Raphaela Gromes

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Raphaela Johanna Gromes (* 16. März 1991 in München)[1] ist eine deutsche Cellistin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Raphaela Gromes ist die Tochter der Cellisten Wilhelm Gromes und Astrid Hedler-Gromes. Sie erhielt mit vier Jahren ersten Cellounterricht und Klavierunterricht bei ihrer Mutter. Seit ihrem siebten Lebensjahr sammelte sie Konzerterfahrung durch Teilnahme an Auftritten ihrer Eltern als Nymphenburger Celloduo und debütierte im 2005 als Solistin des Cellokonzerts von Friedrich Gulda. Von 2006 bis 2010 studierte sie als Jungstudentin bei Peter Bruns an der Musikhochschule Leipzig. Nach ihrem Abitur 2010 am musischen Camerloher-Gymnasium Freising[2] studierte sie an der Musikhochschule München bei Wen-Sinn Yang und später bei Reinhard Latzko an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Sie wurde seit 2012 von der Studienstiftung des deutschen Volkes, von Yehudi Menuhin Live Music Now und von der Hans und Eugenia Jütting Stiftung Stendal gefördert.

Neben Cellokonzerten von Boccherini,[3] Dvořák, Elgar, Haydn, Saint-Saëns und Schumann sowie dem Beethovens Tripelkonzert, Brahms Doppelkonzert sowie Tschaikowskis Rokoko-Variationen zählen auch zeitgenössische Werke, wie z. B. die für sie komponierten Cellokonzerte von Dominik Giesriegl (2012), Valentin Bachmann (2013) und das 2014 uraufgeführte Doppelkonzert Chroma von Mario Bürki[4] zu ihrem Repertoire.[5] Seit 2016 ist sie Exklusivkünstlerin bei Sony Classical.[5]

Der Kammermusik widmet sie sich seit 2011 mit Amelie Böckheler im Duo Servais und seit 2012 mit ihrem festen Pianisten Julian Riem.[6] Mit einem Repertoire, das von klassischen und romantischen Sonaten, wie etwa von Schubert und Brahms,[7] über Musik des 20. Jahrhunderts bis hin zu zeitgenössischen Werken reicht, tritt das Duo Gromes/Riem überregional auf, u. a. beim Schleswig-Holstein Musik Festival 2017[8] und 2018 im Wiener Konzerthaus.[9] Mehrfach wurde ein gemeinsames Programm mit dem Arcis Saxophon Quartett gestaltet.[10][11][12] 2018 konzertierte das Duo Gromes/Riem in Südkorea.[13] Von den gemeinsamen CD-Einspielungen die CD Offenbach, bei der auch ihr ehemaliger Lehrer Wen-Sinn Yang mitwirkte, mit dem Opus Klassik als beste Kammermusikeinspielung Duo ausgezeichnet.[14]

Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gromes unterstützt die José Carreras Leukämiestiftung durch Öffentlichkeitsarbeit, Teilnahme an Benefizkonzerten und Spenden aus dem Erlös ihrer CDs.[15] Als Musikbotschafterin engagiert sie sich für SOS-Kinderdörfer weltweit.[16] Ein besonderes Anliegen ist ihr die Bereicherung des Cellorepertoires durch die Wiederentdeckung vergessener Werke und das Aufspüren verschollenen Notenmaterials in Zusammenarbeit mit Musikwissenschaftlern.[17][18]

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Raphaela Gromes & Julian Riem – Violoncellosonaten von Strauss & Mendelssohn-Bartholdy (Livemitschnitt des Preisträgerkonzerts des Richard Strauss-Wettbewerbs 2012). Farao, 2014.
  • Duo Servais (Amelie Böckheler, Violine und Raphaela Gromes, Violoncello) – Werke von Servais, Giesriegl und Martinů, Doris Schwarzer Records, 2014.
  • Raphaela Gromes & Julian Riem – Serenata Italiana: Werke von Busoni, Martucci, Casella, Sinigaglia, Capuis und Castelnuovo-Tedesco. Sony Classical, 2017.[28]
  • Raphaela Gromes & Julian Riem, WDR Funkhausorchester Köln, Enrico Delamboye – Hommage a Rossini - Werke für Cello. Sony Classical, 2018.
  • Raphaela Gromes & Julian Riem, Wen-Sinn Yang – Offenbach – Werke für Cello. Sony Classical, 2019.
  • Raphaela Gromes & Julian Riem – Richard Strauss, Cello Sonatas. Sony Classical, 2020.
  • Raphaela Gromes & Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Nicholas Carter sowie Julian Riem – Cellokonzerte (Werke von Robert und Clara Schumann, Julius Klengel, Richard Strauss und Johannes Brahms). Sony Classical, 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Raphaela Gromes, Violoncello (Kurzbiografie). Camerata München, abgerufen am 5. September 2017.
  2. Peter Spanrad: Musikunterricht mit der Cello-Virtuosin Raphaela Gromes. Camerloher-Gymnasium Freising, 17. April 2017, abgerufen am 7. November 2017.
  3. Egbert Tholl: Sehr persönlich; Raphaela Gromes bei den Münchner Symphonikern. In: Süddeutsche Zeitung. 28. Februar 2018, abgerufen am 17. Oktober 2020.
  4. Mario Buerki: Videoaufnahme der Uraufführung von "Chroma". Youtube, 14. Oktober 2014, abgerufen am 9. September 2017.
  5. a b Biografie auf der Webseite von Raphaela Gromes. Abgerufen am 6. September 2017.
  6. Duo Gromes-Riem auf der Webseite von Raphaela Gromes. Abgerufen am 6. September 2017.
  7. Dorothee L. Schaefer: Kammermusik mit zwei großartigen Duos. Schwäbische Zeitung, 11. September 2017, abgerufen am 12. September 2017.
  8. Heike Linde-Lembke: Raphaela Gromes verzauberte das Publikum. Hamburger Abendblatt, 24. Juli 2017, abgerufen am 6. September 2017.
  9. Wilhelm Sinkovicz: Cello und Klavier in perfekter Symbiose. In: pressreader.com. Die Presse, 7. März 2018, abgerufen am 17. Oktober 2020.
  10. ASQ und Duo Gromes/Riem. In: Youtube. Arcis Saxophon Quartett, 20. März 2017, abgerufen am 17. Oktober 2020.
  11. Elisabeth Aumiller: French American Connection. In: Traunsteiner Tagblatt. 5. September 2019, abgerufen am 17. Oktober 2020.
  12. Jesko Schulze-Reimpell: Symphonik im Corona-Format; Raphaela Gromes, Julian Riem und das Arcis Saxophon Quartett beim Konzertverein Ingolstadt. In: Donaukurier. 11. September 2020, abgerufen am 17. Oktober 2020.
  13. Raphaela Gromes - Julian Riem, Seoul/Korea 03. In: Youtube. Agentur Weigold-Böhm, abgerufen am 17. Oktober 2020.
  14. a b Alle Preisträger des Opus Klassik 2020. BR Klassik, abgerufen am 2. September 2020.
  15. Star-Cellistin Raphaela Gromes ist neue Stiftungs-Botschafterin. José Carreras Leukämie-Stiftung, 12. März 2020, abgerufen am 7. Oktober 2020.
  16. Raphaela Gromes. SOS Kinderdörfer weltweit, abgerufen am 7. Oktober 2020.
  17. Martina Gabric: RAPHAELA GROMES „Hommage à Rossini“. Van Almsick, abgerufen am 11. Oktober 2020.
  18. Stephan Schwarz-Peters: Raphaela Gromes ̶ Verborgener Geniestreich. In: Rondo Magazin, Ausgabe 1/2020. Abgerufen am 11. Oktober 2020.
  19. Kulturpreis. Abgerufen am 26. Mai 2018.
  20. Kulturkreis Gasteig Musikpreis
  21. Richard-Strauss-Institut: Raphaela Gromes gewinnt Richart-Strauss-Wettbewerb für Cello. Abgerufen am 27. Mai 2021.
  22. Kammermusikduo Amelie Böckheler und Raphaela Gromes ausgezeichnet. In: Yehudi Menuhin Live Music Now München. Abgerufen am 27. Mai 2021.
  23. Raphaela Gromes, Violoncello,Preisträgerin DMW 2016. Deutscher Musikrat, abgerufen am 14. September 2017.
  24. Preisträgerkonzert Kulturkreis Gasteig Musikpreis 2016. In: Kulturkreis Gasteig e.V. Abgerufen am 27. Mai 2021.
  25. Ausnahmetalente erhalten Kunstförderpreis 2019 in der Sparte "Musik und Tanz". In: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Abgerufen am 27. Mai 2021.
  26. Bestenliste 3 / 2019. Preis der Deutschen Schallplattenkritik, abgerufen am 7. Oktober 2020.
  27. Konzert am Donnerstag, den 30. Januar 2020 um 19:00 Uhr. Robert-Schumann-Gesellschaft Frankfurt am Main e.V., abgerufen am 28. Januar 2020.
  28. Claus Friede: Serenata Italiana - Raphaela Gromes und Julian Riem. Kultur-Port.de, 20. September 2017, abgerufen am 2. Oktober 2017.