Ralf Seppelt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ralf Seppelt, 2011.

Ralf Seppelt (* 1969 in Braunschweig) ist ein deutscher Mathematiker und Professor für Angewandte Landschaftsökologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie Leiter des Departments Computational Landscape Ecology am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ in Leipzig.

Wissenschaftliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ralf Seppelt studierte angewandte Mathematik an der Technischen Universität Clausthal-Zellerfeld und promovierte 1997 in den Fächern Agrarökologie und Systemanalyse an der Technischen Universität Braunschweig. Dort arbeitete er von 1997 bis 2004 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent am Institut für Geoökologie. Nach mehreren Forschungsaufenthalten am Gund Institute for Ecological Economics, Burlington und Maryland, USA, sowie am CSIRO in Canberra, Australien, erhielt er 2004 den Ruf auf die Professur für Angewandte Landschaftsökologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg als gemeinsame Berufung mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ.

Forschungstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Professor lehrt er in Halle Environmental Modelling. Als Leiter des Departments Landschaftsökologie am UFZ ist er verantwortlich für das Forschungsthema Landnutzungsoptionen (Land use options) des Forschungsprogramms Terrestrische Umwelt der Helmholtz-Gemeinschaft. Im BMBF-Programm Nachhaltiges Landmanagement leitete er das wissenschaftliche Begleitvorhaben Global Assessment of Land Use Dynamics on Greenhouse Gas Emissions and Ecosystem Services (GLUES).[1]

Seppelts Forschungsschwerpunkt liegt im Landressourcenmanagement, basierend auf integrierten Simulations- und Modellierungssystemen. Er forscht an den Wechselwirkungen von anthropogenen und biosphärischen Prozessen. Ziel seiner Arbeiten ist die Bestimmung von Nutzungsstrategien für nachwachsende Ressourcen bei gleichzeitigem Erhalt von Ökosystemfunktionen und Ökosystemdienstleistungen. Dazu sind methodische Entwicklungen in der Landschaftsökologie wie zum Beispiel Modellintegration, hybride Modellsysteme und Skalen in Raum und Zeit notwendig, die er als Mathematiker entwickelt, so dass z. B. mit Optimierungsverfahren geeignete, nachhaltige Landnutzung und -konfigurationen identifiziert werden können. Neben vielen Regionalen Studien zu den Wechselwirkungen von Ökosystemfunktionen und Biodiversität beschäftig er sich auch mit globalen Abschätzungen zur Ressourcenverfügbarkeit[2] und zur Diversität globaler Landnutzungssystemen.[3]

Er war von 2008 bis 2014 Vizepräsident der International Society for Environmental Modelling and Software[4] und bis 2017 Mitglied der Senatskommission Agrarökosystemforschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft.[5] Er ist Mitglied des Universitätsrates der Universität Hohenheim,[6]. Seit 2013 ist Seppelt Sprecher der Helmholtz Research School ESCALATE (Ecosystem Services Under Changing Land-Use and Climate), die mehrere Doktoranden verschiedener Fachrichtungen fördert, die zu den Themen Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen forschen.[7] Er ist Mitautor des Globalen Assessments der International Plattform für Biodiversity and Ecosystem Service (IPBES)[8].

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Strategien für eine nachhaltige Landwirtschaft: Anwendung der Kontrolltheorie auf langfristige bioökonomische Prozesse. Inst. für Geographie und Geoökologie, Braunschweig 1997.
  • Computer based environmental management. Wiley-VCH, Weinheim/ New York 2003.

Online Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Online Spiel „LandYOUs“[9] zu Nachhaltigen Landnutzung in Kooperation mit dem Klett MINT Schulbuchverlag

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website der BMBF-Fördermaßnahme Nachhaltiges Landmanagement
  2. Susan Walter: Nachwachsende Ressourcen kommen an ihre Grenzen - Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ. Abgerufen am 16. September 2017 (englisch).
  3. Sebastian Wiedling: Globale Karte bietet neue Einsichten zur Landnutzung - Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ. Abgerufen am 16. September 2017 (englisch).
  4. Website des Sekretariats der International Society for Environmental Modelling and Software
  5. DFG Senatskommission Agrarökosystemforschung
  6. Universitätsrat Universität Hohenheim, Mitglieder (Memento des Originals vom 27. Januar 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.uni-hohenheim.de
  7. Homepage Graduiertenschule ESCALATE.
  8. Expertenprofile IPBES. Abgerufen am 16. September 2017.
  9. Zocken, um Nachhaltigkeit zu verstehen. In: Klett MINT GmbH. 16. Oktober 2016 (klett-mint.de [abgerufen am 16. September 2017]).