Rahel Jaeggi

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Rahel Jaeggi (* 1967 in Bern) ist eine deutsche Philosophin. Sie ist Professorin für Praktische Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit Februar 2018 ist sie zudem Leiterin des Center for Humanities and Social Change. Ihr thematischer Schwerpunkt liegt in den Bereichen der Sozial- und Rechtsphilosophie sowie der politischen Philosophie, der philosophischen Ethik, Anthropologie und Sozialontologie. Gegenstand ihrer Forschung sind u. a. um die Begriffe der Entfremdung, der Kommodifizierung bzw. Verdinglichung, der Ideologie, der Lebensform, der Institution und der Solidarität. Jaeggi gilt als eine Vertreterin der zeitgenössischen Kritischen Theorie.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rahel Jaeggi ist die Tochter der Psychoanalytikerin Eva Jaeggi und des Schweizer Soziologen und Künstlers Urs Jaeggi.

Von 1990 bis 1996 studierte Rahel Jaeggi an der Freien Universität Berlin. Das Studium beendete sie mit einer Arbeit über die politische Philosophie Hannah Arendts (Magister Artium). In den Jahren 1996 bis 2001 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Philosophischen Institut der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main am Lehrstuhl für Sozialphilosophie von Axel Honneth sowie am Frankfurter Institut für Sozialforschung tätig. Im Jahr 1999 war sie Visiting Scholar an der New School for Social Research, New York (USA). 2002 promovierte Rahel Jaeggi mit einer Arbeit zum Thema Freiheit und Indifferenz – Versuch einer Rekonstruktion des Entfremdungsbegriffs. 2002/2003 folgte eine Visiting Assistent Professur im Program for Ethics, Politics and Economics an der Yale University, New Haven (USA). In den Jahren 2003–2009 hatte sie eine Stelle als Hochschulassistentin an der Johann Wolfgang Goethe-Universität inne. 2009 erfolgte ihre Habilitation zum Thema Kritik von Lebensformen. Seit April des gleichen Jahres ist sie Professorin für Praktische Philosophie mit den Schwerpunkten Rechts- und Sozialphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2012 war sie außerdem Visiting Professor an der Fudan-Universität, Shanghai. Im akademischen Jahr 2015/2016 unterrichtete sie als Theodor-Heuss-Professorin an der New School in New York.

Jaeggi war zusammen mit Daniel Loick Hauptorganisatorin der internationalen Konferenz „Re-thinking Marx“, die im Mai 2011 an der Humboldt-Universität zu Berlin stattfand. [1][2] Zur Erforschung des Themenbereichs „Krise von Kapitalismus und Demokratie“ erhält Jaeggi Mittel von der Stiftung Humanities & Social Change des Hamburger Unternehmers Erck Rickmers.

Im Mai 2018 veranstaltete sie zusammen mit Sabine Hark und Thomas Seibert die internationale Tagung "Emanzipation", die an der Technischen Universität stattfand.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mitglied und Stellvertretende Sprecherin im Fachkollegium Philosophie der Deutschen Gesellschaft für Philosophie
  • Mitglied im erweiterten Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Philosophie e.V.
  • Wissenschaftlicher Beirat der Zeitschrift für philosophische Forschung
  • Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Internationalen Marx-Engels-Stiftung (IMES)
  • Vorstand Polarkreis e.V.
  • Editorial Council der Constellations – An International Journal of Critical and Democratic Theory
  • Grüne Akademie
  • Editorial Council der Critical Horizons.
  • Mitglied des Editorial Board der Zeitschrift Moral Philosophy and Politics.
  • Mitglied des Editorial Board der Essex Studies in Contemporary Critical Theory (Rowmans and Littlefield International).
  • Gründungsmitarbeiterin und Redaktion der interdisziplinären Zeitschrift polar. Politik/Theorie/Alltag (2003–2009).

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien

  • Capitalism: A Conversation in Critical Theory (zus. mit Nancy Fraser), Cambridge (Polity) 2018.
  • Einführung in die Sozialphilosophie. (zus. mit Robin Celikates). München (Beck) 2017.
  • Kritik von Lebensformen. Berlin (Suhrkamp) 2013. ISBN 978-3-518-29587-8.
  • Entfremdung – Zur Aktualität eines sozialphilosophischen Problems. Frankfurt am Main (Campus) 2005 (Neuausgabe Berlin 2016, mit einem neuen Vorwort, ISBN 978-3-518-29785-8).
  • Welt und Person – Zum anthropologischen Hintergrund der Gesellschaftskritik Hannah Arendts, Berlin (Lukas Verlag) 1997.

Aufsatzbände/Herausgeberschaften

  • Nach Marx: Philosophie, Kritik, Praxis. Hrsg. mit Daniel Loick, Berlin (Suhrkamp), 2013.
  • Karl Marx: Perspektiven der Gesellschaftskritik, Hrsg. mit Daniel Loick, Berlin (Akademieverlag) 2013.
  • Sozialphilosophie und Kritik. Hrsg. Rainer Forst, Martin Hartmann, Rahel Jaeggi und Martin Saar, Frankfurt a. M. (Suhrkamp) 2009.
  • Was ist Kritik?, Hrsg. Rahel Jaeggi und Tilo Wesche, Frankfurt a. M. (Suhrkamp) 2009. ISBN 978-3-518-29485-7.
  • Schlüsseltexte der Kritischen Theorie. Hrsg. Institut für Sozialforschung und Axel Honneth unter Mitwirkung von Sandra Beaufays, Rahel Jaeggi, Martin Hartmann und Jörn Lamla, Wiesbaden (VS Verlag) 2006.
  • Herausgeberin des Schwerpunkts Marktexzesse in Westend – Neue Zeitschrift für Sozialforschung, 3/2006.

Film und Fernsehauftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Müller-Schöll: Aneignung oder Resonanz? Zum normativen Hintergrund zweier Neudeutungen des Entfremdungstheorems, in: latenz 1/2016, S. 257–267.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezensionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website der Konferenz Re-thinking Marx (Memento vom 22. Dezember 2011 im Internet Archive)
  2. Karl Marx und seine Bedeutung heute Berliner Kongress "re-thinking Marx" Deutschlandfunk Von Bettina Mittelstraß 26. Mai 2011