Rat der Front zur Nationalen Rettung

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Am 22. Dezember 1989 wurde in Bukarest im zeitlichen Zusammenhang mit der Rumänischen Revolution von Ion Iliescu in einer direkten Fernsehübertragung der Rat der Front zur Nationalen Rettung, rumänisch Consiliul Frontului Salvării Naționale (CFSN) um 14 Uhr als das Gremium bekanntgegeben, das ab nun in Rumänien die politische Macht ausübe.

Die Mitglieder mussten sich später gegen Vorwürfe verteidigen, dass sie selbst bereits vor dem 21. Dezember eine Verschwörung gebildet hätten.[1]

Im Dezember 1989 löste sich die Kommunistische Partei Rumäniens auf und ein Teil der ehemaligen KP-Mitglieder gründete die Frontul Salvării Naționale (FSN, Nationale Rettungsfront) unter der Führung von Iliescu und übernahm die Macht im Land. Die FSN stellte mit Iliescu den ersten Präsidenten (1989–1996) und mit Petre Roman (1990–1991) und Theodor Stolojan (1991–1992) zwei Ministerpräsidenten. Im April 1992 kam es zu Auseinandersetzungen innerhalb der FSN.[2] In der Folge spaltete sich eine Gruppe unter Iliescu ab und gründete die Frontul Democrat al Salvării Naționale (FDSN, Demokratische Front für die Nationale Rettung). Sie gewann die Parlamentswahlen 1992. Aus einigen anderen Mitgliedern der FSN bildete sich unter der Leitung von Petre Roman die Partidul Democrat-Frontul Salvării Naționale (PD-FSN), die 2008 in der Partidul Democrat-Liberal (PD-L, Demokratisch-Liberale Partei) aufgegangen ist.

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zusammensetzung der Mitglieder gemäß dieser Ankündigung von Ion Iliescu: Doina Cornea, Ana Blandiana, Mircea Dinescu, László Tőkés, Dumitru Mazilu, Dan Deșliu, Oberst Emil Dumitrescu, die Generäle Ștefan Gușă, Gheorghe Voinea und Victor Atanasie Stănculescu, ferner Aurel Dragoș Munteanu, Corneliu Mănescu, Alexandru Bîrlădeanu, Silviu Brucan, Petre Roman, Ion Caramitru, Sergiu Nicolaescu, Mihai Montanu, Mihai Ispas, Gelu Voican Voiculescu, Dan Marțian, Mihail Lupoi, Vasile Neacșa, Cristina Ciontu, Marian Baciu, Bogdan Teodoriu, Eugenia Iorga, Paul Negrițiu, Gheorghe Manole, Vladimir Ionescu, Adrian Sîrbu, Constantin Cîrjan, Géza Domokos, Magdalena Ionescu, Marian Mierlă, Constantin Ivanovici, Ovidiu Vlad, Valeriu Bucurescu und er selbst (Ion Iliescu).[3]

Rücktritte aus dem CFSN[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 1990 traten einige der Genannten aus dem Rat der Front zur Nationalen Rettung aus:

  • 23. Januar: Doina Cornea
  • 26. Januar: Dumitru Mazilu
  • 29. Januar: Ana Blandiana

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Überholtes Modell. Mit allen Mitteln versuchen die Kommunisten in der Nationalen Rettungsfront, ihre politische Macht zu retten. In: Der Spiegel. Nr. 5, 1990, S. 131–132 (online29. Januar 1990). Zitat: „Drei […] traten am 22. Dezember im Bukarester Fernsehen als Gründer der revolutionären ‚Front zur nationalen Rettung‘ auf, darunter Silviu Brucan, der jetzt erklärte: ‚Die heutigen Vorstandsmitglieder der Front sind im Feuer des Gefechts vor dem Gebäude des ZK zum ersten Mal zusammengekommen.‘ Auch der neue Premier Roman bekundet, das Rettungskomitee habe sich erst während der Revolutionstage ‚spontan‘ gebildet.“
  2. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.zeit.deZEIT online 2. Oktober 1992
  3. Ion Iliescu: „Momente de istorie“, Editura Enciclopedică, București 1995, pag. 22, ISBN 973-45-0109-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]