Rashtriya Janata Dal

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Die Parteifahne der Rashtriya Janata Dal

Rashtriya Janata Dal (Hindi राष्ट्रीय जनता दल rāṣṭrīya janatā dal, „Nationale Volkspartei“, RJD) ist eine politische Partei in Indien, die ihre Basis im Bundesstaat Bihar hat. Die Partei wurde am 5. Juli 1997 von Lalu Prasad Yadav, dem ehemaligen Parteiführer der Janata Dal gegründet, nachdem dieser wegen Korruptionsvorwürfen aus der Janata Dal ausgeschlossen worden war.[1] Die Anhängerschaft der Rashtriya Janata Dal rekrutiert sich vor allem aus Angehörigen niederer Kasten und Muslimen, die beide in Bihar zahlenmäßig vergleichsweise stark sind.[2] Ideologisch tritt die RJD nach eigenem Bekunden für soziale Gerechtigkeit mit sozialistischer Ausrichtung, Gleichheit und für eine säkulare Gesellschaftsordnung ein. Hindu- und Muslim-Nationalismus werden abgelehnt.

Bisherige Wahlergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der indischen Parlamentswahl 1998 gewann die RJD 17 Wahlkreise im Bundesstaat Bihar. Außerhalb Bihars blieb sie erfolglos. In der Folge ging die RJD ein Wahlbündnis mit der Samajwadi Party ein, verlor bei der indischen Parlamentswahl 1999 jedoch 10 Mandate an die Bharatiya Janata Party (BJP). Bei der Wahl zum Regionalparlament von Bihar im Jahr 2000 wurde sie stärkste Partei und stellte dort bis 2005 die Regierung.

Bei der indischen Parlamentswahl 2004 ging die RJD im Rahmen der United Progressive Alliance ein Bündnis mit der Kongresspartei ein und gewann 22 der 40 Wahlkreise von Bihar, sowie 2 weitere in Jharkhand. Bei der indischen Parlamentswahl 2009 konnte sie als Teil der sogenannten Fourth Front, einer Allianz von Linksparteien, nur noch 4 Wahlkreise gewinnen. Bei der indischen Parlamentswahl 2014 schloss sich die RJD wieder dem Parteienbündnis der United Progressive Alliance an, und gewann vier Wahlkreise in Bihar.[3] Zwischen 2015 und Juli 2017 war die RJD in Bihar an einer Koalitionsregierung (zusammen mit der Janata Dal (United) und der Kongresspartei) beteiligt („grand alliance“, Mahagathbandhan).[4]

Bisherige Wahlergebnisse[5]
Jahr Wahl Parlamentssitze
1998 IndienIndien Wahl zur Lok Sabha 1998
17/543
1999 IndienIndien Wahl zur Lok Sabha 1999
7/543
2000 Parlamentswahl in Bihar 2000
124/324
[6]
2004 IndienIndien Wahl zur Lok Sabha 2004
24/543
2005 Parlamentswahl in Bihar Februar 2005
75/243
2005 Parlamentswahl in Bihar Oktober 2005
54/243
2009 IndienIndien Wahl zur Lok Sabha 2009
4/543
2010 Parlamentswahl in Bihar 2010
22/243
2014 IndienIndien Wahl zur Lok Sabha 2014
4/543
2015 Parlamentswahl in Bihar 2015
80/243

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Profile: Laloo Prasad Yadav. BBC News, 18. Dezember 2006; abgerufen am 22. März 2014 (englisch).
  2. Bharat Desai: Bihar results no longer a foregone conclusion. The Times of India, 29. Januar 2005; abgerufen am 22. März 2014 (englisch).
  3. Cong finalises alliance with RJD in Bihar, to fight from 12 seats. The Hindustan Times, 5. März 2014; abgerufen am 22. März 2014 (englisch).
  4. Nitish Kumar resigns in blow to Mahagathbandhan, will return as Bihar CM with BJP support. Hindustan Times, 31. Juli 2017; abgerufen am 18. September 2017 (englisch).
  5. Election Results – Full Statistical Reports. Indian Election Commission (Indische Wahlkommission); abgerufen am 18. September 2017 (englisch, Wahlergebnisse sämtlicher indischer Wahlen zur Lok Sabha und zu den Parlamenten der Bundesstaaten seit der Unabhängigkeit).
  6. Am 15. November 2000 wurde der Südteil Bihars unter dem Namen Jharkhand ein separater neuer Bundesstaat Indiens. Dadurch reduzierte sich die Zahl der Parlamentssitze in der gesetzgebenden Versammlung von Bihar von 324 auf 243.