Ranziger Trichterling

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Ranziger Trichterling
2004-10-05 Clitocybe phaeophthalma (Pers.) Kuyper 80724.jpg

Ranziger Trichterling (Clitocybe phaeophthalma)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Ritterlingsverwandte (Tricholomataceae)
Gattung: Trichterlinge (Clitocybe)
Art: Ranziger Trichterling
Wissenschaftlicher Name
Clitocybe phaeophthalma
(Pers.) Kuyper

Der Ranzige Trichterling (Clitocybe phaeophthalma, syn. Clitocybe hydrogramma) ist eine Pilzart aus der Familie der Ritterlingsverwandten (Tricholomataceae). Die Fruchtkörper erscheinen von September bis November in Laubwäldern und wachsen dort in der Laubstreu. Der Trichterling enthält Muscarin und ist daher giftig.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hut ist 4–7 cm breit, flach niedergedrückt und in der Mitte leicht genabelt. Der Rand ist mehr oder weniger flatterig und im feuchten Zustand stark durchscheinend gerieft. Der hornbräunlich bis graubraun gefärbte Hut hat bisweilen eine gelbliche Tönung und blasst beim Eintrocknen weißlich aus. Die hygrophane und dennoch matte Oberfläche ist überwiegend feinsamtig.

Die ziemlich entfernt stehenden Lamellen sind zumindest feucht eher grau als weiß gefärbt und laufen kurz am Stiel herab. Das Sporenpulver ist weiß und inamyloid.

Der glatte, längsfaserige Stiel hat etwa die gleiche Farbe wie der Hut. Er ist ungefähr 5 cm lang und 0,5 cm breit. Die Stielbasis ist striegelig-filzig. Der Pilz riecht mehr oder weniger erdig bis ranzig-mehlig und schmeckt bitter. Der Geruch erinnert stark an den muffigen Geruch eines Hühnerstalls, hat aber mitunter auch eine süßliche Komponente.[1][2]

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ellipsoiden bis tropfenförmigen Sporen sind 5,5–7 µm lang und 3–4,5 µm breit.[1][2]

Artabgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ranzige Trichterling ist durch seinen unangenehmen Geruch und den bitteren Geschmack recht leicht zu erkennen. Der Bittere Trichterling (C. fritilliformis) schmeckt ebenfalls bitter und wächst im Laubwald, ihm fehlt aber der unangenehme Geruch. Mikroskopisch ist der Ranzige Trichterling eindeutig gekennzeichnet, da er eine sehr typische Huthautanatomie hat. Die Huthaut-Hyphen haben zahlreiche bis zu 20 µm breite Anschwellungen, die einen stark lichtbrechenden Inhalt haben. Dieses Merkmal ist innerhalb der Gattung Clitocybe einmalig.[2]

Ökologie und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Trichterling wächst meist in Laubwäldern auf abgestorbenen Blättern. Die Fruchtkörper erscheinen von September bis November. Die mehr oder weniger kalkliebende Art ist ziemlich häufig.[1][2]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ranzige Trichterling enthält Muscarin und ist daher giftig. Weil er aber so unangenehm riecht und zudem noch bitter schmeckt, sind Vergiftungen äußerst selten.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Marcel Bon: Pareys Buch der Pilze. Kosmos, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-09970-9, S. 140 (englisch: The mushrooms and toadstools of Britain and Northwestern Europe. Übersetzt von Till R. Lohmeyer).
  2. a b c d Ewald Gerhardt: Pilze. Band 1: Lamellenpilze, Täublinge, Milchlinge und andere Gruppen mit Lamellen (= Spektrum der Natur / BLV Intensivführer). BLV, München/ Wien/ Zürich 1984, ISBN 3-405-12927-3, S. 61.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ranziger Trichterling (Clitocybe phaeophthalma) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien