Rainer Matsutani

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Rainer Matsutani (* 9. Juli 1964 in Hockenheim) ist ein deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor, der sich insbesondere in den Filmgenres Thriller, Krimis und Horrorfilme einen Namen gemacht hat. In einigen kleineren Rollen war er auch schauspielerisch tätig.

Herkunft und berufliche Laufbahn[Bearbeiten]

Rainer Matsutani wurde 1964 im badischen Hockenheim geboren. Sein Vater ist japanischer Herkunft und seine Mutter Deutsche. Er verbrachte daher auch einige Jahre seiner Kindheit in Japan.

Matsutani entdeckte seine Liebe für den Film bereits sehr früh. Schon in seiner Schulzeit leitete er die Film-AG seiner Schule, dem Bunsen-Gymnasium in Heidelberg. Direkt nach dem Abitur begann er 1984 für verschiedene Zeitschriften und lokale Tageszeitungen Kritiken und Filmartikel zu schreiben. Später zog er dann nach Berlin, wo er als Stipendiat an der Berliner Drehbuchwerkstatt für junge Nachwuchsautoren teilnahm. 1988 begann Rainer Mastutani seine Ausbildung an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film.

Im Jahr darauf gründete er mit seinen Kommilitonen Harry Patramanis und Jürgen Hebstreit die Produktionsfirma Engram Pictures, für die er 1989 zunächst den 30-minütigen Kurzfilm Flug in die Nacht schrieb. Es folgten ein Werbespot und Industrie-Features, ehe Matsutani 1991 mit dem preisgekrönten Kurzfilmthriller Klinik des Grauens (mit Ulrike Folkerts) einen ersten bedeutenden Filmerfolg erzielte. 1993 folgte mit Aus dem Reich der Schatten abermals eine fantastische Horrorgeschichte, mit der er weitere Preise einheimsen konnte.

1994 wurde die bislang als GbR geführte Engram Pictures in eine GmbH umgewandelt, mit Matsutani und Hebstreit als Gesellschafter. 1995 folgte dann mit der schwarzen Komödie Nur über meine Leiche (mit Katja Riemann und Christoph M. Ohrt) das ebenfalls mehrfach ausgezeichnete Kinodebüt. Nun konzentrierte sich Matsutani vorwiegend auf die Arbeit im Fernsehbereich.

Zunächst realisierte er 1997 die Gruselanthologie Geisterstunde. Darauf folgten eine Episode der Science-Fiction-Miniserie Lexx – The Dark Zone und 1998 der Fantasy-Actionfilm Feuerläufer – Fluch des Vulkans, den er gemeinsam mit Eckhard Vollmar verfasste. Mit Romantic Fighter wagte Matsutani sich aufs Martial-Arts-Parkett, um darauf im Jahr 2000 mit Einladung zum Mord, ein von Eckhard Vollmar geschriebenes Remake von Rainer Erlers Die letzten Ferien, einen lupenreinen Psychothriller folgen zu lassen. 2002 folgte dann mit 666 – Traue keinem, mit dem du schläfst! eine Kinoarbeit.

Danach wandte er sich schwerpunktmäßig dem Krimibereich zu und zeichnete für zwei Folgen der Tatort-Reihe (2005: Das ewig Böse mit Jan Josef Liefers, 2009: Tödliche Tarnung) verantwortlich und inszenierte drei TV-Krimis (2003: Die Stimmen, 2004: Untreu, 2005: Damals warst du still) mit Mariele Millowitsch als Hauptkommissarin Mona Seiler.

Im Bereich der TV-Comedy führte Matsutani 2006/2007 bei fünf Folgen der Reihe Ladyland mit Anke Engelke Regie. Weitere wichtige TV-Arbeiten waren 2007 Das Inferno – Flammen über Berlin und 2008 Das Papst-Attentat. Am 25. September 2009 war Premiere des Kinofilms Gangs.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Klinik des Grauens erhielt 1992 von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden das Prädikat „Besonders wertvoll“. Außerdem gewann der Kurzfilm im gleichen Jahr in Hof den Eastman-Kodak-Förderpreis, 1993 beim Festival d'Angers den Publikumspreis in der Kategorie Films d'Ecoles [1] und ebenso 1993 den Filmförderpreis der Stadt München. Eine weitere Auszeichnung gab es auf dem Hamburger No Budget Festival mit dem Publikumspreis.
  • Aus dem Reich der Schatten wurde 1993 für den Deutschen Filmpreis nominiert und erhielt das Prädikat „Besonders wertvoll“.
  • Nur über meine Leiche erhielt 1995 das Prädikat „Besonders wertvoll“ und wurde 1996 mit dem VGF-Preis für Nachwuchsproduktionen des Bayerischen Filmpreises und mit dem Publikumspreis auf dem Internationalen Fantasyfilm-Festival Brüssel ausgezeichnet. 1997 gewann der Kurzfilm auf dem Filmfestival Gérardmer den Kritikerpreis (Prix de la Critique), den Spezialpreis der Jury (Prix Special du Jury) und den Publikumspreis (Prix de AudienceFun Radio).
  • 2006 partizipierte Matsutanis am Deutschen Comedypreis für die „Beste Deutsche Komödie“ mit Ladyland.

Privates[Bearbeiten]

Rainer Matsutani war mit der deutschen Schauspielerin Noémi Matsutani verheiratet.[2]

Filmografie[Bearbeiten]

Als Regisseur[Bearbeiten]

  • 1989: Flug in die Nacht (Kurzfilm; ebenso Drehbuch zus. mit Co-Regisseur Harry Patramanis)
  • 1991: Klinik des Grauens (Kurzfilm; ebenso Drehbuch)
  • 1993: Aus dem Reich der Schatten (Kurzfilm; ebenso Drehbuch)
  • 1995: Nur über meine Leiche (ebenso Drehbuch)
  • 1997: Geisterstunde – Fahrstuhl ins Jenseits (TV; Segmente: Die Schlafwandlerin, Der Hausmann und Unglaublich aber wahr; ebenso Drehbuch)
  • 1997: Lexx – The Dark Zone – Folge: Eating Pattern (TV)
  • 1998: Feuerläufer – Der Fluch des Vulkans (TV; ebenso Drehbuch)
  • 1999: Romantic Fighter (TV)
  • 2000: Einladung zum Mord (TV)
  • 2002: 666 – Traue keinem, mit dem du schläfst! (ebenso Drehbuch)
  • 2003: Die Stimmen (TV)
  • 2004: Untreu – Die Stimmen II (TV)
  • 2005: Damals warst Du still – Die Stimmen III (TV; ebenso Drehbuch)
  • 2006: Tatort – Folge: Das ewig Böse (TV; ebenso Drehbuch)
  • 2006: Ladyland – Folgen: Die Kandidatin, Der Akt, Die Telenovela (TV)
  • 2007: Ladyland – Folgen: Die biologische Uhr, Papa kommt (TV)
  • 2007: Ladyland – Folgen: Feine Gesellschaft, Mutti ist die Beste (TV)
  • 2007: Das Inferno – Flammen über Berlin (TV)
  • 2008: Das Papst-Attentat (TV)
  • 2009: Tatort – Folge: Tödliche Tarnung (TV)
  • 2009: Gangs
  • 2009: Faktor 8 – Der Tag ist gekommen (TV)
  • 2011: Zimmer 205 – Traust du dich rein?
  • Seit 2011: SOKO Stuttgart (TV; mehrere Folgen)
  • 2013: Der Vollgasmann (TV)
  • 2013: In einem wilden Land (TV; ebenso Drehbuch)

Als Schauspieler[Bearbeiten]

  • 1994: Verfolger (Kurzfilm)
  • 1997: Lexx – The Dark Zone – Folge: Super Nova (TV)
  • 2001: Schmerzlich willkommen (TV), Regie: Yoriku Okada
  • 2003: Violent Shit 4 – Nikos (Video)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Preisträger 1993 des Festival d'Angers (aufgerufen am 28. Juni 2009; PDF; 32 kB)
  2. [1] in der Münchner Abendzeitung (aufgerufen am 23. Februar 2014)