Rainer Komers

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Artikel wurde am 29. Juni 2020 auf den Seiten der Qualitätssicherung eingetragen. Bitte hilf mit, ihn zu verbessern, und beteilige dich bitte an der Diskussion!
Folgendes muss noch verbessert werden: Vollprogramm, Wikifizieren, Sprache und Zitatform beachten, Schreibstil etc. --Stephan Tournay (Diskussion) 21:47, 29. Jun. 2020 (CEST)

Rainer Komers (* 1. Februar 1944 in Guben in der Niederlausitz) ist ein deutscher Filmemacher und Kameramann. Neben seinen mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilmen hat er auch Arbeiten als Autor, Fotograf, Grafiker und Übersetzer gemacht.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rainer Komers war 1964–65 im studentischen Filmclub Bonn tätig, für den er u. a. die Plakate entwarf und druckte. Danach arbeitete er als Leiter der Serigrafie in der Op Art-Galerie Denise René Hans Mayer in Krefeld. 1973–75 erhielt Komers einen Lehrauftrag für Siebdruck an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er anschließend ein Studium in der Filmklasse antrat, das er 1981 als Meisterschüler abschloss. 2003–05 absolvierte er ein Gaststudium im Fach Fotografie an der Universität Essen. Seit 1972 dreht Rainer Komers, der wahlweise in Mülheim an der Ruhr und Berlin lebt, kurze und lange Dokumentarfilme als Regisseur und als (auch sein eigener) Kameramann. Sie wurden auf Filmfestivals in 35 Ländern sowie im Fernsehen in Deutschland und in den USA gezeigt. Neben seiner Filmarbeit veröffentlichte Komers Gedichte (u. a. in den Verlagen DVA, Random House und Reclam), Artikel und Aufsätze (unter anderem in der Zeit und der Süddeutschen Zeitung) sowie Reiseberichte im Radio über Indien, Japan und Jemen (Deutschlandfunk). Seine bildnerischen und audiovisuellen Arbeiten stellte in Museen und Galerien aus (unter anderem in der Szene Rhein Ruhr 1972, Kunsthalle Düsseldorf, Große Kunstausstellung NRW (Kunstpalast Düsseldorf)). Als Filmemacher erhielt er ein Goethe-Stipendium im Goethe-Institut Villa Kamogawa, Kyōto (2015).

Als Autor war er Finalist beim Lyrikpreis München (2016).

Im Jahr 2018 erschien sein Lyrikband »Worte Fliege Agfa« in der Edition offenes Feld, Dortmund.

Cine Poems[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"Beginnend mit dem Kurzfilm »B 224« (1999) und seiner Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Sprache und Film hat Komers seinen filmischen Stil in unverwechselbaren cine poems verfeinert, die teilweise an das Erbe der Stadt-Symphonien seiner Landsleute aus den 1920er Jahren anknüpfen und teilweise mit Godfrey Reggios Fokus auf die Vernetzung von Mensch und Zivilisation korrespondieren. Wie diese [filmischen] Komponisten zeigt er eine visuelle Faszination für die Moderne mit ihrer industriellen und urbanen Ästhetik. Aber mit seiner Neugier, einen Kontext herzustellen und zu untersuchen, welche Positionen Mensch und Natur in dieser Beziehung einnehmen, setzt er sich davon ab."

Zitat aus: Kateřina Surmanová, dokweb by Inistitute of Documentary Film, Prag 2012.

In einer Doppelbewegung begann Komers Gedichte zu verfassen, während er gleichzeitig in seinen Filmen auf den Off-Kommentar und Dialoge verzichtete. Die sorgsam komponierten Originaltöne und Geräusche (ambient sound) erzählen so im Zusammenklang mit Komers fotografischen Einstellungen ihre spezifisch audiovisuelle Geschichte. Das Ergebnis sind poetische Landschafts- und Ortsschilderungen im Geist der Avantgardisten der 1920er Jahre.

Das Filmfestival Buenos Aires Festival Internacional de Cine Independiente schreibt in der Programmankündigung über »Kobe« (2006): "Rainer Komers charts an urban journey with echoes of a valuable German film tradition, which can be traced since Walter Ruttmann's »Berlin: Symphony of a Great City« (1927) to Wim Wenders' »Notebook on Cities and Clothes« (1989). »Kobe« proposes an exploration of the city's particular habits, rhythms and gestures until it transforms immediate register into unfamiliar everyday life, in a constant zigzag between sociological observation and sudden poetry."

Mit dem Kurzfilm »Seseke classic« (2010) begann Komers mit dem Einsatz von Gedichten im Film zu experimentieren. Diese Entwicklung führte zu Barstow, California (2018) und seinem Protagonisten, dem Lyriker und Gefangenen Stanley "Spoon" Jackson (* 1957). Der lange Dokumentarfilm, der in Jacksons Heimatort Barstow in der Mojave Wüste spielt, wird von der von ihm selbst in Ausschnitten gelesenen Autobiographie "By Heart" und seinen Gedichten getragen. In Live-Veranstaltungen wird Jackson im Anschluss an die Filmvorführung telefonisch zugeschaltet und kann dabei seine Gedichte selbst lesen und mit dem Publikum darüber sprechen. Beginnend mit seinen Aktivitäten 2008 und mit dem "Barstow" Film unterstützt Komers die Freilassung des Afroamerikaners, der seit 1977 eine lebenslange Haftstrafe ohne Bewährung wegen Mordes verbüßt.

Rainer Komers in Manakha im Jahre 2007 in einer schräg stehenden Blechhütte

Filmographie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1965: Tom Doyle und Eva Hesse (zus. mit Werner Nekes)

1965: Die Sterne der Heimat

1967: N.N.1972: Wissen wie der Hase läuft 1976: 2211 Büttel

1980: Zigeuner in Duisburg

1981: 480 Tonnen bis Viertel vor zehn – Bei den Hafenarbeitern in Duisburg-Hochfeld

1983: Wer bezahlte für Hitler? – Widerstand und Verfolgung in Mülheim an der Ruhr 1933–45

1989: Erinnerung an Rheinhausen (zusammen mit Klaus Helle )

1992: Lettischer Sommer

1995: Ofen aus (zusammen mit Klaus Helle )

1999: B 224

2004: Nome Road System

2004: NH 2

2006: Kobe

2008: Ma’rib

2007 Rainer Komers Ma'rib Beduinen-Gruppe

2009: Milltown, Montana

2010: Seseke classic

2012: 25572 Büttel

2014: Daugava Delta

2014: Ruhr Record

2017: Kursmeldungen

2018: Barstow (Fresno County, Kalifornien)

Kamera (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1967: Die große Pumpelei (Regie: Peter Könitz)

1979: Tor 2 (Regie: Klaus Wildenhahn)

1981: Bandonion 1 +2 (Regie: Klaus Wildenhahn)

1982: Nekes (Regie: Werner Nekes)

1986: Vom Atelier zur Zeche (Regie: Georg Bender)

1987: Fasia – von trutzigen Frauen und einer Troubadora (Regie: Rea Karen)

1988: Die Bank (Regie: Reinald Schnell)

1988: Die Judengasse (Regie: Peter Nestler)

1990: Zeil, Frankfurt (Regie: Dieter Reifarth, Bert Schmidt)

1995: Pachamama – Unsere Erde (Regie: Peter Nestler) 1995: Stadt aus Lehm und Licht – Die Rettung der Altstadt von Sana’a (Regie: Shabbir Siddiquie)

2000: Ein kleiner Film für Bonn (Regie: Klaus Wildenhahn)

2000: Flucht (Regie: Peter Nestler)

2000: Eye-Step (Regie: Dore O)

2002: Die Verwandlung des guten Nachbarn (Regie: Peter Nestler)

2003: Die Rollbahn (Regie: Malte Rauch / Bernhard Türcke / Eva Voosen)

2003: Die Helfer und die Frauen (Regie: Karin Jurschick)

2004: Hommage an eine Räuberin (Regie: Enzio Edschmid)

2007: Katze gut – 9 Wochen Kranumbau auf der Kieler Werft HDW (Regie: Fredo Wulf)

2007: Five Sex Rooms und eine Küche (Regie: Eva Heldmann)

2012: Dann bin ich ja ein Mörder (Regie: Walter Manoschek)

2013: Villa Tugendhat(Regie: Dieter Reifarth)

2015: Franzosensand (Regie: Bettina Nürnberg / Dirk Peuker)

2017: Die Berkel (Regie: Anna Schlottbohm / Willem Kootstra)

2020: Picasso in Vallauris (Regie: Peter Nestler)

Auszeichnungen / Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1980: Preis der Deutschen Filmkritik für Zigeuner in Duisburg

1987: Krakow Film Festival, Silver Dragon für Die Sterne der Heimat

1999: Hessischer Filmpreis für B 224

2004: Deutscher Kurzfilmpreis; Planet in Focus (Toronto), Best International Short Form Prize; Short Cuts Cologne, 1st Jury Prize für Nome Road System

2006: Blicke aus dem Ruhrgebiet, Schmelztiegelpreis für Kobe

2006: Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft

2010: Filmfest Augenweide Kiel, Dokumentarfilmpreis; Filmfestival des Ruhrgebiets, Blicke Preis; Big Sky Film Festival (Missoula/USA), Excellence of Editing Award (Editor: Bert Schmidt); Festival Territoires en Images (Paris), Grand prix für Milltown, Montana

2014: Big Sky Film Festival (Missoula/USA), Best Short Award für Daugava Delta

2018: Duisburger Filmwoche, ARTE Dokumentarfilmpreis; Achtung Berlin, Best Documentary – New Berlin Film Award für Barstow, California

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

»Worte Fliege Agfa« (Gedichte 1998–2018), Dortmund 2018 Interview zu seiner Arbeitsweise in: Juditha Balint (Hrsg.): Arbeit am Text, Berlin 2020 Als Mitherausgeber und Übersetzer:

Spoon Jackson: »Felsentauben erwachen auf Zellenblock 8«, Gedichte und Prosa, Dortmund, 2017

Bio Filmografie, Werkschau, Installation

https://www.filmportal.de/person/rainer-komers_662c9869d77a44d7ab16e2d6624b0084

VideonaleScope #2, Werkschau 2014 in Köln

http://v13.videonale.org/VideonaleScope-2014

Video-Installation, Rumänien 2015

https://vimeo.com/135471613 Interviews zu Leben und Werk https://www.dokumentarfilminitiative.de/index.php/burgermenue/archiv-burger/suche/21-symposien/213-interviewrainerkomers https://www.film-rezensionen.de/2019/10/rainer-komers-interview/

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rainer Komers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien