Rain Man

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Filmdaten
Deutscher TitelRain Man
OriginaltitelRain Man
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1988
Länge133 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieBarry Levinson
DrehbuchBarry Morrow,
Ronald Bass
ProduktionMark Johnson
MusikHans Zimmer
KameraJohn Seale
SchnittStu Linder
Besetzung
Synchronisation

Rain Man ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Barry Levinson aus dem Jahr 1988. Dustin Hoffman spielt den Autisten Raymond, der von seinem Bruder Charlie (Tom Cruise) aus einer Klinik auf eine Reise durch die USA mitgenommen wird.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charlie Babbitt, ein aalglatter und selbstverliebter Autohändler aus Kalifornien, bekommt beim Import italienischer Sportwagen Probleme mit den Umweltanforderungen, die er seinen Kunden verheimlicht, um Zeit zu gewinnen. Als er wenig später mit seiner Freundin Susanna auf dem Weg zu einem gemeinsamen Wochenende ist, erfährt er vom Tod seines Vaters, Sanford Babbitt. Charlie gibt sich zunächst emotionslos, macht sich aber unverzüglich mit Susanna auf den Weg nach Cincinnati, Ohio, wo das Begräbnis stattfindet.

Er erzählt Susanna, was sein Verhältnis zu seinem verwitweten Vater zerstört hat: Als der 16-jährige Charlie den Wagen des Vaters, ein 1949er Buick Roadmaster Serie 70 Cabriolet, trotz Verbots genommen hatte, um mit seinen Freunden nach einer bestandenen Abschlussprüfung ein paar Runden zu drehen, meldete sein Vater den Wagen als gestohlen und ließ Charlie zwei Tage in der Arrestzelle der Polizei sitzen. Charlie verließ daraufhin sein Elternhaus und brach jeglichen Kontakt ab. Die Erinnerungen lassen ihn emotional etwas auftauen, sodass er Susanna auch vom Rain Man erzählt, einer Phantasiefigur, die er sich als kleiner Junge ausgedacht hatte: Wenn er Hilfe brauchte, kam der Rain Man und sang für ihn.

Bei der Eröffnung des Testaments erfährt Charlie, dass er die preisgekrönten Rosenbüsche und den Buick erbt, während das Geldvermögen von über drei Millionen Dollar einem unbekannten Begünstigten zuteil wird. Charlie sieht sich von seinem Vater um das Geld betrogen. Er findet heraus, dass das Geld an Wallbrook geht, eine Klinik für geistig Behinderte, die er sofort aufsucht. Der Leiter, Dr. Bruner, zeigt zwar Verständnis für Charlies Zorn, verweigert ihm aber jede Auskunft. Doch gleich darauf stößt Charlie auf einen ihm unbekannten Patienten, dem nicht nur der Buick bestens vertraut ist, sondern der auch Details aus Charlies Familie kennt. Da eröffnet ihm Dr. Bruner, dass es sich bei dem Patienten um Charlies älteren Bruder Raymond handelt. Charlie hat nie etwas von einem Bruder gewusst. Da aber Raymond nun offenbar die drei Millionen Dollar geerbt hat, auf die Charlie auch einen Anspruch zu haben glaubt, nimmt er ihn ungefragt mit auf seine Rückreise nach Kalifornien.

Raymond lebt in Wallbrook, weil er Autist mit einer Inselbegabung ist. Zwar ist sein Gehirn hochfunktionell, aber er kann kaum Beziehungen zu Menschen aufbauen, einfachste Alltagshandlungen nicht ohne Hilfe ausführen und erträgt keinerlei Abweichung von seinem gewohnten Tagesablauf. Deshalb muss der ohnehin genervte Charlie während der Reise dafür sorgen, dass Raymonds Alltag möglichst gewohnheitsgemäß weiterläuft. Als Susanna herausfindet, dass Charlie seinen Bruder als Druckmittel verwendet, um an die Hälfte der drei Millionen Dollar zu kommen, verlässt sie ihn empört mit dem Vorwurf, er benutze jeden Menschen nur für seine Zwecke. Obwohl das offenbar stimmt, sieht Charlie sich weiterhin im Recht.

Da Raymond sich weigert, per Flugzeug zu reisen – er kennt alle Flugunfälle mit Flugnummern und Anzahl der Todesopfer auswendig –, auch Highways für zu gefährlich hält und sich obendrein weigert, bei Regen das Zimmer zu verlassen, zieht sich die Fahrt erheblich in die Länge, weshalb Charlie versuchen muss, sein vom Konkurs bedrohtes Autogeschäft telefonisch zu retten. Dass Raymond nicht das geringste Verständnis für Charlies Situation zeigt, bringt Charlie an den Rand der Verzweiflung.

Im Laufe der Reise fallen Charlie aber auch immer wieder erstaunliche Fähigkeiten seines Bruders auf. Am ersten Abend gibt er Raymond spöttisch ein Telefonbuch, als dieser nach Büchern verlangt. Am nächsten Tag stellt sich heraus, dass Raymond nun sämtliche gelesenen Einträge von A bis Gotzecker im Kopf hat. Als eine Packung Zahnstocher zu Boden fällt, erkennt Raymond auf einen Blick, dass 246 Zahnstocher am Boden liegen. Ein spontan konsultierter Arzt macht Charlie mit einigen Beispielen deutlich, dass Raymond zwar komplizierte Rechenaufgaben augenblicklich im Kopf löst, aber mit alltäglichen Geldrechnungen oder der Frage nach Preisen für Waren nichts anzufangen weiß.

Bei einer Übernachtung nennt Raymond sich selbst scherzhaft „Rain Man“ und zeigt Charlie ein Foto, auf dem ihr Vater seine beiden Söhne zusammen ablichtete. Da wird Charlie klar, dass der damals 20-jährige Raymond tatsächlich zur Familie gehört hat und der Rain Man keine Phantasiefigur des kleinen Charlie war, sondern dass er als Dreijähriger seinen Bruder Raymond so genannt hat. Nach einer Panikattacke Raymonds wegen Charlies Badewasser musste Raymond ins Heim, da man befürchtete, er könne sonst dem kleinen Charlie ungewollt etwas antun. Erstmals empfindet Charlie eine aufrichtige Verbundenheit mit seinem älteren Bruder.

Raymonds kognitive Fähigkeiten bringen Charlie auf die Idee, in Las Vegas mit Kartenzählen viel Geld zu gewinnen. Tatsächlich gewinnen sie mit diesem Trick so viel, dass Charlie seine Schulden begleichen kann. Das Kasino stellt ihn zur Rede, kann ihm keinen Betrug nachweisen, erteilt aber dennoch Hausverbot. Währenddessen unterhält sich Raymond mit einer Bardame und verabredet sich für später mit ihr. Als sie nicht zur vereinbarten Uhrzeit erscheint, kümmert sich die wieder aufgetauchte Susanna einfühlsam um ihn. Dass auch Charlie inzwischen gelernt hat, Raymond und seine Bedürfnisse zu respektieren, macht auf Susanna tiefen Eindruck.

Charlies Anwalt hat eine Lücke in der offiziellen Vormundschaftsregelung für Raymond gefunden und leitet juristische Schritte ein. Mit Dr. Bruner wird ein Termin bei einem unabhängigen Psychologen vereinbart, dessen Gutachten darüber entscheiden soll, ob Raymond bei seinem Bruder bleiben kann oder zurück in die Klinik muss. Am Vorabend des Treffens bietet Dr. Bruner Charlie vorab 250.000 Dollar, wenn er seinen Bruder unbehelligt in Wallbrook leben lässt. Charlie nimmt das Geld nicht an, da ihm sein Bruder bereits zu viel bedeutet.[2]

Bei dem Termin mit dem Psychologen wird klar, dass Raymond überhaupt nicht in der Lage ist, eine Entscheidung für seine Zukunft zu treffen: Er beantwortet sowohl die Frage, ob er bei Charlie bleiben möchte, als auch die Frage, ob er nach Wallbrook zurück möchte, mit ja. So erkennt Charlie schließlich, dass er seinen Bruder nicht dauerhaft in Obhut nehmen kann. Er bringt ihn daraufhin zusammen mit Dr. Bruner zum Bahnhof und verabschiedet sich von ihm mit der Zusage, ihn in Wallbrook regelmäßig zu besuchen.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch von Horst Balzer und seiner Dialogregie im Auftrag der Berliner Synchron Wenzel Lüdecke.[3]

Rolle Darsteller Deutscher Sprecher
Raymond Babbitt Dustin Hoffman Joachim Tennstedt
Charlie Babbitt Tom Cruise Stephan Schwartz
Susanna Valeria Golino Katja Nottke
Dr. Bruner Gerald R. Molen Norbert Langer
Lenny Ralph Seymour Christian Brückner
Testamentsverwalter Jack Murdock Friedrich Schoenfelder
Kellnerin Sally Dibbs Bonnie Hunt Christel Merian
Pfleger Vern Michael D. Roberts Detlef Bierstedt
Mutter im Farmer-Haus Beth Grant Sonja Deutsch
Iris Lucinda Jenney Evelyn Maron
Dr. Marston Barry Levinson Jürgen Thormann
Croupier Nick Mazzola Helmut Krauss
Doktor in Kleinstadt Kim Robillard Lothar Blumhagen
Krankenschwester Donna Dickson Constanze Harpen
Sekretärin Loeretta Wendt Jolivette
Mann auf der Straße Earl Roat Manfred Petersen
Mann im Wartezimmer Byron P. Cavnar Heinz Palm
Mr. Kelso Ray Baker H. H. Müller
Pit Boss #1 Isadore Figler Wolf Rüdiger Reutermann
Priester Donald E. Jones Eric Vaessen

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Für diese Geschichte ließ sich der Drehbuchautor Barry Morrow vom Savant Kim Peek inspirieren.
  • Raymond wiederholt in unangenehmen Situationen beständig den von Abbott und Costello gespielten Sketch Who’s on First?
  • In der Simpsons-Folge Vom Teufel besessen ($pringfield) wird Homer Kartengeber im Casino von Mr. Burns. Zwei Männer – Charlie und Raymond – kommen an seinen Tisch und räumen ab. Als Raymond sich in einem Anfall auf dem Boden wälzt, tut Homer es ihm gleich.
  • Am Flughafen behauptet Raymond, die Fluggesellschaft Qantas Airways habe bislang keine Abstürze gehabt. Die Aussage ist falsch, denn am 16. Juli 1951 stürzte eine Propellermaschine ab; dabei starben sieben Menschen.
  • Ursprünglich war Steven Spielberg für die Regie vorgesehen. Er lehnte jedoch ab, und so erhielt Levinson den Auftrag und schließlich einen Oscar.
  • Dustin Hoffman soll sich über ein Jahr auf die Rolle des Raymond vorbereitet haben.
  • Für den Filmkomponisten Hans Zimmer war dieser Film der große Durchbruch.
  • Das den Vorspann untermalende Musikstück Iko, Iko von den Belle Stars ist auch während der Kletterszene in Mission: Impossible 2 (2000) zu hören. In beiden Filmen war Tom Cruise Hauptdarsteller und Hans Zimmer für die Musik verantwortlich.
  • Regisseur Barry Levinson spielte selbst den Gutachter am Ende des Films.
  • Der im Film verwendete Taschenfernseher ist ein SONY Watchman FD-40.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dustin Hoffman bei der Oscarverleihung 1989

Rain Man war 1989 für acht Oscars nominiert und bekam ihn in den Kategorien Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Dustin Hoffman), Beste Regie und Bestes Originaldrehbuch.

Weitere Filmpreise:

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Während die Geschichte recht langatmig und unkonzentriert entwickelt ist, weckt die Figur des Behinderten dank der ebenso sensiblen wie verblüffenden Darstellung Dustin Hoffmans in tragischen und komischen Situationen menschliches Interesse und Anteilnahme.“

„Levinson platziert die Kamera, Cruise gibt die Stichworte, und Dustin Hoffman spielt. ‚Rain Man‘ ist unwiderstehlich, weil er wie alle großen Hollywoodfilme von Hollywood selber handelt, von der autistischen Einsamkeit des Stars.“

Die Zeit, 24. Februar 1989[5]

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rain Man. Reihe „Preisgekrönte Filme“. MGM Home Entertainment/Twentieth Century Fox Home Entertainment 2006

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Rain Man. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, April 2004 (PDF; Prüf­nummer: 61 537 V/DVD).
  2. Wörtlich sagt er Dr. Bruner als Erklärung: „Es wäre schön gewesen, ihn schon früher gekannt zu haben.“
  3. Rain Man. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 11. August 2018.
  4. Rain Man. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 14. Januar 2014.
  5. Die Zeit vom 24. Februar 1989

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joanne Berry: Rain Man (1988). In: Steven Jay Schneider (Hrsg.): 1001 Filme. Edition Olms, Zürich 2004, ISBN 3-283-00497-8, S. 774
  • Leonore Fleischer: Rain Man. Ein Roman nach dem Drehbuch von Ronald Bass und Barry Morrow. Deutsch von Alfred Dunkel. Heyne, München 1995, ISBN 3-453-03595-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]