Rainer Schlutter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rainer Schlutter 1976

Rainer Schlutter (* 14. September 1946 in Greiz) war Fußballspieler in der DDR-Oberliga, der obersten Spielklasse des ostdeutschen Fußballverbandes. Mit dem FC Carl Zeiss Jena wurde er zweimal DDR-Meister und Pokalsieger. Er ist fünffacher DDR-Nationalspieler. Später arbeitete Schlutter als Fußballtrainer.

Fußball-Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Betriebssportgemeinschaften Chemie und Fortschritt in seiner thüringischen Heimatstadt Greiz standen am Beginn von Schlutters Fußball-Karriere. 1963 wurde er zum SC Motor Jena delegiert, dem Fußballschwerpunkt der Region. Dort spielte er zunächst in der Juniorenmannschaft und wurde zugleich in den Kader der DDR-Junioren-Nationalmannschaft aufgenommen. Sein erstes Juniorenländerspiel bestritt Schlutter am 13. Oktober 1963 in der Partie DDR - Rumänien (4:1). Beim UEFA-Jugendturnier 1965 war er Mannschaftskapitän und stand am 25. April 1965 in der Mannschaft, die nach einem 3:2-Sieg über England das Turnier gewann und damit inoffizieller Junioren-Europameister wurde. Bis zum Juni 1965 absolvierte er 15 Juniorenländerspiele. Von 1961 bis 1965 besuchte Rainer Schlutter die Erweiterte Oberschule in Jena. Dort legte er 1965 das Abitur ab.

SC Motor / FC Carl Zeiss Jena[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als der nur 1,67 m große Schlutter mit 20 Jahren in der Saison 1966/67 sein erstes Spiel in der DDR-Oberliga bestritt, hatte sich die Fußballsektion des SC Motor bereits in den FC Carl Zeiss Jena umfunktioniert. In der Begegnung des 7. Spieltages am 1. Oktober 1966 Wismut Aue - FC Carl Zeiss (0:1) wurde er auf der rechten Sturmseite aufgeboten. In seinen 14 Einsätzen dieser Saison spielte er weiter im Angriff, kam jedoch nur zu einem Torerfolg. Schon in der nächsten Spielzeit 1967/68 gehörte er zum Stammaufgebot der Jenaer Oberligamannschaft, bestritt 25 Punktspiele und schoss sieben Tore. Damit war er entscheidend am zweiten Meistertitel der Jenaer beteiligt. Die DDR-Fußballzeitung „fuwo“ zeichnete ihn anschließend als punktbesten Oberligaspieler der Saison aus.

Im Laufe der nächsten Jahre erwies sich Schlutter als robuster, wenig verletzungsanfälliger und vielseitig einsetzbarer Spieler. Obwohl seine Domäne das Mittelfeld wurde, wurde er des Öfteren auch im Angriff aufgeboten und half hin und wieder in der Abwehr aus. Bis 1975 bestritt er nie weniger als 21 der 26 Punktspiele pro Oberligasaison. 1970 holte er sich mit 21 Punktspielen seinen zweiten Meistertitel. Zweimal wurde er DDR-Pokalsieger, am 14. Mai 1972 stand er als linker Mittelfeldspieler in der mit 2:1 über Dynamo Dresden siegreichen Jenaer Mannschaft, und auf der gleichen Position gewann er am 13. April 1974 mit dem FC Carl Zeiss mit 3:1 erneut gegen Dynamo Dresden.

1975/76 stellten sich erste Anzeichen des nahenden Karriere-Endes ab. Schlutter bestritt nur noch 16 Punktspiele, in denen er mehrfach ausgewechselt wurde. Seine letzte Oberligasaison spielte er als 30-Jähriger 1976/77. Als Mittelfeldspieler kam er noch einmal zu 15 Punktspieleinsätzen und schoss seine beiden letzten Erstligatore. Nach zwölf Jahren Oberligazugehörigkeit konnte er danach auf 235 Punktspiele, 28 Europapokal- und 43 nationale Pokalspiele zurückblicken. Als offensiv ausgerichteter Spieler schoss er in diesen Spielen insgesamt 41 Tore (29 in der Oberliga).

A-Nationalspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Schlutter zwischen 1967 und 1969 bereits neun Länderspiele mit der Nachwuchs-Nationalmannschaft bestritten hatte, kam er am 26. Juli 1970 zu seinem ersten Länderspieleinsatz in der A-Nationalmannschaft. Beim 5:0-Sieg über den Irak im heimischen Jenaer Stadion spielte er Mittelstürmer. Zu dieser Zeit war jedoch das Angebot an gutklassigen Spielern im Angriff wie im Mittelfeld reichlich, sodass sich Schlutter auf Dauer nicht in der Nationalmannschaft durchsetzen konnte. Zwar wurde er 1970 und 1971 noch in drei Qualifikationsspielen zur Europameisterschaft 1972 eingesetzt, das EM-Qualifikationsspiel DDR - Jugoslawien (1:2) am 9. Mai 1971 war aber bereits das letzte von insgesamt fünf A-Länderspielen, in denen er jeweils ohne Torerfolg blieb. Zusätzlich wurde Schlutter 1971 noch in zwei Qualifikationsspielen der DDR-Olympia-Auswahl eingesetzt, gehörte danach aber nicht zum Aufgebot für das olympische Fußballturnier 1972 in der Bundesrepublik.

Nach der Fußballspieler-Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen einer Hüftoperation musste sich Schlutter schon mit 31 Jahren vom Leistungssport verabschieden. 1981 übernahm er zusammen mit Jürgen Werner das Training der Nachwuchs-Oberligamannschaft des FC Carl Zeiss Jena. Ab 1985 trainierte er die 2. Mannschaft des Klubs, die bis 1988 in der zweitklassigen DDR-Liga spielte. 1996 ehrte ihn der FC Carl Zeiss mit der Goldenen Ehrennadel. In der Saison 1999/2000 war Schlutter Trainer des 1. SV Gera in der NOFV-Oberliga, wurde aber noch vor dem Saisonende, als sich die Mannschaft in akuter Abstiegsgefahr befand, entlassen. Danach wurde er Landestrainer und Kreislehrwart im Thüringer Fußballverband.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • inoffizieller Junioren-Europameister 1965
  • DDR-Meister 1968 und 1970
  • DDR-Pokalsieger 1972 und 1974

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]