Ralf Höcker

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Ralf Höcker (* 4. März 1971 in Köln) ist ein deutscher Rechtsanwalt und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner deutschen Juristenausbildung und der Promotion zum Dr. jur. absolvierte er am King’s College London ein Master-of-Laws-Studium (LL.M.) in Intellectual Property Law. Vor Gründung der Kölner Kanzlei Höcker Rechtsanwälte arbeitete er für Sozietäten in London (Willoughby & Partners) und Köln (Linklaters Oppenhoff & Rädler). Höcker ist außerdem Professor für deutsches und internationales Marken- und Medienrecht an der Cologne Business School GmbH und Wissenschaftlicher Direktor des dortigen „Deutschen Instituts für Kommunikation und Recht im Internet“. Weiterhin ist Höcker ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift Der IP-Rechtsberater aus dem Verlag Dr. Otto Schmidt.[1] Als Autor der Kolumne Fünfte Gewalt schreibt er für das Debattenforum Vocer.[2]

Im Kachelmann-Prozess vertrat er den Wettermoderator als dessen Medienanwalt und betrieb parallel zur Arbeit des Strafverteidigers Johann Schwenn anwaltliche Öffentlichkeitsarbeit für Jörg Kachelmann (sog. Litigation-PR).[3]

Den Fußball-Bundesligatrainer Felix Magath vertrat Höcker als Medienanwalt in der zunächst konfrontativ ausgetragenen Trennung von dessen Verein FC Schalke 04.[4]

Für die türkische Tageszeitung Sabah legte Höcker beim Bundesverfassungsgericht eine Verfassungsbeschwerde gegen die Sitzplatzvergabe im NSU-Prozess ein. Das Bundesverfassungsgericht gab der Beschwerde statt und ordnete an, dass für ausländische Medienvertreter ein Zusatzkontingent an Sitzplätzen zur Verfügung gestellt oder das Akkreditierungsverfahren für die Journalisten wiederholt wird.[5] Der Prozessbeginn wurde vom OLG München daraufhin um knapp drei Wochen verschoben, um das Akkreditierungsverfahren für die Journalisten neu zu regeln.

Im Namen eines bekannten Neonazis und V-Manns des Verfassungsschutzes ging Höcker unter anderem gegen die Tageszeitungen Die Welt und Junge Welt vor, die über eine mögliche Verstrickung des Mannes in den Sprengstoffanschlag des NSU auf der Probsteigasse 2001 in Köln berichtet hatten. Auch einen Twitter-Nutzer, der einen Link zu einem Artikel auf dem Kurznachrichtendienst veröffentlichte, der den Namen von Höckers Mandanten enthielt, ließ Höcker abmahnen.[6]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höcker war laut einem Bericht der Welt am Sonntag unter anderem Aufsichtsratvorsitzender der Internetone AG, die unter anderem am Betrieb von Datingportalen beteiligt sein soll, welche von den Verbraucherschutzzentralen regelmäßig kritisiert werden.[7][8] Höcker bestritt die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Er sei als Aufsichtsratsmitglied nicht am operativen Geschäft der Internetone eingebunden worden. Gleichwohl trat er von seinem Posten im Aufsichtsrat zurück.[9] Höckers Kanzlei vertrat mindestens seit 2009[10] bereits die Medusa United Media GmbH, Betreiberin des von Verbraucherschützern damals heftig kritisierten Datingportals Flirtcafe.de, in rechtlichen Auseinandersetzungen.[11] Der Bericht der Welt am Sonntag rechnet auch dieses Portal dem Netzwerk der Internetone AG zu. Das juristische Onlinemagazin Legal Tribune Online wurde in Folge der Berichterstattung über die Verstrickung Höckers in den Betrieb der Dating-Portale von einem Anwalt der Kanzlei im Namen des Portalbetreiber Ideo Labs GmbH abgemahnt, wehrte sich aber gegen diese Abmahnung.[12] Auch das Blog Netzpiloten.de ließ Höcker im Namen der Ideo Labs GmbH nach einem kritischen Bericht[13] über die Dating-Portale abmahnen.[14]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt wurde Ralf Höcker durch drei Lexika, in denen er populäre Rechtsirrtümer aufklärt. Die Bücher gehören zur Mitte der 1990er Jahre entstandenen Sachbuchgattung der Irrtumslexika. Außerdem schilderte Höcker in einem weiteren Buch kuriose Fälle, die vor deutschen Gerichten verhandelt wurden. Im Langenscheidt-Wörterbuch Anwalt–Deutsch/Deutsch–Anwalt setzt er sich kritisch-humorvoll mit der Sprache der Anwälte auseinander. Laut dem Bestsellerarchiv von buchreport.de erreichten seine Bücher insgesamt 225 Platzierungen in der Bestsellerliste auf Spiegel Online.[15]

Fernsehen und Bühne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 war Höcker als Experte einer Reihe in der Sat.1-Show Akte – Reporter decken auf zu sehen, in der er einige Rechtsirrtümer aufklärte. Im gleichen Jahr präsentierte er auf einer Deutschlandtournee seine Bühnenshow „Ein§pruch“.

Im Juni 2009 moderierte Höcker mit Andrea Kiewel eine Pilotsendung der RTL-Fernsehshow „Einspruch – Die Show der Rechtsirrtümer“,[16] die im Juli 2010 fortgesetzt wurde. Im Februar 2011 wurde eine neue Staffel auf RTL ausgestrahlt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. Höcker auf Vocer
  3. Christina Maria Berr: Kampagne gegen Herrn Kachelmann. Medienanwalt Ralf Höcker im Gespräch. 16. Dezember 2010, abgerufen am 16. März 2011.
  4. mopo.de
  5. spiegel.de
  6. jungewelt.de
  7. welt.de
  8. aboalarm.de
  9. Nähe zu dubiosen Dating-Portalen? MedienanwaltHöcker widerspricht Welt, Meedia vom 29. Juni 2015.
  10. Beschwerdepapst.de: Medusa-Kanzlei Ralf Höcker
  11. Verbraucherzentrale warnt vor teuren Flirtfallen, T-Online vom 26. November 2010.
  12. Warum Ideo Labs uns abmahnt, Legal Tribune Online vom 6. Juli 2015
  13. netzpiloten.de
  14. twitter.com
  15. buchreport.de
  16. Einspruch! Die Show der Rechtsirrtümer. 26. Juli 2010, abgerufen am 16. März 2011.