Rainer Stickelberger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rainer Stickelberger (2013)

Rainer Stickelberger (* 6. April 1951 in Lörrach) ist ein deutscher Jurist und Politiker (SPD). Er ist seit 2001 als Vertreter des Wahlkreises Lörrach Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg. Von Mai 2011 bis Mai 2016 war er Justizminister im Kabinett Kretschmann I.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stickelberger besuchte zunächst das Kant-Gymnasium in Weil am Rhein und wechselte nach einigen Jahren auf das Hans-Thoma-Gymnasium in Lörrach,[1] wo er 1970 sein Abitur machte. Er studierte in Freiburg im Breisgau Rechtswissenschaften. Zwischen 1979 und 1984 war Stickelberger Richter an den Verwaltungsgerichten in Freiburg und Karlsruhe.

Von 1992 bis Mai 2011 war er in Lörrach als Rechtsanwalt insbesondere in den Bereichen des Kommunalwesens sowie des Bau- und Planungsrechts in einer Kanzlei als Sozius tätig.

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1971 trat Stickelberger der SPD bei. Zwischen 1984 und 1992 war er Bürgermeister (Erster Beigeordneter) der Stadt Weil am Rhein. Seit dem Juni 2001 ist Stickelberger Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg. Bis Mai 2011 war er rechtspolitischer Sprecher und Justiziar der SPD-Landtagsfraktion.

Wie 2006 erreichte Stickelberger auch 2011 und 2016 das Abgeordnetenmandat als Zweitmandat.[2][3] Stickelberger ist einer der Vertreter des Landtags von Baden-Württemberg im Rundfunkrat des SWR.[4] Am 12. Mai 2011 wurde er als Justizminister der grün-roten Koalitionsregierung vereidigt. Auch bei der Wahl im Jahr 2016 verteidigte Stickelberger sein Landtagsmandat erfolgreich.[5] Seit Juli 2016 ist er Vorsitzender des Finanzausschusses des Landtages.

Sonstiges Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stickelberger engagiert sich im Sportverein seines Heimatortes Weil am Rhein-Haltingen. Darüber hinaus ist er Aufsichtsrat der Baugenossenschaft in Weil am Rhein, Mitglied in der Arbeiterwohlfahrt und weiteren regionalen Organisationen und Vereinen.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stickelberger ist verheiratet und hat eine Tochter.

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stickelberger ist ein Befürworter der Vorratsdatenspeicherung. Nachdem das Bundesverfassungsgericht die ursprüngliche Regelung verworfen hatte, forderte er im März 2013 „zum Schutz von Kindern im Internet“ eine rasche Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung. Als Beispiel nannte er pädophile Erwachsene, die sich im Internet mit Kindern verabreden.[6] Er erklärte in diesem Zusammenhang: „Wir müssen ins Netz eingreifen und das Entdeckungsrisiko für jeden potenziellen Täter verstärken. Keiner darf sich sicher sein, dass er nicht entdeckt wird“.[7] Er vertrat die Auffassung, die absolute Netzfreiheit fände damit zwar eine Einschränkung, die Behörden bräuchten diese Richtlinie jedoch, damit sie verstärkten strafrechtlichen Zugriff hätten.
In Fachmedien wurde dies kritisch kommentiert.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rainer Stickelberger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Radikal war ich nie“. Gespräch mit Rainer Stickelberger, in: Der Sonntag vom 8. Dezember 2013, S. 6
  2. Badische Zeitung Landtagsabgeordnete Lusche Frey Stickelberger
  3. Badische Zeitung: Landtagswahlergebnis Lörrach 2016, abgerufen 8. April 2016
  4. Biografie von Rainer Stickelberger (PDF; 124 kB)
  5. Landtag von Baden-Württemberg, 16. Wahlperiode Abgeordnete nach Fraktionen
  6. Stickelberger fordert staatlichen Eingriff ins Internet, derwesten.de, 26. März 2013, abgerufen am 29. März 2013
  7. Stickelberger fordert rasche Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung, derwesten.de, 26. März 2013, abgerufen am 29. März 2013
  8. SPD: Vorratsdatenspeicherung ist Kinder-Schutz winfuture.de, 26. März 2013, abgerufen am 29. März 2013