Raniżów

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Raniżów
Wappen von Raniżów
Raniżów (Polen)
Raniżów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Karpatenvorland
Powiat: Kolbuszowa
Geographische Lage: 50° 16′ N, 21° 58′ OKoordinaten: 50° 15′ 31″ N, 21° 58′ 15″ O
Einwohner: 2200 (2006)
Postleitzahl: 36-130
Telefonvorwahl: (+48) 17
Kfz-Kennzeichen: RKL
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 8 Schulzenämter
Fläche: 96,77 km²
Einwohner: 7069
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1806052
Verwaltung
Adresse: Raniżów 195
36-130 Raniżów
Webpräsenz: www.ranizow.pl



Raniżów (deutsch Ranischau) ist ein Dorf sowie Sitz der gleichnamigen Landgemeinde im Powiat Kolbuszowski der Woiwodschaft Karpatenvorland in Polen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt am Fluss Zyzoga.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahre 1366 erstmals urkundlich erwähnt.

Bei der Ersten Teilung Polens kam Raniżów 1772 zum neuen Königreich Galizien und Lodomerien des habsburgischen Kaiserreichs (ab 1804).

Im Jahre 1783 wurden im Zuge Josephinischen Kolonisation auf dem Grund des Dorfes Raniżów deutsche Kolonisten lutherischer und reformierter Konfession angesiedelt.[2] Die Kolonie wurde Ranischau genannt und wurde unabhängige Gemeinde. Kraft des Toleranzpatents wurde eine lutherische Gemeinde dort gegründet, die zur Evangelischen Superintendentur A. B. Galizien gehörte. Es gab eine Filialgemeinde in Steinau.[3] Im Jahre 1812 hatte die Kolonie 248 Menschen.[4] Im Jahre 1875 gab es in Ranischau 214 Protestanten und eine deutsche Schule.

Im Jahre 1900 hatte die Gemeinde Raniżów 286 Häuser mit 1647 Einwohnern, davon 1638 polnischsprachige, 7 deutschsprachige, 2 ruthenischsprachige, 1340 römisch-katholische, 2 griechisch-katholische, 298 Juden, 7 anderen Glaubens. Die Gemeinde Ranischau hatte 63 Häuser mit 387 Einwohnern, davon 200 deutschsprachige, 187 polnischsprachige, 134 römisch-katholisch, 69 Juden, 184 anderen Glaubens (überwiegend evangelisch).[5]

1918, nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zusammenbruch der k.u.k. Monarchie, kamen beide Gemeinden zu Polen.

Im Jahre 1921 hatte die Gemeinde Raniżów 299 Häuser mit 1562 Einwohnern, davon alle Polen, 1273 römisch-katholische, 11 evangelische, 278 Juden. Die Gemeinde Ranischau hatte 64 Häuser mit 369 Einwohnern, davon 312 Polen, 57 Deutschen, 261 römisch-katholische, 60 evangelische, 48 Juden.[6]

Unterbrochen wurde dies durch die Besetzung Polens durch die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, währenddessen sie zum Generalgouvernement gehörten.

Von 1975 bis 1998 gehörte Raniżów zur Woiwodschaft Rzeszów.

Die evangelische Kirche (1834 eingeweiht) wurde ungefähr im Jahre 1970 abgerissen.[4]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Landgemeinde (gmina wiejska) Raniżów gehören folgende Ortschaften mit einem Schulzenamt:

Korczowiska
Mazury
Poręby Wolskie
Posuchy
Raniżów
Staniszewskie
Wola Raniżowska
Zielonka

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Raniżów – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. Henryk Lepucki: Działalność kolonizacyjna Marii Teresy i Józefa II w Galicji 1772–1790 : z 9 tablicami i mapą. Kasa im. J. Mianowskiego, Lwów 1938, S. 163–165 (online – polnisch).
  3. Schematismus der evangelischen Kirche Augsb. und Helvet. Bekenntnisses in den im österr. Reichsrathe vertretenen Königreichen und Ländern. Wien 1875, S. 195–197 (Online).
  4. a b Tomasz J. Filozof: Kolonizacja józefińska. In: Skarby Podkarpackie. 2, Nr. 33, März-April 2012, ISSN 1898-6579, S. 38–40. Abgerufen am 6. Juni 2016.
  5. Ludwig Patryn (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder, bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900, XII. Galizien. Wien 1907.
  6. Główny Urząd Statystyczny: Skorowidz miejscowości Rzeczypospolitej Polskiej. Tom XIII. Województwo lwowskie. Warszawa 1924 (online [PDF] polnisch).