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Ratibor I.

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Ratibor I. (* unbekannt; † 7. Mai 1156) war Herzog von Pommern aus dem Hause der Greifen. Er regierte in der Zeit der Christianisierung Pommerns und ist der Stammvater einer Nebenlinie des Greifenhauses, der Ratiboriden.

Leben und Leistungen

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Ratibor I. und sein Bruder Wartislaw I. († 1134/1148) sind die beiden ersten sicher belegten Herzöge von Pommern aus dem Haus der Greifen. Wer ihr Vater war und in welchem Jahr Ratibor geboren wurde, ist nicht überliefert.

Zu Lebzeiten des Bruders Wartislaw stand dieser im Vordergrund. Unter Wartislaw wurde die Christianisierung Pommerns eingeleitet. Wartislaw selbst trat vor 1124 zum Christentum über, der Zeitpunkt der Taufe Ratibors ist unbekannt. Überliefert ist hingegen, dass Ratibor 1135 einen erfolgreichen Kriegszug nach Norwegen unternahm und die Stadt Konungahella (heute Kungälv, Schweden) plünderte.

Nach dem Tode seines Bruders, der zwischen 1134 und 1148 wohl von einem Heiden erschlagen wurde, übernahm Ratibor I. für dessen Söhne Bogislaw I. und Kasimir I. die Regierung in Pommern.

1147 führte der Wendenkreuzzug Heinrichs des Löwen und der sächsischen Fürsten nach Pommern. Vor Stettin traten Bischof Adalbert von Pommern und Herzog Ratibor den Anführern des sächsischen Heeres entgegen und verwiesen darauf, dass Stettin und Pommern bereits das Christentum angenommen hatten. 1148 bekannte sich Ratibor vor sächsischen Fürsten in Havelberg erneut zum christlichen Glauben und gelobte, für Ausbreitung und Verteidigung des Christentums tätig zu sein. 1153 gründete Ratibor das Kloster Stolpe in Stolpe, an der Stelle, wo sein Bruder Wartislaw I. erschlagen und zu seinem Gedächtnis eine Kirche erbaut worden war.

Ratibor starb 1156. Er wurde in dem von ihm gestifteten Kloster Grobe auf der Insel Usedom beigesetzt, ebenso seine bald nach ihm gestorbene Gemahlin Pribizlawa. In der St.-Marien-Kirche in der Stadt Usedom befindet sich ein Denkstein, der vielfach auf Ratibor und seine Gemahlin bezogen wird. Doch stammt der Denkstein aus dem 15. Jahrhundert, die Umschrift ist undeutlich und nach Einschätzung des Historikers Martin Wehrmann ist „der Zusammenhang unklar“.[1]

Ratibors Neffen Bogislaw I. und Kasimir I. übernahmen nach Ratibors Tod die Regierung als Herzöge von Pommern. Ratibors eigene Nachkommen hingegen, die als Linie der Ratiboriden bezeichnet werden, regierten als Fürsten in einem kleineren Gebiet in Hinterpommern, das als Land Schlawe oder Herrschaft Schlawe-Stolp bezeichnet wird.

Ehe und Nachkommen

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Ratibor I. war verheiratet mit Pribizlawa (* unbekannt; † nach 1156). Möglicherweise war sie eine Tochter von Herzog Bolesław III. Schiefmund von Polen. Aus der Ehe gingen hervor:

  • Lutz Mohr: Die Rache der Pommern. Über den Feldzug des Herzogs Ratibor I. wider Kungälv im Herzen Skandinaviens anno 1135 nach einer skandinavischen Quelle. In: Stier und Greif. Blätter zur Kultur- und Landesgeschichte in Mecklenburg-Vorpommern. Bd. 11, Schwerin 2001, S. 94–102.
  • Roderich Schmidt: Greifen. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 7. Duncker & Humblot, Berlin 1966, ISBN 3-428-00188-5, S. 29–33 (deutsche-biographie.de). Neu abgedruckt in: Roderich Schmidt: Das historische Pommern. Personen–Orte–Ereignisse. Böhlau Verlag, Köln Weimar Wien 2007, ISBN 978-3-412-27805-2, S. 117–123. (Erwähnung im Familienartikel)
  • Martin Wehrmann: Genealogie des pommerschen Herzogshauses. Verlag Leon Sauniers Buchhandlung, Stettin 1937, S. 35–36.
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  1. Martin Wehrmann: Genealogie des pommerschen Herzogshauses. Verlag Leon Sauniers Buchhandlung, Stettin 1937, S. 36.