Ramous

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Ramous
Ramous (Frankreich)
Ramous
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Pau
Kanton Orthez et Terres des Gaves et du Sel
Gemeindeverband Communes de Lacq-Orthez
Koordinaten 43° 31′ N, 0° 54′ WKoordinaten: 43° 31′ N, 0° 54′ W
Höhe 24–156 m
Fläche 7,58 km2
Einwohner 505 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 67 Einw./km2
Postleitzahl 64270
INSEE-Code

Straße in Ramous

Ramous ist eine französische Gemeinde mit 505 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Pau und zum Kanton Orthez et Terres des Gaves et du Sel (bis 2015: Kanton Orthez).

Die Bewohner werden Ramousiens oder Ramousiennes genannt.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramous liegt circa 55 Kilometer nordwestlich von Pau in der historischen Provinz Béarn an der nördlichen Grenze zum benachbarten Département Landes.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Ossages (Landes)
Puyoô Nachbargemeinden Baigts-de-Béarn
Bellocq Bérenx

Ramous liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour am rechten Ufer des Gave de Pau.

Nebenflüsse des Gave durchqueren das Gebiet der Gemeinde:

  • der Arriou de Bardy mit seinem Zufluss,
    • dem Arriou de la Moulière,
  • der Ruisseau de Galihère und
  • der Ruisseau de Lataillade mit seinem Zufluss,
    • dem Ruisseau Saubagnac.[2]
Eingangsportal der Pfarrkirche Saint-Aignan

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur gallorömischen Zeit profitierte das Dorf von seiner Lage an einer wichtigen Römerstraße. Im Mittelalter an der Grenze zwischen den Vicomtés von Dax und Béarn gelegen, kam es 1193 schließlich zum Béarn nach der Eroberung durch Gaston IV. von Béarn, genannt „der Kreuzfahrer“. Der Pfarrer der Gemeinde unterstand jedoch weiterhin dem Bistum Dax. Die Grundherrschaft wurde etabliert und gehörte eine Zeit lang der Familie Gassion. Diese war eine einflussreiche Familie, was einen Hinweis auf den Reichtum und der Attraktivität des Ortes in der damalige Zeit gibt. Bei der Volkszählung im Béarn im Jahre 1385 wurden in Ramous 37 Haushalte gezählt. Das Dorf unterstand der Bailliage von Rivière-Gave, ein damaliges Erzpriestertums des Bistums Dax.[3][4]

Am 1. Januar 1973 haben sich die Gemeinden Puyoô, Bellocq und Ramous zur neuen Gemeinde Puyoô-Bellocq-Ramous zusammengeschlossen. Am 1. Januar 1984 wurde diese Fusion wieder rückgängig gemacht.[5]

Toponyme und Erwähnungen von Ramous waren:

  • Sanctus-Anianus de Ramons (10. Jahrhundert, Kopialbuch der Abtei Saint-Jean de Sorde),
  • Arramos (10. Jahrhundert, Manuskriptsammlung von André Duchesne, Band 114, Blatt 32),
  • Aramos (1385, Volkszählung im Béarn),
  • Arramoos (gegen 1405, Notare aus Navarrenx),
  • Aramoos (1546, réformation de Béarn, Manuskriptsammlung des 16. bis 18. Jahrhunderts),
  • Arremos (1582, Veräußerung des Bistums Dax),
  • Ramous (1750, Karte von Cassini),
  • Ramont (1793, Notice Communale),
  • Ramons (1801, Bulletin des Lois) und
  • Ramous (1863, Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées).[4][6][7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Höchststand der Einwohnerzahl von 630 in der Mitte des 19. Jahrhunderts reduzierte sich die Zahl in der Folgezeit bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1950er Jahren auf rund 380. Seitdem ist ein überdurchschnittlicher Wachstumstrend zu verzeichnen.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2015
Einwohner 395 378 - - 387 392 411 466 505
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[7] INSEE ab 2009[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Aignan
  • Pfarrkirche, geweiht Aignan von Orléans. Die Südseite des Langhauses und die daran angebaute Kapelle zeigen einen alten, unregelmäßigen Mauerwerksverband und gelten deshalb als Überbleibsel des ursprünglichen Gebäudes. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entschloss man sich zusammen mit dem Pfarrer Loustalet-Bladé, die Kirche zu vergrößern und einen Glockenturm zu bauen. Diese Arbeiten fügten sich in jener Zeit in eine Initiative zur Verschönerung von Gotteshäusern ein, die von Staat und Kirche getragen wurde. Gegen 1866 wurde der Chor mit Wandmalereien verschönert, die heute nicht mehr sichtbar sind. Eine Ausstattung des Innenraums erfolgte 1914 bis 1918. 1922 wurden vier Glasfenster mit religiösen Persönlichkeiten vom Glasmalermeister Pierre Arcencam aus Pau geschaffen, gegen 1960 weitere, dekorative Glasfenster von Jean Lesquibe aus Anglet. Der Glockenturm der heutigen Kirche ist als Eingangsvorbau errichtet, an seiner Seite befindet sich eine Taufkapelle. Neben dieser besitzt die heutige Kirche noch zwei weitere Seitenkapellen. Auf dem Gesims über dem Eingang der Kirche ist eine Inschrift in lateinischer Sprache eingraviert: „Dominum in templo sancto suo venite adoremus“ (deutsch Kommt, den Herrn in seinem heiligen Gotteshaus anzubeten). Auf allen vier Seiten des Glockenturms fällt das Licht durch Zwillingsfenster und einem darüberliegenden Okulus. Der Turm ist bedeckt von einem polygonalen Helm, der zuletzt 1970 neu gebaut wurde, und Dachreitern an allen vier äußeren Ecken.[9][10][11][12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinrebe der AOC Béarn

Die Landwirtschaft mit Weinbau ist traditionell einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde.[3] Ramous liegt in der Zone AOC des Weinbaugebiets Béarn.[13]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[14]
Gesamt = 34

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule mit 52 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2017/2018.[15]

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Rundweg mit einer Länge von 15,6 km und einem Höhenunterschied von 434 m führt durch die hügelige Landschaft der Gemeinden Baigts-de-Béarn, Puyoô und Ramous.[16]
  • Die Gemeinde besitzt einen Basketballverein, den Ramous Baigts Basket, mit Damen- Herren- und Jugendmannschaften.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ramous – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pyrénées-Atlantiques Gentilé (fr) habitants.fr. Abgerufen am 14. November 2017.
  2. Ma commune : Ramous (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 14. November 2017.
  3. a b Conseil régional d’Aquitaine: Ramous (fr) visites.aquitaine.fr. Abgerufen am 14. November 2017.
  4. a b Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 141. 1863. Abgerufen am 14. November 2017.
  5. Ramous (fr) Communauté de communes de Lacq-Orthez. Abgerufen am 14. November 2017.
  6. David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 14. November 2017.
  7. a b Notice Communale Ramous (fr) EHESS. Abgerufen am 14. November 2017.
  8. Populations légales 2014 Commune de Ramous (64462) (fr) INSEE. Abgerufen am 14. November 2017.
  9. Église Saint-Aignan (fr) visites.aquitaine.fr. Abgerufen am 14. November 2017.
  10. Clocher-porche de l’église Saint-Aignan (fr) visites.aquitaine.fr. Abgerufen am 14. November 2017.
  11. Inscription latine sur l’église Saint-Aignan (fr) visites.aquitaine.fr. Abgerufen am 14. November 2017.
  12. église paroissiale Saint-Aignan (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 14. November 2017.
  13. Institut national de l’origine et de la qualité - Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 14. November 2017.
  14. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Ramous (64462) (fr) INSEE. Abgerufen am 14. November 2017.
  15. École maternelle et élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 14. November 2017.
  16. CIRCUIT 58 - Baigts-Puyoô-Ramous (fr, PDF) Tourismusbüro des Béarn des Gaves. Abgerufen am 14. November 2017.