Raiding

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Raiding
Wappen Österreichkarte
Wappen von Raiding
Raiding (Österreich)
Raiding
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberpullendorf
Kfz-Kennzeichen: OP
Fläche: 13,05 km²
Koordinaten: 47° 34′ N, 16° 32′ OKoordinaten: 47° 33′ 58″ N, 16° 31′ 53″ O
Höhe: 253 m ü. A.
Einwohner: 857 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 66 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7321
Vorwahl: 02619
Gemeindekennziffer: 1 08 19
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Franz Liszt-Platz 1
7321 Raiding
Website: www.raiding-online.at
Politik
Bürgermeister Markus Landauer (ÖVP)
Gemeinderat: (2017)
(15 Mitglieder)
8
7
Insgesamt 15 Sitze
Lage der Marktgemeinde Raiding im Bezirk Oberpullendorf
DeutschkreutzDraßmarktFrankenau-UnterpullendorfGroßwarasdorfHoritschonKaisersdorfKobersdorfLackenbachLackendorfLockenhausLutzmannsburgMannersdorf an der RabnitzMarkt Sankt MartinNeckenmarktNeutalNikitschOberloisdorfOberpullendorfPilgersdorfPiringsdorfRaidingRitzing (Burgenland)Steinberg-DörflStoobUnterfrauenhaidUnterrabnitz-SchwendgrabenWeingrabenWeppersdorfBurgenlandLage der Gemeinde Raiding im Bezirk Oberpullendorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Raiding (ungarisch: Doborján, kroatisch: Rajnof) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland in Österreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Raidingbach im Mittelburgenland.

Ortszentrum von Raiding

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später unter den Römern lag das heutige Raiding dann in der Provinz Pannonia.

1425 wurde Raiding erstmals urkundlich als Dobornya erwähnt. Der Ort gehörte, wie das gesamte Burgenland, bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Doborján verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen.

Raiding gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Mit 1. Jänner 1971 wurde Raiding im Rahmen des „Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes“ durch einen Beschluss der Burgenländischen Landesregierung mit Lackendorf und Unterfrauenhaid zur neuen „Gemeinde Raiding-Unterfrauenhaid“ vereinigt.[1] Diese Großgemeinde wurde per Verordnung vom 6. September 1989 mit 1. Jänner 1990 wieder aufgelöst,[2] womit Raiding – wie auch Lackendorf sowie Unterfrauenhaid – wieder eine den Grenzen der Katastralgemeinde folgende selbständige Gemeinde wurde.

Die Gemeinde Raiding besitzt seit 1. August 1990 das Recht zur Führung der Bezeichnung „Marktgemeinde“.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2017
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,68
(+2,27)
47,32
(+0,35)
n. k.
(-2,62)

Gemeindeamt Raiding
Bürgermeister Markus Landauer

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 15 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[4] 2012[5] 2007[6] 2002[7] 1997[7]
Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M.
ÖVP 364 52,68 8 366 50,41 8 335 44,91 7 266 41,56 6 196 34,33 4
SPÖ 327 47,32 7 341 46,97 7 392 52,55 8 374 58,44 9 331 57,97 8
LBL nicht kandidiert 19 2,62 0 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
FBL nicht kandidiert nicht kandidiert 19 2,55 0 nicht kandidiert nicht kandidiert
FPÖ nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 44 7,71 1
Wahlberechtigte 877 842 845 774 705
Wahlbeteiligung 83,69 % 90,86 % 92,19 % 87,60 % 88,09 %

Gemeindevorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Bürgermeister Markus Landauer (ÖVP) und Vizebürgermeister Christian Zimmer (SPÖ)gehören weiters die geschäftsführenden Gemeinderäte Marcus Gullner (ÖVP), Thomas Kautz (SPÖ) und Peter Zolles (ÖVP) dem Gemeindevorstand an.[8]

Zum Gemeindekassier wurde Peter Minasch (SPÖ) und zum Umweltgemeinderat wurde Peter Zolles (ÖVP) gewählt.[8]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Markus Landauer (ÖVP). Er setzte sich bei der Bürgermeisterdirektwahl 2007 mit 50,20 % gegenüber der seit 2002 amtierenden Bürgermeisterin Anna Schlaffer (SPÖ), die nur 49,80 % erreichte.[6] Bei der Wahl am 1. Oktober 2017 wurde Landauer mit 61,95 % in seinem Amt bestätigt. Als Mitbewerber trat Christian Zimmer (SPÖ) an, der lediglich auf 38,05 % kam.[4] Zimmer wurde dafür in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats zum Vizebürgermeister gewählt.[8]

Amtsleiterin ist Elisabeth Ackerler.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Raiding.jpg
Blasonierung: „In dem von Silber und Blau gespaltenen Schild vorne ein blauer Weinstock mit zwei Trauben und einem Blatt, hinten ein nach rechts gewendetes steigendes silbernes Einhorn

Das Wappen wurde am 18. Juli 1990 verliehen. Das Einhorn ist dem Familienwappen der adeligen Familie Illéssy entnommen, deren Edelhof zum Geburtshaus von Franz Liszt wurde. Der Weinstock verweist auf den Weinbau in der Gemeinde.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinbau wird im Haupt- und Nebenerwerb betrieben. Daneben gibt es Unternehmen des Metallbaus und der Sodawassererzeugung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz-Liszt-Konzerthaus
Storchenhaus von Terunobu Fujimori
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Raiding
  • Pfarrkirche Raiding: Die römisch-katholische Pfarrkirche hat ein Kirchenschiff aus 1927 und einen älterem Kirchturm.
  • Franz-Liszt-Geburtshaus: Im Geburtshaus von Franz Liszt ist seit 1951 ein Museum über das Leben des Komponisten eingerichtet.
  • Franz-Liszt-Konzerthaus: Das Konzerthaus wurde 2006 nach den Plänen des niederländischen Architekturbüros Atelier Kempe Thill in unmittelbarer Nähe des Geburtshauses von Franz Liszt errichtet. Der Konzertsaal fasst rund 590 Sitzplätze. Im Mittelpunkt des Programms steht die Klavier- und Kammermusik von Franz Liszt.
  • Storchenhaus: Der japanische Architekt Terunobu Fujimori baute das sogenannte Storchenhaus in Raiding[10]. Das Gästehaus wurde im Rahmen eines kulturellen Austauschprogramms zwischen Japan und Österreich gebaut und am 27. Oktober 2012 fertiggestellt.[11][12]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Experimentelle Gasthäuser: Seit dem Jahr 2010 errichtet die Kunst- und Architekturinitiative Raiding Project experimentelle Gasthäuser von namhaften japanischen Architekten in der Gemeinde. Die Aktivitäten werden durch ein hochkarätiges künstlerisches Rahmenprogramm begleitet.
  • Liszt Festival Raiding: Das Liszt Festival Raiding findet alljährlich zu vier Terminen, den vier Jahreszeiten angepasst, jeweils an 3 bis 4 Tagen statt. Es gibt jedes Jahr Konzerte zu jährlich verschiedenen Themen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bahn: Raiding ist seit 1908 mit der Halte- und Ladestelle Raiding-Lackendorf an die Burgenlandbahn angeschlossen. Der Personenverkehr wurde 2001 eingestellt.
  • Bus: Unter der Woche verkehren Buslinien. Am Wochenende ist die Gemeinde praktisch nicht mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Marktgemeinde Raiding [13]

Ehrenringträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Marktgemeinde Raiding [13]

  • Alois Nöhrer, Bürgermeister a. D. (verliehen am 24. September 1995)
  • Josef Fennesz, Gemeindeoberamtsrat a. D. (verliehen am 29. Mai 1997)
  • Johann Erhardt, Landtagspräsident a. D. (verliehen am 13. September 2009)
  • Franz und Inge Drescher, Pflege-Zentrum Raiding (verliehen am 3. Oktober 9)2015

Träger der „Franz-Liszt-Medaille“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Marktgemeinde Raiding [13]

  • Franz Weninger † (verliehen am 22. Dezember 1990)
  • Johann Erhardt, Landtagspräsident (verliehen am 20. Oktober 1996)
  • Emil Schreiner † (verliehen am 20. Oktober 1996)
  • Martin Waranitsch, Obmann Seniorenbund (verliehen am 15. Dezember 2012)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Raiding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesgesetzblatt für das Burgenland 44/1970: Gesetz vom 1. September 1970 über Gebietsänderungen von Gemeinden (Gemeindestrukturverbesserungsgesetz) (pdf-Dokument; abgerufen am 1. Jänner 2018)
  2. Bgld LGBl 1989/50. In: Landesgesetzblatt für das Burgenland, Jahrgang 1989, S. 262. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/lgb.
  3. Bgld LGBl 1990/46. In: Landesgesetzblatt für das Burgenland, Jahrgang 1990, S. 77. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/lgb.
  4. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Raiding 2017 (abgerufen am 2. Jänner 2018)
  5. Land Burgenland: Wahlergebnis Raiding 2012 (abgerufen am 2. Jänner 2018)
  6. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Raiding 2007 (abgerufen am 2. Jänner 2018)
  7. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Raiding 2002 (abgerufen am 2. Jänner 2018)
  8. a b c Marktgemeinde Raiding: Gemeinderat (abgerufen am 2. Jänner 0218)
  9. Marktgemeinde Raiding: Das Gemeindeamt (abgerufen am 2. Jänner 0218)
  10. „Storchenhaus“ in Raiding öffnet, Artikel in der Wiener Zeitung vom 23. Oktober 2012.
  11. Die Raiding Foundation ist ein gemeinnütziger Verein
  12. Bericht des ORF auf Youtube über die Eröffnung des Storchenhauses
  13. a b c Marktgemeinde Raiding: Persönlichkeiten (abgerufen am 2. Jänner 2018)