis zum 7. April 2013 fand die 10. Auflage des Ragnarök-Festivals statt. Eröffnet soll es am Donnerstagabend (4. April) mit einer Metal-Event-Party mit DJ Schnapsi, einer Feuershow[44] und kostenlosem Metempfang im Rahmen der "Mosher`s Night" werden. Das Line-up besteht aus Abinchova, Agrypnie, Asenblut, Ava Inferi, Carpathian Forest, Darkest Era, Der Weg einer Freiheit, Dornenreich, Eïs, Eluveitie, Fjoergyn, Hellreide, Helrunar, Heretoir, In Vain, Maladie, Menhir, Midnattsol, Nocte Obducta, Northland, Nothgard, Obscurity, Rabenwolf, Riger, Secrets of the Moon, Shining, Solefald, Under That Spell, Vreid und Winterstorm.[45] Ursprünglich war geplant, dass Borknagar ihren 2012 abgesagten Auftritt in diesem Jahr nachholen sollten, jedoch konnte die Band aufgrund von Terminproblemen nicht gebucht werden.[46]

2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 25. bis zum 26. April 2014 fand das Festival zum 11. Mal statt. Das Line-up bestand aus folgenden 28 Bands: Adorned Brood, Agrypnie, Arkona, Borknagar, Craving, Creature, Eis, Finntroll, Finsterforst, Firtan, Fjoergyn, Fäulnis, Graveworm, Imperium Dekadenz, Ingrimm, Kampfar, Krampus, Månegarm, Minas Morgul, Negator, Odroerir, Satyricon, Skálmöld, Stormlord, Todtgelichter, Trollfest, Waldgeflüster, XIV Dark Centuries

2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2015 fand das Festival zum 12. Mal, vom 10. bis zum 11. April statt. Das Line-up bestand aus: Amorphis, Behemoth, Bornholm, Bölzer, Delirium, Der Weg einer Freiheit, Ewiges Fristen, Graveworm, Harakiri for the Sky, Helrunar, Lux Divina, Moonsorrow, Nargaroth, Negură Bunget, Obscurity, Suidakra, Thulcandra, Nothgard.

2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Festival fand 2016 zum 13. Mal am 1. und 2. April statt. Das Line-Up bestand aus: Aeba, Ctulu, Eïs, Eluveitie, Ensiferum, Ereb Altor, Gernotshagen, Grimner, Lantlôs, Månegarm, Marduk, Minas Morgul, Nocte Obducta, Rabenwolf, Saille, Skyforger, Strydegor, The Vision Bleak, Thormesis, Thrudvangar, Thyrfing, Todtgelichter, Vargsheim, Welicoruss, Wind Rose, Wolfchant

Umfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem eigentlichen Konzert gibt es beim Ragnarök-Festival jedes Jahr ein großes Repertoire an zusätzlichen Angeboten. Dieses steigerte sich bisher von Jahr zu Jahr an Vielfalt und Umfang. Neben zwei Schlafhallen, einer Kantine, einem Metal- & Mittelaltermarkt und einem Autogrammstand, der durch das Legacy-Magazin organisiert wird, gab es auch bereits Wikingerlager, Schaukampfaufführungen und einen eigenen Festival-Supermarkt. Seit 2009 ist es zudem möglich, über das Berliner Reiseunternehmen Dominanz Travel Agency Tickets zu erwerben und dann von einer deutschen Großstadt (u. a. Berlin, Hamburg, Dortmund, Köln, etc.) per Bus zum Festival zu fahren.[47] Ebenfalls 2009 fand auch ein Malwettbewerb statt, bei dem man Bilder einreichen sollte, die das Festivalpublikum an die eigene Abfallentsorgung erinnern sollten.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Festival stand insbesondere bis 2007, wie eine Vielzahl weiterer Metal-Festivals und speziell die Pagan-Metal-Szene auch, in der Kritik, der Unterwanderung durch Rechts „Tür und Tor“ zu öffnen,[48] was sich mittlerweile jedoch stark geändert hat.

Im Jahr 2006 wurde das 3. Ragnarök-Festival zu den Bereichen Pagan- und Black Metal, der ideologischen Nähe von Teilen der Szene zu rechten Ideen, bis hin zu rechtsextremistischen Unterwanderungsversuchen und NSBM in den ARD-Magazinen Polylux[49] und Panorama[50] thematisiert. So wurden die auftretenden Bands Odroerir, deren Aussagen kritisch betrachtet wurden und Equilibrium interviewt[49]. Festivalgänger sprachen von einem neonazistischen Besucheranteil von „10 bis 20 Prozent“ und äußerten sich Nazis gegenüber eher tolerant („Sie sollen denken, was sie wollen“)[49]. Weiterhin wurden mehrere Absurd-Fans[49][50] und speziell im Panorama-Bericht auch Hitlergrüße, die auf dem Ragnarök aufgenommen wurden[50], gezeigt.

Festivalveranstalter Ivo Raab fühlte sich durch das Polylux-Team betrogen und nahm gegenüber dem Legacy wie folgt Stellung:

„Ich bin klassisch darauf reingefallen. Es wurde so schön verpackt, als berichte man über das Neuheidentum, den Glauben und die Lebensart und wolle Pagan Metal filmen, weil es als Jugendkultur und wegen der Texte dazu gezählt werden könne. [Bei der fertigen Reportage] war von dieser Erklärung nichts mehr übrig. […] Ich habe [dem Reporter] von Anfang an gesagt, dass da ein paar Spinner anwesend sein würden, gegen die wir auch etwas unternehmen, nur dass ich keinen im Vorfeld rauswerfen kann. […] Am Ende wurde es so dargestellt, als sei es mir egal, wenn lauter Nazis da wären. […] Die ARD hat mir damals zugesichert, ich würde das Material vorher zu sehen bekommen - ich habe es dann im Fernsehen mitbekommen. […] Rechtlich konnte ich nichts machen, wer den Bericht mehrfach ansieht, weiß, dass sie differenzieren.“

Ivo Raab[10]

Die Sendungen zeigten die Ragnarök-Aufnahmen vermischt mit geheimen Aufnahmen des Konzertes „Calling for Battle“ in Wurzen, bei dem das Publikum den Chorus des Landser-Songs „Polackentango“ singt, und zwei Absurd-Konzerten in Belgien und Erlangen, auf denen jeweils große Teile des Publikums den Hitlergruß zeigen und „Sieg Heil“ skandieren.

Polylux sprach außerdem vom „eher unpolitischen Ragnarök-Festival“, sagte allerdings auch aus, dass es keine „klare Trennlinie zwischen den Szenen“ gäbe[49].

Der Polylux-Bericht wurde aus Teilen der Metal-Szene angegriffen[12][51] und die Veranstalter warfen der Redaktion in einem offenen Brief „einseitige Recherche und teilweise Tatsachenverdrehung“ (Ivo Raab in einer Offiziellen Stellungnahme zum Polylux-Bericht[4]) vor. So habe der recherchierende Journalist offen rechtsextreme Bands durch die Zusammenstellung des Berichts unpassend mit der gesamten Szene und dem Festival in Verbindung gebracht. Auch die von einem Besucher aufgestellte „absurde Schätzung von 20 % Nazi Anteil“ könne von Kriminalpolizei und Veranstaltern jederzeit widerlegt werden, so sprach Präsentator Metal1.info von „10 oder 15“ Personen[52]. Weiter wird festgehalten, dass „die Security Mitarbeiter angewiesen [wurden], Leuten, die T-Shirts mit verfassungsfeindlichen Symbolen trugen oder in irgendeiner Weise verfassungswidrig handelten, sofort des Festivals zu verweisen.“ Das im Polylux-Bericht gezeigte Absurd-T-Shirt enthalte keine solchen Symbole.[4]

Vor allem nach der Veröffentlichung des Polylux-Berichtes, bemühte sich das Festival-Management, aktiver gegen Rechts vorzugehen und eine Szenenunterwanderung zu unterbinden. Das führt mittlerweile dazu, dass anders als auf anderen Veranstaltungen und Konzerten, Neonazis nicht nur des Festival-Geländes verwiesen werden, sondern 2008 auch zwei Besucher wegen Tragens verfassungsfeindlicher Symbole durch die Veranstalter angezeigt wurden.[5]

Dennoch verkaufte 2007 der bekannte Neonazi Jens Fröhlich (Totenburg, Eugenik) rechtsextremes Merchandise der NSBM-Bands Absurd, Magog und Ad Hominem an einem Stand.[53][48] Laut einer Stellungnahme der Veranstalter soll der mit Fröhlich befreundete Besitzer des Verkaufsstands nicht mehr eingeladen werden.[4]

Einige Neonazis waren auch 2007 noch unter der Besuchern anzutreffen,[54][55][14][13][16] welche T-Shirts einschlägiger rechtsextremer Bands trugen, oder, wie bereits 2006,[56] den Hitlergruß zeigten, was zum Rauswurf einiger Beteiligter aus der Festivalhalle führte.[16]

Das Festival distanziert sich seit 2007 nach eigenen Angaben „aufs Schärfste von jeglichem politischen, ideologischen und religiösen Extremismus, insbesondere Rechtsextremismus/Neonazismus.“ Die Startseite der offiziellen Webpräsenz des Festivals trägt seit 2008 ein Banner mit der Aufschrift „Pagan Metal gegen Faschismus und politische Gewalt“.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2007: Might Is Right – Nordic Warchants (2 Live-CDs vom Ragnarök 2006)(Det Germanske Folket)
  • 2008: Might Is Right – Nordic Warchants II (2 Live-CDs+DVD vom Ragnarök 2007)(Det Germanske Folket)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Offizielle Webseite des Festivals: http://www.ragnaroek-festival.com/ (Stand: 31. August 2009)
  2. Offizielle Webseite des Festivals: Bands & Informationen (Memento vom 29. Februar 2008 im Internet Archive) (Abgerufen 15. Mai 2010)
  3. „Die sehen wilder aus, als sie sind“, np-coburg.de, abgerufen am 11. September 2010
  4. a b c d e Ivo Raab & Das Ragnarök Team: Offizielle Stellungnahme (deutsch, abgerufen am 28. Februar 2008).
  5. a b Ragnarök-Festival ist ein Wirtschaftsfaktor, np-coburg.de, abgerufen am 11. September 2010
  6. Interview mit Ivo Raab (Abgerufen am 15. Mai 2010)
  7. Line-up des Ragnarök I (Memento vom 11. Dezember 2003 im Internet Archive)
  8. Ragnarök II Festivalbericht, x-zine.de, abgerufen am 9. September 2010
  9. Lineup 2006 (Memento vom 15. März 2008 im Internet Archive), ragnaroek-festival.com
  10. a b Björn Thorsten Jaschinksi: Bericht über das Ragnarök Festival & Interview mit Ivo Raab Wo selbst Götter sterben... Ragnarök. In: Pagan Fire - The Legacy Chronicles I (Sonderheft), Devil.Inc, Saarbrücken 2007, S. 40.
  11. Lineup 2007 (Memento vom 15. März 2008 im Internet Archive)
  12. a b metalnews.de: LIVE: Ragnarök Festival (deutsch, abgerufen am 28. Februar 2008)
  13. a b Alte Startseite (Memento vom 14. Mai 2007 im Internet Archive) des Festivals auf ragnaroek-festival.de
  14. a b Festivalbericht 2007, nocturnalhall.com, abgerufen am 11. September 2010
  15. Lineup auf der Ragnarök Festivalseite 2008 (Memento vom 29. Februar 2008 im Internet Archive), ragnaroek-festival.com
  16. a b c Daniel Pereira: Festivalbericht 2007 auf metalstorm.ee
  17. Ragnarök Festival 2008 Live Bericht, metal-hammer.de, abgerufen am 7. März 2011
  18. Ragnarök 2009 Konzertbericht, hardharderheavy.de, abgerufen am 24. Januar 2011
  19. Ragnarök 6 Bericht, festivalhopper.de, abgerufen am 24. Januar 2011
  20. Verlosung auf dem Ragnarök 2009, youtube.de, abgerufen am 11. September 2010
  21. Billing der Ragnarök's Aaskereia Festival Tour, powermetal.de, abgerufen am 24. Januar 2011
  22. Veranstaltungsorte der R. A. Festival Tour, metalmasters.eu, abgerufen am 24. Januar 2011
  23. Festivalbericht Ragnarök 7, dark-news.de, abgerufen am 22. Januar 2011
  24. Statement zur Absage von Varg, stormbringer.at, abgerufen am 15. Mai 2010
  25. a b c Björn Thorsten Jaschinski: Ragnarök Festivalvorschau. In: Legacy, Nr. 70, 01/2011. Devil Inc. Presseverlag, Saarbrücken 2010, S. 97.
  26. Ragnarök Festival 2011 – Impressionen, neuneins.de, abgerufen am 1. Januar 2012
  27. Konzerte (Memento vom 18. Juli 2011 im Internet Archive), wolfchant-metal.com, abgerufen am 5. April 2011.
  28. Hammer Horde sagen Auftritt beim Ragnarök-Festival 2011 ab, facebook.com, abgerufen am 22. April 2011
  29. Shining - Ohne Gitarrist kein Ragnarök Festival (21. April 2011), metal.de, abgerufen am 22. April 2011
  30. Diverse Line-up Änderungen Mitte April 2011, metal1.info, abgerufen am 22. April 2011
  31. Sahg Absage Ragnarök 2011 (28. April 2011), facebook.com, abgerufen am 29. April 2011
  32. Von Wikinger-Metal, „Bierball“ und Lagerleben, obermain.de, abgerufen am 28. Mai 2012
  33. Vorläufiges RR Festivalplakat 2012, sphotos.ak.fbcdn.net, abgerufen am 23. August 2011.
  34. LIFELOVER: Auftritt trotz Auflösung, powermetal.de, abgerufen am 20. September 2011
  35. Liebe Freunde des....
  36. a b c d e Ragnarök Festival 2012, metalimpetus.de, abgerufen am 28. Mai 2012
  37. Ragnarök Festival, metal.de, abgerufen am 28. Mai 2012
  38. Ragnarök Festival: Bandcontest Gewinner & Myrkgrav, time-for-metal.eu, abgerufen am 2. Dezember 2011
  39. a b KONZERTBERICHT: Ragnarök Festival 9, metal1.info, abgerufen am 28. Mai 2012
  40. a b c d e Nach dem Festival: Schwere Vorwürfe gegen Security-Leute, frankenpost.de, abgerufen am 28. Mai 2012
  41. a b Ragnarök Festival 2012 – Der Bericht, burnyourears.de, abgerufen am 28. Mai 2012
  42. Ragnarök: 27-Jähriger stirbt bei Festival, np-coburg.de, abgerufen am 29. Mai 2012
  43. Tragischer Unfall 2012, facebook.com/ragnaroekfestival, abgerufen am 28. Mai 2012
  44. Wir werden 10!, facebook.com/ragnaroekfestival, abgerufen am 28. Mai 2012
  45. Ragnarök Festival 2013, metal.de, abgerufen am 2. April 2013.
  46. Ragnarök Festival 2013 mit WINTERSTORM; Statement zu BORKNAGAR, hell-is-open.de, abgerufen am 2. April 2013
  47. FAQ des Ragnarökfestivals, ragnaroek-festival.com, abgerufen am 24. Januar 2011
  48. a b Christian Dornbusch, Robert Andreasch, Sabine Neumann, Sandra Schmitz: Die Subkultur der Neonazis (Teil 3) - Wenn es in der Neonazi-Szene „haarig“ wird…, sueddeutsche.de, abgerufen am 11. September 2010
  49. a b c d e Heidnischer Germanen-Metal, Polylux vom 27. April 2006, von Alexander Dluzak
  50. a b c Musikalische Hasskulturen - neue Nazibands auf dem Vormarsch, Panorama Nr. 669 vom 8. Juni 2006, von D. Schiffermüller und T. Kuban
  51. Danny Jakesch: ODROERIR auf legacy.com (deutsch, abgerufen am 28. Februar 2008)
  52. metal1.info: Ragnarök Festival 4 - Vorbericht, 12. März 2007 (deutsch, abgerufen am 28. Februar 2008)
  53. Festivalbericht 2007 auf darknet-info.de
  54. Kristin Tafferner: Festivalbericht 2007 auf bloodchamber.de
  55. Festivalbericht 2007 auf metal-district.de
  56. Michael Koch: Festivalbericht 2006 auf bleeding.4metal.net

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]