Rallye Portugal

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Typische Schotter-Rallye in Portugal, Dani Sordo (Citroën) im Jahr 2013

Die Rallye Portugal ist eine der größten Sport-Veranstaltungen die in Portugal ausgetragen werden. Die Rallye fand erstmals 1968 statt und hatte ab 1973 für zunächst 29 Jahre Weltmeisterschaftsstatus. Von 2002 bis 2006 war sie nicht im WM-Kalender vertreten. Der Streckenverlauf, mit dem die Rallye ab 2007 wieder zur FIA Rallye-Weltmeisterschaft zählt, hatte keine Ähnlichkeiten mehr mit dem ursprünglichen Verlauf. Statt in der Region um Porto wurde in der Algarve gefahren, hauptsächlich auf Schotterwegen. Im Jahr 2015 kehrte man zurück in den Norden von Portugal.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals wurde die Rallye Portugal 1967 ausgetragen. Sie gehörte zur WRC-Premierensaison 1973. In den Anfängen war die Rallye ein Mix aus verschiedenen Staßenuntergründen. Nachdem schlechtes Wetter 2001 die Straßen gefährlich und unberechenbar machte, da die Reifenwahl äusserst schwierig war, entschlossen die Organisatoren zukünftig nur noch auf Schotterstraßen zu fahren. Nach fünfjähriger Abstinenz im Rallye-Weltmeisterschaftskalender kehrte die Veranstaltung vom Norden an die Algarve und fand sich 2007 wieder im WRC-Kalender. Fünfmal wurde die Rallye Portugal als beste Rallye der Welt ausgezeichnet.

Neue Route ab 2015[Bearbeiten]

Die Rallye Portugal kehrt erstmals seit 2001 in den Norden Portugals zurück und findet in Matosinhos nördlich von Porto statt. Am Donnerstagabend findet eine „Super Special Stage“, die besonders zuschauerfreundlich ist, auf dem Rallycross-Rundkurs von Lousada statt. Der erste komplette Rallye-Tag führt die Fahrer weiter nördlich in das Gebiet von Ponte de Lima nahe der spanischen Grenze. Die Wertungsprüfungen am Samstag sind die längsten der Rallye (WP 10 und 13 mit 37,62 Kilometern) und werden südlich nahe Amarante gefahren. Am Sonntag werden drei Wertungsprüfungen ausgetragen, wobei der Fokus auf der klaßischen Wertungsprüfung „Fafe“ liegt, die zwei Mal gefahren wird. Die zweite Durchfahrt der WP gilt als Power-Stage.[1]

Sieger[Bearbeiten]

Die bisher erfolgreichsten Fahrer bei der Rallye Portugal sind Markku Alén mit fünf Siegen (1975, 1977, 1978, 1981 und 1987) und Sébastien Ogier mit vier ersten Rängen (2010, 2011, 2013 und 2014). Miki Biasion gewann als einziger Fahrer die Rallye Portugal dreimal hintereinander (1988–1990).

Gesamtsieger[Bearbeiten]

Jahr Gesamtsieger Marke und Modell
Fahrer Beifahrer
1973 FrankreichFrankreich Jean-Luc Thérier FrankreichFrankreich Jacques Jaubert Renault Alpine A110 1800
1974 ItalienItalien Raffaele Pinto ItalienItalien Arnaldo Bernacchini Fiat Abarth 124 Rallye
1975 FinnlandFinnland Markku Alén FinnlandFinnland Ilkka Kivimäki Fiat Abarth 124 Rallye
1976 ItalienItalien Sandro Munari ItalienItalien Silvio Maiga Lancia Stratos HF
1977 FinnlandFinnland Markku Alén FinnlandFinnland Ilkka Kivimäki Fiat 131 Mirafiori Abarth
1978 FinnlandFinnland Markku Alén FinnlandFinnland Ilkka Kivimäki Fiat 131 Mirafiori Abarth
1979 FinnlandFinnland Hannu Mikkola SchwedenSchweden Arne Hertz Ford Escort RS1800
1980 DeutschlandDeutschland Walter Röhrl DeutschlandDeutschland Christian Geistdörfer Fiat 131 Mirafiori Abarth
1981 FinnlandFinnland Markku Alén FinnlandFinnland Ilkka Kivimäki Fiat 131 Mirafiori Abarth
1982 FrankreichFrankreich Michèle Mouton ItalienItalien Fabrizia Pons Audi quattro
1983 FinnlandFinnland Hannu Mikkola SchwedenSchweden Arne Hertz Audi quattro A1
1984 FinnlandFinnland Hannu Mikkola SchwedenSchweden Arne Hertz Audi quattro A2
1985 FinnlandFinnland Timo Salonen FinnlandFinnland Seppo Harjanne Peugeot 205 Turbo 16
1986 PortugalPortugal Joaquim Moutinho PortugalPortugal Edgar Fortes Renault 5 Turbo Corse
1987 FinnlandFinnland Markku Alén FinnlandFinnland Ilkka Kivimäki Lancia Delta HF 4WD
1988 ItalienItalien Miki Biasion ItalienItalien Carlo Cassina Lancia Delta Integrale
1989 ItalienItalien Miki Biasion ItalienItalien Tiziano Siviero Lancia Delta Integrale
1990 ItalienItalien Miki Biasion ItalienItalien Tiziano Siviero Lancia Delta Integrale 16V
1991 SpanienSpanien Carlos Sainz SpanienSpanien Luís Moya Toyota Celica GT-Four
1992 FinnlandFinnland Juha Kankkunen FinnlandFinnland Juha Piironen Lancia Delta HF Integrale
1993 FrankreichFrankreich François Delecour FrankreichFrankreich Daniel Grataloup Ford Escort RS Cosworth
1994 FinnlandFinnland Juha Kankkunen Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Nicky Grist Toyota Celica Turbo 4WD
1995 SpanienSpanien Carlos Sainz SpanienSpanien Luís Moya Subaru Impreza 555
1996 kein WM-Prädikat
1997 FinnlandFinnland Tommi Mäkinen FinnlandFinnland Seppo Harjanne Mitsubishi Lancer Evo 4
1998 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Colin McRae Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Nicky Grist Subaru Impreza WRC
1999 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Colin McRae Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Nicky Grist Ford Focus WRC
2000 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Richard Burns Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Robert Reid Subaru Impreza WRC
2001 FinnlandFinnland Tommi Mäkinen FinnlandFinnland Risto Mannisenmäki Mitsubishi Lancer Evo 6
2002–2006 kein WM-Prädikat
2007 FrankreichFrankreich Sébastien Loeb MonacoMonaco Daniel Elena Citroën C4 WRC
2008 kein WM-Prädikat
2009 FrankreichFrankreich Sébastien Loeb MonacoMonaco Daniel Elena Citroën C4 WRC
2010 FrankreichFrankreich Sébastien Ogier FrankreichFrankreich Julien Ingrassia Citroën C4 WRC
2011 FrankreichFrankreich Sébastien Ogier FrankreichFrankreich Julien Ingrassia Citroën DS3 WRC
2012 NorwegenNorwegen Mads Østberg SchwedenSchweden Jonas Andersson Ford Fiesta RS WRC
2013 FrankreichFrankreich Sébastien Ogier FrankreichFrankreich Julien Ingrassia VW Polo R WRC
2014 FrankreichFrankreich Sébastien Ogier FrankreichFrankreich Julien Ingrassia VW Polo R WRC
2015 FinnlandFinnland Jari-Matti Latvala FinnlandFinnland Miikka Anttila VW Polo R WRC

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rallye Portugal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. wrc.com: Rally de Portugal, Abgerufen am 3. Mai 2015