Raperîn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fassade des ehemals roten Sicherheitsgebäudes in Sulaimaniyya, in welchem oppositionelle aus der Kurden-Region von Baathisten über Jahrzehnte gefoltert und ermordet wurden

Als Raperîn (kurdisch ڒاپه‌ڒین ‚Revolution‘) bezeichnen Kurden den Aufstand im Irak im Jahre 1991. Eine Folge dieses Aufstandes war die faktische Autonomie der Kurden im Nordirak und die Schaffung der kurdischen autonomen Region.[1]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem das Autonomie-Abkommen zwischen den Kurden, unter Führung Mustafa Barzanis Demokratischer Partei Kurdistans und dem irakischen Staat unter Saddam Hussein in den 1970er Jahren von Barzanis Guerilleros dann doch nicht akzeptiert worden war, erlitten diese 1975 zunächst eine schwere Niederlage gegen die irakischen Truppen. Von Barzanis KDP spaltete sich die Patriotischen Union Kurdistans ab, deren Generalsekretär der spätere Staatspräsident Dschalal Talabani war, und setzte ab 1984 den bewaffneten Kampf gegen das Regime in Bagdad fort. Während des Ersten Golfkrieges zwischen dem Irak und dem Iran verstärkte sich der Konflikt zwischen kurdischen Peschmerga und der Zentralregierung in Bagdad, es kam wieder verstärkt zu Zusammenstößen sowohl mit der KDP als auch der PUK. Hierbei erlitten die kurdischen Kämpfer jedoch wiederholt Verluste und konnten auf lange Sicht keine nennenswerten Gebietszuwächse gegen das damals hochgerüstete irakische Militär verbuchen.

Kurdische Offensive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurdisches Autonomiegebiet ab 1991

Kurz nach dem Ausbruch des Zweiten Golfkrieges desertierten kurdische Angehörige der irakischen Streitkräfte und befreiten gemeinsam mit den Peschmerga der Patriotischen Union Kurdistans am 5. März die Stadt Ranya von der Baath-Herrschaft. Kurden innerhalb der irakischen Armee wurden zuvor über Rundfunk aufgefordert die irakische Armee zu verlassen und sich dem kurdischen Aufstand anzuschließen. Auch die Zivilbevölkerung folgte diesem Aufruf.

Schon am 7. März wurde die kurdische Großstadt Sulaimaniyya von den Peschmerga befreit. Angehörige der Baath-Partei wurden inhaftiert; später vor Gericht gestellt und hingerichtet. Einfachen irakischen Soldaten wurde Pardon gewährt und eine Heimkehr in die arabische Region des Irak erlaubt.[2] Nach diesen Erfolgen und dem Vormarsch der PUK Richtung Erbil schloss sich die rivalisierende Demokratischen Partei Kurdistans dem Aufstand an und befreite gemeinsam mit Peschmerga anderer kurdischer Organisationen die Stadt Dohuk.[3] In einer großangelegten Offensive begannen am 20. März die Truppen der PUK einen Angriff auf die ölreiche Stadt Kirkuk. Diese Stadt hat eine symbolische Bedeutung für die Kurden, da sie für die Kurden des Iraks als die eigentliche kurdische Hauptstadt gilt. Bis Mitte des Jahres waren nahezu alle Gebiete mit hauptsächlich kurdischer Mehrheitsbevölkerung im Norden des Irak unter kurdischer Kontrolle. Zudem wurde die Stadt Mossul, die einen hohen Anteil an Arabern aufweist, auch unter die Kontrolle der kurdischen Rebellen gebracht. Diese betrachten Mossul als historisch kurdische Stadt.

Die Städte Mossul und Kirkuk konnten jedoch von irakischen Truppen zurückgewonnen werden. Zudem misstrauten die Vereinigten Staaten der kurdischen Oppositionsbewegung, da sich ihr auch Sozialisten und Kommunisten angeschlossen hatten. Zum anderen hatten sie die Befürchtung, dass sich hierdurch der inner-irakische arabisch-kurdische Konflikt verschärfen könnte.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cinur Ghaderi: Politische Identität-Ethnizität-Geschlecht: Selbstverortungen politisch aktiver MigrantInnen. Springer-Verlag, 2014, ISBN 978-3-658-05297-3, KurdiInnen – Geopolitische und identitätstheoretische Verortung, S. 127 ff. (google.com [abgerufen am 2. Mai 2016]).
  2. hrw.org
  3. merip.org