Ramlingen-Ehlershausen

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Ramlingen-Ehlershausen
Stadt Burgdorf
Wappen von Ramlingen-Ehlershausen
Koordinaten: 52° 31′ 12″ N, 10° 1′ 12″ O
Höhe: 47 m ü. NHN
Fläche: 15,4 km²
Einwohner: 3750[1]
Bevölkerungsdichte: 244 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31303
Vorwahl: 05085
Ramlingen-Ehlershausen (Niedersachsen)
Ramlingen-Ehlershausen

Lage von Ramlingen-Ehlershausen in Niedersachsen

Lage von Ramlingen-Ehlershausen in Burgdorf
Lage von Ramlingen-Ehlershausen in Burgdorf

Ramlingen-Ehlershausen (niederdeutsch Rammeln-Ehlershusen) ist ein Ortsteil von Burgdorf in der Region Hannover.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramlingen-Ehlershausen liegt etwa 26 km nordöstlich der Landeshauptstadt Hannover und rund 8 Kilometer nördlich des Stadtzentrums Burgdorf, in Niedersachsen (Deutschland).

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil setzt sich aus den ehemals eigenständigen Dörfern Ramlingen und Ehlershausen zusammen.

Umzug beim Erntefest mit der Erntekrone

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte der beiden Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramlingen hat etwa 550 Einwohner. Ramlingen bildet mit der größeren Nachbarortschaft Ehlershausen den Ortsteil Ramlingen-Ehlershausen. Vereine und Organisationen in Ramlingen sind die Freiwillige Feuerwehr seit 1893, der Feuerwehrmusikzug seit 1913, der Gemischte Chor „Lyra“ e. V. Ramlingen-Ehlershausen seit 1921, die Dorfgemeinschaft und die Jagdgemeinschaft. Ein Denkmal ist die etwa 300-jährige Kapelle. Die bereits 1534 erwähnte Vorgängerkapelle wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Größere Veranstaltungen sind das Erntefest mit großen Festumzügen am Samstag und Sonntag des letzten September-Wochenendes.

Ehlershausen ist die flächen- und einwohnermäßig größte Ortschaft von Ramlingen-Ehlershausen und hat etwa 3200 Einwohner. Sie liegt nördlich an der B 3 inmitten von Kiefernwäldern. Gegründet wurde sie erst 1816 vom Chausseewärter Heinrich Friedrich Ehlers.[2] Der aus Schillerslage stammende Ehlers errichtete an der Chaussee zwischen Hannover und Celle, der heutigen B 3, eine Postkutschenstation. Sein Sohn Carl Ehlers erweiterte die Station 1830 zu einer Schankwirtschaft.[3] Ab 1827 ließen sich an der Station weitere Ansiedler nieder und am 29. Juli 1831 eröffnete die Königliche Landdrostei Lüneburg ihren Beschluss, „den in der Nähe von Ramlingen, an der Chaussee von Schillerslage nach Hannover entstandenen Anbauerstellen den Namen ‚Ehlershausen’ beyzulegen“.[4] Damit wurde der Ort nach dem Ortsgründer benannt. Ehlershausen entwickelte sich zu einem Dorf. Bei der Volkszählung vom 30. Juni 1836 gab es bereits 26 Einwohner. Der Kirchturm der modernen evangelischen „Martin-Luther-Kirche“ ist 50 m hoch und von Weitem sichtbar.

Ramlingen-Ehlershausen besitzt zurzeit noch ein traditionelles Waldbad aus dem Jahre 1939 an der Kreisstraße 117 (Grüne Allee) zwischen Ramlingen und der Burgwedeler Ortschaft Engensen gelegen. Das Bad wird seit 2014 mit biologischer Wasseraufbereitung betrieben.

Angaben der Schulchronik von Ramlingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 184 Seiten starke Schulchronik für Ramlingen wurde 1892 von Schullehrer Adolf Dreyer begonnen. Die letzte Eintragung datiert vom 31. Juli 1968. Dreyer befasste sich mit den Anfängen des Ortes:[5]

„Die Entstehung des Ortes Ramlingen läßt sich mit Sicherheit nicht feststellen. Allem Anschein nach fällt die Gründung vor das 15. Jahrhundert. Denn in der Kapelle hinter dem Altare liegen veraltete Holzfiguren, die auf den Katholizismus unserer Vorfahren hindeuten, als die Figur eines Bischofes, der Mutter Maria mit dem Jesuskindlein u. a. da es nun geschichtliche Thatsache ist, daß die Bürger von Celle u. Burgdorf schon um das Jahr 1524 unter dem warmen Verehrer und Freund Luthers, dem Herzog Ernst d. Bekenner, zum Protestantismus übergetreten und die Bewohner der Umgegend bald gefolgt sind, so läßt sich wohl behaupten, daß die Erbauung der Kapelle sowie auch die Gründung dieses Ortes vor das 15. Jahrhundert, in die katholische Zeit fällt.“

Eingliederungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurde die Gemeinde Ramlingen-Ehlershausen in die Stadt Burgdorf eingegliedert.[6]

Fotogalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Ramlingen-Ehlershausen setzt sich aus vier Ratsfrauen und drei Ratsherren zusammen. Im Ortsrat befinden sich zusätzlich drei beratende Mitglieder (zwei CDU, eine SPD).[7][8]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister/in[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsbürgermeisterin ist Birgit Meinig (SPD). Ihre Stellvertreterin ist Sonja Heyna (CDU).[7][8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Ramlingen-Ehlershausen stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der auch die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde durch den Regierungspräsidenten in Lüneburg am 11. September 1959 erteilt.[9]

Wappen von Ramlingen-Ehlershausen
Blasonierung:Geteilt von Grün und Silber, oben ein wachsender, goldener Löwe, unten zwischen zwei grünen Seeblättern ein aufgerichteter, blauer Maueranker.“[9]
Wappenbegründung: Der Löwe versinnbildlicht die frühere Gerichtsbarkeit der Freien, gleichgestellt den bereits wappenführenden Gemeinden Otze, Wettmar und Thönse. Der Maueranker ist Zeichen des Zusammenhalts für die beiden Gemeindeteile Ramlingen und Ehlershausen. Die beiden Seeblätter sind auf eine Schenkungsurkunde des Herzogs Ernst des Bekenners, die sich im Besitz der Gemeinde Ramlingen befindet, in der die Teiche bei Ramlingen der Gemeinde aus Anerkennung für gute Dienste verschrieben wurden, zurückzuführen.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht eine Partnerschaft zum Ortsteil Kleinmühlingen der Gemeinde Bördeland in Sachsen-Anhalt[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Ortsteil Ramlingen ist geprägt von Fachwerkgebäuden und Bauernhöfen, die sich entlang der Grünen Allee mit großem alten Baumbestand anordnen und oft Baudenkmale sind.
  • Die kleine Fachwerkkapelle von 1698 in Ramlingen ersetzte nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg die Vorgängerkapelle, die bereits im Jahre 1534 erstmalige urkundliche Erwähnung fand.[11]
  • Etwa 500 Meter westlich des Dorfes Ramlingen liegt an der Kreisstraße 117 das Waldbad Ramlingen.[12]
  • Die Martin-Luther-Kirche in Ehlershausen mit einem schlanken nadelförmigen Turm wurde 1966 eingeweiht. Das Kruzifix am Altar schuf Gabriele Marwede aus Springe, das Triptychon „Offene See“ Elke Herget.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Baudenkmale in Ramlingen und Ehlershausen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramlingen-Ehlershausen ist über die Kreisstraße 121 mit Burgdorf im Süden verbunden. Östlich und südlich des Ortes verläuft die Bundesstraße 3.

Der Bahnhof Ehlershausen liegt an der Bahnstrecke Celle–Lehrte. Die dort haltenden Linien S 6 und S 7 der S-Bahn Hannover sorgen für einen Halbstundentakt Celle–Hannover im Rahmen des Großraum-Verkehrs Hannover (GVH).

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Blazek, Wolfgang Evers: Dörfer im Schatten der Müggenburg. Adelheidsdorf und seine Nachbardörfer. Eine Chronik. Ehlershausen – Chausseeaufsicht und Schankerlaubnis. Eigenverlag, Celle 1997, S. 581 ff.
  • Matthias Blazek: Ein Blick in die Ramlinger Schulchronik und andere Schätze – Ein Leseheft. Heft I bis VI. Ramlingen-Ehlershausen (2005–2007).
  • Karl-Heinz Blume u. a.: 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr. 80 Jahre Feuerwehrmusik Ramlingen-Ehlershausen. Ramlingen-Ehlershausen 1993.
  • Manfred Obst: Ramlingen-Ehlershausen – Chronikblätter. Stadt Burgdorf 2002.
  • Hans-Georg Reuter: Ländliche Neuordnung durch Flurbereinigung. Chronik der Flurbereinigung Otze-Ramlingen. Hannover 2002.
  • Carolin Krumm (Bearb.), Anne-Kathrin Fricke-Hellberg (Mitarb.), Peter F. Lufen, Dietmar Vonend (Red.) et al.: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen – Burgdorf/Ramlingen und/oder Burgdorf/Ehlershausen. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen. Region Hannover. Nördlicher und östlicher Teil mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark. Hrsg.: Christiane Segers-Glocke, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Institut für Denkmalpflege. Band 13.2. CW Niemeyer Verlag, Hameln 2005, ISBN 3-8271-8255-7, S. 102 f., 156 f., 161–164, 577, 591.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ramlingen-Ehlershausen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ramlingen-Ehlershausen – die größte Ortschaft von Burgdorf. In: Internetseite der Stadt Burgdorf. Abgerufen am 14. Juli 2018.
  2. Herbert Kopmann: Otze – Chronik unseres Ortes. Selbstverlag, Stadt Burgdorf 1985, S. 36 ff.
  3. Armin Mandel: Heimatbuch – Menschen und Landschaft um Hannover – Wie es zur Gründung von Ehlershausen kam. Band 2. Schäfer Verlag, Hannover 1984, S. 22 ff.
  4. Matthias Blazek, Wolfgang Evers: Dörfer im Schatten der Müggenburg. Adelheidsdorf und seine Nachbardörfer. Eine Chronik. Eigenverlag, Celle 1997, S. 584.
  5. Matthias Blazek: Ein Blick in die Ramlinger Schulchronik und andere Schätze – Ein Leseheft. Heft I. Ramlingen-Ehlershausen 2005, S. 13–14.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 222.
  7. a b Ortsrat Ramlingen-Ehlershausen. In: Internetseite Ratsinformationen der Stadt Burgdorf. Abgerufen am 14. Juli 2018.
  8. a b Mandatsträger. In: Internetseite Ratsinformationen der Stadt Burgdorf. Abgerufen am 14. Juli 2018.
  9. a b Landkreis Hannover (Hrsg.): Wappenbuch Landkreis Hannover. Selbstverlag, Hannover 1985, S. 96–97.
  10. Partnerschaften. In: Internetseite der Stadt Burgdorf. Abgerufen am 30. April 2019.
  11. Die Ramlinger Kapelle. In: Internetseite der Martin-Luther-Gemeinde. Abgerufen am 14. Juli 2018.
  12. Waldbad Ramlingen. In: Internetseite Ramlinger Waldbad. Abgerufen am 14. Juli 2018.