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Rainald Grebe

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Rainald Grebe
Rainald Grebe
Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[1]
Das Hongkongkonzert
  DE 93 11.09.2009 (1 Wo.)
Rainald Grebe & das Orchester der Versöhnung
  DE 84 18.02.2011 (1 Wo.)
Zurück zur Natur
  DE 41 16.09.2011 (1 Wo.)
Das Rainald Grebe Konzert
  DE 86 26.10.2012 (1 Wo.)
Berliner Republik
  DE 70 18.04.2014 (1 Wo.)
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Rainald Grebe (* 14. April 1971 in Köln) ist ein deutscher Liedermacher, Schauspieler, Kabarettist und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rainald Grebe wuchs in einer evangelisch-bürgerlichen Familie in Frechen bei Köln auf. Sein Vater Werner Grebe, Professor für Bibliothekswesen,[2] kommt gebürtig aus Netphen im Siegerland.[3]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur am Gymnasium der Stadt Frechen im Juni 1990 leistete er seinen Zivildienst in einer psychiatrischen Klinik der Von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel ab und begab sich danach als Straßenkünstler nach Berlin. Ab dem Wintersemester 1993 studierte Grebe an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. 1997 schloss er das Studium mit einem Diplom im Fach Puppenspiel ab. Rainald Grebe nahm im Jahr 2000 den Beruf des Dramaturgen, Schauspielers und Regisseurs am Theaterhaus in Jena auf.

Karriere als Künstler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grebe beim Zelt-Musik-Festival 2014

Thomas Hermanns produzierte 2002 mit Grebe eine eigene Varietéshow namens Immer wieder Sonntags im Hamburger Schauspielhaus. Seither tritt Rainald Grebe regelmäßig in Fernsehsendungen wie dem Quatsch Comedy Club in Berlin oder der Comedysendung Nightwash auf. Währenddessen fand im Theatercafé Jena oft Die Falkenhorst-Show von und mit Rainald Grebe und Gästen statt. Das Programm wurde später unter dem Namen Cinehorst ins „Kassablanca“ verlegt, wo Schauspieler unter Moderation von Grebe „Live-Kino“ vorführten.[4]

2004 erschien sein erstes Album Das Abschiedskonzert auf zwei CDs mit Liedern, in denen Grebe allein mit Klavier und Gesang auf zum Teil bizarre Art meist alltägliche Themen behandelt. Im Januar 2007 fand die Premiere seines zweiten Solo-Programms Das Robinson-Crusoe-Konzert in den Berliner Wühlmäusen statt.

2005 tourte Rainald Grebe zudem mit der Berliner Kapelle der Versöhnung, bestehend aus Martin Brauer (Schlagzeug) und Marcus Baumgart (Gitarre).

2008/2009 traten Rainald Grebe und die Kapelle der Versöhnung mit dem Programm Alle reden vom Wetter – Die Klimarevue im Leipziger Centraltheater auf. Außerhalb seiner regulären Programme war Grebe hier Autor und Regisseur einer zweistündigen Revue, die die Gefahren des Klimawandels thematisierte. An dieser Stelle kamen sämtliche Mitglieder der Kapelle der Versöhnung u. a. als Sänger zum Einsatz.[5]

Mit seinem dritten Solo-Programm Das Hongkongkonzert war Grebe 2009 auf Tour. Der Name entstand anlässlich eines im Hotel InterContinental Grand Stanford in Hong Kong abgehaltenen Auftritts vor deutschen Geschäftsleuten.[6]

Am Centraltheater in Leipzig hatte am 16. Dezember 2009 Rainald Grebes neues Theaterstück Die Karl-May-Festspiele Leipzig Premiere. Für die Darstellung der Indianer kamen dabei 20 Laiendarsteller[7] zum Einsatz.

Am 21. Januar 2010 stellte Grebe am Maxim-Gorki-Theater in Berlin unter Mitwirkung einiger Schauspieler des Ensembles seine neue Produktion Zurück zur Natur. Ein Konzert für Städtebewohner vor.[8]

Im Jahr 2010 erweiterte Grebe die Kapelle der Versöhnung um weitere Musiker, darunter Buddy Casino und ein Streichquartett, zum Orchester der Versöhnung.[9] Das Stück Die WildeWeiteWeltSchau hatte am 27. Januar 2011 am Leipziger Centraltheater Premiere. Am 18. Juni 2011 spielte Grebe in der Berliner Waldbühne vor 15.000 Besuchern ein dreistündiges Konzert mit dem „Waldbühnenorchester“, bestehend aus dem Orchester der Versöhnung und einer Reihe von Gästen, darunter die ehemalige Bolschewistische Kurkapelle schwarz-rot.

Am 31. August 2011 hatte Grebes Stück Völker schaut auf diese Stadt – Berlin wählt und Rainald Grebe kann sich nicht entscheiden am Maxim-Gorki-Theater in Berlin Premiere. Im Vorfeld der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2011 hatte Grebe im Wahlkampf Kandidaten, Werber, Bürgerinitiativen und Bürger getroffen und daraus ein Stück geschrieben.[10]

Von 2012 bis 2014 war Rainald Grebe mit seinem Soloprogramm Das Rainald Grebe Konzert auf Tour. Die Premiere fand am 9. Januar 2012 im Theater Die Wühlmäuse in Berlin statt.

2013 hat Rainald Grebe am Schauspielhaus Hannover einen Vertrag für drei Jahre unterschrieben.[11] Er wird dort unter dem Titel „Das Anadigi Ding“ ein Projekt zum digitalen Leben als theatrale Langzeitstudie inszenieren.[12]

Am 9. Dezember 2014 trat Rainald Grebe in der Sendung Die Anstalt auf und behandelte die Themen Sanifair und Monsanto.

Am 20. Juni 2015 führte Grebe in der Berliner Wuhlheide sein einmaliges Programm "Halleluja Wuhlheide" auf. Das fünfstündige Konzert wurde am 12. September 2015 bei 3sat als gekürzter Mitschnitt gezeigt. An dem Projekt wirkten Thomas Quasthoff, Gotthilf Fischer, Olaf Schubert, Buddy Casino und weitere 200 Statisten in verschiedenen Rollen mit.

Im Dezember 2015 wurde an zwei Tagen die "BrandenburgSchau" für den RBB in Frankfurt / Oder aufgezeichnet. Diese Sendung wurde am 23. Januar 2016 als Zusammenschnitt ausgestrahlt. Mitwirkende waren u.a. die Punkband Die Bockwurschtbude, der Politiker Martin Patzelt, Aktionskünstler Michael Kurzwelly und Schauspielerin Maria Simon.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerrit Lembke, Dozent am Institut für Neuere deutsche Literatur und Medien an der Universität Kiel, versuchte in einem Essay, die Popularität des Kabarettisten Grebe vage zwischen Bodo Wartke und Gerhard Polt einzuordnen, wobei die „komplexen und um gesellschaftliche Relevanz bemühten Lieder in einer Traditionslinie mit Bertolt Brecht, Wolf Biermann oder Franz-Josef Degenhardt zu sehen“ seien.

Doch Lembke erkennt in Grebes Liedern vielmehr eine „Poetik der Einebnung“. Denn beispielsweise Science-Fiction-Utopien siedelten den Ort der Handlung nicht nur in zeitlicher, sondern oft auch in räumlicher Distanz an. So werde „Fortschritt“ immer auch als räumliche Bewegung inszeniert, die häufig genug dorthin führe, „where no man has gone before“ (aus dem Vorspann der TV-Serie Star Trek). Grebe aber verfahre in umgekehrter Richtung: „Bei ihm nimmt die Vergangenheit den größten Raum ein, die Gegenwart entpuppt sich dort, wo sie modern scheint, als umso rückwärtsgewandter, und eine Zukunft ist im wahrsten Sinne u-topisch: raumlos.“[13]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben

Solo

  • 2001: Solo (Promotionsalbum – nicht verkäuflich)
  • 2004: Das Abschiedskonzert (Live-Doppelalbum) (25. Oktober 2004)
  • 2007: Das Robinson Crusoe Konzert (Live-Album) (14. September 2007)
  • 2009: Das Hongkongkonzert (Live-Album) (28. August 2009)
  • 2012: Das Rainald Grebe Konzert (Studio-Album) (12. Oktober 2012)

mit Band

  • 2005: Rainald Grebe & die Kapelle der Versöhnung (18. November 2005)
  • 2007: Volksmusik (mit „Der Kapelle der Versöhnung“) (11. Mai 2007)
  • 2008: 1968 (mit „Der Kapelle der Versöhnung“) (Live-Album) (26. September 2008)
  • 2011: Rainald Grebe & das Orchester der Versöhnung (4. Februar 2011)
  • 2011: Zurück zur Natur (mit „Der Kapelle der Versöhnung“) (2. September 2011)
  • 2014: Berliner Republik (mit „Orchester der Versöhnung“) (Live-Album) (4. April 2014)
(Hör-)Bücher
  • 2006: Global Fish (Roman) (Februar 2006)
  • 2007: Global Fish (Hörbuch mit Shantys)
  • 2007: Das grüne Herz Deutschlands (Gesangbuch) (März 2007)
DVDs
  • Live im Admiralspalast - Die besten Lieder meines Lebens (16. April 2010)
Sonstiges
  • Die Lieder der Falkenhorst-Show (nicht mehr erhältlich)
  • Bin in Jena (Kurzfilm)
  • Anfang der Selbstfindung und Anfang des Wahnsinns (Kurzfilme im Rahmen des Projekts Apartment666.com vom Schauspiel Frankfurt)[14]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rainald Grebe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikiquote: Rainald Grebe – Zitate

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chartquellen: DE
  2. Kultur - Digitalisierte Erinnerung - Siegener-Zeitung. In: sztest.siegener-zeitung.de. Abgerufen am 27. September 2015.
  3. Rainald Grebe im SZ-Gespräch. Die Sehnsucht besteht
  4. Der Film, das sind wir. Meldung im Karl-May-Magazin, 17. November 2002
  5. Centraltheater Leipzig
  6. Rainald Grebe: „Eine Bemerkung fällt, und zack!“. Der Tagesspiegel, 24. März 2009
  7. Centraltheater: Mit Rainald Grebe auf Winnetous Spuren (Memento vom 8. Dezember 2009 im Internet Archive)
  8. Wolfgang Behrens: „Das Spiegelbild im Manufactum-Katalog“ auf nachtkritik.de
  9. Orchester der Versöhnung – Spaß im Quartett. In: Tagesspiegel, 4. November 2010
  10. Petra Ahne: Ich bin Ihr Kandidat. In: Berliner Zeitung, 30. September 2011
  11. Rainald Grebe inszeniert Theaterprojekt zum digitalen Leben
  12. DAS ANADIGIDING
  13. Vgl. * Gerrit Lembke: Poetik der Einebnung: Zur Amalgamierung von Raum und Zeit in den Liedern Rainald Grebes. Zeitmaschine (2008) und Guido Knopp (2005) (PDF; 648 kB) In: Mauerschau 2/2010, S. 35–47.
  14. Apartment666.com; Projektbeschreibung auf www.kulturportal-hessen.de
  15. Leipziger Lachmesse erwartet über 150 Künstler ZDFtheaterkanal, 27. März 2001
  16. „Salzburger Stier“ an Ludwig Müller und Rainald Grebe. In: Der Standard, 27. Dezember 2007
  17. Liederbestenliste November 2008
  18. Bayerischer Kabarettpreis 2009 – Die Preisträger stehen fest
  19. Der Deutsche Kabarett-Preis im Überblick. In: Homepage des nürnberger burgtheater e.V. Abgerufen am 9. Juli 2015.
  20. weltmusikpreis.de: Der deutsche Weltmusikpreis
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