Rajon Tschernjachowsk

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Rajon
Tschernjachowsk
Черняховский район
Wappen
Wappen
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Verwaltungszentrum Tschernjachowsk
(Stadt)
Fläche 1.285,8 km²
Oberhaupt des Rajons (des Stadtkreises) Oleg Luzuk
Rajon gegründet 1946
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40141
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 239
OKTMO 27 739
Website inster39.ru
Geographische Lage des Verwaltungszentrums
Koordinaten 54° 38′ N, 21° 49′ OKoordinaten: 54° 38′ N, 21° 49′ O
Tschernjachowsk (Oblast Kaliningrad)
Tschernjachowsk
Tschernjachowsk
Tschernjachowsk: Lage in der Oblast Kaliningrad
Lage innerhalb Russlands
Oblast Kaliningrad innerhalb Russlands

Vorlage:Infobox Rajon in Russland/Wartung/Meta

Der Rajon Tschernjachowsk (russisch Черняховский район) liegt im Zentrum der russischen Oblast Kaliningrad. Im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung besteht der (administrativ-territoriale) Rajon aus einem Stadtkreis, dessen Verwaltungssitz die drittgrößte Stadt des Gebietes Tschernjachowsk (früher Insterburg) ist.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Rajonsgebiet verläuft die Haupteisenbahnstrecke Kaliningrad (Königsberg) - Moskau (die ehemalige Preußische Ostbahn) und je eine Nebenstrecke von Tschernjachowsk nach Schelesnodoroschny (Gerdauen) und nach Sowetsk (Tilsit), auf denen der Personenverkehr aber eingestellt wurde.

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Rajon verläuft die Föderalstraße A 229 von Kaliningrad zur russisch-litauischen Grenze. Von Tschernjachowsk führt nach Norden die Regionalstraße 27A-009 nach Bolschakowo und nach Süden die Regionalstraße 27A-044 (ex A 197) nach Krylowo.

Flüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rajonsgebiet wird von den Flüssen Inster, Angerapp und Pregel durchflossen.

Kommunale Selbstverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Territorium des Rajons Tschernjachowsk besteht seit 2016 die kommunale Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Tschernjachowsk (ru. Черняховский городской округ, Tschernjachowski gorodskoi okrug) mit der Stadt Tschernjachowsk und den weiteren auf dem Territorium des Rajons befindlichen 101 Siedlungen (ru. possjolok).

Georgenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Rajonsgebiet in der Ortschaft Majowka befindet sich die alte Ordensburg Georgenburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rajon wurde am 7. April 1946 als Insterburgski rajon gegründet.[1] Er entsprach ungefähr dem bis 1945 bestehenden Landkreis Insterburg, wurde im Nordwesten aber bis an die ehemalige Reichsstraße 138 herangeführt, beinhaltete dabei den Ort Popelken (1938 bis 1945 "Markthausen") und darüber hinaus auch den Ort Mehlauken (1938 bis 1945 "Liebenfelde"). Zuständig für den Rajon war ab Ende Mai 1946 zunächst die „Verwaltung für zivile Angelegenheiten des Rajons Insterburg“ (ru. Управление по гражданским делам Инстербургского района, Uprawlenie po graschdanski delam Insterburgskowo rajona). Am 7. September 1946 wurde die Stadt Insterburg in Tschernjachowsk umbenannt und der Rajon in Tschernjachowski rajon.[2] So wie die Stadt Insterburg kreisfrei geblieben war, war auch Tschernjachowsk zunächst rajonfrei. Am 6. Juni 1947 wurde zur Verwaltung des Rajons das Exekutivkomitee des Tschernjachowsker Rajonsowjets der Abgeordneten der Werktätigen ernannt (ru. Исполнительный комитет Черняховского районного Совета депутатов трудящихся, Ispolnitelny komitet Tschernjachowskowo rajonowo Soweta deputatow trudjaschtschichsja; kurz: Черняховский Райисполком, Tschernjachowski Rajispolkom).[3] Bei der Gründung des Rajons Bolschakowo am 25. Juli 1947 gingen die in Kalinowka, Salessje und Wyssokoje umbenannten Orte Groß Aulowönen (1938 bis 1945 "Aulenbach"), Popelken und Mehlauken an diesen über.[4]

In den Jahren 1963 bis 1965 war der Rajon an den Rajon Osjorsk angeschlossen. Im Jahr 1965 kehrte der Ort Kalinowka aus dem Rajon Slawsk in den Rajon Tschernjachowsk zurück. Eine eigene Rajonverwaltung wurde allerdings nicht wieder installiert, sondern es wurde der Rajon von der Stadt Tschernjachowsk mitverwaltet. Im Jahr 1991 bekam der Rajon wieder eine eigene Verwaltung mit der Bezeichnung Administration des Rajons Tschernjachowsk (ru. Администрация Черняховского района, Administrazija Tschernjachowskowo rajona). Im Jahr 1996 wurde die Stadt Tschernjachowsk in den Rajon eingegliedert.[5]

Im Jahr 1998 wurde auf dem Territorium des Rajons Tschernjachowsk die kommunale Selbstverwaltungseinheit Rajon Tschernjachowsk eingerichtet.[6] Im Jahr 2004 bekam diese Verwaltungseinheit den Status eines Stadtkreises (ru. Черняховский городской округ, Tschernjachowski gorodskoi okrug).[7] Der Stadtkreis Tschernjachowsk wurde von der Gerichtsbarkeit jedoch verworfen. Daraufhin bekam die Verwaltungseinheit im Jahr 2008 den Status eines "munizipalen" Rajons und wurde mit Munizipaler Rajon Tschernjachowsk bezeichnet (ru. Черняховский муниципальный район, Tschernjachowski munizipalny rajon); darin wurde die kommunale Selbstverwaltung auf die lokale Ebene ausgeweitet und die bestehenden sieben Dorfbezirke sowie der Bereich der Tschernjachowsker Stadtadministration in drei Landgemeinden und die städtische Gemeinde Tschernjachowskoje umgewandelt.[8] Im Jahr 2016 wurde die kommunale Selbstverwaltung (wieder) als Stadtkreis organisiert.[9]

Dorfsowjets/Dorfbezirke 1947–2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Verwaltungssitz deutscher
Name
Bemerkungen
Bereschkowski Bereschkowskoje
seit vor 1988: Saowraschnoje
Groß Bubainen (Waldhausen)
Schwegerau
von 1963 bis 1965 im Rajon Osjorsk
Gremjatschski[10] Gremjatschje Groß Berschkallen (Birken) bis 1954, dann Majowski
Kalinowski Kalinowka Groß Aulowönen (Aulenbach) seit 1969
Kaluschski Kaluschskoje Grünheide von 1963 bis 1965 im Rajon Osjorsk
Kamenski Kamenskoje Saalau von 1963 bis 1965 im Rajon Osjorsk
Krasnopoljanski Krasnopoljanskoje Groß Gaudischkehmen (Groß Gauden) von 1963 bis 1965 im Rajon Osjorsk
Majowski Majowka Georgenburg seit 1954, vorher Gremjatschenski, von 1963 bis 1965 im Rajon Osjorsk, bis 1997, dann auf Kalinowski, Kaluschski und Kamenski verteilt, die Orte Majowka und Timirjasewo[11] wurden in die Stadt Tschernjachowsk eingemeindet
Meschduretschenski Meschduretschje Norkitten bis 1961, dann zu Bereschkowski
Sagorski Sagorskoje Pelleningken (Strigengrund) von 1963 bis 1965 im Rajon Osjorsk
Swobodnenski Swoboda Jänischken (Jänichen) von 1963 bis 1965 im Rajon Osjorsk

Gemeinden 2008–2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungseinteilung des Rajons Tschernjachowsk 2008–2015
Name Verwaltungssitz deutscher
Name
Anzahl der
Orte
Städtische Gemeinde:
Tschernjachowskoje Tschernjachowsk Insterburg 6
Landgemeinden:
Kaluschskoje Sagorskoje Pelleningken
1938–45: Strigengrund
34
Kamenskoje Kamenskoje Saalau 27
Swobodnenskoje Swoboda Jänischken
1938–45: Jänichen
35

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner[12] Bemerkungen
1959 16.884 Bezogen auf den Gebietsbestand von 1960. Einschließlich der Stadt Tschernjachowsk: 45.947. Umgerechnet auf den Gebietsbestand ab 1965 einschließlich der Stadt Tschernjachowsk: 47,8 T.[13]
1970 15.770 Einschließlich der Stadt Tschernjachowsk: 49.216
1979 13.973 Einschließlich der Stadt Tschernjachowsk: 49.549
1989 12.806 Einschließlich der Stadt Tschernjachowsk: 52.428
2002 57.521
2010 51.936

Funktionsträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parteisekretäre der WKP(B)/KPdSU 1947–1955[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1947–1950: Afanassi Terentjewitsch Illarionow (Афанасий Терентьевич Илларионов)
  • 1950–1955: S. Ja. Owtschinnikow (С. Я. Овчинников)

ab 1955 war für den Rajon der Parteisekretär der Stadt Tschernjachowsk zuständig

Vorsitzende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1946–1947: Afanassi Terentjewitsch Illarionow (Афанасий Терентьевич Илларионов)
  • 1947: Timofei Iwanowitsch Beresin (Тимофей Иванович Березин)
  • 1947–1955: A. S. Berendjugin (А. С. Берендюгин)
  • 1955–1959: Iwan Ignatjewitsch Mironow (Иван Игнатьевич Миронов)
  • 1959–1962: ?

von 1963 bis 1991 gab es keine eigene Rajonverwaltung

  • 1991–1996: Nikolai Fjodorowitsch Saikin (Николай Фёдорович Заикин)
  • 1996–2005: Galina Iwanowna Fomenko (Галина Ивановна Фоменко)
  • 2005–2008: Andrei Olegowitsch Winogradow (Андрей Олегович Виноградов)
  • 2008–2010: Wladimir Petrowitsch Chlimankow (Владимир Петрович Хлиманков)
  • 2010–2011: Sergei Anatolewitsch Schtschetilnikow (Сергей Анатольевич Щепетильников)
  • 2011–2015: Juri Alexejewitsch Kowylkin (Юрий Алексеевич Ковылкин)
  • seit 2015: Oleg Wladimirowitsch Luzuk (Олег Владимирович Луцук)

Verwaltungschefs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2011–2012: Waleri Anatolewitsch Fomin (Валерий Анатольевич Фомин)
  • 2013–2017: Sergei Anatolewitsch Schtschepetilnikow (Сергей Анатольевич Щепетильников)
  • seit 2017: Sergei Wassiljewitsch Bulytschew (Сергей Васильевич Булычев)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Durch den Постановление Совета Министров СССР от 7 апреля 1946 г., № 783 «Об административном устройстве г. Кенигсберга и прилегающих к нему районов» (Beschluss des Ministerrats der UdSSR vom 7. April 1946, Nr. 783: Über den administrativen Aufbau der Stadt Königsberg und ihren umliegenden Rajons)
  2. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 7 сентября 1946 г. «Об административном устройстве Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 7. September 1946: Über den administrativen Aufbau der Oblast Kaliningrad)
  3. Durch die Решение Калининградского облисполкома № 15 от 6 июня 1947 г. «Об образовании горрайисполкомов» (Entscheidung des Kaliningrader Oblast-Exekutivkomitees vom 6. Juni 1947, Nr. 15: Über die Bildung von Stadt- und Rajon-Exekutivkomitees)
  4. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 25 июля 1947 г., № 614/7 «Об административно-территориальном устройстве Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 25. Juli 1947, Nr. 614/7: Über den administrativ-territorialen Aufbau der Oblast Kaliningrad)
  5. Durch das Закон Калининградской области от 27 марта 1996 г. № 44 «Об административно-территориальном устройстве Калининградской области Российской Федерации» (Gesetz der Oblast Kaliningrad vom 27. März 1996, Nr. 44: Über den administrativ-territorialen Aufbau der Oblast Kaliningrad)
  6. Durch den Постановление Калининградской областной Думы от 29 января 1998 г. № 2 «Об утверждении границы административно - территориального, муниципального образования "Черняховский район"» (Beschluss der Kaliningrader Oblastduma vom 29. Januar 1998, Nr. 2: Über die Bestätigung der Grenze des administrativ-territorialen und der munizipalen Bildung "Rajon Tschernjachowsk")
  7. Durch das Закон Калининградской области от 5 ноября 2004 г. № 441 «О наделении муниципального образования "Черняховский район" статусом городского округа» (Gesetz der Oblast Kaliningrad vom 5. November 2004, Nr. 441: Über das Ausstatten der munizipalen Bildung "Rajon Tschernjachowsk" mit dem Status eines Stadtkreises)
  8. Durch das Закон Калининградской области от 30 июня 2008 г. № 262 «Об организации местного самоуправления на территории муниципального образования "Черняховский городской округ"» (Gesetz der Oblast Kaliningrad vom 30. Juni 2008, Nr. 262: Über die Organisation der lokalen Selbstverwaltung auf dem Gebiet der munizipalen Bildung "Stadtkreis Tschernjachowsk")
  9. Durch das Закон Калининградской области от 21 октября 2015 г. № 455 «Об объединении поселений, входящих в состав муниципального образования "Черняховский муниципальный район", и организации местного самоуправления на объединённой территории» (Gesetz der Oblast Kaliningrad vom 21. Oktober 2015, Nr. 455: Über die Vereinigung der in die munizipale Bildung "Munizipaler Rajon Tschernjachowsk" eingetretenen Gemeinden und die Organisation der lokalen Selbstverwaltung auf dem vereinigten Territorium) mit Wirkung zum 1. Januar 2016.
  10. auch Gremjatschenski
  11. dt. Georgenburgkehlen (Kleingeorgenburg)
  12. Volkszählungsdaten
  13. Volker Frobarth, Das Königsberger Gebiet in der Politik der Sowjetunion 1945-1990, 2001, ISBN 3-8305-0226-5, S.173/174