Ralf-Uwe Beck

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Ralf-Uwe Beck bei einer Podiumsdiskussion an der Universität Erfurt im November 2016

Ralf-Uwe Beck (* 20. Februar 1962 in Eisenach) ist ein evangelischer Theologe und Bürgerrechtler.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beck hat nach einer Ausbildung zum Traktoristen von 1982 bis 1987 in Jena Evangelische Theologie studiert und war von 1987 bis 1995 Gemeindepfarrer in Pferdsdorf bei Eisenach im Grenzgebiet. Von 1995 bis 2002 war er als Umweltbeauftragter, ab 2000 auch als Fundraiser der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen tätig. Von 2002 bis 2009 war er Pressesprecher von Landesbischof Christoph Kähler, seit 2004 auch Referatsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Landeskirchenamt der 2009 fusionierten Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM).[1]

Politische Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beck hat 1985 eine freie Umweltgruppe in Jena gegründet und war ab 1987 im Arbeitskreis Umweltschutz der Kirchgemeinde Eisenach aktiv. Er wurde noch vor dem Mauerfall Mitglied im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) und war 1990 Mitgründer des BUND Thüringen.[2] Er war bis 2000 dessen Landesvorsitzender. Heute ist er Ehrenvorsitzender des BUND Thüringen. Von 1992 bis 2001 war er auch Mitglied im BUND-Bundesvorstand, ab 1993 als Stellvertretender Bundesvorsitzender.

Seit 1997 engagiert sich Beck für den Verein Mehr Demokratie e. V., ist seitdem Sprecher des 21 Organisationen starken Bündnisses für Mehr Demokratie in Thüringen.[3] Das Bündnis hat in Thüringen zwei Volksbegehren zum Erfolg geführt, die Beck als Vertrauensperson begleitet hat: 2000 zur Reform der Volksbegehren selbst und 2008 zur Reform der kommunalen direkten Demokratie.[4] Beck ist Sprecher des im Januar 2010 gegründeten Landesverbandes Thüringen von Mehr Demokratie e. V. und seit Mai 2010 ebenfalls Mitglied und Sprecher des Bundesvorstandes des Vereins.

Nach der thüringischen Landtagswahl 2009 war unter anderem Beck als ein möglicher Kompromisskandidat für das Amt des Ministerpräsidenten in einer rot-roten Landesregierung im Gespräch.[5] Da es zur Bildung einer CDU-geführten Koalition mit der SPD kam, ging das Amt des Ministerpräsidenten an Christine Lieberknecht.

2009 war Beck Mitglied der 13. Bundesversammlung.

Im Frühjahr 2017 hat Beck gemeinsam mit Klaus Töpfer und Angelika Zahrnt eine Initiative für die Einsetzung einer Enquete-Kommission „Fluchtursachen“ beim Deutschen Bundestag gestartet. Der Aufruf wurde von mehr als 150 Trägerinnen und Trägern des Bundesverdienstkreuzes unterzeichnet.[6][7]

Die Forderung wurde 2018 in den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD aufgenommen.[8] Am 3. Juli 2019 hat das Bundeskabinett eine Fachkommission “Fluchtursachen” eingesetzt und 24 Mitglieder berufen.[9]

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beck ist beteiligt an der 1990 gestarteten Kunst-Aktion Baumkreuz.[10] Die Aktion wurde bis 2014 getragen von dem in der Tradition von Joseph Beuys stehenden Unternehmen Wirtschaft und Kunst – erweitert gGmbH, seit 2015 vom BUND Thüringen.

Beim Gedichtwettbewerb der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte war Beck 2012, 2013 und 2019 unter den Preisträgern; 2003 hat er den 3. Preis gewonnen.[11]

Beck arbeitet seit 1989 mit dem Jazz-Pianisten Alexander Blume zusammen: Öko-Jazz-Messe (1989/90); Tschernobyl-Requiem (1993–99, Hilfsprojekt Ukraine); 500 Jahre Reformation (2017/2021); CD „Die Sonne ist eine Malerin“ (2020, Hilfsprojekt Jordanien).[12]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. Dezember 2008 wurde Ralf-Uwe Beck zusammen von der Redaktion und den Lesern der Thüringer Allgemeinen zum drittwichtigsten Thüringer Bürger gewählt.[13]

Am 1. Oktober 2015 wurde Beck für sein 30-jähriges Engagement für Naturschutz, Bürgerrechte und Demokratie von Bundespräsident Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.[14]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Augenblick mal. Zwei-Minuten-Texte, die den Alltag durchkreuzen, Leipzig, Wartburg Verlag, 2. Auflage 2020, ISBN 978-3-86160-574-4.
  • Ralf-Uwe Beck, in: Uta Hayder (Hrsg.): Born in the GDR, angekommen in Deutschland. 30 Lebensberichte nach Tonbandprotokollen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Verlag Bussert & Stadeler, Jena, Leipzig, Quedlinburg, 2019, S. 23–31, ISBN 978-3-942115-50-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landeskirchenamt der EKM
  2. Gründungsgeschichte des BUND Thüringen (Memento vom 17. Januar 2010 im Internet Archive)
  3. Homepage Mehr Demokratie in Thüringen
  4. Chronologie von Mehr Demokratie in Thüringen
  5. Bericht der „Welt“, Theologe soll linke Regierungsbeteiligung retten, 4. September 2009.
  6. Artikel im Tagesspiegel vom 4. April 2017
  7. Homepage des Aufrufs: http://www.fluchtursachen-enquete.com
  8. Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD
  9. Mitglieder der Kommission "Fluchtursachen" berufen auf bundesregierung.de
  10. Homepage BUND zum Baumkreuz
  11. Preisträger des Gedichtwettbewerbs der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte 2003
  12. Homepage Alexander Blume
  13. BUND-Pressemeldung zur Wahl der 100 wichtigsten Thüringer in der TA (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  14. Bekanntgabe der Ordensverleihungen vom Oktober 2015