Ramboll

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Rambøll Group A/S
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Rechtsform Privat
Sitz Kopenhagen, Dänemark
Leitung Jens-Peter Saul, CEO
Mitarbeiter 12.300 (2015)[1]
Umsatz DKK 8.291,9 Millionen (2014)[1]
Branche Beratungsunternehmen
Website www.ramboll.com

Rambøll Group A/S (auch bekannt als Rambøll) ist ein weltweit agierendes Ingenieurs- und Beratungsunternehmen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramboll wurde im Oktober 1945 als „Rambøll & Hannemann“ in Kopenhagen gegründet.[2]

Durch zahlreiche nationale und internationale Akquisitionen ist das Unternehmen seit seiner Gründung stetig gewachsen und verfügt mittlerweile über 300 Büros in 35 Ländern.[3]

1945–1991: Gründung und Wachstumsstrategie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramboll wurde im Oktober 1945 als "Rambøll & Hannemann" in Kopenhagen von Børge Johannes Rambøll (1911–2009) und Johan Georg Hannemann (1907–1980) gegründet. Beide haben an der Dänischen technischen Universität (DTU) in Kopenhagen studiert und zusammengearbeitet. Ihren ersten wichtigen Auftrag erhielten sie vom dänischen Rundfunkingenieursunternehmen Radioingeniørtjenesten, das zu dieser Zeit eine Vielzahl von Sendetürmen und Transmittern errichtete. „Rambøll & Hannemann“ entwarf und errichtete nach 1950 eine Vielzahl von Rundfunksendetürmen in Dänemark und Norwegen. Dies führte dazu, dass die Firma auch an der Arbeit mit Hochspannungsmasten für bedeutende Überwachungssysteme beteiligt wurde und für die norwegische Telefonabteilung arbeitet.

Zwischen 1950 und 1960 wuchs das Unternehmen und damit der Aufgabenbereich in einer Vielzahl von unterschiedlichen Projekten. Die Zahl der Mitarbeiter stieg von 20 bis 30 in 1950 auf 170 im Jahr 1960.[4] Die Anzahl an Aufträgen für das norwegische nationale Rundfunkunternehmen NRK stieg weiter an und im Jahr 1976 eröffnete „Rambøll & Hannemann“ das erste Büro in Oslo.

1991–2003: Expansion in Nordeuropa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1991 übernahm „Rambøll & Hannemann“ die Firma „B. Højlund Rasmussen A/S“ und firmierte um zu Rambøll, Hannemann & Højlund A/S. Als das Unternehmen 2003 mit Swedish Scandiaconsult fusionierte, wurde es eines der größten Ingenieurberatungsunternehmen in Skandinavien.[5]

2003-: Internationales Wachstum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2006 übernahm Ramboll Storvik & Co in Norwegen. Im Sommer 2007 hat Ramboll das britische Unternehmen Whitbybird gekauft. Zum Zeitpunkt der Übernahme beschäftigte Whitbybird 680 Mitarbeiter in diversen Büros in Großbritannien, Italien, Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.[6] Rambolls Präsenz in Indien wurde im April 2008 durch den Kauf des indischen Telekommunikationsunternehmens ImIsoft ausgebaut.[7]

Im März 2011 hat Ramboll das britische Ingenieursunternehmen Gifford erworben.[8] Ebenfalls im März 2011 hat Ramboll den Bereich Power Engineering von Dong Energy, Dong Energy Power, erworben.[9] Im Juli 2011 wurde der Geschäftsbereich Ramboll Informatik an das dänische IT-Unternehmen KMD verkauft.[10] Im Jahr 2014 hat Ramboll die US-amerikanische Umweltberatung ENVIRON gekauft. Zum Zeitpunkt der Akquisition beschäftigte ENVIRON mehr als 1500 Umwelt- und Gesundheitsexperten in 21 Ländern.[11]

Die Ramboll Stiftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Anteile der Rambøll Group A/S gehören der Ramboll Stiftung (95 % der Anteile) und den Ramboll Aktieninhabern, auch Ramboll Partner genannt (5 % der Anteile, überwiegend im Besitz von Mitarbeitern). Die Ramboll Stiftung ist der Hauptbesitzer der Ramboll Group A/S und leistet finanzielle Unterstützung unter anderem für Forschung, Bildung und gemeinnützige Zwecke.[12]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramboll Group A/S besteht aus mehreren Geschäftseinheiten und deren Tochtergesellschaften und ist weltweit in insgesamt 35 Ländern vertreten.

Management[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das operative Führungsgremium der Ramboll Gruppe ist das Ramboll Group Directors Forum (GDF), bestehend aus Group CEO, Group CFO, Group Chief Development Officer, Group Chief Market Officer, Geschäftsführer der acht strategischen Geschäftseinheiten sowie vier Direktoren der Servicebereiche.[13]

Geschäftseinheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ramboll Dänemark
  • Ramboll Schweden
  • Ramboll Norwegen
  • Ramboll Finnland
  • Ramboll UK (ehemals Ramboll Whitbybird)[14]
  • Ramboll New Markets
  • Ramboll Management Consulting
  • Ramboll Öl & Gas
  • Ramboll Energie [15]
  • Ramboll Städteplanung und -gestaltung
  • Ramboll Umwelt & Gesundheit
  • Ramboll Wasser[15]

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öresundbrücke

Ramboll ist bei zahlreichen großen Bauprojekten weltweit beteiligt, oft in federführender Position. Für den Bau der Öresundbrücke (1995–1999), die Kopenhagen in Dänemark und Malmö in Schweden verbindet, war Ramboll unter anderem für Design, Brückenkonstruktion, Transport- und Verkehrsplanung sowie Sicherheit zuständig. Die Brücke ist einer der bedeutendsten Verkehrswege in Skandinavien. Sowohl die internationale Autobahn E20 als auch die zweigleisige Bahnstrecke über den Öresund mit direkter Verbindung von Kopenhagen, dem Flughafen und Malmö führen über die Brücke, die in Verbindung mit einem Tunnel die Verbindung herstellt.[16]

Bei der Storebælt-Brücke (1988–1998) war Ramboll für Planung und Konstruktion verantwortlich. Die Brücke verbindet Halsskov auf Seeland und Knudshoven auf Fünen. 18 Kilometer mit einer zweigleisigen Bahnstrecke und einer vierspurige Autobahn wurden geplant und gebaut, mit einer kleinen, künstlichen Insel Sprogø inmitten des Kleinen Belts, wo der Tunnel in eine Brücke übergeht.

Neue Königliche Oper in Kopenhagen

Als federführendes Ingenieurunternehmen war Ramboll maßgeblich am Bau der neuen Königlichen Oper in Kopenhagen (2001–2004) beteiligt. Ramboll war für Ingenieurplanung, Feuer-, Sicherheitsbestimmungen, Projektmanagement, Baustatik, geophysikalische Ingenieursleistung, geotechnische Ingenieursleistung, Elektrotechnik, Verkehrstechnik, Verkehrsplanung und -sicherheit zuständig. Auffällig an der Oper ist das Dach, das 157 x 90 Meter misst, eine der weltweit größten Dachkonstruktionen. 2008 gewann Ramboll den „Outstanding Structure Award“ der International Association for Bridge and Structural Engineering (IABSE) für seine Mitwirkung am Design des Daches.[17]

Seit April 2009 führt Ramboll in Zusammenarbeit mit Ove Arup & Partners Ltd (Großbritannien) und Tunnel Engineering Consultants (TEC) aus den Niederlanden eine Machbarkeitsstudie für die Planung einer festen Verkehrsverbindung zwischen Fehmarn und Rødby durch. Die Verkehrsverbindung soll aus einer zweigleisigen Zugstrecke und einer vierspurigen Autobahn bestehen und Deutschland mit Skandinavien verbinden. Ramboll erstellt in diesem Zusammenhang das Design der Tunnelvariante sowie die Ingenieurleistungen und analysiert die Konsequenzen und Auswirkungen auf Umwelt, Verkehr und Sicherheit der Konstruktion. Im Falle eines Tunnelbaus wäre der 19 Kilometer lange Fehmarnbelttunnel fünfmal so lang wie der Tunnel unter dem Øresund und dreimal so lang wie der Transbay Tube Tunnel in San Francisco und würde somit zu den weltweit längsten und tiefsten Tunneln gehören.[18][19]

International hat Ramboll in den vergangenen Jahren bei diversen Projekten mitgewirkt, wie z.B. der Entwicklung der Uferfront in Chicago, der Ferrari World in Abu Dhabi, dem König Abdullah Petroleum-Studien und Forschungszentrum in Saudi-Arabien und dem neuen Nationalmuseum für Kunst, Architektur und Gestaltung Museum in Oslo, Norwegen.[20]

Ramboll in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland ist Ramboll mit neun Büros in sieben Städten vertreten. Etwa 350 Mitarbeiter arbeiten in den Bereichen Management Consulting, Transport & Infrastruktur, Energie, Umwelt & Gesundheit sowie Städteplanung und -gestaltung.[21]

Rambøll Management GmbH wurde im Jahr 2000 gegründet. Neben dem Hauptsitz in Hamburg wurde 2004 ein zweites Büro in Berlin eröffnet. Im Zuge der Internationalisierungsstrategie des Konzerns wurde Rambøll Management GmbH im Jahr 2009 in Rambøll Management Consulting GmbH umbenannt. Seit 2011 hat Rambøll Management Consulting seinen Hauptsitz im Hamburger Chilehaus.

Im Jahr 2011 wurde am Hamburger Standort die Ramboll Global Wind & Towers Division etabliert.

Der Bereich Ramboll Energie in Deutschland wurde im Jahr 2012 mit dem Kauf der Hamburger IMS Ingenieurgesellschaft mbH verstärkt. Das Unternehmen wurde im Jahr 2015 in Ramboll IMS Ingenieurgesellschaft mbH umbenannt.[22][23]

Im Jahr 2013 hat Ramboll das Landschaftsarchitekturbüro Atelier Dreiseitl mit Standorten in Überlingen, Portland, Singapur und Peking erworben.[24] Das Atelier Dreiseitl ist weltweit tätig und verantwortete unter anderem das Renaturierungskonzept des Bishan Park in Singapur[25] sowie das Stadthydrologiekonzept[26] am Potsdamer Platz in Berlin.

Der Bereich Management Consulting wurde im Jahr 2014 durch den Kauf der in Hamburg ansässigen PUTZ & PARTNER Unternehmensberatung AG verstärkt.[27]

Ebenfalls im Jahr 2014 wurde mit der Gründung des Ramboll Light Rail Competence Centre in Karlsruhe der Bereich Ramboll Transport in Deutschland etabliert.

Mit dem Kauf von ENVIRON – ebenfalls im Jahr 2014 – wurde der Geschäftsbereich Umwelt und Gesundheit in Deutschland verstärkt. Ramboll Environ Germany GmbH unterhält in Deutschland Büros in München, Essen und Kelkheim.[28]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Annual Report: http://www.ramboll.com/about-us/annual-report. Abgerufen 28. August 2015.
  2. History, Values and culture: http://www.ramboll.com/about%20us/history.aspx. Abgerufen 8. Juni 2009.
  3. About us: http://www.ramboll.com/about-us. Abgerufen 31. August 2015.
  4. Rambøll: http://viewer.zmags.com/showmag.php?mid=psqgr, 2005. S.16. Abgerufen 7. Oktober 2009.
  5. Rambøll: http://viewer.zmags.com/showmag.php?mid=psqgr, 2005. S.19f. Abgerufen 7. Oktober 2009.
  6. Buildung.co.uk: http://www.building.co.uk/whitbybird-bought-by-danes/3093091.article. Abgerufen 28. August 2015.
  7. 2003-present. Ramboll. September 2008. Abgerufen am 29. September 2008.
  8. Mark Choueke: Ramboll invests in gifford.. Gifford.uk.com, London 29. März 2011 (Zugriff am 6. April 2011).
  9. Rambøll buys Dong's expertise in power plants.. dbdh.dk, 31. März 2011 (Zugriff am 6. April 2011).
  10. Bloomberg Business: http://www.bloomberg.com/research/stocks/private/snapshot.asp?privcapId=22548825. Abgerufen 28. August 2015.
  11. Environment Analyst: https://environment-analyst.com/29964/ramboll-acquires-environ. Abgerufen 28. August 2015.
  12. Ramboll foundation: http://www.ramboll.com/about%20us/organisation/ownership.aspx. Abgerufen 8. Juni 2009.
  13. Ramboll Group Management. Ramboll Group. 2008. Abgerufen am 29. September 2008.
  14. Worldwide. 2009. Abgerufen am 12. August 2009.
  15. a b Worldwide. Abgerufen am 29. Juli 2011.
  16. Øresund Brücke: http://www.ramboll.com/projects/viewproject.aspx?projectid=BC97099A-E0F9-4143-8EA8-38C6D258E6FD. 2000. Abgerufen 8. Juni 2009.
  17. The Copenhagen Opera House: http://www.ramboll.com/projects/viewproject.aspx?projectid=A2EA8C56-67B2-46C2-A32C-EE37C8318505. 2004. Abgerufen 8. Juni 2009.
  18. Dänemark und Deutschland rücken näher zusammen: http://www.baublatt.de/archiv/2009_3/9.pdf. Mai 2009. Abgerufen 8. Juni 2009.
  19. Connecting Scandinavia and Europe by tunnel: http://www.ramboll.co.uk/news/viewnews.aspx?newsid=C8F59268-444F-4B7F-BA58-88D7D18D0F6B. 2009. Abgerufen 8. Juni 2009.
  20. New National Museum of Art, Architecture and Design: http://www.ramboll.com/projects/rno/nasjonalmuseet. Abgerufen 31. August 2015.
  21. Organisation: http://www.ramboll.de/ueber_uns/organisation. Abgerufen 31. August 2015.
  22. Rambøll akquiriert IMS Ingenieursgesellschaft: http://www.ramboll.de/news/rm/2012-12-20%20akquisition%20ims%20ingenieursgesellschaft. Abgerufen 31. August 2015.
  23. Unsere Entwicklung: http://www.ims-ing.de/unternehmen/entwicklung. Abgerufen 31. August 2015.
  24. Rambøll wächst weiter in Deutschland: http://www.ramboll.de/news/rm/2013-03-30-akquisition-dreiseitl. Abgerufen 31. August 2015.
  25. Bishan-Ang Mo Kio Park: http://www.ramboll.com/projects/singapore/bishan-park. Abgerufen 31. August 2015.
  26. Potsdamer Plaza: http://www.ramboll.com/projects/germany/potsdamer-plaza. Abgerufen 31. August 2015.
  27. Ramboll akquiriert große Unternehmensberatung in Hamburg: http://www.ramboll.de/news/rm/ramboll_akquiriert_grosse_unternehmensberatung. Abgerufen 31. August 2015.
  28. Ramboll kauft US-amerikanische ENVIRON und tritt der globalen Elite des Umwelt- und Gesundheitsberatungsmarkts bei: http://www.ramboll.de/news/view/ramboll-kauft-us-amerikanische-environ. Abgerufen 31. August 2015.