Rampla Juniors

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Rampla Juniors
Abzeichen des Rampla Juniors FC
Basisdaten
Name Rampla Juniors Fútbol Club
Sitz Montevideo, Uruguay
Gründung 7. Januar 1914
Präsident Lucas Blasina
Website http://www.ramplajuniors.com/
Erste Mannschaft
Trainer Germán Corengia
Stadion Estadio Olímpico
Montevideo, Uruguay
Plätze 6000
Liga Primera División
2014/15 16. (Abstieg)
Heim
Auswärts

Rampla Juniors Fútbol Club, kurz Rampla Juniors, (Spitznamen: Picapiedras, Rojiverdes, Los de la Villa) ist ein Fußballverein aus Montevideo in Uruguay.

Der Verein, der seine Heimspiele im Estadio Olímpico austrägt und einmal Uruguayischer Meister war, stieg am Ende der Saison 2014/15 aus der Primera División in die Segunda División ab.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde am 7. Januar 1914 gegründet. Gründungsort war die Rambla Portuaria, Ecke Solís. Daher war der Verein auch ursprünglich in der Ciudad Vieja nahe dem Zollgebäude (der Aduana) angesiedelt. Im siebten Jahr nach der Gründung zog man jedoch ins Barrio Cerro um. Aus demselben Stadtviertel von Montevideo stammt der Club Atlético Cerro, der Erzrivale des Vereins.

Herrenmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rampla Juniors stiegen 1922 erstmals in die höchste uruguayische Spielklasse auf. Schon im Folgejahr wurde man uruguayischer Vizemeister. Seinen bislang größten Erfolg feierte der Verein dann im Jahre 1927 mit dem Gewinn der uruguayischen Meisterschaft. In dieser Spielzeit wurde die nationale Meisterschaftsserie erstmals von der AUF ausgerichtet.

Die von José Pedro Colfina trainierte Meistermannschaft der Rojiverdes um Kapitän Pedro Arispe bestand dabei in der überwiegend eingesetzten Stammformation aus den folgenden Spielern:
Enrique Ballestrero; Juan Carlos Vidal und Pedro Arispe; José Magallanes, Pascual Cabrera und Guillermo Boffi oder Juan Antonio Bérgolo; Atilio Patiño, Vital Ruffatti, Julio Nieto, Antonio Rígoli und Conrado Bidegain

Dem erweiterten Kader gehörten noch die Spieler Juan Carlos Alzugaray, José Bertone, Camilo Bondanza, Manuel Carballal, Alfredo Castillo, Francisco Conde, Luis Gaitán, Conrado Häberli (Conrado Haeberli), Juan Manuel Labraga, Juan Masciardi, Francisco Merelles, Óscar Peluffo, Alberto Rampoldi, Alfonso Rocco an.[1][2] In anderen Quellen werden auch noch die Spieler Pedro Aguirre und Pedro Cabrera genannt.[3]

1928 konnte erneut die Vizemeisterschaft errungen werden. Ende der 1920er Jahre waren die guten Leistungen der uruguayischen Mannschaft auch in Europa nicht verborgen geblieben, so dass die Rampla Juniors 1929 eine Europa-Tournee absolvierten, bei der sie 19 Partien bestritten. Gegner waren dabei unter anderem Benfica Lissabon, Ajax Amsterdam, Olympique Marseille und der deutsche Verein Tennis Borussia Berlin, gegen den man am 21. April 1929 mit 1:0 gewann. 1932, im ersten Jahr des Profifußballs in Uruguay, folgte ein weiterer der insgesamt sieben Vize-Meistertitel (1923, 1928, 1932, 1940, 1947, 1958 und 1964). Bis ins Jahr 1943 gehörten die Rampla Juniors weiterhin der nationalen Spitze der Vereine an. In jenem Jahr musste jedoch der Gang in die Zweitklassigkeit angetreten werden. Schon im Folgejahr stand aber nach einer Spielzeit ohne eine einzige Niederlage, an deren Ende 1944 der Meistertitel der 2. Liga stand, die Rückkehr ins Fußball-Oberhaus an. In den Jahren 1949 bis 1953 konnte fünfmal hintereinander der Sieg beim Copa Montevideo gefeiert werden. Die Rojiverdes gewannen zudem 1950 die Copa Maracaná und 1953 das Torneo Cuadrangular. 1950 und 1955 war man auch beim Torneo Competencia siegreich.

Ein Jahr nach diesem letzten Triumph folgte sodann eine weitere der insgesamt zwölf internationalen Tourneen in der Vereinsgeschichte der Montevideaner. Neben Brasilien tourte man dabei 1956 erstmals nach 25 Jahren wieder durch Europa[4] und besuchte zudem zwei asiatische Länder. Deutschland, Frankreich, Spanien und England waren einige der Stationen dieser Rundreise, auf der 22 Spiele ausgetragen wurden. Hierbei gelang der Mannschaft ein historischer Sieg, als man am 11. April 1956 beim 3:1 gegen Portsmouth den ersten Erfolg eines uruguayischen Fußballteams auf englischem Boden erringen konnte. Weitere Gegner waren unter anderem der 1. FC Nürnberg, Fortuna Düsseldorf, Eintracht Frankfurt, FC Valencia, Espanyol Barcelona[5], der Sport Club do Recife, der Santa Cruz Futebol Clube, die Queens Park Rangers, Luton Town und auch die dänische Fußballnationalmannschaft. Andere Quellen sprechen für diese Rundreise von 24 Partien in 71 Tagen. Elf Siegen und sechs Unentschieden standen sieben Niederlagen gegenüber. Bei den Begegnungen erzielten die Rampla Juniors insgesamt 39 Tore. Domingo Pérez mit zwölf und Ángel Omarini mit elf Treffern stachen dabei als Torschützen hervor.[3]

1958 und 1964 wiederum Zweiter der uruguayischen Meisterschaft, folgte ein nächster Titelgewinn im Jahre 1969, als man das einmalig ausgetragene Torneo de Copa für sich entscheiden konnte. Schon in der folgenden Saison mussten die Rojiverdes aber erneut den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Erst zehn Jahre später war der Wiederaufstieg als ungeschlagener Meister der Segunda División zu verzeichnen. Jedoch konnte man in den nun folgenden Jahrzehnten nicht mehr an die Erfolge vergangener Tage anknüpfen. Schon 1987 stand der nächste Abstieg an. 1992 kehrte man mit der gewonnenen Zweitligameisterschaft in die Primera División zurück, aber schon 1999 war die Zeit der Erstligazugehörigkeit wieder beendet. Es folgte die wohl schwierigste Phase der Vereinsgeschichte, als man 2002 den letzten Platz der Segunda División belegte und im Folgejahr wegen finanzieller Schwierigkeiten überhaupt nicht am Spielbetrieb teilnahm. Bereits 2004 kehrten die Rojiverdes allerdings abermals in die Primera División zurück. Am Ende des Torneo Apertura der Spielzeit 2007/08 war man punktgleich mit Danubio hinter dem Rundensieger Defensor Sporting klassiert und zum Saisonabschluss sogar als Fünftplatzierter für die Liguilla Pre-Libertadores qualifiziert.[3]

Die Rampla Juniors spielten zwischenzeitlich wieder in der Segunda División, gewannen die Apertura 2013 und belegten am Ende der Clausura 2014 den 7. Rang der Gesamttabelle.[6] In den anschließenden Play-offs sicherte sich die von Marcelo Saralegui trainierte Mannschaft durch einen 4:2-Sieg nach Elfmeterschießen (0:0) im Entscheidungsspiel um den dritten Aufstiegsplatz am 6. Juli 2014 gegen Villa Teresa zur Spielzeit 2014/15 die Rückkehr in die Primera División.[7]

Die nachfolgende Erstligasaison verlief jedoch wenig erfolgreich. Am 6. Januar 2015 wurde vermeldet, dass Jorge Barrios das Traineramt von Saralegui im Torneo Clausura 2015 übernehmen werde und einen Vertrag mit anderthalb Jahren Laufzeit unterschrieben habe. Das Trainerteam wurde durch Co-Trainer Juan Carlos Parra und Nicolás Pulis als "preparador físico" komplettiert.[8] Wenige Tage später berichteten uruguayische Medien, dass die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befindlichen Rampla Juniors den Beginn der Vorbereitung auf die Rückrunde aufgrund ausstehender Gehaltszahlungen für die Mannschaft um zwei Tage verschoben hatten. Während der Sommerpause verlor man durch die Wechsel von Gonzalo Malán und Gustavo Aprile zudem zwei Leistungsträger der Apertura.[9] Nach dem 13. Spieltag der Clausura 2015 stellte Trainer Barrios sein Amt beim akut abstiegsbedrohten Klub zur Verfügung. Nelson Olveira wurde gemeinsam mit Assistent Luis Abreu anschließend am 26. Mai 2015 zunächst begrenzt auf die beiden ausstehenden Saisonspieltage als neuer Trainer präsentiert.[10] Jedoch konnte auch dieser den Abstieg nicht verhindern. Die Rampla Juniors belegten in der Jahresgesamttabelle ebenso wie in der Abstiegswertung am Saisonende den letzten Platz.[11]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uruguayischer Meister: 1927
  • Uruguayischer Vize-Meister: 1923, 1928, 1932, 1940, 1947, 1958 und 1964
  • Torneo de Copa: 1969
  • Copa Montevideo: 1949, 1950, 1951, 1952, 1953
  • Torneo Competencia: 1950, 1955
  • Copa Maracaná: 1950
  • Torneo Cuadrangular: 1953

Damenmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 16. Oktober 1988 existiert im Verein zudem eine Frauenfußballabteilung. Die Damenmannschaft des Vereins gehört zu den dominierenden des uruguayischen Fußballs und konnte eine Vielzahl an Erfolgen verzeichnen. So wurden in den Jahren 1998, 1999, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006 und 2008 insgesamt neun uruguayische Meistertitel gewonnen. Damit ist der Verein uruguayischer Rekordmeister.

Trikotage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste von den Rampla Juniors getragene Sporthemd war in der farblichen Gestaltung durchgängig grün aber mit einem roten Streifen versehen. Das Design der Trikots unterzog sich im Laufe der Zeit einem geringfügigen Wandel, während Hosen und Stutzen, von einigen Ausnahmen in den 1990er Jahren abgesehen, nahezu durchgängig schwarz waren. Bis 2006 bestand die Alternativkombination aus mit weißen Trikots kombinierten schwarzen Hosen und Stutzen.

Die Trikotage der als Rojiverdes (auf deutsch: Rotgrüne) bezeichneten Rampla Juniors besteht heutzutage aus roten Hemden mit grünen Längsstreifen sowie schwarzfarbigen Hosen und Stutzen. Die alternative Bekleidung ist aus auf der Brustseite jeweils zur Hälfte rotem bzw. grünen Oberteil mit weißen Ärmeln und ebensolcher Farbe auf der Rückseite, kombiniert mit weißer Hose und weißen Stutzen, zusammengesetzt.[3]

Aktueller Kader Saison 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: (Stand: 22. Oktober 2016) [12]

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
Mateo Accossano UruguayUruguay
Cristhian Amestoy UruguayUruguay
Gabriel Araújo UruguayUruguay
Gian Carlo Duarte UruguayUruguay
Rodrigo Odriozola UruguayUruguay
Darío Silva UruguayUruguay
Gian Franco Allala UruguayUruguay
Emanuel Cuello UruguayUruguay
Gabriel de León UruguayUruguay
Mauricio Felipe UruguayUruguay
Emiliano García UruguayUruguay
Maycol Lisboa UruguayUruguay
Williams Martínez UruguayUruguay
Maximiliano Montero UruguayUruguay
Wilinton Techera UruguayUruguay
Mateo Bustos ArgentinienArgentinien
Camilo Cándido UruguayUruguay
Mathías Choca UruguayUruguay
Santiago Correa UruguayUruguay
Jhony Galli UruguayUruguay
Álvaro Peña UruguayUruguay
Nicolás Rocha UruguayUruguay
Christian Serrón UruguayUruguay
Damián Cabrera UruguayUruguay
Santiago Cor UruguayUruguay
Kevin Gissi SchweizSchweiz
Santiago González UruguayUruguay
Adrian Leites UruguayUruguay
Cristian Olivera UruguayUruguay
Matías Rigoleto UruguayUruguay

Trainerhistorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. La mayor gesta de Rampla Juniors (spanisch) in La República vom 5. Februar 2003, abgerufen am 19. April 2014
  2. 1927: Rampla Juniors (Memento vom 17. Februar 2013 im Webarchiv archive.is) (spanisch) vom 21. Januar 2008, basierend auf einem Artikel im El Observador, abgerufen am 15. Januar 2013
  3. a b c d Rampla Juniors Fútbol Club (spanisch) auf el-area.com, abgerufen am 19. April 2014 (PDF; 8,0 MB)
  4. El Rampla Juniors de Montevideo, jugará en Europa (PDF; 882 kB) (spanisch) in Mundo Deportivo vom 14. November 1955, S.10; abgerufen am 21. Oktober 2012
  5. Buqué sustituirá a Pasieguito und Spielankündigung Rampla Juniors gegen R.C.D. Español für den 22. März 1956 (PDF; 946 kB) (spanisch) in Mundo Deportivo vom 22. März 1956, S.3; abgerufen am 21. Oktober 2012
  6. Fixture Campeonato Uruguayo 2013/2014 de Segunda División Profesional (Versión para imprimir) auf auf.org.uy, abgerufen am 6. Juli 2014
  7. Rampla Juniors logró el ascenso (spanisch) auf auf.org.uy, abgerufen am 6. Juli 2014
  8. Viejo y querido (spanisch) auf futbol.com.uy vom 6. Januar 2015, abgerufen am 9. Februar 2015
  9. Chiflando bajito (spanisch) auf futbol.com.uy im Januar 2015, abgerufen am 9. Februar 2015
  10. Tendrá que volar (spanisch) auf futbol.com.uy vom 26. Mai 2015, abgerufen am 26. Mai 2015
  11. Tabellen der Saison 2014/15 auf auf.org.uy, abgerufen am 12. Juni 2015
  12. Kader auf soccerway.com, abgerufen am 22. Oktober 2016
  13. ¿Por qué los técnicos uruguayos fueron defensas, goleros o mediocampistas? (spanisch) auf lr21.com.uy vom 29. Mai 2001, abgerufen am 27. Oktober 2016
  14. Rocha ganó y espera por Miramar o Progreso (spanisch) in La República vom 13. Mai 2007, abgerufen am 21. Februar 2015
  15. Roberto Donato comenzó en Rampla. (spanisch) auf lr21.com.uy vom 13. Mai 2009, abgerufen am 28. Oktober 2016
  16. Jorge Giordano - Profil auf soccerway.com, abgerufen am 23. Oktober 2016
  17. Nelson Olveira - Profil auf soccerway.com, abgerufen am 22. Oktober 2016
  18. Gabriel Añón - Profil auf soccerway.com, abgerufen am 4. Oktober 2016
  19. Germán Corengia - Profil auf soccerway.com, abgerufen am 4. Oktober 2016