Rama Yade

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Rama Yade (2010)

Rama Yade (* 13. Dezember 1976 in Dakar, Senegal; eigentlich Ramatoulaye Yade-Zimet; gebürtig Mame Ramatoulaye Yade) ist eine französische bürgerliche Politikerin. Von 2007 bis 2010 war sie in der Regierung, zunächst als Staatssekretärin zuständig für auswärtige Angelegenheiten und Menschenrechte (bis 2009), danach zuständig für Sport. Nach einer Kabinettsumbildung im Juni 2009 wurde sie Staatssekretärin für Sport. Bei den Präsidentschaftswahlen 2017 will sie als unabhängige Kandidatin antreten.[1][2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rama Yade wurde 1976 als Tochter eines ranghohen Beraters des senegalesischen Präsidenten Léopold Sédar Senghor und einer Professorin in Dakar geboren. Die Familie übersiedelte aufgrund der Tätigkeit des Vaters im diplomatischen Dienst nach Colombes in Frankreich, als Yade elf Jahre alt war. Nach Rückkehr ihres Vaters in den Senegal verblieb sie mit ihrer Mutter und den drei Schwestern in der Vorstadtsiedlung, wo sie auch aufwuchs.[3] Obwohl sie muslimischen Glaubens ist, ging sie auf eine katholische Schule. 1994 absolvierte sie dort ihr Abitur. Anschließend studierte sie am Institut d’études politiques de Paris (IEP).

2002 absolvierte sie erfolgreich das Auswahlverfahren für eine Beschäftigung in der Verwaltung des französischen Senats. Ihre Tätigkeit für die Senatsverwaltung wurde von 2005 bis 2006 unterbrochen von einer Tätigkeit als stellvertretende Programmdirektorin, später Kommunikationsdirektorin des Fernsehsenders „Public Sénat“ des Senats. Am 19. Juni 2007 wurde sie zur Staatssekretärin beim Außenminister berufen.

Ihre politische Karriere begann während der Tätigkeit in der Senatsverwaltung. 2005 trat sie in die UMP ein, obwohl sie, inzwischen mit dem Sozialisten Joseph Zimet verheiratet, eher linke Neigungen hatte.[4] In ihrer Partei wurde sie gefördert und stieg bald zur Nationalsekretärin für die Frankophonie auf. Am 14. Januar 2007 hielt sie auf einem Parteikongress in Versailles eine Rede, die neben anderen Zuhörern den damaligen Parteichef Nicolas Sarkozy beeindruckte,[3] der sie später zu einer der Sprecherinnen für die UMP in seinem Präsidentschafts-Wahlkampf ernannte.

Mit deutlichen Äußerungen zu Menschenrechtsverletzungen hatte sie wiederholt Außenminister Bernard Kouchner und Staatspräsident Sarkozy gegenüber Staatsgästen, etwa dem libyschen Staatschef Muammar al-Gaddafi, in Verlegenheit gebracht. Dies wird als Grund für ihre Versetzung auf den Posten einer Staatssekretärin für Sport im Zuge einer Kabinettsumbildung im Juni 2009 gesehen.[5] Im Zuge einer Kabinettsumbildung im November 2010 verlor Rama Yade ihr Amt als Staatssekretärin in der Regierung des neuen Premierministers François Fillon.[6]

Von 2010 bis 2015 war sie zudem Abgeordnete im Regionalrat der Region Ile de France, nachdem sie 2010 dem PRV beigetreten war (von dem sie 2015 ausgeschlossen wurde). Zudem war sie von Januar bis Juni 2011 Botschafterin Frankreichs bei der UNESCO.[7]

Am 21. April 2016 gab sie ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2017 bekannt. Sie sagte, sie werde sich nicht an den Vorwahlen der Republikaner beteiligen, sondern sie rufe zu einem unabhängigen Bündnis unter dem Titel La France qui ose (auf Deutsch: Das Frankreich, das sich etwas (zu)traut) auf.[1][2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rama Yade – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Rama Yade est candidate à l’élection présidentielle. In: Le Monde.fr. ISSN 1950-6244 (lemonde.fr [abgerufen am 21. April 2016]).
  2. a b Rama Yade annonce sa candidature à l'élection présidentielle. In: Libération.fr. Abgerufen am 21. April 2016.
  3. a b vgl. Gerd Kröncke in Süddeutsche Zeitung Nr. 140, vom 21. Juni 2007; Seite 4
  4. vgl. http://www.lepoint.fr/content/direct_qg/article.html?id=188784 abgerufen am 23. Juni 2007 (franz.)
  5. So Spiegel-Online, 23. Juni 2009
  6. focus.de: Neues Kabinett soll Weg für Sarkozys Wiederwahl ebnen
  7. [1]