Rapanui (Sprache)

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Rapanui

Gesprochen in

Chile; Region: Osterinsel
Sprecher 2500–3500 Erstsprachler
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Anerkannte Minderheitensprache in: Osterinsel
Sprachcodes
ISO 639-1:

ISO 639-2:

rap

ISO 639-3:

rap

Rapanui oder Pascuense ist ein vom Volk der Rapanui auf der Osterinsel (spanisch Isla de Pascua) benutzter polynesischer Dialekt der austronesischen Sprachenfamilie. Auf der Insel und dem chilenischen Festland sowie auf Tahiti und in den USA gibt es zwischen 2.500 und 3.500 Rapanui sprechende Menschen. [1]

Klassifikation[Bearbeiten]

Direkt verwandt ist Rapanui mit den Sprachen der ostpolynesischen Untergruppe (Tahitianisch, Marquesanisch, Hawaiisch oder Māori). Viele der heute gültigen Wörter stammen aus dem Tahitianischen. Die Schrift Rongorongo ist wahrscheinlich eine frühe Form des Rapanui,[2] heute wird Rapanui in der lateinischen Schrift geschrieben. Die Sprache umfasst 5 Vokale (a, e, i, o, u) und 10 Konsonanten (h, k, m, n, ng, p, r, t, v und ʻ).[3] Nicht vorhanden sind die in den meisten europäischen Sprachen vorkommenden stimmhaften Plosive ([b, d, g]), Frikative ([x, f, s, ʃ, θ]) und das [l].

Geschichte[Bearbeiten]

Rapanui bildete sich aus der ursprünglichen polynesischen Sprache während der langen Isolierungsphase nach der Besiedelung der Osterinsel. Bis zur Ankunft der Europäer im 18. Jahrhundert wurde auf der Osterinsel nur Rapa Nui gesprochen.

Der erste offizielle Rapanui-Unterricht wurde 1975 auf Anordnung des chilenischen Erziehungsministerium durchgeführt. Im folgenden Jahr wurde Rapanui als Unterrichtsfach in der Primarstufe eingeführt. [4] Mit dem sogenannten Ureinwohnergesetz (Gesetz Nr. 19.253) von 1993 gab es erstmals eine Vorschrift zum Schutz, zur Förderung und zur Entwicklung der Kultur und Sprache der Einheimischen. Zudem gründete sich die Nationale Vereinigung für die Entwicklung der Einheimischen (CONADI).[5]

Beispiele[Bearbeiten]

Rapanui Deutsch
ahu zeremonielle Plattform
akuaku Geist, Seele
ana hanga koe bitte
ariki Häuptling
henua Erde, Welt, Land
ʻiorana Willkommen / Auf Wiedersehen (früher ku mao ʻā)
ina nein
kāinga Grundstück
Ko āi toʻou ingoa? Wie heißt du?
mahina Mond
maururu danke
Pehē koe? Wie geht’s dir?
raʻā Sonne
rapa Zeremonialpaddel
rangi Himmel, Wolke
rivariva gut
rongorongo Beter, Bezeichnung für Holzschrifttafeln
tangata Mensch, Mann
tapu heilig, verboten
tokerau Wind
vai kava Meer
katahi 1
karua 2
katoru 3
kahā 4
karima 5
kaono 6
kahitu 7
kavaʻu 8
kaiva 9
kaʻangahuru 10
kahānere 100
kapīere 1.000

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bergmann, Hans-Georg 1963: Vergleichende Untersuchungen über die Sprache der Osterinsel, Hamburg, Dissertation.
  • Du Feu, Veronica 1996: Rapanui, London, Routledge, ISBN 0-415-00011-4
  • Huke Atán, Karlo; Pauly, Stephanie 1999: Mündliche Überlieferungen der Osterinsel, Freiburg, Steinhart, ISBN 3-932248-08-2
  • Kahlo, Gerhard 1959: Von Jünnan bis Rapanui, Forschungen und Fortschritte, Band 33, S. 123-125, Berlin, Akademischer Verlag.
  • McCall, Grant 1994: Tradition and survival on Easter Island, Honolulu, University of Hawaii Press.
  • Pagel, Steve 2010: Spanisch in Asien und Ozeanien. Frankfurt/M.: Peter Lang.
  • Pinks, Regina 1991: Eine linguistische Untersuchung der Metoro-Gesänge von der Osterinsel (Rapanui), Göttingen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ethnologue.org abgerufen am 13. März 2010
  2. Rongorongo- Die stummen Tafeln der Osterinsel
  3. Osterinsel.net –Sprache abgerufen am 14. März 2010
  4. Sprachen der Welt - Rapanui abgerufen am 14.März 2010
  5. Conadi.cl abgerufen am 14 März 2010