Raoul Richter

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Raoul Hermann Michael Richter (* 16. Januar 1871 in Berlin; † 14. Mai 1912 in Wannsee) war ein deutscher Philosoph.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Raoul Richter war ein Sohn des Malers Gustav Richter und seiner Frau Cornelie, einer Tochter des Komponisten Giacomo Meyerbeer.

Mit Harry Graf Kessler war er seit Studienzeiten befreundet. 1893 wurde er bei Wilhelm Wundt[1] in Leipzig mit einer Arbeit über Kant und Schopenhauer summa cum laude promoviert. Danach blieb er zunächst ohne feste Anstellung. 1898 habilitierte Raoul Richter sich, wiederum in Leipzig, mit einer Arbeit zum Willensbegriff Spinozas. Im Wintersemester 1898/1899 begann er am selben Ort, Philosophiegeschichte und Praktische Philosophie zu lehren. Richter gehörte zu den ersten, die sich um das Werk Friedrich Nietzsches bemühten. Richter gehörte von Anfang an zu den kritischen Freunden und ab 1908 zum Vorstand der Stiftung „Nietzsche-Archiv“. Diese Verbindung nach Naumburg und Weimar hatte Richter bereits 1895 initiiert. Johannes Volkelt und Wilhelm Wundt waren bemüht, Raoul Richter auf eine Professorenstelle zu befördern. Am 22. September 1904 wurde Richter schließlich aufgrund seiner wissenschaftlichen Leistungen zum außeretatmäßigen, außerordentlichen Professor der Philosophischen Fakultät zu Leipzig. Um 1910 kam eine langjährige Krankheit wieder zum Ausbruch, sodass Richter gezwungen war, die Lehre aufzugeben.

Raoul Richter war mit Lina Oppenheim (1872–1960), einer Tochter des Bankiers Benoit Oppenheim d. Ä. (1842–1931), verheiratet. Das Paar hatte fünf Kinder. Richter starb 1912 und wurde auf dem Kirchhof in Berlin-Wannsee bestattet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Hasse: Die Philosophie Raoul Richters, Meiner, Leipzig 1914
  • Max Brahn/Heinrich Hasse/Wilhelm Wundt u. a.: Raoul Richter zum Gedächtnis. Meiner, Leipzig 1914
  • Herbert Kopp-Oberstebrink: Raoul Richter. Ambivalenzen der Moderne, in: Juden Bürger Berliner. Das Gedächtnis der Familie Beer - Meyerbeer - Richter. Henschel, Berlin 2004, S. 155–172

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. die Übersicht „Alle Dissertationen bei Wundt, chronologisch geordnet“.