Ramseier Suisse

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Ramseier Suisse AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2005 (Fusion)
Sitz Oberkirch, Schweiz[1]
Leitung Christoph Richli
(CEO)
Christian Consoni
(VR-Präsident)
Mitarbeiterzahl 230 (2017)
Umsatz 151.8 Mio. CHF (2020)[2]
Branche Getränke
Website www.ramseier-suisse.ch

altes Logo bis 2012

Die Ramseier Suisse AG (bis 2007 Unidrink AG) mit Sitz in Oberkirch ist ein Schweizer Getränkehersteller und eine der grössten Schweizer Brauereien. Das zur Fenaco-Gruppe gehörende Unternehmen produziert unter der Marke Ramseier Apfelsaft, Apfelschorlen, Fruchtsäfte und Apfelwein sowie unter den Marken Sinalco, Elmer Citro und Elmer Mineral Limonaden, Erfrischungsgetränke und Mineralwasser. Daneben produziert das Unternehmen auch Eigenmarken für den Schweizer Detailhandel sowie Getränke im Auftrag internationaler Grosskonzerne. Ramseier Suisse verfügt über Abfüllbetriebe in Sursee, Hochdorf und Elm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen ging 2005 unter dem Namen Unidrink AG mit Sitz in Hitzkirch aus der Fusion zwischen der zur Fenaco gehörenden Pomdor AG und der Publikumsgesellschaft Granador AG hervor. Die Granador AG hatte zuvor 1974 die Lupo-Brauerei übernommen. Mit der Unidrink AG entstand einer der grössten Produzenten im schweizerischen Getränkemarkt mit rund 280 Mitarbeitern und einem Umsatz von 157.5 Millionen Schweizer Franken.[3] 2008 wurde die Unidrink AG in Ramseier Suisse AG umbenannt und der Sitz von Hitzkirch nach Oberkirch verlegt.[4] Die Wurzeln der einzelnen Marken reichen bis Anfang des 20. Jahrhunderts. 2013 wurde in Sursee ein neues Logistikzentrum mit Hochregallager in Betrieb genommen.[5]

Ramseier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marke Ramseier geht auf die 1910 gegründete Emmentalische Obstweingenossenschaft Ramsei zurück. 1977 schlossen sich die vier bernischen Mostereien Ramsei, Kiesen, Münsingen mit dem VLG Herzogenbuchsee zur Pomdor AG zusammen, wobei VLG Herzogenbuchsee mit 51 % Hauptaktionär war.[6] Später schlossen sich mehrere Betriebe aus verschiedenen Teilen der Deutschschweiz der Pomdor an. 1991 übernahm Pomdor die bernische Grossmosterei Worb.[7] Die Mosterei in Kiesen wurde 2017 geschlossen.[8] Heute betreibt die Ramseier Suisse AG Mostereien in Sursee und Oberaach.[9]

Sinalco[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1900 hatte sich der lippische Kaufmann und Getränkefachmann Franz Hartmann an den Naturheilkundler Friedrich Eduard Bilz gewandt. Er reiste mit der Rezeptur für einen Limetten-Extrakt nach Oberlößnitz. Die Idee gefiel Bilz, da seiner Meinung nach die im Obst enthaltenen Mineralsalze und Fruchtsäuren gesundheitsfördernd seien und der Fruchtzucker seine Energie direkt an das Blut weitergäbe. Bilz und Hartmann entwickelten so aus Südfrüchten und einheimischen Obstarten ein natürliches Fruchtgetränk, die Bilz-Limetta, die ab Mai 1902 als Bilz-Brause bezeichnet wurde.[10]

1902 wurde eine grosse Werbekampagne gestartet mit dem Erfolg, dass sich die erste internationale, alkoholfreie Getränkemarke europäischen Ursprungs etablierte. Schnell kam es auch zu Nachahmern. Um 1905 kam es zu geschäftlichen Unstimmigkeiten zwischen den Partnern, und fortan entschloss sich Franz Hartmann, einen neuen Namen für die Bilz-Brause zu suchen. Ein Wettbewerb brachte den Namen Sinalco hervor (nach lat. sine alcohole, „ohne Alkohol“).

Im Jahr 1991 gelangte die Marke nach mehreren Eigentümerwechseln in den Besitz der Schweizer Feldschlösschen-Gruppe. Diese verkaufte 1997 die internationalen Markenrechte an die deutsche Hövelmann-Gruppe, die 1994 bereits die deutschen Markenrechte erworben hatte. Die Markenrechte für die Schweiz und Liechtenstein verblieben bei Feldschlösschen. Diese verkaufte 2002 die Schweizer Marke Sinalco an die Pomdor AG.[11] Ab 2005 kamen zur Originalversion von Sinalco weitere Geschmacksrichtungen hinzu.[12]

Elmer Citro / Elmer Mineral[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marken Elmer Citro und Elmer Mineral (1973–2002 Fontessa Elm) gehen auf das 1925 erstmals von Oskar Schärli in den alpinen St. Martinsquellen abgefüllte Mineralwasser zurück. 1927 kreierte dieser ein Zitronengetränk, das fortan unter dem Namen Elmer Citro verkauft wurde. Für die Abfüllung und den Vertrieb wurde 1929 die Elmag Glarus Mineralquellen Elm gegründet. Diese wurde in den 1970er Jahren, nachdem sie 1971 durch die Brauerei Haldengut übernommen wurde, in Mineralquellen Elm AG umbenannt.[13] Nachdem sich die Brauerei Feldschlösschen bereits 1973 an der Mineralquellen Elm AG beteiligt hatte, übernahm sie diese 1983 vollständig. 1999 verkaufte Feldschlösschen die Mineralquellen Elm AG an die Pomdor AG.[14] 2002 wurde das seit 1973 unter dem Namen Fontessa Elm vertriebene Mineralwasser wieder in Elmer Mineral umbenannt.

Schlör und Senator[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 wurde die Produktionsstätte sowie die beiden Marken «Schlör» und «Senator» von der Schlör AG aus Menziken übernommen.[15]

Brauerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lupo-Brauerei wurde 1963 in Römerswil als Teil der LUPO (Luzerner Private Obstverwertungsbetriebe) gegründet. Ab 1963 wurde das Qualitätsbier Lupo-Bräu hergestellt, ab 1967 produzierte man vor allem Eigenmarken für Denner.[16] Lupo gehörte nicht dem Schweizer Bierkartell an, daher konnte Denner das von der Lupo-Brauerei bezogene Bier unter dem vom Bierkatell festgelegten Preis verkaufen.

Die Lupo-Brauerei wurde 1974 von der Granador AG übernommen.[17] Durch die Fusion mit der Pomdor AG entstand 2005 die Unidrink AG. 2008 benannte sich diese in Ramseier Suisse AG um. Die Brauerei produziert weiterhin in Hochdorf vor allem Eigenmarken-Bier, unter anderem für Denner und Landi (Farmer Bier)[18] sowie Bier der Marke St. Gotthard. Seit 2014 ist die Brauerei die grösste unabhängige Schweizer Brauerei. Über 45 Millionen Einheiten Bier (ca. 210'000 Hektoliter)[19] werden jährlich in Hochdorf gebraut und abgefüllt.[20] Daneben ist Schützengarten in St. Gallen mit einen Ausstoss von 170'700 Hektolitern im Braujahr 2011/12[21] die zweitgrösste unabhängige Brauerei in der Schweiz.

Im Jahr 2014 wurde eine neue Abfüllanlage für Bierdosen in Betrieb genommen.[22]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ramseier Suisse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag der Ramseier Suisse AG im Handelsregister des Kantons Luzern
  2. Die Ramseier Suisse AG zieht Jahresbilanz. In: ramseier-suisse.ch, 26. März 2021, abgerufen am 26. März 2021.
  3. „Fusion auf dem Getränkemarkt“ (Memento des Originals vom 27. Oktober 2005 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/194.209.226.170, Der Bund, 16. Februar 2005
  4. Unidrink, Medienmitteilung vom 4. März 2008@1@2Vorlage:Toter Link/www.fenaco.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 44 kB)
  5. Silvan Fischer: Neues Ramseier-Logistikzentrum in Sursee läuft. Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), 12. November 2013, abgerufen am 27. April 2021.
  6. Überzeugen durch Leistung. (PDF; 4 MB. S. 32–34) Die Geschichte des Zusammenschlusses der landwirtschaftlichen Genossenschaftsverbände der Schweiz. In: fenaco.com. 2015, abgerufen am 19. Januar 2020.
  7. In Kiesen werden seit 100 Jahren Äpfel zu Most In: bernerzeitung.ch, 6. September 2012, abgerufen am 20. März 2018.
  8. Claudia Salzmann: Ramseiers wei ga moste. Berner Zeitung, 29. Juni 2020, abgerufen am 26. März 2021.
  9. Mostobst: Ramseier zieht positive Bilanz. In: schweizerbauer.ch. 3. Dezember 2020, abgerufen am 3. Dezember 2020.
  10. Friedrich Eduard Bilz (1842–1922)
  11. Feldschlösschen, Medienmitteilung vom 18. Juni 2002: Pomdor übernimmt Sinalco. (Memento des Originals vom 25. April 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.feldschloesschen.com
  12. sinalco.ch / Ramseier Suisse – Die Geschichte von Sinalco@1@2Vorlage:Toter Link/www.sinalco.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  13. Eintrag der Mineralquellen Elm AG im Handelsregister des Kantons Glarus@1@2Vorlage:Toter Link/www.hragl.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  14. Begehrtes Elmer Wasser.@1@2Vorlage:Toter Link/www.suedostschweiz.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: GlarusSüd Anzeiger, 14. November 2008.
  15. Das Menziker Traditionsunternehmen Schlör stellt Produktion ein. Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), 7. August 2014, abgerufen am 27. April 2021.
  16. Wiesmann: Bier und wir, S. 162.
  17. David Koller: Aus Liebe zum kühlen Blonden: Eine kleine Seetaler Biergeschichte. Die Seetaler Biervielfalt heute. In: seetalerbrattig.ch. 2017, abgerufen am 2. Juni 2021.
  18. Farmer Bier: Vom Feld in die Flasche. Artikel auf der Website von Fenaco, 13. Juni 2019, abgerufen am 2. Juni 2021
  19. Ramseier Suisse, Portrait, Bierproduktion, Abgerufen am 22. September 2013.
  20. Einheitspfütze – nein, danke! auf der Website von Avenir Suisse, 3. August 2018, = Sonderpublikation der Zeitschrift «Schweizer Monat»
  21. Webseite Brauerei Schützengarten, Braujahr 2011/12. Abgerufen am 1. Mai 2013
  22. Anna Hug: «Die Aludose ist nicht mehr der Bösewicht unter den Verpackungen». In: SRF. 20. Januar 2016, abgerufen am 5. Juni 2021.