Ralf Rangnick

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Ralf Rangnick
Audi quattro-Cup 33.JPG
Ralf Rangnick in Salzburg (2015)
Personalia
Geburtstag 29. Juni 1958
Geburtsort BacknangDeutschland
Größe 181 cm
Position Mittelfeld
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1976–1979 VfB Stuttgart Amateure
1979–1980 Southwick F.C.
1980–1982 VfR Heilbronn 66 (6)
1982–1983 SSV Ulm 1846 32 (0)
1983–1985 FC Viktoria Backnang
1987–1988 TSV Lippoldsweiler
Stationen als Trainer
Jahre Station
1983–1985 FC Viktoria Backnang
1985–1987 VfB Stuttgart Amateure
1987–1988 TSV Lippoldsweiler
1988–1990 SC Korb
1990–1994 VfB Stuttgart (A-Jugend)
1995–1996 SSV Reutlingen 05
1997–1999 SSV Ulm 1846
1999–2001 VfB Stuttgart
2001–2004 Hannover 96
2004–2005 FC Schalke 04
2006–2011 TSG 1899 Hoffenheim
2011 FC Schalke 04
2015–2016 RB Leipzig
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Ralf Rangnick (* 29. Juni 1958 in Backnang) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und jetziger -trainer und -funktionär. Er war Mittelfeldspieler im Amateurbereich und fungierte nach seiner aktiven Karriere bei mehreren Vereine im deutschen Profifußball als Trainer und Sportdirektor. Rangnick gelang es, als Trainer der TSG 1899 Hoffenheim diese innerhalb von zwei Spielzeiten von der Drittklassigkeit heraus in die Bundesliga zu führen. Insgesamt stieg er mit vier verschiedenen Vereinen fünfmal auf.

Im Profifußball gewann er 2011 seinen bisher einzigen großen Titel durch den Sieg im DFB-Pokal mit dem FC Schalke 04, bei dem er zum zweiten Mal Trainer gewesen war. Wettbewerbsübergreifend gewann er in seinen beiden Amtszeiten bei Schalke 1,82 Punkte pro Spiel,[1] was seit Beginn der Bundesliga bisher keinem anderen Trainer mit einer längeren Amtszeit beim FC Schalke 04 gelang.[2] Seit Juni 2012 ist er Sportdirektor von RB Leipzig; von 2012 bis 2015 hatte er diese Position auch beim FC Red Bull Salzburg inne. Während der Saison 2015/16 war er zusätzlich Trainer bei RB Leipzig.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktive Laufbahn und Anfänge als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Abitur am Max-Born-Gymnasium in seiner Heimatstadt Backnang begann Rangnick 1977 an der Universität Stuttgart ein Lehramtsstudium für Sport und Englisch. Parallel spielte er ab 1976 für die Amateurmannschaft des VfB Stuttgart, nachdem er zuvor als A-Jugendlicher in die Auswahlmannschaft des Württembergischen Fußball-Verbandes berufen worden war.[3]

Im Rahmen eines Studienauslandsaufenthaltes an der University of Sussex lief er in der Spielzeit 1979/80 im englischen Amateurfußball für den in West Sussex beheimateten FC Southwick auf.[3] Nach seiner Rückkehr nach Deutschland schloss er sich dem VfR Heilbronn an, für den er in der Oberliga Baden-Württemberg spielte. 1982 wechselte er innerhalb der Liga zum SSV Ulm 1846. Mit der Mannschaft stieg er am Ende der Spielzeit in die 2. Bundesliga auf.[4]

Im Sommer 1983 agierte Rangnick als Spielertrainer beim FC Viktoria Backnang, mit dem er von 1983 bis 1985 den Durchmarsch von der Bezirksliga in die Verbandsliga schaffte.[5] Während dieser Zeit erwarb er 1984[6] an der Sporthochschule Köln im Fußball-Lehrer-Lehrgang als Jahrgangsbester mit einem Notendurchschnitt von 1,2 die Fußballlehrer-Lizenz. Zuvor hatte er im Alter von 22 Jahren die Trainer A-Lizenz erworben.[4] 1984 beobachtete er im Trainingslager mit Viktoria Backnang das Training und Spiel von Dynamo Kiew unter Walerij Lobanowskyj[7] Diese Mannschaft spielte mit Viererkette und Pressing die damals modernste Fußballtaktik.[8]

Ab 1985 arbeitete Rangnick zwei Jahre als Trainer der Amateurmannschaft des VfB Stuttgart. Parallel legte er 1986 sein Erstes Staatsexamen an der Stuttgarter Universität ab. Für die Spielzeit 1987/88 kehrte er für den Bezirksligisten TSV Lippoldsweiler als Spielertrainer noch einmal auf das Feld zurück. Hauptberuflich arbeitete er bis 1992 für die Stuttgarter Firma fee Sprachreisen als Leiter der Abteilung High-School- und College-Programme.[3] Nebenher engagierte er sich als Trainer im baden-württembergischen Amateurfußball beim SC Korb sowie ab 1990 in der Jugend des VfB Stuttgart. 1992 gab er seine Arbeit zugunsten einer Anstellung beim schwäbischen Bundesligisten auf, der ihn als Sportkoordinator mit der Betreuung des Jugend- und Amateurfußballs unter Vertrag nahm.

Im Sommer 1994 verließ Rangnick den VfB Stuttgart, nachdem er die gewünschte Rolle als Trainerassistent von Jürgen Röber bei der Profimannschaft in der Bundesliga nicht bekam. Er unterschrieb einen Vertrag bei seiner vormaligen Spielstation, dem damaligen Regionalligisten SSV Ulm 1846, konnte das Traineramt jedoch krankheitsbedingt nicht antreten.[4] AB 1994 betrieb Rangnick in Böblingen ein Reha-Zentrum.[9][10]

SSV Reutlingen 05[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 1995 übernahm Rangnick das Training beim in der Regionalliga Süd antretenden SSV Reutlingen 05. Zuvor, in der Spielzeit 1994/95, entging der Verein knapp dem Abstieg; Rangnick führte nun die Mannschaft um Michael Mayer, Thomas Winter, Kristijan Đorđević und Joachim Cast auf den vierten Tabellenplatz. Die Teilnahme an der Amateurmeisterschaft wurde mit zwei Punkten Rückstand auf den SSV Ulm knapp verpasst. Auch in der folgenden Spielzeit 1995/96 zeigte der Verein gute Leistungen und hielt sich im vorderen Ligadrittel. Rangnick überwarf sich in den nächsten Monaten mit der sportlichen Leitung und beendete sein Engagement am Ende der Hinrunde im Dezember 1996. Er wechselte innerhalb der Liga zum SSV Ulm 1846.

SSV Ulm 1846[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der SSV Ulm 1846 hatte in den Vorjahren jeweils um die Rückkehr in die 2. Bundesliga gespielt. In der Spielzeit 1996/97 lag die vom langjährigen Jugendtrainer Martin Gröh trainierte Mannschaft deutlich hinter dem die Liga dominierenden Spitzenduo 1. FC Nürnberg und SpVgg Greuther Fürth. Der neue Trainer Rangnick ließ nach seiner Ankunft das von ihm präferierte ballorientierte Spielsystem mit Vierer-Abwehrkette spielen. Nach Anlaufschwierigkeiten in der ersten Saison – die Spielzeit beendete der Klub mit 50 Gegentoren, 31 davon erhielt die Mannschaft in der zweiten Saisonhälfte unter Rangnicks Leitung – lieferte sich die Mannschaft in der folgenden Spielzeit mit Kickers Offenbach ein Duell um die Regionalligameisterschaft und den damit verbundenen direkten Aufstieg in die Zweitklassigkeit. Mit einem Punkt Vorsprung beendete der SSV Ulm die Spielzeit auf dem ersten Rang. Zudem gewann Rangnick mit dem Verein seinen ersten Titel, als im Endspiel um den WFV-Pokal der VfL Kirchheim/Teck besiegt wurde.

Zu Saisonbeginn als Abstiegskandidat gehandelt, etablierte sich der SSV Ulm 1846 auf Anhieb an der Ligaspitze in der 2. Bundesliga und blieb bis dahin von allen Mannschaften im deutschen Profifußball am längsten ungeschlagen. Durch die Erfolge mit seinem innovativen Spielsystem gab es Diskussionen um moderne Fußballtaktik. In der Folge avancierte Rangnick zu einem vielgefragten medialen Interviewpartner und begehrten Trainerkandidaten. Aufgrund eines Auftritts in der ZDF-Sendung das aktuelle sportstudio am 19. Dezember 1998, bei dem er die Taktiken eines Spiels sehr ausführlich an einer Tafel erklärte, wird er bis heute als „Fußballprofessor“ bezeichnet.[11]

Nachdem beim Bundesligisten VfB Stuttgart unter Gerhard Mayer-Vorfelders Wunschtrainer Winfried Schäfer der Erfolg ausgeblieben und Wolfgang Rolff als Nachfolger eingesetzt worden war, einigte sich die Stuttgarter Vereinsführung in der Winterpause mit Rangnick auf einen Vertrag für Beginn der Spielzeit 1999/2000. Nach Bekanntgabe des Wechsels rutschte die Ulmer Mannschaft als Herbstmeister der zweiten Liga nach einer Serie von sieglosen Spielen bis zum März 1999 auf den fünften Platz zurück, so dass Rangnick von seiner Tätigkeit als Trainer zurücktrat.[4]

VfB Stuttgart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bundesligist VfB Stuttgart hatte unter dem mittlerweile dritten Trainer im Saisonverlauf, Rainer Adrion, nicht aus dem hinteren Tabellendrittel gefunden. Um einen drohenden Abstieg zu vermeiden, wurde Rangnick bereits im Mai 1999 als Cheftrainer verpflichtet. Der SSV Ulm stieg unter Rangnicks Nachfolger Martin Andermatt zum Saisonende in die erste Bundesliga auf. Rangnick erreichte mit Stuttgart zum Saisonende den elften Tabellenrang. Unter dem neuen Stuttgarter Präsidenten Manfred Haas schlug der Verein im folgenden Jahr einen wirtschaftlichen Konsolidierungsprozess ein, der insbesondere den Weggang arrivierter Leistungsträger wie Frank Verlaat oder Fredi Bobič vorsah. Dabei kam es im Umfeld des Klubs immer wieder zu Diskussionen und Auseinandersetzungen zwischen den wirtschaftlichen und sportlichen Verantwortlichen des Vereins. Rangnick wurde hierbei des Öfteren vorgeworfen, übereifrig seine Ideen und Vorstellungen dem Verein überstülpen zu wollen.[4] Insbesondere die Suspendierung des Spielers Krassimir Balakow im Herbst 2000 brachte ihm Kritik ein.[12] Nachdem sich die Mannschaft mit dem Erreichen eines achten Tabellenplatzes in der Spielzeit 1999/2000 und der anschließenden Qualifikation für den UEFA-Pokal über den UI-Cup positive Ergebnisse erspielte, stand sie in der folgenden Spielzeit erneut in dem Bereich der Abstiegsränge. Nach dem Ausscheiden im UEFA-Pokal im Februar 2001 gegen den spanischen Vertreter Celta Vigo entschied sich die Stuttgarter Vereinsführung um den kurze Zeit zuvor verpflichteten Sportdirektor Rolf Rüssmann, Rangnick von seinem Aufgaben freizustellen und durch Felix Magath zu ersetzen.

Hannover 96[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2001 übernahm Rangnick den damaligen Zweitligisten Hannover 96, dem seit seinem Erfolg im DFB-Vereinspokal 1991/92 nicht mehr den Aufstieg in die Bundesliga gelang und dabei 13 verschiedene Trainer angestellt hatte. Rangnick stellte das Spielsystems um, daraufhin dominierte die Mannschaft die Zweitliga-Spielzeit 2001/02. Insbesondere die Offensive um Daniel Stendel, Jiří Kaufman, Jan Šimák und Nebojša Krupniković war ein erfolgreicher Mannschaftsteil, sie erzielte für den niedersächsischen Klub am Saisonende 93 Tore. Mit zehn Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten Arminia Bielefeld stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf.

In der höchsten deutschen Liga spielte die von Rangnick betreute Mannschaft gegen den Abstieg und stand lange Zeit auf einem Abstiegsplatz. Zuvor hatte der wichtige Mittelfeldspieler Šimák den Verein verlassen. Dennoch setzte der Verein auf eine langfristige Zusammenarbeit mit Rangnick und verlängerte seinen Vertrag im September 2002 vorzeitig bis zum Sommer 2005.[13] Nach einigen Nachverpflichtungen in der Winterpause verließ der Klub am 20. Spieltag die Abstiegsränge und erreichte zum Ende der Saison 2002/03 den elften Tabellenrang. In der Folgezeit geriet Rangnick immer wieder mit dem Präsidenten Martin Kind sowie dem Sportdirektor Ricardo Moar aneinander. Ende des Jahres 2003 wurde eine Ausstiegsklausel zugunsten Rangnick aus seinem Trainervertrag publik. Daraufhin wurde über eine möglichen Wechsel von Rangnick zur Hertha BSC spekuliert.[14] Im März 2004 wurde Rangnick nach vier Punkten aus den ersten sechs Rückrundenspielen beurlaubt.

Im Sommer 2004 suchte der neue Bundestrainer Jürgen Klinsmann einen Assistenten und fragte u. a. bei Ralf Rangnick an. Dieser lehnte ab, dafür wurde Joachim Löw verpflichtet.[15]

FC Schalke 04[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2004 wurde Rangnick Nachfolger von Jupp Heynckes beim FC Schalke 04 und führte die Mannschaft in der Hinrunde an die Tabellenspitze, punktgleich mit dem FC Bayern München. Am 25. Spieltag besiegte Schalke die Mannschaft aus München und übernahm die Tabellenführung. Von den darauffolgenden fünf Spielen verloren die Schalker vier Mal, sodass Bayern München die Meisterschaft gewann.

Die Hinrunde 2005/06 verlief unbefriedigend, obwohl Schalke in der Liga solide Ergebnisse erzielte. Im Pokal unterlag man 0:6 in Frankfurt und schied auch in der Champions League früh aus. In den Wochen vor der Winterpause gab es Medienberichte, wonach der Vereinsvorstand plane, sich in der Winterpause von Rangnick zu trennen; Rangnick hatte seinerseits eine Trennung zum Saisonende angekündigt. Als Reaktion darauf gab es vor dem Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 am 10. Dezember lautstarke Unmutsbekundungen des Publikums gegen Vorstand und Mannschaft sowie Solidaritätsbekundungen gegenüber Rangnick, der daraufhin eine spontane Ehrenrunde durch das Stadion lief.[16] Rangnick bezeichnete dies im Nachhinein als Fehler. Er könne verstehen, dass Vorstand und einige Spieler dies als Provokation gedeutet hätten; es sei jedoch eine „emotionale Ausnahmesituation“ gewesen.[17] Zwei Tage später wurde Rangnick beurlaubt.

TSG 1899 Hoffenheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rangnick bei Hoffenheim in der Regionalliga (2007)

Am 22. Juni 2006 wurde die Verpflichtung Rangnicks als Cheftrainer der von Mäzen Dietmar Hopp geförderten drittklassigen TSG 1899 Hoffenheim (Regionalliga Süd) zur Saison 2006/2007 bekannt gegeben. Nach einem schwachen Start mit zwei Niederlagen in den ersten vier Pflichtspielen stieg der Verein am 5. Mai 2007 nach einem 4:0 über die Sportfreunde Siegen in die Zweite Bundesliga auf. Innerhalb eines Jahres gelang der Durchmarsch in die Fußball-Bundesliga. Diese rasante Entwicklung des Vereins wurde in den folgenden Jahren neben den erheblichen Investitionen in Spielertransfers auch auf die sportliche Leitung von Rangnick zurückgeführt, der in den Medien u. a. als Architekt des Erfolgs bezeichnet wurde.[18][19][20]

Im ersten Bundesligajahr errang die von Rangnick trainierte Mannschaft die inoffizielle Herbstmeisterschaft (Platz Eins in der Tabelle zum Jahresende), in der Rückrunde spielte sie nicht mehr ganz so erfolgreich und beendete die Saison auf Platz sieben. Nach einem elften Platz in der zweiten Bundesligasaison wurde am 13. Mai 2010 die vorzeitige Verlängerung von Rangnicks Vertrag bis 2012 bekannt gegeben[21]. Nachdem die Hoffenheimer die Hinrunde 2010/2011 auf Platz acht abgeschlossen hatten, trat Rangnick am Neujahrstag 2011 als Trainer der TSG zurück.[22] Grund dafür waren Medienberichten zufolge vor allem Meinungsverschiedenheiten mit Dietmar Hopp. Das Verhältnis der beiden war auch in den Jahren zuvor nicht spannungsfrei gewesen.[23] Kurz vor der Vertragsauflösung war der sofortige Wechsel des Hoffenheimer Spielers Luiz Gustavo zu Bayern München bekannt geworden. Rangnick hatte sich vehement gegen einen Verkauf des brasilianischen Mittelfeldspieler gewehrt.[24] Nachfolger Rangnicks wurde sein bisheriger Assistent Marco Pezzaiuoli.[25]

FC Schalke 04[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ralf Rangnick bei Schalke 04

Drei Monate nach seiner Vertragsauflösung mit Hoffenheim wurde Rangnick am 21. März 2011 als Cheftrainer bei Schalke 04 vorgestellt.[26] Er trat damit die Nachfolge von Felix Magath an, der zuvor Trainer und Manager des FC Schalke 04 gewesen war. Nachdem die Mannschaft um Raúl, Klaas-Jan Huntelaar, Jefferson Farfán und Manuel Neuer unter Leitung von Magath das Viertelfinale der Champions League erreicht hatte, schlug sie dort - nun unter Ralf Rangnick - den amtierenden Titelträger Inter Mailand in Hin- und Rückspiel mit 5:2 und 2:1. Das Halbfinale verlor der Verein gegen Manchester United. Das Erreichen des Halbfinales war der bis dato größte Erfolg des Vereins in diesem Wettbewerb. Das noch unter Magath erreichte Endspiel um den DFB-Pokal gewann Rangnick mit seinen Spielern gegen den MSV Duisburg mit 5:0, dies war Rangnicks erster Titel auf nationaler Ebene. Durch diesen Erfolg konnten die Schalker die anschließende Saison in dem UEFA- Cup spielen, obwohl zu Ende der Bundesliga-Spielzeit 2010/11 der 14. Tabellenplatzes belegt wurde.

Am 22. September 2011 löste Rangnick seinen Vertrag wegen eines Burnout-Syndroms („vegetativen Erschöpfungssyndroms“) mit sofortiger Wirkung auf.[27][28][29]

FC Red Bull Salzburg und RB Leipzig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportdirektor Rangnick bei einem Jugendturnier von Red Bull Salzburg

Ende Juni 2012 wurde Ralf Rangnick nach einer 10-monatigen Auszeit als neuer Sportdirektor des FC Red Bull Salzburg vorgestellt. Darüber hinaus war er auch für die Entwicklung von RB Leipzig zuständig.[30] Zu Antrittsbeginn beurlaubte er den Trainer von RB Leipzig, Peter Pacult, und ersetzte ihn durch Alexander Zorniger.[31] In Salzburg wurde Roger Schmidt als Cheftrainer verpflichtet, diese Position übte zuvor Ricardo Moniz aus. Kurz darauf scheiterte Salzburg am luxemburgischen Verein FC Düdelingen in der Champions-League-Qualifikation, was in den Medien als eines der blamabelsten Ereignisse im österreichischen Fußball bewertet wurde. Rangnick baute daraufhin den Kader um, junge Spieler wie Kevin Kampl, Sadio Mané und Valon Berisha wurden verpflichtet. Die Mannschaft beendete die Saison unter Sportdirektor Rangnick auf Platz zwei.

Die Saison 2013/14 war erfolgreich, der Verein stand acht Runden vor Saisonende als Meister fest. Mit 106 Toren nach 34 Runden wurde der Bundesligarekord des SK Rapid Wien übertroffen. In der Qualifikation zur Champions League scheiterte die Mannschaft knapp an Fenerbahçe Istanbul, in der darauffolgenden Europa-League-Gruppenphase gewann sie alle sechs Spiele und wurde Gruppensieger. Im Sechzehntelfinale besiegten die Salzburger den niederländischen Meister Ajax Amsterdam in beiden Spielen (3:0, 3:1). Im Achtelfinale unterlag man dem FC Basel nach einem 0:0 in der ersten Partie mit 1:2 im Rückspiel.

Zur selben Zeit gelang es der Leipziger Mannschaft, mittlerweile unter Trainer Zorniger, in Deutschland zwei Mal in Folge aufzusteigen, aus der viertklassigen Regionalliga Nordost 2014 in die 2. Bundesliga. Während dem Leipziger Verein so ein unerwartet schneller Aufstieg in den Profifußball gelang und sich in den darauffolgenden Jahren auch in der 1. Bundesliga etablierte, waren die Salzburger weniger erfolgreich, so z.B gab es wiederholte Misserfolge in der Qualifikation zur Champions League. Dadurch fokussierte sich Rangnick unter den von Red Bull bestimmten Vereinen stärker auf den Standort in Leipzig. Im Februar 2015, Leipzig spielte seine ersten Saison in der 2. Liga, gab Rangnick bekannt, dass er nach dem Saisonende die Trainerposition der Leipziger Mannschaft übernehmen und seine Aufgaben in Salzburg niederlegen werde. Daraufhin trat der Leipziger Trainer Zorniger vorzeitig zurück, bis zum Ende der Saison übernahm der U-17-Trainer Achim Beierlorzer die erste Mannschaft.

Wie angekündigt, arbeitete Rangnick zur Saison 2015/16 als Cheftrainer in Leipzig, Beierlorzer fungierte als sein Co-Trainer.[32] Nachfolger in Salzburg wurden Geschäftsführer Jochen Sauer und Sportkoordinator Christoph Freund.[33]

Größte Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

mit dem SSV Ulm 1846

  • WFV-Pokalsieger: 1997
  • Aufstieg in die 2. Bundesliga 1998
  • Herbstmeisterschaft der 2. Bundesliga 1998

mit Hannover 96

  • Aufstieg in die 1. Bundesliga 2002

mit dem FC Schalke 04

mit der TSG 1899 Hoffenheim

  • Herbstmeisterschaft 2008
  • Aufstieg in die 2. Bundesliga 2007
  • Aufstieg in die 1. Bundesliga 2008

mit RB Leipzig

  • Aufstieg in die 1. Bundesliga 2016

Als Sportdirektor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

mit RB Leipzig

  • Aufstieg in die 3. Liga 2013
  • Aufstieg in die 2. Bundesliga 2014
  • Aufstieg in die 1. Bundesliga 2016

mit Red Bull Salzburg

  • Österreichischer Meister 2014, 2015
  • Österreichischer Pokalsieger 2014, 2015

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.transfermarkt.de/ralf-rangnick/profil/trainer/196 (1,92*65+1,52*23)/88 = 1,8155
  2. „Punkte pro Bundesligaspiel“-Trainer-Ranking: http://www.transfermarkt.de/1-bundesliga/erfolgreichetrainer/wettbewerb/L1/plus/?aktiveTrainer=&saisonIdVon=1963&saisonIdBis=2015&anzahl=25&group=1 Mirko Slomka erreichte 1,85 Punkte pro Bundesligaspiel bei Schalke, wettbewerbsübergreifend aber nur 1,79: http://www.transfermarkt.de/mirko-slomka/profil/trainer/697
  3. a b c „Ragnick bisher zufrieden“ – Zeitungsartikel zitiert nach SSV Reutlingen, Saison 1995/96 auf statistik-klein.de, abgerufen am 23. März 2011
  4. a b c d e „Ralf Rangnick – deutscher Fußballtrainer“ im Munzinger Archiv, abgerufen am 23. März 2011
  5. FC Viktoria Backnang - Die Chronik
  6. Hennes-Weisweiler-Akademie. 29. Lehrgang. Gesellschaft für DFB-Online GmbH, abgerufen am 11. Februar 2015.
  7. Gerold Knehr: Der "Held der Ukraine" hinterließ weltweit Spuren. In: Schwäbisches Tagblatt, 29. Mai 2012.
  8. Andreas Bock: "Es gibt riesigen Nachholbedarf" In: RevierSport, 21. April 2008 (Interview).
  9. Interview mit Ralf Rangnick "Bin mit meinem Konzept nicht gescheitert"
  10. Porträt des Erfolgstrainers Ralf Rangnick Die Fußballrevolution im Remstal
  11. Ralf Rangnick im Aktuellen Sportstudio, youtube.de
  12. VfB-Hammer: Rangnick feuert Balakov. In: B.Z., 23. November 2000.
  13. Rangnick bleibt bei 96. In: n-tv, 26. September 2002.
  14. Hannover 96 stellt Rangnick Ultimatum. In: Handelsblatt, 20. Dezember 2003.
  15. Gerold Knehr: Mehr als nur der Schattenmann. (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive) In: Südwest Presse, 10. Juli 2010.
  16. Die berühmte Ehrenrunde, Kicker-TV
  17. "Ich habe mit meiner Entlassung gerechnet" In: Focus, 13. Dezember 2005.
  18. Rentenvertrag für Ralf Rangnick, Bild Online vom 21. Oktober 2008
  19. Hintergrund: Ende eines Märchens - Rangnick verlässt Hoffenheim, Kicker-TV vom 1. Januar 2011
  20. Stefan Hermanns: Dietmar Hopp, wie dämlich! In: Die Zeit, 3. Januar 2011.
  21. Ralf Rangnick bleibt bei der TSG 1899 Hoffenheim
  22. Pezzaiuoli tritt Rangnick-Nachfolge an, kicker.de
  23. Die dunkle Seite des Ralf Rangnick. In: Spox.com, 5. Mai 2009.
  24. Axel Kintzinger: Hoffenheim hat ausgeträumt. (Memento vom 6. Januar 2011 im Internet Archive) In: Financial Times Deutschland, 4. Januar 2011.
  25. Löw-Freund macht Rangnick-Job. In: Bild, 2. Januar 2011.
  26. Ralf Rangnick wird neuer Chef-Trainer des FC Schalke 04
  27. Ralf Rangnick legt Amt des Chef-Trainers mit sofortiger Wirkung nieder, schalke04.de
  28. Rangnick – Ausnahme-Trainer am Ende seiner Kraft
  29. Steffen Dobbert: Als Trainer ein Visionär, als Mensch ein Vorbild. In: Die Zeit, 22. September 2011.
  30. Die neue Struktur bei den Roten Bullen. In: redbullsalzburg.at.
  31. Rangnick: "Neue Zeitrechnung" In: Kicker, 6. Juli 2012.
  32. Ralf Rangnick übernimmt Traineramt der Roten Bullen! In: dierotenbullen.com.
  33. Nachfolge von Sportdirektor Rangnick geklärt. In: redbullsalzburg.at.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ralf Rangnick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien