Ralph T. Niemeyer

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Ralph T. Niemeyer (eigentlich Ralph Thomas Niemeyer;[1] * 9. Oktober 1969 in Berlin) ist ein deutscher Autor, Journalist, Dokumentarfilmer, Filmproduzent, wegen Betruges verurteilter Finanzberater und Politiker der Partei Die Linke.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niemeyer besuchte von 1976 bis 1980 die katholische Grundschule in Wachtberg-Niederbachem bei Bonn. Von 1980 bis 1989 absolvierte er das Gymnasium Pädagogium Otto-Kühne-Schule in Bad Godesberg (Bonn). Er habe in Kalifornien Philosophie und Ökonomie sowie in Bonn Germanistik und Philosophie studiert. Über einen Abschluss ist nichts bekannt.

Nach der Wende habe er den Nachfolger von SED-Generalsekretär Honeckers, Egon Krenz, zur Anbahnung von Ostgeschäften beschäftigt.[2]

Filmproduzent und Journalist[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen einer einschlägigen Vorstrafe wegen unlauterer Kapitalgeschäfte wurde in der Vergangenheit gegen Niemeyer gerichtlich ein fünfjähriges Berufsverbot als Finanzberater verfügt.[3][4]

Finanziert von der Bundestagsfraktion Die Linke und deren parteinaher Rosa-Luxemburg-Stiftung produzierte Niemeyer kommerziell kaum einträgliche Dokumentarfilme, die der Agitation dienten:[5] über Michail Gorbatschow (1991) und Nelson Mandela (1994) sowie über Argentinien (2003) und Venezuela (2004). Bei dem 2011 fertiggestellten Spielfilm The Consul of Bordeaux über das Leben des portugiesischen Generalkonsuls Aristides de Sousa Mendes, der 30.000 Menschen, darunter 10.000 Juden, das Leben rettete, fungierte Niemeyer als einer der ausführenden Produzenten. Zum Jahrestag der Nuklearkatastrophe von Fukushima produzierte Niemeyer gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten und energiepolitischen Sprecherin der LINKEN, Dorothée Menzner, den Dokumentarfilm Hibakusha, der die Folgen von Verstrahlungen thematisiert und sich mit der Frage nach einem Atomausstieg in Japan befasst.

Seit 2004 sei Niemeyer als Journalist bei der deutschen Zeitung Junge Welt, dem britischen Magazins EU Reporter und dem Magazin New Europe in Brüssel akkreditiert.

Berufsverbot und Vorstrafe wegen Kapitalanlagebetrug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 1996 wurde Niemeyer vom Landgericht Köln wegen Betruges in 46 Fällen verurteilt. Die Richter erteilten im fünf Jahre lang Berufsverbot. Seinerzeit hatte sich Niemeyer versucht durch Flucht in die Türkei dem Prozess und seiner sich abzeichnenden Verurteilung zu entziehen. Er wurde auf dem Flughafen Antalya festgenommen, wo er sich in Begleitung seiner damaligen Freundin Sahra Wagenknecht befand. Gemäß der Kölner Oberstaatsanwältin Regine Appenrodt ist Niemeyer vorbestraft, weil er wegen Kapitalanlagebetrugs zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt wurde.[6]

Ehe und Kinder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niemeyer war von 1997[7] bis 2013 mit der deutschen Politikerin Sahra Wagenknecht verheiratet und lebt heute geschieden von ihr.[1] Niemeyer hat drei Söhne und eine Tochter.[8] Davon zeugte er drei Kinder mit drei anderen Frauen während der Ehe mit Sahra Wagenknecht. Für diese sollen laut des Fernsehanwaltes Christopher Posch, der eine der Mütter im Rahmen seines auf RTL ausgestrahlten Boulevard-Formates „Ich kämpfe für Ihr Recht“ vertritt, inzwischen 220.000 Euro Unterhaltsschulden aufgelaufen sein.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niemeyer ist seit Januar 2011 Mitglied der Partei Die Linke, zunächst im Kreisverband Heidelberg-Rhein-Neckar in Baden-Württemberg, seit Juni 2012 in Niedersachsen.[10] Am 7. Mai 2013 wurde Ralph T. Niemeyer als Direktkandidat für den 18. Deutschen Bundestag im Wahlkreis 26 (Wittmund, Friesland, Wilhelmshaven) aufgestellt[11]. Er vertrat die Partei Die Linke auch auf der Landesliste.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolken zum Frühstück. R G Fischer Verlag, Frankfurt 1990.
  • Das Märchen von 'Stiller Fluß' – vom Geheimnis des nächsten Jahrtausends. 1991.
  • Kommunisten Schnarchen nicht. 1992
  • Als in China das erste Mal ein Sack Reis umfiel. 1995.
  • Empty Words – some sort of poetry. 1989.
  • The Verdict – when a state is hijacked. 2002.
  • Waiting for the new Führer. 2003.
  • Under Attack – Morning Dawn in Venezuela. Verlag iUniverse, 2004, ISBN 0-595-30837-6.
  • All the Ice of Africa. 2005.
  • The Daughters of the Fisherman of Rio Chico. 2006.
  • De-Mock-Crazy – the Information Age is over! 2007.
  • To Excel/Kaleidoscope Sof. Hardcore Europe Verlag, 2008, ISBN 978-0-595-49205-3.
  • If the World was a bank it had been rescued. 2009.
  • The Shadow Commission: News from the Land Without Opposition. Verlag Iuniverse Star, 2008, ISBN 978-1-4401-0226-4.
  • Germany after Capitalism – The Wagenknecht-Doctrine. 2012, ISBN 978-1-4697-6516-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Anja Maier: In aller Freundschaft. In: die tageszeitung, 12. Juni 2013. Abgerufen am 13. Juni 2013.
  2. Jürgen Marks: Operation „Rotes Teufelchen“. In: Focus Magazin, Nr. 43 (1997), 20. Oktober 1997. Abgerufen am 5. Juni 2011.
  3. Betrugsverdacht: Ermittlungen gegen Sahra Wagenknechts Ehemann. In: Der Spiegel, 19. Dezember 2001. Abgerufen am 27. August 2012.
  4. Anja Maier: Der Ex von Sahra Wagenknecht. Der rote Ralph. In: die tageszeitung, 13. Juni 2013. Abgerufen am 13. Juni 2013.
  5. Vetternwirtschaft: Eine ziemlich linke Nummer in der Linkspartei. Die Welt 8. September 2013.
  6. Haftbefehl wegen Fluchtgefahr gegen Politikergatten. In: Die Welt, 15. Januar 2002. Abgerufen am 29. Juni 2016.
  7. Sahra Wagenknecht. Indiskretes vom Gatten aus Irland. In: Spiegel Online, 31. Januar 2010, abgerufen am 5. Juni 2011
  8. Martin Lutz, Uwe Müller: Eine ziemlich linke Nummer in der Linkspartei. In: Die Welt, 8. September 2013. Abgerufen am 8. September 2013.
  9. Christopher Posch kämpft um Unterhalt: Der Ex-Mann von Sahra Wagenknecht sorgt für Wirbel, abgerufen am 22. Juli 2015
  10. Zur Person – Ralph Niemeyer für ein rotes Land, abgerufen am 8. September 2013
  11. Die Linke. Wilhelmshaven: Aktuell. Abgerufen am 8. September 2013.