Rambo (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Rambo
Originaltitel First Blood
First blood de.svg
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1982
Länge 93[1] Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Ted Kotcheff
Drehbuch Michael Kozoll
William Sackheim
Sylvester Stallone
Produktion Buzz Feitshans
Mario Kassar
Andrew G. Vajna
Herb Nanas
Musik Jerry Goldsmith
Kamera Andrew Laszlo
Schnitt Joan E. Chapman
Besetzung

Rambo (Originaltitel: First Blood) oder Rambo I ist ein US-amerikanischer Actionfilm des Regisseurs Ted Kotcheff aus dem Jahr 1982 und eine Literaturverfilmung des Romans First Blood (1972) von David Morrell mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle. Der Film bildet den Auftakt der Tetralogie um John J.(James) Rambo. Kennzeichnend für die Reihe ist das Konzept des Selbstjustiz- bzw. One Man Army-Actionfilms. Der Film wurde ab dem 6. Januar 1983 in den bundesdeutschen Kinos gezeigt.

Handlung[Bearbeiten]

Die Fraser River Bridge (in Hope, British Columbia), über die Sheriff Teasle John Rambo zu Beginn des Films fährt

Der wortkarge Vietnamkriegsveteran John Rambo sucht den letzten Überlebenden seiner ehemaligen Elite-Einheit der Green Berets auf, erfährt aber, dass dieser bereits an Krebs verstorben ist. Er zieht weiter und will in der Kleinstadt Hope ("Hoffnung") etwas zu essen bekommen. Als er jedoch die Stadtgrenze passiert, verweist der örtliche Sheriff Will Teasle ihn aufgrund seines heruntergekommenen Aussehens der Stadt. Rambo lässt sich zunächst widerspruchslos von Teasle aus der Stadt fahren, kehrt dann aber zu Fuß wieder um und missachtet den Stadtverweis. Daraufhin verhaftet Teasle ihn als Landstreicher.

Im Bezirksgefängnis wird Rambo von den Hilfssheriffs physisch misshandelt und gedemütigt. In die Enge getrieben, werden in dem Ex-Green-Beret traumatische Erinnerungen an seine Zeit als Kriegsgefangener in Vietnam wach. Er befreit sich gewaltsam aus seiner Inhaftierung und ergreift die Flucht in die Berge. Als die Beamten Schusswaffen einsetzen, beginnt für John Rambo der Kampf ums Überleben. Als ein Hilfssheriff sich den Anweisungen Teasles widersetzt und aus einem Hubschrauber auf den Flüchtigen schießt, schleudert Rambo in Notwehr einen Stein gegen den Hubschrauber, wodurch der Hilfssheriff das Gleichgewicht verliert und zu Tode stürzt. Die übrigen Polizisten halten Rambo für den Mörder ihres Kollegen und lehnen sein Angebot ab, die Sache zu beenden: Als Rambo mit erhobenen Armen beteuert, nichts Böses getan zu haben und niemanden mehr zu Schaden kommen lassen zu wollen, eröffnen die Polizisten das Feuer und Rambo flüchtet weiter.

Von Rachsucht getrieben, nutzt der Sheriff jedes ihm zur Verfügung stehende Mittel. Gegen den Kriegshelden und Elitekämpfer Rambo haben die Polizisten aber kaum eine Chance. Mittels Guerilla-Taktik setzt er seine Verfolger der Reihe nach außer Gefecht und treibt zuletzt den Sheriff in die Falle. Rambo demonstriert so die Leichtigkeit, mit der er seine Gegner hätte töten können, und bittet Teasle ein letztes Mal darum, die Verfolgung abzubrechen. Inzwischen artet die Sache aber zu einem Medienspektakel aus. Die Staatspolizei und die Nationalgarde werden mobilisiert, um Rambo zu fassen. Das Pentagon schickt derweil Rambos ehemaligen Ausbilder und Kommandeur bei den Special Forces, Colonel Trautman, nach Hope, um die Sache friedlich zu lösen. Dieser provoziert Teasle, als er ihm sagt, dass er die Polizisten vor Rambo schützen wolle, nicht umgekehrt. Nachts sprechen Rambo und Trautman über ein Funkgerät miteinander, das Rambo einem der Polizisten abgenommen hat. Dabei stellt sich heraus, dass Rambo der letzte Überlebende seiner Einheit ist. Rambo lehnt es ab, sich zu ergeben, und sagt Trautman, dass die Polizei das erste Blut vergossen habe.

Durch das Gespräch über Funk kann die Polizei Rambo orten und sich am nächsten Tag auf seine Spur setzen. Als die Nationalgarde Rambo in einer Mine umzingelt, sprengen die Soldaten den Eingang und sind sicher, ihren Widersacher getötet zu haben. Die Polizei, die Nationalgarde und der Armeetross ziehen ab. Doch Rambo hat überlebt, und es gelingt ihm, durch einen anderen Ausgang wieder an die Oberfläche zurückzukehren. Anstatt unerkannt zu fliehen, will er nun mit Teasle abrechnen. Er entführt ein mit Waffen beladenes Militärfahrzeug und beginnt nun seinerseits einen Rachefeldzug gegen den Sheriff. Er macht sich auf in die Stadt und hinterlässt auf dem Weg zum Gefängnis eine Spur der Verwüstung. Rambo nutzt dieses Chaos, um sich unbemerkt an den Sheriff heranzuschleichen, und verletzt ihn schwer. Trautman kommt gerade rechtzeitig, um zu verhindern, dass Rambo Teasle tötet. Rambo bricht nach einem Nervenzusammenbruch in Tränen aus. In einem Monolog beschreibt Rambo, wie er es nach dem Krieg nicht schaffte, sich in der Gesellschaft zurechtzufinden, die ihm keine Chance mehr gab. Er schildert Trautman, wie er unter den schrecklichen Ereignissen des Krieges immer noch leide. Schließlich gibt er aber auf und wird von der Polizei abgeführt.

Entstehung[Bearbeiten]

Sylvester Stallone (1983)

Ted Kotcheff arbeitete erstmals 1976 mit den Autoren Michael Kozoll und William Sackheim an der Verfilmung des 1972 erschienen David-Morrell-Romans First Blood. Bei Warner Bros. glaubte man jedoch, das amerikanische Publikum sei noch nicht bereit für einen Film über den erst 1975 beendeten Vietnamkrieg.

Einige Jahre später unterbreitete Kotcheff Sylvester Stallone das Angebot, die Hauptrolle zu übernehmen. Angeblich waren zuvor auch Clint Eastwood[2], Burt Reynolds, John Travolta und Terence Hill für die Rolle im Gespräch gewesen. Das Angebot an Stallone wurde in Hollywood mit Skepsis betrachtet. An diesem Punkt seiner Karriere waren Stallones Filme – abgesehen von den zwei Rocky-Filmen – sämtlich Flops, und man sprach ihm keine große schauspielerische Bandbreite zu. Mit der Bedingung, das Drehbuch mit Ted Kotcheff überarbeiten zu dürfen, sagte er aber zu. Stallones Vorschläge wurden von Kotcheff gelobt, entfernten die Geschichte jedoch von der Romanvorlage. So war es Stallones Idee, Rambo zum Großteil ohne Waffen kämpfen zu lassen und sich stattdessen auf seine in Vietnam erlernten Fähigkeiten zu konzentrieren. Des Weiteren ist Rambos Wortkargheit ebenfalls auf Stallone zurückzuführen. Und war die Figur des John Rambo im Roman noch als eiskalte „Tötungsmaschine“ konzipiert, legte Stallone sie in seinem Drehbuch als seelisch gebrochenen Exsoldaten an, der nach seiner Armeezeit Schwierigkeiten hat, sich im Zivilleben zurechtzufinden, und sich in den Kampfhandlungen des Films trotz seiner militärischen Ausbildung betont defensiv verhält: Im Verlauf von First Blood kommt nur einer seiner Widersacher zu Tode, und dies darüber hinaus eher durch eigenes Verschulden. Rambo ist eher Opfer als Täter.

Für die Rolle von Rambos Mentor, Colonel Trautman, war ursprünglich Kirk Douglas vorgesehen. Er stieg jedoch kurz vor Drehbeginn aus, da die Produzenten seine Drehbuchänderungen nicht akzeptierten, und wurde durch Richard Crenna ersetzt.

Produktion[Bearbeiten]

Ort der Handlung ist die fiktive Stadt Hope in Washington und Umgebung. Die Drehorte waren in Kanada in Hope (British Columbia), im Golden Ears Provincial Park[3], im Coquihalla Canyon Provincial Park und in anderen Teilen Kanadas (Ortsszenen). Die Dreharbeiten begannen 1981 im kanadischen Hope mit einem Budget von 14 Millionen Dollar. Stallone bereitete sich unter anderem mit Überlebens- und Nahkampftraining auf seine Rolle vor. Viele seiner Stunts machte er selbst, brach sich dabei vier Rippen und zog sich Verbrennungen an seiner rechten Hand zu.

Alternative Enden[Bearbeiten]

Der verletzte John Rambo wird in der Romanvorlage von Col. Trautman erschossen. Kirk Douglas, der ursprünglich für die Rolle des Trautman vorgesehen war, sagte seine Teilnahme am Film ab, als er erfuhr, dass ein anderes Ende für den Film vorgesehen sei. Er hielt es für dramatischer, wenn Trautman erkennt, was für ein amoralisches, gefährliches "Frankenstein-Monster" er erschaffen hat, und Rambo daher tötet. Stallone warb dagegen für ein anderes Ende, da die Filmversion Rambo nicht als brutal-mordend, sondern als zerrissen darstellt, und die Zuschauer seinen gewaltsamen Tod nicht akzeptieren würden. In einer ersten gedrehten Fassung begeht John Rambo zum Schluss Selbstmord im Beisein von Trautman, diese Fassung wurde jedoch verworfen, nachdem das Testpublikum sehr schlecht darauf reagierte. Auf Drängen Stallones genehmigten die Produzenten daher ein alternatives Ende, und der Film erhielt für den regulären Kinostart am 22. Oktober 1982 das bekannte Ende, in dem Rambo überlebt.[4]

Publikumserfolg und Kritiken[Bearbeiten]

Mit einem weltweiten Einspielergebnis von 125 Mio. US-Dollar zählt Rambo zu den rentabelsten Filmen seiner Zeit. Er wurde auch von Kritikern gelobt. Von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW) erhielt er die Auszeichnung Besonders wertvoll,[5] was viele Kontroversen auslöste. Der Film katapultierte Sylvester Stallone wieder an die Spitze der Starriege.

„Perfekt inszenierter, harter und spannender Actionfilm mit einigen interessanten Ansätzen zur Aufarbeitung amerikanischer Vergangenheit. Der große Erfolg des Films machte Hauptdarsteller Stallone zum Massenidol. Es folgten mehrere Fortsetzungsfilme, in denen ‚Rambo‘ als brutaler Law-and-Order-Mann zur Comic-Figur degenerierte.“

Lexikon des internationalen Films[6]

„Der Klassiker des Faustrechts setzte Maßstäbe, erzeugte ein geflügeltes Wort und zog bis 2007 drei eher grobmotorische Fortsetzungen nach sich.“

TV Spielfilm[7]

„Wäre nicht der perfide Schluss (in dem ausgerechnet die Anti-Kriegs-Demonstranten für Rambos Zusammenbruch verantwortlich gemacht werden), könnte ‚First Blood‘ ein großer Film sein. Zumal in den von Paranoia und mörderischer Angst (auf beiden Seiten) geprägten Nachtszenen zeigt sich der Kanadier Ted Kotcheff als brillanter Regisseur.“

Hans-Christoph Blumenberg: Die Zeit, 7. Januar 1983[8]

Rezeption[Bearbeiten]

Rambo kann als Klassiker und Wegbereiter des Action-Genres bezeichnet werden, der nicht nur drei Fortsetzungen, sondern auch zahlreiche Plagiate nach sich zog. Darüber hinaus beinhaltet er eine deutliche Kritik an der politischen und gesellschaftlichen Situation in den USA im Zusammenhang mit dem Vietnamkrieg:

  • Der Sheriff übertritt, immer im Bestreben, seinen Bezirk „sauber zu halten“, selbst Gesetze.
  • John Rambo flog in Vietnam Helikopter und war für Material im Millionenwert verantwortlich, jetzt bekommt er nicht einmal einen Job als Parkplatzwächter. In Vietnam wurde er gezwungen, Menschen zu töten, bei seiner Heimkunft wurde gegen die Armee demonstriert und er wird nun deswegen verachtet. Seine als Einzelkämpfer antrainierten Kampftechniken wendet er nun gezwungenermaßen gegen Amerikaner an.
  • Rambo erleidet am Ende einen psychischen Zusammenbruch. Rambo vertritt dabei eine Auffassung, die der deutschen „Dolchstoßlüge“ nach dem Ersten Weltkrieg ähnlich ist. Demnach hätten Kräfte in den USA die eigenen Truppen verraten und den Sieg so zunichtegemacht („Ich habe nur alles getan, um zu gewinnen, aber irgendjemand ließ uns nicht gewinnen“). Ein ähnliche Auffassung wird von rechtsgerichteten amerikanischen Medien, insbesondere dem Regnery Publishing vertreten, die die Schuldigen in den Reihen linksgerichteter Kriegsgegner sahen.[9][10] Rambo bezeichnete die Kriegsgegner als „Maden“.

Durch die Filmfigur wurde die Bezeichnung Rambo zum Synonym für einen brachialen, rohen und unsensiblen Persönlichkeitstyp, der seine Ziele mit dem Mittel der Gewalt durchsetzt. Das Wort wurde sogar in den Duden aufgenommen, demzufolge es umgangssprachlich einen „brutalen männlichen Typ“ und „Kraftprotz“ bezeichnet.[11]

Tatsächlich ist die Figur im ersten Film und in der Buchvorlage noch differenzierter angelegt als das Bild, das in den Volksmund Eingang gefunden hat und in den Fortsetzungen dargestellt wurde.

Szenen des Films wurden 2007 im britischen Film Der Sohn von Rambow verwendet, in dem zwei Kinder durch Rambo animiert werden, einen eigenen Film zu drehen.

Herkunft des Namens Rambo[Bearbeiten]

Der Name des John Rambo beruht auf der Romanvorlage First Blood von David Morrell (1972). Es gibt mehrere Erklärungen über die Herkunft des Namens Rambo in diesem Zusammenhang:

  • David Morrell selber gab an, der Name sei aus einem Rambo-Apfel (vgl. Rambour) entstanden, den seine Frau nach Hause brachte, als er einen passenden Namen für seinen Protagonisten suchte.[12]
  • als Verballhornung von (Arthur) Rimbaud, einem französischen Dichter mit rebellischem Ruf. Mit amerikanischem Akzent ausgesprochen klingt Rimbaud wie Rambo. Diese Erklärung, zusammen mit einem Verweis auf eine Apfelsorte namens Rambo, nennt der Autor in der Kommentarspur zur US-amerikanischen DVD des ersten Rambo-Films.
  • als Lehnwort aus dem Japanischen, wo Ranbō (乱暴) „ungezügelte Gewalt“ bedeutet

Fortsetzungen[Bearbeiten]

Dem Film folgten drei Fortsetzungen. 1985 inszenierte George Pan Cosmatos mit Rambo II – Der Auftrag den zweiten Teil der Reihe. Das Drehbuch stammt u. a. von Regisseur James Cameron sowie Hauptdarsteller Sylvester Stallone. Drei Jahre später folgte Rambo III. Auch hier arbeitete Stallone am Drehbuch mit. 2008 erschien John Rambo, der von Sylvester Stallone inszeniert und produziert wurde. Da Rambo in der Romanvorlage am Ende des Buches stirbt, schrieb Morrell die Fortsetzungen dann in Anlehnung an den ersten Film, nicht an sein eigenes Buch.

Literatur[Bearbeiten]

  •  David Morrell: Rambo. 3 Romane in einem Band. Die drei Bestseller von David Morrell zu den Filmen mit Sylvester Stallone. 4. Auflage. Heyne, München 1992, ISBN 3-453-03789-8.
  •  David Morrell: Rambo. 10. Auflage. Heyne, 1987, ISBN 3-453-02023-5.
  •  David Morrell: First Blood. Warner Books, 2000, ISBN 0-44636440-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatRambo (1982) (First Blood). IMDb.com, abgerufen am 16. Oktober 2010.
  2. Cinema: Hintergrundartikel Voll von der Rolle: Hollywoods Besetzungskarussel Ausgabe 02/11, S. 80.
  3. Wikia – Action Movies Wiki: Rambo First Blood Aufgerufen am 1. August 2010.
  4. Deborah Cartmell: A Companion to Literature, Film and Adaptation. Wiley & Sons, 2012, S. 333
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFBW-Gutachten von 1983. Filmbewertungsstelle Wiesbaden, 1983, abgerufen am 29. Januar 2009.
  6. Rambo im Lexikon des internationalen Films
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatRambo. In: TV Spielfilm. Abgerufen am 29. Januar 2009.
  8.  Hans-Christoph Blumenberg: „Heimliche Ausflüge“. In: Die Zeit. Nr. 2, 7. Januar 1983 (ZEIT ONLINE, abgerufen am 26. April 2009).
  9. [“Support the Troops”: Populist Militarism and the Cultural Reproduction of Imperial Power von Mark Rupert, Maxwell School of Citizenship and Public Affairs/ Abhandlung zum Thema Dolchstoßlüge und Vietnamkrieg]
  10. The Spitting Image: Myth, Memory, and the Legacy of Vietnam Paperback –1. Mai 2000 von Jerry Lembcke (Autor), ISBN 978-0-8147-5147-3.
  11. http://www.duden.de/suchen/dudenonline/Rambo
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDavid Morrell. In: Where did you come up with the name Rambo? Abgerufen am 23. Juni 2010.

Weblinks[Bearbeiten]