Ramsen (Pfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Ramsen
Ramsen (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Ramsen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 32′ N, 8° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Eisenberg (Pfalz)
Höhe: 220 m ü. NHN
Fläche: 27,08 km2
Einwohner: 1789 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67305
Vorwahl: 06351
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 060
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 86
67304 Eisenberg (Pfalz)
Website: www.eisenberg.de
Ortsbürgermeister: Wolfgang Steitz (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Ramsen im Donnersbergkreis
ObermoschelNiedermoschelUnkenbachFinkenbach-GersweilerWaldgrehweilerSchiersfeldSittersAlsenzOberndorf (Pfalz)Mannweiler-CöllnWinterborn (Pfalz)Kalkofen (Pfalz)Niederhausen an der AppelMünsterappelOberhausen an der AppelGaugrehweilerSeelenRathskirchenTeschenmoschelBisterschiedRansweilerStahlbergBayerfeld-SteckweilerSankt Alban (Pfalz)GerbachWürzweilerRuppertseckenDielkirchenKatzenbach (Donnersbergkreis)Schönborn (Pfalz)DörrmoschelReichsthalGundersweilerGehrweilerImsweilerRockenhausenHöringenSchweisweilerFalkenstein (Pfalz)WinnweilerLohnsfeldWartenberg-RohrbachMünchweiler an der AlsenzGonbachSippersfeldBreunigweilerImsbachBörrstadtSteinbach am DonnersbergRamsen (Pfalz)KerzenheimEisenberg (Pfalz)GöllheimDreisenStandenbühlLautersheimBiedesheimOttersheimBubenheim (Pfalz)ZellertalEinselthumImmesheimAlbisheim (Pfrimm)RüssingenWeitersweilerMarnheimBennhausenJakobsweilerDannenfelsBolandenKirchheimbolandenMörsfeldKriegsfeldOberwiesenOrbisMorschheimIlbesheim (Donnersbergkreis)Bischheim (Donnersberg)RittersheimStetten (Pfalz)GauersheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Alzey-WormsLandkreis KuselLandkreis KaiserslauternLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild
Die Ortseinfahrt von Ripperterhof, einem Ortsteil von Ramsen in der Pfalz

Ramsen (pfälzisch: Ramse) ist die am weitesten südlich gelegene Ortsgemeinde im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Eisenberg (Pfalz) an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die kleinste Ortsgemeinde darstellt. Ramsen ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Naturpark Pfälzerwald im sogenannten Stumpfwald und bildet den südlichen Abschluss des Donnersbergkreises. Im Süden grenzt das Gemeindegebiet an den Landkreis Bad Dürkheim, im Westen an den Landkreis Kaiserslautern. Zu Ramsen gehören auch die Weiler und Wohnplätze Clauserhof, Gasthaus Forelle, Kisselhof, Kleehof, Neuhammer, Ripperterhof, Forsthaus Stumpfwald und Hof Walzwerk.[3] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Eisenberg (Pfalz), Wattenheim, Enkenbach-Alsenborn und Kerzenheim.

Erhebungen und Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Süden der Gemarkung liegt die Nordflanke der 444 Meter messenden Hohen Bühl an der Grenze zu Wattenheim. Weiter westlich befindet sich der 397 Meter hohe Eiskopf.

Ramsen wird in West-Ost-Richtung vom Eisbach durchflossen; bereits seine Quellbäche – einer von ihnen ist der Hollerbach – liegen auf Gemarkung der Gemeinde und fließen im Eiswoog zusammen. Anschließend nimmt er mehrere Nebenbäche wie den Bockbach, den Abttalbach und den Ellenbach auf.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 730 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 47 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Januar, die meisten Niederschläge fallen im Mai. Im Mai fallen 1,5 mal mehr Niederschläge als im Januar. Die Niederschläge variieren kaum und sind sehr gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 8 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde entstand im Mittelalter aus dem dort entstandenen Kloster Ramosa ad Ramesum, das 1146 gegründet wurde. Mitten im Stumpfwald zwischen Ramsen und Neuhemsbach findet man die sogenannten Neun Steine, eines der drei Landgerichte im alten Wormsgau, die in der Lehensurkunde des Kurfürsten Ruprecht III. von der Pfalz erwähnt sind.

Bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zu Nassau-Weilburg. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Ramsen in den Kanton Göllheim eingegliedert und war Sitz einer eigenen Mairie, die zusätzlich Stauf umfasste. 1815 wurde er Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte Ramsen dem Landkommissariat Kirchheim – später Kirchhheimbolanden an; aus diesem ging das Bezirksamt Kirchhheimbolanden hervor.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Kirchheimbolanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Ramsen innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Ramsen 1969 in den neu gebildeten Donnersbergkreis; drei Jahre später wurde die Gemeinde in die ebenfalls neu entstandene Verbandsgemeinde Eisenberg (Pfalz) eingegliedert.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Ramsen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][2]

Jahr Einwohner
1815 546
1835 810
1871 933
1905 1.053
1939 1.271
1950 1.403
Jahr Einwohner
1961 1.665
1970 1.761
1987 1.810
1997 1.876
2005 1.825
2017 1.789

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Oktober 2014 waren 43 % der Einwohner evangelisch, knapp 35 % römisch-katholisch und 20 % konfessionslos.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Ramsen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 5 6 5 16 Sitze
2009 5 5 6 16 Sitze
2004 3 3 10 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe der Verbandsgemeinde Eisenberg (Pfalz) e. V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Ramsen (Pfalz)
Blasonierung: „Geteilt von Rot und Gold; oben ein goldener Krummstab gekreuzt mit einer goldenen Lanze, belegt mit einem silbernen Schild, darin ein rotes Kreuz, unten der rote Buchstabe R.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malerei in der katholischen Pfarrkirche

Das Puppenhaus Gienanth, ein Kulturdenkmal befindet sich im Restaurant Seehaus Forelle am Eiswoog.[5]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Ramsen

Weitere Objekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auf einer Anhöhe steht die „Ramser Kapelle“.
  • Die Stumpfwaldbahn ist eine Museumsfeldbahn, die im Norden des Pfälzerwalds auf der Gemarkung der Gemeinde Ramsen verkehrt. Ihre Strecke beginnt in Ramsen und endet an dem Stausee Eiswoog.
  • Nordwestlich des Ortes liegt das Jagdhaus Lassmichinruh des ehemaligen Pfälzischen NS-Gauleiters Josef Bürckel.

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr am dritten Wochenende im September findet die „Ramser Kerb“ statt. Traditionell beginnt das Fest mit der feierlichen Ausgrabung der Kerwe am Kerwedenkmal durch die „Kerweborsch“. Am Sonntag erfolgt dann der Kerweumzug mit anschließender Kerwerede am Marktplatz. Dienstagnacht wird die Kerwe mit einer Rede begraben. Die Einwohner Ramsens werden im Volksmund auch die „Ramser Wildsäue“ genannt. Daran erinnert einerseits das Kerwedenkmal, auf dem eine Wildsau thront, andererseits der Marktplatz, wo zahlreiche Wildschweinskulpturen zu finden sind. Grund dafür ist wohl der angrenzende Stumpfwald, in dem viele Wildschweine leben.[6]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zug am Haltepunkt Ramsen (Pfalz)

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Früher wurde vor Ort Eisen abgebaut.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramsen erhielt 1932 Bahnanschluss, als die zuvor in Eisenberg endende und in Grünstadt beginnende Eistalbahn bis Enkenbach durchgebunden wurde. Der westlich des Siedlungsgebiets entstandene Eistalviadukt ist die längste Eisenbahnbrücke der Pfalz. Der Osten des Stempelkopf-Tunnel, den die Strecke durchquert, befindet sich ebenfalls auf Ramsener Gemarkung. 1976 wurde der Personenverkehr eingestellt, der Ortsgüterverkehr 1981. Nachdem die Personenbeförderung zwischen Grünstadt und Eisenberg bereits 1994 reaktiviert wurde, folgte der Abschnitt bis Ramsen ein Jahr später; seither ist Ramsen Endpunkt der Strecke und wird im Taktverkehr von Regionalbahnen bedient. Sonntags wird die Linie seit 2001 über Ramsen hinaus bis zum Eiswoog verlängert.

Der öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert, es gelten dessen Gemeinschaftstarife.

In kurzer Entfernung befinden sich die A 63 im Norden und die A 6 im Süden. Zudem liegt Ramsen am Barbarossa-Radweg.

Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 2007 war vor Ort das Spatzennest, eine evangelische Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe, ansässig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die in der Gemeinde gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert Boßlet (1880–1957), deutscher Architekt, Erbauer der katholischen Kirche Mariä Himmelfahrt in Ramsen (1910).
  • Hanns Fay (1888–1957), deutscher Maler, schuf das Wandgemälde in der katholischen Kirche in Ramsen.[7]
  • Franz Schöberl (1845–1908), österreichisch-deutscher Architekt, unter dessen Leitung 1907 die protestantische Pfarrkirche in Ramsen erbaut wurde.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 89 f. (PDF; 2,2 MB).
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Renate Müller-Krumbach: Das Puppenhaus der Familie von Gienanth. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2016. ISBN 978-3-88462-368-8, S. 7, 25; Dieter Krienke: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz 15 = Donnersbergkreis. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1998. ISBN 978-3-88462-153-0, S. 178.
  6. Ramsen – Stumpfwald – Eistalbahn und Gerichtsplatz. Abgerufen am 9. April 2017.
  7. Ramsen – Kath. Kirche Mariä Himmelfahrt
  8. Ramsen – protestantische Pfarrkirche