Ralf Fücks

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Ralf Fücks 2010

Ralf Fücks (* 3. August 1951 in Edenkoben) ist ein deutscher Politiker von Bündnis 90/Die Grünen. Er war Bremer Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Bürgermeister und von 1997 bis 2017 Vorstandsmitglied des zunächst dreiköpfigen, ab 2001 zweiköpfigen Vorstands [1] der Heinrich-Böll-Stiftung. Seit dem 17. Februar 2006 ist er mit seiner langjährigen Lebensgefährtin, der Grünen-Politikerin Marieluise Beck, verheiratet, mit der er zwei Töchter hat. Zusammen mit seiner Frau gründete er nach seiner Beendigung der Vorstandstätigkeit der Heinrich Böll Stiftung und ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag, am 15. November 2017 das Zentrum Liberale Moderne.[2][3][4]

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fücks studierte Sozialwissenschaften, Ökonomie und Geschichte. Er engagierte sich in der Studentenbewegung in Heidelberg und in Bremen und gehörte in den 1970er Jahren dem Kommunistischen Bund Westdeutschland an. 1973 wurde er als einer von drei Rädelsführern bei der Rektoratsbesetzung im Frühjahr 1972 von der Universität Heidelberg relegiert. Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Lehrbeauftragter an der Universität Bremen und als Dozent in der Erwachsenenbildung.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fücks war in den 1970er Jahren ein führendes Mitglied des Kommunistischen Bundes Westdeutschland (KBW) und danach in den Komitees für Demokratie und Sozialismus aktiv. 1982 schloss er sich den Grünen an. Von 1985 bis 1989 sammelte er erste parlamentarische Erfahrungen als Mitglied der Bremischen Bürgerschaft. 1989 wurde er zum Sprecher des Bundesvorstandes der Grünen gewählt. Er setzte sich dafür ein, die Grünen zu einer reformerischen Partei zu machen, die gemeinsam mit der SPD eine neue politische Mehrheit bilden sollte.

1991 kehrte er in die Bremer Politik zurück und wurde Bremer Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz sowie von 1993 bis 1995 Bremer Bürgermeister in der Ampelkoalition unter Klaus Wedemeier (SPD), die 1995 am Konflikt mit der FDP über die Stadtentwicklungs- und Flächenpolitik zerbrach. Ursächlich hierfür war die sog. Piepmatzaffäre, bei der das Umweltressort, ohne Beteiligung der politischen Gremien, das Gewerbegebiet Hemelinger Marsch zum Vogelschutzgebiet bei der EU anmeldete, obgleich eine intensive gewerbswirtschaftliche Nutzung des Areals vorgesehen war.

Er war Mitglied der Grundsatzprogrammkommission von Bündnis 90/Die Grünen und Mitautor des Parteiprogramms 2002. Im Sommer des Jahres 2000 wurde Ralf Fücks von Innenminister Otto Schily in die Unabhängige Kommission Zuwanderung berufen, die ihren Abschlussbericht im Juli 2001 präsentierte.

Heinrich-Böll-Stiftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1997 amtierte Ralf Fücks als Vorstand der neuen Heinrich-Böll-Stiftung. Die Schwerpunkte seiner Arbeit lagen auf den Themen Nachhaltige Entwicklung, Migration, Zukunft Europas und Internationale Politik. Er war verantwortlich für Strategie und Programmentwicklung in den Bereichen Politische Bildung Inland, Europa und Nordamerika, für die Grüne Akademie, das Studienwerk der Heinrich-Böll-Stiftung sowie für das Archiv Grünes Gedächtnis. Am 1. Juli 2017 löste ihn in dieser Funktion Ellen Ueberschär ab.[5]

Zentrum Liberale Moderne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ausscheiden aus der Heinrich Böll Stiftung gründete er gemeinsam mit Marieluise Beck die Nichtregierungsorganisation Zentrum Liberale Moderne[6], als deren Geschäftsführender Gesellschafter er fungiert.[7] „Eine neue Denkfabrik. Deren Programm klingt so, als könne sie den ideologischen Überbau für eine Jamaika-Koalition liefern“, so beschreibt die Frankfurter Rundschau sein Institut.[8] Das Zentrum widmet sich der Verteidigung der offenen Gesellschaft gegen autoritäre Entwicklungen und antiliberale Kräfte in Deutschland, der Europäischen Union und darüber hinaus.[9]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Munzinger-Archiv Internationales Biographisches Archiv 21/2001 vom 14. Mai 2001 (ne)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ralf Fücks – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivlink (Memento des Originals vom 8. Dezember 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.boell.de
  2. Webseite Zentrum Liberale Moderne
  3. Marieluise Beck & Ralf Fücks Zwei Grüne haben eine Leitidee für Jamaika von Thorsten Jungholt, "Die Welt" 16. November 2017
  4. Grüne Ex-Politiker gründen Think-Tank Transatlantischer Ruhestand von Tobias Schulze, TAZ 16. November 2017
  5. Führungswechsel bei der Heinrich-Böll-Stiftung: Streitbarer grüner Liberaler, Der Tagesspiegel, 24. Juni 2017
  6. Thorsten Jungholt: Grüne Marieluise Beck und Ralf Fücks gründen liberalen Thinktank. In: DIE WELT. 16. November 2017 (welt.de [abgerufen am 12. April 2018]).
  7. https://libmod.de/ueber-uns/team/
  8. Denkfabrik mit grünem Wurzelwerk
  9. Zentrum Liberale Moderne: "Wer wir sind und was wir wollen."