Ralf Fährmann

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Ralf Fährmann

Fährmann (2013)

Spielerinformationen
Geburtstag 27. September 1988
Geburtsort Karl-Marx-StadtDDR
Größe 196 cm
Position Tor
Vereine in der Jugend
1995–1998
1998–2003
2003–2007
VfB Chemnitz
Chemnitzer FC
FC Schalke 04
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2005–2009
2007–2009
2009–2011
2009–2010
2011–
2012–2013
FC Schalke 04
FC Schalke 04 II
Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt II
FC Schalke 04
FC Schalke 04 II
3 (0)
39 (0)
18 (0)
6 (0)
76 (0)
4 (0)
Nationalmannschaft
2003–2004
2004–2005
2005–2006
2006
2007–2008
2008
Deutschland U-16
Deutschland U-17
Deutschland U-18
Deutschland U-19
Deutschland U-20
Deutschland U-21
5 (0)
13 (0)
3 (0)
4 (0)
5 (0)
1 (0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 6. Februar 2016

Ralf Fährmann (* 27. September 1988 in Karl-Marx-Stadt) ist ein deutscher Fußballtorhüter, der seit der Saison 2011/12 beim FC Schalke 04 bis 2020 zum zweiten Mal unter Vertrag steht.

Vereinskarriere[Bearbeiten]

Jugendjahre in Chemnitz[Bearbeiten]

Ralf Fährmann begann 1995 seine Laufbahn als Torwart in der Jugendabteilung des VfB Chemnitz, für den er bis 1998, insgesamt drei Jahre, spielte. Durch gute Leistungen wurden Scouts des Chemnitzer FC auf ihn aufmerksam. 1998 wechselte Fährmann in die Jugend des Chemnitzer FC. Dort blieb er fünf Jahre. 2003 wechselte Fährmann zum Revierclub FC Schalke 04.

Jugendjahre auf Schalke[Bearbeiten]

Bei den Schalkern avancierte Fährmann, wie auch zuvor in Chemnitz, zum Stammspieler. Am 19. November 2005 wurde er von Ralf Rangnick im Alter von 17 Jahren in den Kader der Bundesliga-Mannschaft berufen, blieb aber ohne Einsatz.[1] In der U-19 wurde er von Mohamed Amsif vertreten. Als Erster der Staffel West qualifizierte sich Fährmann mit seiner Mannschaft für die Meisterschaftsendrunde. Eine 2:0 Niederlage gegen Hertha BSC konnte die Mannschaft mit einem 3:0 relativieren, sodass man ins Finale einzog. Dort schlug man die A-Jugend des FC Bayern München mit 2:1 und gewann die Deutsche A-Juniorenmeisterschaft 2006. Zur Saison 2006/07 blieb Fährmann Stammkeeper der U-19, wurde aber in der Winterpause in den Kader der Profimannschaft berufen. Sein Nachfolger in der U-19 wurde Amsif.

Profi bei Schalke 04[Bearbeiten]

Nach dem Wechsel des degradierten Stammtorwarts Frank Rost zum Hamburger SV im Januar 2007 unterschrieb Fährmann einen bis zum 30. Juni 2009 gültigen Profivertrag. Allerdings blieb Fährmann ein Profi-Einsatz in der Saison 2006/07 verwehrt. Ab der Saison 2007/2008 stieg Fährmann zur Nummer 3 hinter Stammtorhüter Manuel Neuer und Ersatzmann Mathias Schober auf. Allerdings spielte Fährmann ausnahmslos in der Fußball-Oberliga Westfalen für die zweite Mannschaft von Schalke. Am Ende der Saison stieg die Mannschaft in die Fußball-Regionalliga West auf. Seinen ersten Bundesligaeinsatz hatte er in der Saison 2008/09 im Revierderby bei Borussia Dortmund am 13. September 2008 (Endstand: 3:3), nachdem sich neben Neuer auch Schober verletzt hatte. Insgesamt kam er auf drei Bundesliga-Einsätze sowie jeweils einen Einsatz im DFB-Pokal und im UEFA Cup.

Eintracht Frankfurt[Bearbeiten]

Seinen im Sommer 2009 auslaufenden Vertrag beim FC Schalke 04 verlängerte Fährmann aufgrund der aussichtslosen Situation hinter dem unumstrittenen Neuer nicht und unterschrieb zur Saison 2009/10 einen bis zum 30. Juni 2012 laufenden Vertrag bei Eintracht Frankfurt. Allerdings bremste ihn wieder eine schwere Verletzung – in der Jugend hatte Fährmann bereits seinen ersten Kreuzband-Riss erlitten – früh aus, sodass Eintracht-Trainer Michael Skibbe weiterhin auf Oka Nikolov als Stammtorhüter setzte. Fährmann kam erstmals am 12. Spieltag im Auswärtsspiel in Leverkusen zum Einsatz und kassierte vier Gegentore. In der darauffolgenden Spielzeit setzte der neue Trainer Christoph Daum zwar ab März 2011 für den Rest der Saison auf Fährmann als Nummer 1 im Tor, jedoch konnte auch er den Abstieg der Eintracht in die 2. Fußball-Bundesliga nicht verhindern.

Rückkehr zum FC Schalke 04[Bearbeiten]

In der Sommerpause 2011 verpflichtete der FC Schalke 04 Fährmann erneut, dieses mal als Nachfolger des zum FC Bayern München abgewanderten Nationaltorwarts Neuer. Er unterschrieb einen Vierjahresvertrag bis zum 30. Juni 2015 und wechselte ablösefrei, da sein Vertrag bei den abgestiegenen Frankfurtern nicht für die 2. Liga galt.[2] Er gab sein offizielles Pflichtspiel-Comeback beim amtierenden Pokalsieger im DFL-Supercup gegen Borussia Dortmund. Mit mehreren Paraden rettete Fährmann die spielerisch unterlegenen Schalker ins Elfmeterschießen. Dort vereitelte er den Schuss von Kevin Großkreutz und hielt auch noch den entscheidenden Elfmeter gegen Ivan Perišić, sodass er erheblichen Anteil an dem Sieg gegen den Erzrivalen hatte.[3] Am 9. Spieltag der Saison zog Fährmann sich in der Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern wieder einen Kreuzbandanriss zu und musste mehrere Monate pausieren.[4] Die Ersatzmänner Lars Unnerstall und der später verpflichtete Timo Hildebrand sowie Mathias Schober wurden ihm nach seiner Genesung vorgezogen.

In der Saison 2012/13 kam Fährmann nur noch in der zweiten Mannschaft des FC Schalke zum Einsatz. Während und nach einer längeren Verletzungspause Unnerstalls stieg Fährmann auf den Rang der Nummer 2 im Schalker Tor hinter dem mittlerweile etablierten Hildebrand auf.

Nach fast zwei Jahren ohne Profi-Einsatz sollte er zu Beginn der Saison 2013/14 im DFB-Pokal-Spiel gegen den SV Darmstadt 98 spielen, musste aber aufgrund einer Verletzung absagen.[5] Sein Profi-Comeback gab er am 9. Spieltag der Saison beim 2:3-Auswärtssieg gegen Eintracht Braunschweig, da Hildebrand aufgrund eines Hexenschusses ausfiel.[6] Infolge einer weiteren Verletzung Hildebrands absolvierte er am 26. November 2013 sein erstes Spiel in der UEFA Champions League beim 0:0 gegen Steaua Bukarest. Durch überzeugende Leistungen verdrängte Fährmann Hildebrand, der u. a. beim Champions-League-Spiel gegen den FC Chelsea einen kapitalen Fehler sowie weitere Schwächen gezeigt hatte, aus dem Tor und absolvierte die restlichen Spiele der Hinrunde. Sechs Jahre nach seinem Debüt 2008 wurde Fährmann damit zum ersten Mal längerfristig Stammtorhüter bei Schalke.

Mit Fährmann als Nummer 1 im Tor startete Schalke stark in die Rückrunde mit vier Siegen aus vier Spielen. Fährmann wurde dabei als einer der Hauptgründe für das gute Abschneiden Schalkes genannt.[7] Schließlich kam es bis zum Ende der Saison zur erfolgreichsten Rückrunde der Schalker Vereinsgeschichte. Anfang Mai 2014 wurde sein Vertrag bis zum 30. Juni 2019 verlängert.[8] Im Sommer 2014 wurde er bei einer vom Schalker Fan-Club-Verband durchgeführten Wahl zum Schalker Spieler der Saison 2013/14 gekürt.[9] Bei der Wahl zum Revierfußballer des Jahres 2014 landete Fährmann auf Platz 3 und musste sich nur den Weltmeistern Benedikt Höwedes (Platz 1, FC Schalke 04) und Mats Hummels (Platz 2, Borussia Dortmund) geschlagen geben.[10] Durch seine Leistungen hatte er im Vorfeld selbst als Kandidat für die WM-Teilnahme gegolten. Stattdessen wurden aber der erfahrene und kurz zuvor erstmals nominierte Roman Weidenfeller sowie der schon länger eingesetzte Jungtorwart Ron-Robert Zieler hinter Manuel Neuer berufen.

Fährmann ging erwartungsgemäß als Nummer 1 in die Saison 2014/2015. Allerdings wurde nach den Abgängen von Unnerstall und Hildebrand mit Fabian Giefer von Fortuna Düsseldorf ein neuer ebenbürtiger Torwart verpflichtet. Hinzu kam der erfahrene Christian Wetklo, der vorrangig Teil der zweiten Mannschaft wurde, aber in Vertretung von Giefer zu Beginn der Saison als sein Stellvertreter fungierte. Nachdem Fährmann alle Pflichtspiele der Hinrunde über die volle Distanz bestritten hatte, zog er sich im Trainingslager in Katar eine Kreuzbandverletzung zu und verpasste daraufhin den Start in die Rückrunde, wo er kurzzeitig von Giefer und nach dessen Verletzung von Timon Wellenreuther vertreten wurde. Ab dem 27. Spieltag bis zum Ende der Saison hütete Fährmann das Tor. In einer schwachen, da verunsicherten Mannschaft, galt Fährmann noch als einer der besten Spieler und hatte großen Anteil daran, dass die Mannschaft sich noch für die UEFA Europa League qualifizieren konnte.[11] Am 16. Oktober 2015 verlängerte Ralf Fährmann seinen 2019 auslaufenden Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr bis 2020.

Auch unter André Breitenreiter war Fährmann Stammtorwart und verpasste, gemeinsam mit Joel Matip, keine einzige Minute der Hinrunde der Saison 2015/16. Dazu bestritt er jedes Gruppenspiel der Europa League über die volle Spielzeit. Lediglich das zweite Hauptrundenspiel des DFB-Pokals verpasste er aufgrund einer Magen-Darm-Grippe.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Von 2003 bis 2004 bestritt Fährmann fünf Spiele für die U-16-Nationalmannschaft. Danach hütete er ab 2004 für ein Jahr das Tor der deutschen U-17. Insgesamt bestritt er für diese Juniorenauswahl 13 Partien. Von Ende 2015 bis 2016 durfte er das Tor der U-18 hüten. Fährmann bestritt insgesamt vier Spiele für die U-19-Nationalmannschaft und nahm 2007 an der U-19-Europameisterschaft teil. Des Weiteren absolvierte er fünf Partien für die U-20-Nationalmannschaft und ein Spiel für das U-21-Team am 18. November 2008 beim 1:0-Sieg gegen die Auswahl von Italien.

Privates[Bearbeiten]

Fährmanns älterer Bruder Falk ist ebenfalls Torwart und spielt für den Chemnitzer Kreisligisten FSV 08 Grüna-Mittelbach.[12]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Während des Bundesligaspiels Schalke gegen Frankfurt am 12. März 2011 unterlief Fährmann ein kurioser Fehler, als er bei einem versuchten Abstoß den hinter sich lauernden Raúl nicht bemerkte. Sein Klärungsversuch endete mit einem Foulelfmeter für Schalke den José Manuel Jurado zum 1:0 verwandelte. Schalke siegte am Ende 2:1.[13]
  • Am 30. August 2014 erlitt Fährmann im Spiel gegen den FC Bayern München nach einem Schuss von Robert Lewandowski auf sein rechtes Ohr einen Hörschaden.[14]

Erfolge[Bearbeiten]

FC Schalke 04

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ralf Fährmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Transfermarkt.de: Spielbericht 1. FC Köln : FC Schalke 04
  2. Ralf Fährmann kehrt zurück und unterschreibt Vertrag bis 30. Juni 2015. (Memento vom 3. Juni 2011 im Internet Archive) Meldung auf der Website von Schalke 04, 1. Juni 2011.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSchalke besiegt Dortmund im Elfmeterkrimi. In: Spiegel Online. 23. Juli 2011, abgerufen am 9. Dezember 2014.
  4. Schock beim FC Schalke 04: Kreuzbandanriss: Fährmann fällt drei Monate aus. Spox.com, 19. Oktober 2011.
  5. Fußball: Schalke doch ohne Torwart Fährmann in Darmstadt. In: Zeit Online. 25. September 2013, abgerufen am 11. April 2015.
  6. Christian Otto: 3:2 in Braunschweig: Schalke hat das letzte Wort. In: faz.net. 19. Oktober 2013, abgerufen am 11. April 2015.
  7. Peter Wenzel, Moritz Leihkamm: Mit Ralf Fährmann und Freistoß-Trick: Jens Keller punktet wie Pep Guardiola. Bild.de, 17. Februar 2014.
  8. Ralf Fährmann verlängert seinen Vertrag vorzeitig bis 2019. Schalke04.de, 4. Mai 2014, abgerufen am 5. Mai 2014.
  9. Ralf Fährmann als Spieler der Saison ausgezeichnet. Website des FC Schalke04, abgerufen am 4. August 2014
  10. Weltmeister Höwedes „Revierfußballer 2014“. sid-Artikel auf den Internetseiten des Deutschen Fußball-Bundes, 29. Januar 2015.
  11. WAZ: Ralf Fährmann hat an Schalkes Krise die geringste Schuld, abgerufen am 14. April 2015.
  12. Frank Lehmkuhl: Ralf Fährmann: Der Nachfolger von Manuel Neuer soll Schalke 04 in Europa halten. In: Focus Online. 18. August 2011, abgerufen am 9. Dezember 2014.
  13. Schalke – Frankfurt 2:1: Charisteas schießt Königsblau zum Sieg. RP Online, 12. März 2011.
  14. „Konnte nichts hören“: Schalke 04 bangt um Keeper Fährmann. T-Online, 5. September 2014.